Verurteilt Gott jemanden?

 - (Liebe, Sprüche, Glaube)

22 Antworten

In der Bibel steht darüber z. B.:

"So gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht" (Hebräer 9,27).

In Offenbarung 20,12-15 findet sich etwas über das Endgericht vor dem großen weißen Thron Gottes: "Ich sah die Toten, Kleine und Große, vor Gott stehen, und es wurden Bücher geöffnet, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet gemäß ihren Werken, entsprechend dem, was in den Büchern geschrieben stand. Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod. Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen."

Es wird in dem Spruch nicht genannt, auf welchen Gott sich das beziehen soll. Von daher ist es schwer, das zu beurteilen.

Grundsätzlich läßt sich hier aber eine der gefährlichsten und dümmsten Grundannahmen verschiedener Götterglauben erkennen.

Das ist die Jenseitsgewandtheit. In ihrem Wahn glauben viele Göttergläubige, dass es neben unserem faktisch erlebbaren Leben noch ein weiteres gäbe.

Dies negiert das Leben an sich. Es entwertet den Menschen in einer erschreckenden Weise als eine Übergangsform. Es reduziert das Leben als etwas Marginales gegenüber dem "hehren" Ziel dessen, was danach kommt.

Da dieses "Danach" nur denen zugesprochen wird, die sich zu Lebzeiten tief genug in den Anus ihres Gottes gewühlt haben, verschieben sich hier die Prioritäten des Lebens dorthin.

Das ist eine eklatante Verschwendung von Leben und ein wirkich trauriger Umstand. Menschen, die ihr Leben derartig entwerten, verpassen die einzige Chance, dieses faszinierende Leben mit Sinn zu erfüllen und ihm damit den ihm gebührenden Wert und Respekt zuzuweisen.

Christentum, ich kenne die Person, die den Spruch geschrieben hat

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Realsausi - ob Du jemand im Hintern krabbelst oder in der eigenen Nase bohrst, wirkt sich nur dann auf den Sinn des Lebens aus, wenn Du es mit dem gleichen Finger tust, oder das, was Du aus der Nase holst, für Gehirn hältst :-)

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@Wurzelstock

Ich hatte bei der analen Penetration eher ein anderes Körperteil gemeint.

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Gottes Wesen ist Liebe und weil Er so barmherzig ist, ist der Sohn Gottes in diese Welt gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren war. Jesus hat den Sündern Barmherzigkeit erwiesen, aber - was gerne dabei übersehen wird -  er hat auch zugleich gesagt "Sündige von nun an nicht mehr".

Gott ist absolut heilig, dazu passt keine billige Gnade, die Vergebung aufzwingt. Es gibt auch einen anderen Spruch, der besagt "Der dich ohne dich erschaffen hat, will dich nicht ohne dich erlösen", d.h., Gott fordert eine ernsthafte Entscheidung von jedem einzelnen Menschen.  Bei Gott ist möglich, was bei Menschen nicht möglich ist: Seine Barmherzigkeit schließt Seine Gerechtigkeit nicht aus. Gott ist nicht nur "lieb", er ist auch Richter, der das Gute belohnt und das Böse bestraft. Allerdings ist seine Gerechtigkeit nicht die der Menschen, weil Er nicht nur nach äußeren Gegebenheiten urteilt, sondern den Menschen durch und durch kennt und gerecht beurteilen kann. Von daher stimmt der Spruch, dass das Urteil dieser Welt für uns nicht entscheidend ist.

Das Tor Seiner Barmherzigkeit steht offen bis zum letzten Atemzug des Menschen. Danach beginnt die Ewigkeit und wenn der Mensch dann Gott gegenüber tritt, erkennt er sich selbst und seine Taten im Lichte Gottes. Er selbst erkennt das ihm gebührende gerechte Urteil: Die Ewigkeit mit Gott oder eine Ewigkeit ohne Gott. Gott respektiert die freie Entscheidung und das Gewissen jedes Menschen. Barmherzigkeit bedeutet keine Zwangsbeglückung im Himmel für jene, die hartnäckig der Gnade widerstehen.

Gott ist eine Vorstellung, die sich über die Jahrtausende entwickelt und auch immer wieder gewandelt hat. Man kann dazu auch sagen: Gott ist ein Kind seiner Zeit.

Heute haben wir ihn lieber gnädig und barmherzig, vor Jahrhunderten hatten wir ihn als strengen Weltenrichter, der alles genau gesehen, beurteilt und jedes Vergehen bestraft hat.

Persönliches Unglück wurde sehr schnell in Verbindung mit vorausgegangenem Fehlverhalten verbunden ("was habe ich denn getan, dass Gott mich so hart bestraft hat?")

Für alle, die für ihr Fehlverhalten nicht auf dieser Welt bestraft wurden, gab es dann das Fegefeuer oder gleich die Hölle.

Heute deuten wir Gott als moralische Instanz, die uns Leitlinien gesetzt hat, die wir immer wieder an die Gegenwart anpassen. Damit können wir auch verstehen, dass es in vergangenen Jahrhunderten Dinge im Namen Gottes gegeben hat, die wir heute nicht mehr vertreten können.

Darüber hinaus ist Gott eine Instanz, die über uns steht und die mächtiger ist als wir. Damit können wir uns erklären, dass es Dinge gibt, die wir nicht erklären können und dass es Wege und Entwicklungen gibt, auf die wir scheinbar keinen Einfluss haben. Je nach Festigkeit und Ausprägung des Glaubens kann das aber sowohl zu einer gelassenen als auch zu einer verbissenen Weltsicht führen. Zu einer, in der wir Fehler der anderen verzeihen, also selbst gnädig und barmherzig sind, oder zu einer, in der wir alles verurteilen, was nicht unseren (Glaubens-)Vorstellungen entspricht.

Den Gott und die Religion dazu kannst du dir jetzt raussuchen.

Das Wort heiß "richten" nicht "verurteilen".
Sozusagen ein leicht verfälschender Text.

Und nach christlichen Glauben kommt nach dem Tod eh kein Mensch daran vorbei - egal, ob man sich vor dem Tod von Menschen richten lässt oder nicht.

Mal abgesehen davon, dass die Menschen so oder so über einen richten - egal was man macht.

Ergänzend dazu muss man beachten, dass Jesu Opfer als "Freispruch" vor Gottes Gericht gilt.
Denn wenn wir nach unseren Taten gerichtet und verurteilt werden würden, dann gäbe es nach göttlichen Maßstäben eh kein Freispruch - für keinen.

Im Christentum geht es in erster Linie darum eine angebotene Amnestie anzunehmen oder nicht. Und diese Entscheidung muss jeder selbst treffen.

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