Verdammt schlechte Laune auf der Arbeit - wie soll ich damit umgehen?

9 Antworten

Nun laut deinem anderen Thread hattest du erst vor 2-3 Wochen ein Gespräch und die zusage für eine Gehaltserhöhung. Wenn du dann letzte Woche noch einmal hin bist um eine weitere Gehaltserhöhung zu bekommen, kann ich gut verstehen dass die in die Hose gegangen ist. Du wirst ja keine Argumente für die Gehaltserhöhung gehabt haben, die innerhalb von 1-2 Wochen nach dem letzten Gespräch dazu gekommen sind.

Abgesehen davon was nutzt dir mehr Geld? Dir scheint die Arbeit an sich dort nicht zu gefallen. Du hast dir in den letzten zwei Jahren den Hintern aufgerissen und nix dran ändern können. Was hast du also für Möglichkeiten?

Du kannst dir z.B. etwas Neues suchen. Ggf. gibt es mehr Gehalt, das wichtigste wäre aber wohl, dass du etwas zufriedener bist mit deiner Tätigkeit.

Alternative wäre natürlich eine Selbstständigkeit. Das bedeutet mehr Verantwortung aber wenn du wirklich bereit bist dir den Hintern aufzureißen und der Typ dafür bist, dann ist das Gehalt das was du daraus machst und ebenso das Arbeitsklima, dann ist niemand anders schuld außer dir, wenn dir etwas nicht passt.

Letzte Möglichkeit, vor allem im Hinblick auf das Gehalt, wäre natürlich dort zu bleiben wo du bist und Nebenbei noch was zu lernen. Das muss nicht zwangsweise eine IHK Weiterbildung sein, sondern könnte etwas sein, dass für einen ordentlichen Gehaltssprung sorgt, wie ein Studium. Sowas kann man auch berufsbegleitend machen z.B. bei der Fernuni Hagen.

Insgesamt haben wir in Deutschland davor wohl die meiste unbegründete Angst. In anderen Ländern wäre sowas relativ normal. Der Job passt nicht, sei es weil der Job wirklich schlecht ist, durch die von dir genannten Themen oder weil man einfach nicht der Typ dafür ist, dann sucht man sich was anderes, wenn man finanziell nicht so stark abhängig von dem Job ist. Uns wurde Jahre lang eingeredet, dass wir froh sein können, wenn wir überhaupt einen Job finden, hohe Arbeitslosenzahlen hier und da usw.

Diese Existenzangst und das obwohl wir durch Hartz4 und co. doch relativ gut abgedeckt sind, WENN es hart auf hart kommen sollte. Sicher lebt man mit H4 nicht wie ein Rockstar aber seien wir mal ehrlich, wer hier arbeitslos endet, der hat trotzdem ein warmes Nest bzw. ein Dach übern Kopf, der hat ausreichend zu essen, ärztliche Versorgung usw. Das läuft in anderen Ländern ganz anders ab. Wir haben hier so viele Möglichkeiten und ein entsprechendes Polster, wenn wir was riskieren, sind aber in der Mittelschicht gefangen, wo wir Angst haben abzusteigen, es aber nicht schaffen aufzusteigen.

Dein Chef, dein Arbeitgeber bzw. Betrieb, die Finanzen dort etc pp. Das alles hast du nicht in der Hand. Du hast in der Hand bei welchen Arbeitgeber, der dich nehmen würde, du arbeiten willst und tust oder ob du überhaupt unter jemand anderen arbeitest bzw. in welchen Job du arbeitest. Also verschwende deine Gedanken und deine Kraft nicht an Sachen die du nicht ändern kannst und sei frustriert darüber, mach dich an die Dinge die du ändern kannst und entscheiden kannst.

Ich bin auch nicht zwangsweise glücklich mit meinen Job. Ich verdien zwar etwas besser aber glücklich macht das auch nicht. Es fehlt die Überzeugung für das was die Firma macht, ich kann bzw. darf das Produkt und den Service am Kunden nicht in so weit verbessern wie ich es wollen würde und die Arbeitszeiten laufen wegen schlechter Planung der Chefetage oft total aus den Ruder, sprich i.d.R. arbeitet man pro Jahr eher 14-15 Monate und es gibt vor allem in heißen Phasen öfter mal 15-20 Stunden Tage, teilweise sogar Schichten die an 30-40 Stunden am Stück gehen.

Meine Konsequenz daraus war, dass ich mich privat weitergebildet habe und mir aktuell ein zweites Standbein aufbaue und über kurz oder lang in die Selbstständigkeit wechsel. Ich hab probiert was zu ändern, habe gesehen, dass es von den Entscheidungsträgern nicht gewollt ist, also änder ich etwas an meinem Leben, in dem ich der Chef bin und die Entscheidungen, damit aber auch Verantwortung, trage.

Also schlechte Laune zu haben ist das eine. Aber bei dir ist es ja etwas völlig Anderes! Wenn ein zufriedener Mitarbeiter mal schlechte Laune hat, würde ich raten: lass es zu und nimm diese Laune bewusst an dir wahr - wir sind alles Menschen und man sollte auch das Recht haben einen Tag richtig mies drauf zu sein.

ABER, bei dir ist das ja wirklich begründet. Jede Studie zum Thema Mitarbeitermotivation zeigt genau auf die Schlüsselpunkte, die du angesprochen hast und mit denen du unzufrieden bist: Bezahlung, Führungsstil, Wertschätzung. Wenn eine dieser drei "Hygienefaktoren" verletzt ist, sinkt dir Motivation. Bei dir ist alles drei vollkommen aus der Bahn und dann wirst du auch nicht mit ein paar "Gutelaune"-Tipps wieder auf den Dampfer kommen.

Erste Priorität sollte daher die Suche nach einer neuen Stelle haben. Und dann würde ich meine eigenen Ansprüche an die Qualität meiner Arbeit herunterfahren. Du tust das, wofür du bezahlt wirst und das wars.

Du "klopfst" bei der Chefetage an und möchtest eine Gehaltserhöhung? Ich denke, das war ein unsagbar schlechter Zeitpunkt?

"...weil wir nicht rechtzeitig die Rechnungen bezahlen, die Chefetage ist arrogant und fühlt sich an der Gesamtsituation der Firma nicht schuldig .."

Vielleicht nimmst Du erst mal Urlaub und bekommst wieder einen freien, entspannten Kopf und gehst somit mit frischem Elan wieder zur Arbeit? Du schreibst von "...im Moment...." vielleicht ist es eine vorübergehende Laune.

Dass die Rechnungen nicht bezahlt werden liegt hauptsächlich daran, dass es den Chef nicht interessiert. Außerdem ist die schlechte finanzielle Lage meines Erachtens nach kein Grund einem Mitarbeiter, der Arbeit für drei macht und seit zwei Jahren zu wenig verdient nicht eine angemessene Bezahlung zu gewährleisten. Urlaub wurde beantragt, Urlaubsantrag natürlich ignoriert. Habe heute nachgehakt.

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@muellfisch

Solche Ignoranz seitens des Chef ist der Untergang jeder Firma.

Auf Jeden Fall würde ich auf Deinen Urlaub bestehen und in Zukunft zweigleisig fahren, sprich dir eine neue Tätigkeit suchen. Jedoch weiterhin dort arbeiten bis Du was Neues hast.
Wenn Dein Chef so weiter macht, würde mich eine Insolvenz in naher Zukunft nicht wundern und Deine Arbeit wäre so oder so gefährdet.

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@kiara36

Derselbe Gedanke kommt mir auch andauernd, wenn Kreditorenrechnungen nicht bezahlt werden. Ich habe Einsicht in unsere Geschäftskonten und naja, wie soll ich sagen - da ist einem auch rot vor Augen.

Ich werde deinen Vorschlag berücksichtigen, lieben Dank dafür!

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@muellfisch

Sei mir nicht böse, aber dann hätte ich nicht nach einer Gehaltserhöhung gefragt, wenn Du von der prekären Lage der Firma bescheid weißt.
Aber ein Grund mehr loslassen zu können und was anderes zu suchen. Ich drücke Dir alle Daumen.

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