Unterschied von Werten und Zielen?

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13 Antworten

Hi,- im Ggs. zu Hamburger 02 denke ich - ganz einfach:

"Werte" sind "Wirkungsmächtigkeiten", man könnte auch von "Wirkungsbedeutung" oder "Bedeutungsausmaß" als Wirkungen im Sinn eines Betrages in einem definierten Systems von "Verrechnungen" sprechen (ganz ähnlich wie man auch in der Mathematik von "Mächtigkeiten" und "Beträgen" spricht).

"Ziele" sind die Ergebnisse, die man auf dem o. g. Weg zu erreichen (errechnen) versucht.

Diese quasi-mathematischen "Verrechnungsprozesse" gibt es aber auf zwei qualitativ verschiedenen Ebenen:

a) die geläufigste und alltagsrelevantere weil handlungstreibende ist die psychologische als Abwägung von Aufwand und Risiko zu Bedürfnis und Nutzen.

b) die weniger geläufige aber wichtigere weil handlungslegitimierende ist die philosophische als ethische-logische Formulierung von gerechtem Handeln als kategorische Vernunft und damit als der Kalkül, der Alltagshandeln als vernünftigen Interessensausgleich beschreibt.

Gruß

PS: womit schlußendlich unter "vernünftig" nicht pragmatisch im Sinne des >Utilitarismus< sondern logisch im Sinne der kategorischen Vernunft und >Prinzipienethik< Kants und damit der >Aufklärung< gemeint ist.

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Werte, Ziele und Strategien hängen natürlich eng zusammen und es ist in der Tat oft nicht einfach, sie zu trennen. Vielleicht helfen ein paar Beispiele, um dies zu verdeutlichen. Zuerst nenne ich den Wert, dann ein passendes Ziel dazu und als drittes eine Strategie zum Erreichen des Zieles.

Abenteuerlust; Bergsteiger werden; dem Alpenverein beitreten

Anerkennung; Arzt werden; 1er Abitur machen und Medizin studieren

Bewunderung; Modell werden; bei Heidi Klump bewerben

Zuverlässigkeit; Absprachen und Verträge einhalten; nur solche Absprachen treffen, von denen man vorher weiß, dass man sie auch einhalten kann

Eigenständigkeit; Abhängikeiten vermeiden; sein eigenes Geld verdienen

Kreativität; Künstler werden; Kunst studieren

Pünktlichkeit; Termine einhalten; so rechtzeitig losgehen, dass man immer 5 Minuten vorher da ist

Super, danke mir. Das bringt Struktur und Ordnung rein. So kann ich das für mich auch besser einordnen.

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@ TailorDurden

Werte und Ziele werden bei jedem Menschen anders aussehen.

Die einen definieren sich über Werte die sie auf ihre finanzielle Sicherheit übertragen, auf ihren Besitz und was sie sich mühsam erarbeitet haben.

Doch welche Ziele mussten sie ansteuern, damit sie das erreichen konnten?

Doch haben sie dann dann auch Zeit diese Werte auch wirklich zu geniessen, oder rennen sie schon wieder den nächsten Werten und Zielen nach?

Welche Werte und Ziele setzen sich denn die meisten Menschen, sie stecken vor lauter ihre Ziele erreichen zu wollen dermassen im Stress, dass sie dann unter Umständen nicht mal die Ziele die sie erreichen wollen, auch richtig wertschätzen können.

Andere setzen andere Werte und Ziele als Maßstab. Sie möchten viel mit ihrer Familie Zeit verbringen, weil sie diese Werte der Gemeinschaft mehr schätzen, die sich in unserer Gesellschaft immer mehr verabschiedet. Dafür setzen sie ihre Ziele ein, damit sie die Familie erhalten können.

Wieder andere haben weder Werte noch Ziele in ihrem Leben und wissen nichts mit sich anzufangen.

Ist zum Beispiel "Ruhe" und "Ausgeglichenheit" nicht auch ein Ziel?

Auch das können Werte und Ziele für einen Menschen sein.

Aber dafür muss man sorgen, dass man sich das auch erarbeiten kann. Ruhe zu bekommen, gelassener zu werden, damit man ausgelichener wird, dann muss man allerdings einige Abstriche in seinem Leben vornehmen.

Sich von einigem was uns heute überall geboten wird, zu entschleunigen.

Nur will man das? Weniger das zu haben was andere auch haben, nur um mitzuhalten und dafür mehr Stress haben, weil man das Geld verdienen muss, um sich das alles leisten zu können.

Wieder andere legen mehr Wert auf eine innere Zufriedenheit, wo sie sich mit ihrem Lebensstandard zufriedengeben können, sofern sie sonst ihr Leben bestreiten können und.

Also es gibt jede Menge Motive für Werte für jeden einzelnen, ebenso Ziele die sich jeder steckt und die er dann auch erreichen möchte.

Muss jeder selber entscheiden, welche Werte und Zielrichtung für ihn das beste ist und ob er dann mit dem was er erreicht hat, auch zufrieden sein kann. Oder ob er immer höher, immer weiter hinaus will und dann trotzdem nicht mit seinen Werten und Zielen wirklich glücklich ist.

Was im Leben ist für dich denn von Wert? Ist es der Luxus, der dich anzieht, Ruhm / das Gefühl bewundert zu werden oder eher ein Leben in Ruhe und Abgeschiedenheit?

Die Dinge, die du für dich (also subjektiv) als wertvoll erachtest, können dir helfen, ein Ziel im Leben zu finden.

Ein praktisches Beispiel: Du liebst wunderschöne (Landschafts-)aussichten, um sie zu erlangen, würdest du alles tun. Die Momente sind so wertvoll für dich, dass du nach ihnen deine Ziele absteckst. Das Erlernen des Kletterns auf hohe Berge oder vielleicht eine technische Orientierung, um einmal Astronaut zu werden und in das All zu fliegen.

Wenn du aber nach nichts strebst, weil du keine Motivation / Wertigkeit dafür findest, hast du auch kein Ziel.

Im Gegensatz zur Wertigkeit steht der Wunsch, denn er beschreibt nichts, was du wirklich zwingend verfolgen musst.

Ja, mit dieser Antwort habe ich gerechnet. So habe ich es auch für mich verstanden, auch wenn Du das gerade wahrscheinlich schöner formuliert hast :D

Ich habe mir dann nur so unglaublich schwer getan, für mich selbst meine Werte wirklich zu benennen - das kann ich irgendwie nicht.

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@TailorDurden

Aber hast du Hobbies? Anhand dieser kannst du doch ebenso Werte, die du bereits (unbewusst?) gewählt hast, klarer formulieren.

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Ich denke, Deine Freundin hat im Wesentlichen Recht. Unsere Werte als Teil unseres Ich-Ideals sind Bestandteil des Über-Ichs, und das findet weitgehend im Unbewussten statt. Es ist aber nichts Verdrängtes, wir können uns ihrer sehr wohl bewusst werden auch ohne die Hilfe der Psychoanalyse.

Sicher sind Werte und Ziele nicht ganz klar voneinander zu trennen. Sie unterscheiden sich dadurch, dass Ziele mehr oder weniger konkret sind, Werte aber abstrakt. Sie zu erkennen erfordert die Fähigkeit zu abstraktem Denken; die aber muss man lernen und üben.Dabei ist es durchaus möglich und sinnvoll, den Weg vom Konkreten zum Abstrakten zu gehen, also seine Werte zu erkennen über seine Ziele.

Aber selbst ein Mensch, der sich seiner Werte durchaus bewusst ist, etwa im Sinne von Empfindungen, ist dadurch noch nicht automatisch imstande, sie auch zu benennen. Dazu bedarf es ja des Instruments der Sprache. Die hält zwar auch für viele Abstrakta Ausdrücke bereit, aber gerade in diesem Bereich sind die oft so unklar definiert, dass sie wenig geeignet sind, dass Empfundene wirklich zu begreifen und begreiflich zu machen.

Werte (und Unwerte) sind daher nicht nur abstrakt, sondern im kollektiven Bewusstsein auch verschwommen. "Nächstenliebe" und "Sexismus" sind Beispiel dafür. Es ist die Aufgabe von Psycholog-inn-en und Philosoph-inn-en, sie wie eine Kastanie von ihrer wabbeligen Schale zu befreien und dadurch zum Glänzen zu bringen.

JA, Du bringst meine Schwierigkeit bei der Wertefindung so genau auf den Punkt. Zum einen die abstrakte Komponente und dann die zusätzliche Sprachbarriere. Viele Leute hier haben schon toll gezeigt, wie bei ihnen solche Werte aussehen könnten. Ich tue mir immer noch sehr schwer, weil das eben alles nicht ganz exakt das trifft, was ich in mir trage und deshalb ungern solche Begriffe wie "Ehrlichkeit" verwende. Sie sind mir dafür zu konkret.

Vielen Dank für Deine tolle Antwort.

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Ich würde die Frage relativ buchstäblich beantworten: Man bewertet sich und andere; wertet sie auf für bestimmte Dinge und wertet sie für andere wieder ab. Die Maßstäbe, die man dafür heranzieht, würde ich mit diesen Werten meinen.

Dabei würde ich unterscheiden zwischen impliziten und expliziten Werten, während die Impliziten eher unkontrollierbar aus dem Gefühl herauskommen, kann man die expliziten Werte eher formulieren und bewusst vergeben.

Explizite Werte, die ich persönlich z.B. habe: Je weniger Schaden ein Individuum bei anderen Individuen anrichtet, und je mehr Vorteil es bringt, desto wertvoller würde ich es einschätzen. Das schließt auch unbewusste oder ungewollte Schäden mit ein. Das ist natürlich ein stark subjektives Maß, denn wie sollte man solch komplexe Folgen erfassen?

Ich würde sagen, dass ein Ziel die Folge der Werte sein sollte (Achtung: Viele Menschen machen es genau umgekehrt: Sie entwickeln Werte und Einstellungen aufgrund ihres Verhaltens in der Vergangenheit). D.h. für mich, dass ich in der Folge weniger Schaden anrichten sollte, wenn ich nach meinen Werten handeln möchte.

Werte haben für  mich immer auch etwas mit Ethik zu tun. Respekt, keine Abwertung anderer Menschen, etc, keine übergriffiges Verhalten (ok, hat was mit Respekt zu tun...)

Immer kann ich diesen Werten nicht folgen, denn ich bin nicht Jesus. Aber im Großen und Ganzen habe ich "demokratische Werte."

ach so, ja, deine Freundin hat recht. Wünsche und Ziele im Leben sollten auf dem Fundament der  Werte, die man hat, beruhen.

Mir ist wichtig: Freiheit /Unabhängigkeit,

außerdem Fairer Umgang miteinender, Hilfsbereitschaft, Gemeinschaft

Ja, ich weiß, manche Werte stehen im Widerspruch zu einander.

Ein Ziel (wenn es gut ist) bringt diese Werte alle iunter, z. B. eine Beziehung in der ich meinen Freiraum habe und die Platz für Freunde lässt.

Oder ein Beruf, bei dem ich selsbtbestimmt anderen helfen kann.

Ich strebe danach ein ehrlicherer und liebevollerer Mensch zu werden, gerade auch mir selber gegenüber. Diese Werte sind sehr konkret und eine tägliche Herausforderung, den ehrlich und liebevoll zu sein, ist manchmal verdammt schwierig für mich! Diese Werte hatte ich schon lange, aber wirklich konkret danach zu handeln tue ich erst seit etwa 5 Jahren. Seither hat sich extrem viel verändert in meinem Leben. 

Das persönliche Wertesystem hat seine Grundmauern in der Erziehung seiner Eltern. So ist ein ganz einfacher Wertegrundsatz "nicht zu klauen" oder "ehrlich zu sein". Diese Dinge gehören zum Beispiel zu meinen wichtigsten Werten. So erachte ich es auch als wichtig, stets meine Würde zu haben. Und zwar nicht auf arroganter Basis, sondern meine weibliche Würde zu wahren, indem ich auf einer Party nicht einfach mit einem Typen nach Hause gehe oder mit irgend Einem rumknutsche. Oder einfach stets pünktlich zu sein.

 Ich kann Dir so genau nicht erklären, wie sich das zusammensetzt, aber beobachte Dich in deimem alltäglichen Leben und mit der Zeit wirst du feststellen, wo deine Werte liegen, was Dir wichtig ist :) Viel glück dabei.

Das ist eine sehr gute Antwort, die für mich durchaus Sinn macht :D

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Ziele dienen dazu bestimmte Werte zu erfüllen.

Du willst im Alter finanziell unabhängig sein (Ziel). Der Wert dahinter ist grob - Sicherheit (sicher sein, dass man nicht im Elend stirbt) oder auch Freiheit (frei sein im Alter auch das tun zu können, was man will)

Allerdings könnte ein Wert in einem anderen Zusammenhang das Ziel sein.

Bestimmte dinge können Werte und Ziel zugleich sein.


Ein Wert ist etwas, das für dich, von sich aus, wichtig ist. 

Hallo Tailor Durden,

es gibt keine Werte und Ziele, das sind nur verstandesmaessige Interpretation, um falsche Dinge gerecht erscheinen zu lassen.

Es gibt nur das, was hilfreich ist und das was niemandem hilft, also falsch ist.

Daran orientiere dich, nicht an Werten, die dort oben als Fruechte dir irgendwann, irgendetwas einbringen koennten!

Tue das was Menschen hilft und unterlasse das, was du nicht wuenscht, das andere dir das antun! Es gibt auch so einen Satz von Jesus, der mir jetzt gerade nicht einfaellt.

Werte sind gesellschaftlich eingepraegt, Ziele persoenlich. Nichts von dem bringt uns weiter, sondern dramatisiert nur die Unfaehigkeit das Richtige zu tun anstatt darueber zu reden oder philisophieren.

Auf dem Weg, meine Ziele zu erreichen erfahre ich auch Werte,nämlich Ertstrebenswerte,moralische Eigenschaften oder Qualitäten.Denke ich mir so.

Ja, so habe ich mir das auch vorgestellt. Aber das sind irgendwie so innere Gefühle, die ich gar nicht in Worte fassen kann.

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@TailorDurden

Ich finde wert ist mir oder für mich das,was mir viel bedeutet,wertvoll ist. Das wäre für mich ,Moral,Nächstenliebe,Hilfsbereitschaft,Toleranz. Das kann aber für jeden was anderes sein.

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