Trotz allen abschreckungen trägt kind kein helm

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Hi,

war bei meinem kleinen Cousin auch lange so, dass er nicht mit Helm fahren wollte. Als er älter wurde, ist er aber immer unvorsichtiger gefahren, bis es seinen Eltern zu gefährlich wurde. Dann haben sie ihm einen super tollen Helm gekauft, einen der ihm gefallen hat, und haben gesagt, wenn du Fahrrad fahren willst, dann nur mit Helm. Ohne Helm gibt es kein Fahrrad. Das haben sie dann auch durchgezogen. Wenn sie ihn ohne Helm erwischt haben, wurde das Rad eben mal weggesperrt, und er musste zuhause herumsitzten. Glaub mir nach 3 Mal hat er es kapiert, und ist dann nur noch mit Helm gefahren. Hatte dann auch einen Unfall, wo ihm der Helm vor schlimmeren Verletzungen bewart hat.

Also du bist die Mutter, was du sagst ist für ihn Gesetz. Wenn er keinen Helm tragen will, dann wird auch nicht Fahrrad gefahren. Sperrt alle Räder ab und sagt ihm, was Sache ist. Wenn er durchdreht, dann lass ihn durchdrehen, aber bleib konsequent. Kein Helm, kein Rad. Wenn du immer nachgibst, ist es klar, dass es keinen Wert hat, da er ja weiß, du gibts nach und er kann machen was er will.

Also sei konsequent, sag ihm er muss einen Helm tragen. Lass dich dann nicht von ihm überreden, doch ohne Helm zu fahren. Ist zwar sicher hart für dich, wenn du da so einen 13-jährigen zuhause hast, der durchdreht, aber als Mutter musst du da nunmal durch. Ist sicher besser, als wenn er dann mal einen Unfall hat, und du dir immer Vorwürfe machen musst, weil du ihm das fahren ohne Helm durchgehen lassen hast.

Durch das Vermeiden des Radfahrens wird der Schaden sehr viel größer. Radfahren ist ziemlich ungefährlich, dafür sehr gesund. Ein Helm hilft gegen schwere Verletzungen kaum (allein schon, weil nur 25 % der Radfahrer mit schweren Verletzungen am Kopf velretzt werden, viel häufiger sind Verletzungen anderer Körperteile). Dagegen ist der gesundheitliche Nutzen (Herz-Kreislauf, usw) so hoch, dass er das Risiko des Fahrradfahrens mehr als nur ausgleicht. Wenn es allerdings nur um die Durchsetzung bei der Erziehung geht, dann ist der Ansatz wohl korrekt. Gehr es um die Gesundheit des Kindes, ist er kontraproduktiv.

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Unabhängig davon, ob Euer Sohn sich irgendwann zum Helmtragen bewegen läßt, bringt ihm bitte das richtige Verhalten auf dem Rad bei (sofern nicht bereits geschehen):

  • NIE auf Gehwegen fahren (saugefährlich)
  • NIE gegen die Fahrtrichtung (auch saugefährlich)
  • Klärt ihn über die typischen Gefahren auf Radwegen auf (Abbiegeunfälle sind eine der häufigsten Todesursachen)
  • Übt mit ihm richtiges Bremsen (Vorderradbremse!)
  • Schraubt anständiges Licht ans Rad (LED, mindestens 40 Lux); am besten immer anlassen; ist beim Nabendynamo nicht spürbar.

Mit den Maßnahmen senkt man das Risiko, überhaupt einen Unfall zu erleiden, spürbar ab.

Mit Helm bedeutet für den Radfahrer eine eventuelle Schadensverringerung. Kein Helm bedeutet für den Radfahrer Unfallprävention!

Wenn er ohne Helm fährt, dann fährt er automatisch umsichtiger und vorsichtiger, da es eben seine Gesundheit ist, die auf dem Spiel steht. Trägt er hingegen einen Helm, dann gibt es ihm ein falsches Sicherheitsgefühl: "Ach die Melone blieb ganz, also Augen zu und durch". Dank Hebelwirkung erhöht sich teilweise sogar der körperliche Schaden (dieser Fahrradtyp bei Wetten Dass... aus dem TV trug ja damals auch einen Helm).

Fahrradhelme sorgen auch dafür, das Autofahrer einen um etwa 10cm geringeren seitlichen Abstand überholen.

fahrrad-helm.de/IANWALKER/

Warum geht ihr überhaupt zum ADAC, wenn es um einen Fahrradhelm geht? Da wäre der ADFC der richtige Ansprechpartner. Im folgenden Film wirst du sehr wahrscheinlich gar keinen Fahrradhelm finden. Besonders von 7:45 bis 8:00 min empfehle ich dir anzugucken. Tote Radfahrer gibt es dort keine 5 im ganzen Jahr! Nicht in der Stadt Groningen, sondern im ganzen Land Niederlande !!!

...jetzt hab ich Lust auf Hagelschlag und Vla...

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Wenn er ohne Helm fährt, dann fährt er automatisch umsichtiger und vorsichtiger, da es eben seine Gesundheit ist, die auf dem Spiel steht

Sorry aber das halte ich für ein Gerücht

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@Havege

nennt sich Risikokompensation und ist wissenschaftlich gut beschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Risikokompensation
(wenn Du gut Englisch sprichst schau dir auch die Englische Version an, die ist wesentlich vielfältiger, es gibt auch Studien zu Skihelmen, die recht aussagekräftig sind)

Wenn man hier auf GF sich Helmdiskussionen durchliest, findet man solche Risikokompensation als auch in offiziellen Polizeiberichten, die anstatt extrem unfallträchtige Infrastruktur zu thematisieren lieber über Helme philosophiert.

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Wenn der Vorbildeffekt nichts bringt, wirst du jetzt auch nichts erreichen können. Da hättet ihr mit dem Durchsetzen des Helmtragens schon beim Fahrradfahren lernen anfangen müssen! Vielleicht hilft dem Kind nur noch die Selbsterkenntnis, wenn er beim Fahrradsturz Verletzungen davon getragen hat! Das Geld für die Hypnose könnt ihr euch sparen!

Die Tatsache dass dein Kind keinen Helm tragen möchte weist auf ein geringes Selbstbewusstsein hin. Es macht Sinn einen zu tragen aber er tut es nicht weil andere wahrscheinlich darüber lachen.

Ich denke dass man das von einer anderen Seite packen muss. Das Selbstbewusstsein wird zB. durch Kampfsport gestärkt. Viele Kampfsportarten vermitteln dabei nicht nur sinnloses Kloppen sondern auch die Idee dahinter sich zu schützen.

Man lernt sich selbst zu verteidigen und das nicht nur physisch sondern vor allem auch psychisch.

Kinder vergessen immer wieder dass es die Autos sind vor denen der Helm schützt. Egal wie ein PKW gegen einen Radfahrer fährt, der Kopf kracht immer mit voller Wucht erst aufs Auto und dann auf den Asphalt.

Ich fahre viele tausend Kilometer im Jahr. Sowohl mit dem Rad als auch mit dem PKW. Ich erlebe solche "beinahe Unfälle" fast täglich.

Der Helm schützt auch passiv! Der Kopf ragt weiter über Autos hervor und man wird besser gesehen. Der Wind pfeift nicht mehr ganz so extrem ums Ohr so dass man mehr vom Verkehr mitbekommt!

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@Bujin

Kinder vergessen immer wieder dass es die Autos sind vor denen der Helm schützt. Egal wie ein PKW gegen einen Radfahrer fährt, der Kopf kracht immer mit voller Wucht erst aufs Auto und dann auf den Asphalt.

Der gesunde menschliche Körper ist mit Reflexen ausgestattet. Es geht niemals der Kopf voraus, sondern Arme und Hände. Der Kopf wird durch die Reflexe hochgehalten, um den Aufprall auf dem Boden zu verhindern oder zu verringern.

Der Helm schützt auch passiv! Der Kopf ragt weiter über Autos hervor

und schlägt dementsprechend auch eher auf. Das zusätzliche Gewicht des Helms ergänzt den Effekt dann.

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@Bujin

Zitat: "Kinder vergessen immer wieder dass es die Autos sind vor denen der Helm schützt." Ein Helm schützt nicht vor Autos. Ein Helm schützt bei Alleinunfällen, bei denen ein Radfahrer alleine stürzt und mit relativ gerigner Geschwindigkeit auf den Boden aufschlägt. Bei Kolissionen mit Autos schützt ein Helm nicht, weil dieser nur für Geschwindigkeiten bis 20 km/h ausgelegt ist. Gegen Unfälle mit Autos helfen Radfahrern vor allem vorausschauendes Fahren und ein selbstbewusstes Auftreten im Straßenverkehr. Der Helm ist für solche Unfälle bestenfalls ein Placebo,

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Wenn es nach Ihrer Argumentation geht, dann müsste ja jedes niederländische Kind ein geringes Selbstbewusstsein haben. Leider erzählen Sie genau das Gegenteil von dem, was Studien bisher herausgefunden haben.

Ein Helm KANN im Einzelfall körperliche Schäden verringern, genauso gut KANN er im Einzelfall körperliche Schäden bei einem Unfall verstärken.

"Der Anteil der Verletzungen von Radfahrern an allen Kopfverletzungen liegt mit 1 % deutlich unter dem Anteil von PKW-Insassen (48 %) und Motorradfahrern (13 %)"

basler.at/de/sicherheitswelt/sicherheitstipps/baloisefahrradstudie.html

Demnach sind Helme für Autofahrer weitaus sinnvoller.

"Der Helm schützt auch passiv! Der Kopf ragt weiter über Autos hervor und man wird besser gesehen."

Viele Fahrer von Kraftfahrzeugen denken sich bei einem behelmten Radfahrer: "Ah der ist sicher, also trotz Gegenverkehr bloß keine 3 Sekunden verlieren". Der Sicherheitsabstand verringert sich gegenüber Radfahrern ohne Helm noch einmal, wodurch Unfälle wahrscheinlicher werden.

Das Gegenteil von Ihrer Aussage ist also der Fall.

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