Solle alten Menschen der Führerschein abgenommen werden?


07.12.2023, 10:38

PS: ich mein das ja nicht mal böse, aber es ist halt echt sau gefährlich und ich möchte vielleicht auch mal so alt werden, dass ich nicht mehr Autofahren kann ;)

was ist saugefährlich daran, langsamer zu fahren als erlaubt?

unter 20km/h langsamer zu fahren gerade zu dieser Jahreszeit riskiert man Auffahrunfälle.. und es geht nicht nur ums zu langsam fahren, sondern um allgemein gefährliche Situationen

Wo zahle ich als Pensionär weniger bei den Öffis ??

österreich

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

so eine ähnliche Frage gab es erst vor kurzem in der Meinung des Tages:

https://www.gutefrage.net/frage/fuehrerschein-wissing-eu

Hier meine Antwort dazu:

https://www.gutefrage.net/frage/fuehrerschein-wissing-eu#answer-522370373

Kurz gesagt: Ja! Ältere und gesundheitsbeeinträchtigte Fahrer stellen ein immer größer werdendes Risiko im Straßenverkehr dar.

Ein regelmäßiger Test zur Prüfung der Fahrtüchtigkeit (so wie beim TÜV fürs Auto nur eiben im Fall ein TÜV für den Autofahrer) sollten meiner Meinung nach verpflichtend sein - idealerweise nicht erst ab einem bestimmten Alter sondern von Anfang an in Abständen von ca. 3 bis höchstens 5 Jahren.

Ich arbeite selbst im Bereich der Verkehrssicherheitstechnik und verfolge mit dem Insitut, mit dem ich zusammenarbeite, das ziel der "Vision Zero" - also dass es eines Tages mal GAR KEINE Toten im Straßenverkehr gibt. Da wäre ein solcher regelmäßiger Test ein wichtiger Baustein dafür. Ich finde jedenfalls, dass jeder Tote und jeder Verletzte aufgrund von Verkehrsunfällen einer zu viel ist - und zwar unabhängig davon, wie alt der Unfallverursacher war.

Abgenommen? Nein. Aber ab einem gewissen Alter (sagen wir: offizielles Renteneintrittsalter) regelmäßig (alle 2 oder 3 Jahre) von einem offiziell dafür bestellten Arzt getestet werden (insbesondere auf Reaktionsvermögen, See- und Hörfähigkeit) - das fände ich schon gut. Wenn der Test dann für den Senioren negativ ausfällt, sollte dieser allerdings von sich aus seine Fleppe zurückgeben. Schon wegen des Prinzips der gegenseitigen Rücksichtnahme. Belohnt werden sollte die freiwillige Abgabe des Führerscheins aber auch - etwa durch ein drastisch ermäßigtes Deutschlandticket-Abo (für max. 33% des jeweils geltenden Normalpreises - aktuell wären das also 16,33 EUR pro Monat).

Gute Idee! bin aus Österreich, da bekommen Senioren sowieso -50% auf die Öffis also von dem her sollte es eigentlich funktionieren ^^

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Viele junge Autofahrer hätten gar keinen Führerschein bekommen dürfen. Letzte Woche wurde in unserer Stadt jemand mit 138 km/h aus dem Verkehr gezogen, erlaubt waren 50 km/h. Dann lieber mal etwas langsamer.....

Woher ich das weiß:Recherche

das hat auf jeden Fall nichts mit meiner Frage zu tun aber danke führ Ihren Einsatz ;-)

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Fahren sollte nur dürfen, wer die notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen an das öffentliche Führen von Kraftfahrzeugen erfüllt. Egal wie alt, egal warum/weshalb. So einfach ist das.

So wie dein Auto alle 2 Jahre in den TÜV muss, sollte jeder der einen Füherschein hat (egal wie alt) einfach regelmäßig (z.B. alle 5 Jahre) eine kurze "Kontrollprüfung" absolvieren müssen. Damit meine ich keine strenge Führerscheinprüfung - eher eine lockere kurze 10minütige Fahrt mit einem Prüfer. Die würde völlig ausreichen um festzustellen ob jemand so überhaupt nicht mehr klar kommt oder schon.

Damit könnte solche Fälle aussortieren (alte Menschen die nicht mehr fahren können, es aber selbst nicht merken), aber auch alle anderen, wie z.B. Menschen die seit 30 Jahren nicht mehr gefahren sind, usw.

Danke! Das sehe ich genauso. Jeder Tote im Straßenverkehr ist einer zuviel, und zwar völlig unabhängig davon wie alt der an dem Unfall schuldige Fahrer jeweils ist.

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Prinzipiell - ja. Allerdings ist gerade auf dem Land das Auto für so manche älteren Herrschaften unerlässlich. Und so jmd kann vllt auch noch gut 3 km über Land zum nächsten Edeka oder 5km zum Arzt fahren. Aber halt nicht mehr in der Stadt. Hier wäre dann mal wieder die Politik gefragt, die Öffis endlich allen zugänglich zu machen.

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@Hjalti

Das stimmt zwar, aber die Leute einfach weiter fahren lassen? Ich kenne es aus meiner Familie: Meine Großmutter musste am Ende mehrmals irgenwo aus dem Straßengraben gezogen werden weil sie mal eben in die Kirche / zum Markt / zum Arzt /... fahren wollte aber einfach nicht mehr klar kam. Das kann halt auch keien Lösung sein.

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@MertIs

Und in unserer Gegend wurde ein Kind getötet, weil ein leicht verwirrter älterer Herr zu stur war seinen Führerschein rechtzeitig abzugeben. Auch von ihm kam das Argument, dass er ja auf sein Auto angewiesen sei, weil er anders nicht zum Einkaufen oder zum Arzt kommen würde. Danach musste es dann aber doch gehen, denn die Polizei hat ihm umgehend seinen Führerschein abgenommen und das Auto vorläufig sichergestellt.

Dass er zuvor so lange "unfallfrei" gefahren ist (ob das wirklich so war, oder ob er unzählige Male Fahrerflucht begangen hat, weil er gar nicht gemerkt hat, dass er irgendwo angestreift ist, weiß man nicht) grenzt für mich an ein Wunder, aber das ist sicher nicht ihm zu verdanken, sondern allen anderen Verkehrsteilnehmern, die für ihn mitgedacht haben.

Aber dass wegen sowas ein Kind getötet wird finde ich persönlich (ich bin auch Vater) einen Skandal!

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@ps1980

Jeder getötete Mensch im Straßenverkehr ist ein Skandal - der Mann meiner Freundin wurde von einem Mittvierziger vom Motorrad runter gefahren. Tot. Der Autofahrer als Handelsvertreter in ganz D mit dem Auto unterwegs, also des Fahrens durchaus mächtig. Wieviel Fahranfänger bringen sich und andere in Gefahr? Auch hier sterben Menschen.

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@Hjalti

Ja, natürlich passieren auch anderen Fahrern Unfälle - das bestreite ich gar nicht. Und selbstverständlich ist jeder Tote einer zuviel - völlig unabhängig davon, wie alt der Unfallverursacher war.

Ich arbeite in diesem Bereich und meine Arbeit soll dabei helfen die Vision Zero zu ermöglichen - also die Vision, dass es irgendwann mal GAR KEINE Verkehrstoten mehr gibt.

Aber in diesem Zusammenhang kenne ich auch die Statistiken. Die größte Gruppe von Fahrern die Unfälle mit Personenschaden verursachen sind bisher junge Menschen bis 25 - allerdings ist der Anteil dieser Gruppe seit Jahren rückläufig. Die zweigrößte Gruppe von Fahrern, die Unfälle mit Personenschaden verursachen sind dann aber schon ältere Fahrer (70+) und Fahrer mit eingeschränktem Gesundheitszustand. Der Anteil dieser Gruppe wächst kontinuierlich und in Schätzungsweise 4 bis 5 Jahren hat diese Gruppe die Jungen dabei überholt. Bei Sachschäden sind sie bereits seit einigen Jahren die Nummer 1 - noch vor den jungen Fahrern.

In meinem Beispiel ging es mir nur darum, dass das Argument "Ich bin aber auf das Auto angewiesen weil bei mir keine guten Busverbindungen bestehen" ein sehr schlechtes Argument ist - eigentlich ist es überhaupt kein Argument, wenn man mich fragt. Oder sind Menschenleben weniger Wichtig als die Bequemlichkeit der nicht mehr fahrtauglichen älteren Person? Und wenn dann durch diese Sturheit auch noch Kinder zu schaden kommen regt mich als Vater das halt umso mehr auf.

Ich hoffe ja auch, dass ich in diesem Leben noch sehr alt werde, aber ich hoffe, dass ich vernünftig genug bin mein Auto und meinen Führerschein abzugeben, BEVOR aufgrund meiner nicht mehr vorhandenen Fahrtauglichkeit jemand zu Schaden kommt.

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top idee 👍🏻

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Das sind definitiv nicht nur Senioren. Viele Fahren als hätten sie ihren Führschein im Autoscooter gemacht.

Ich werde jeden Tag geschnitten, es wird nicht geblinkt, einfach aus der Parklücke rausgeschossen etc.

Aber ja, ich finde ältere Menschen sollten regelmäßig einen Reaktionstest und körperlichen Eignungstest machen. Unabhängigkeit hin oder her, manche setzen sich halb blind oder mit schwerer Artrose ins Auto und gefährden andere. Aber bloßes langsamfahren ist kein Grund für solche Maßnahmen. Man kommt auch 5 Minuten später noch an sein Ziel.

ja einige haben den schein im Lotto gewonnen das stimmt! 😅

ich meinte ja, dass viele andere gefährliche Manöver waren (nicht nur zu langsam fahren) aber im 100er 60 zu fahren ist schon gefährlich (Auffahrunfall etc.)

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@Weightgamer

Ich verstehe was du meinst. Aber das langsamfahren ist nur gefährlich solange die Verkehrsrambos sich dadurch provoziert fühlen und gefährliche Überholmanöver starten oder den Sicherheitsabstand komplett ignorieren.

Natürlich fühle ich mich in solchen Situationen auch Mal frustriert, aber diese Situation hält ja selten länger als 5-10 min an und die Zeit habe ich.

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@Thelianos

also in österreich ist es illegal zu langsam zu fahren 🤷🏼‍♂️😂 hier ein Zitat: „Du darfst nicht ohne zwingenden Grund so langsam fahren, dass du den übrigen Verkehr behinderst. Wenn du ständig grundlos deutlich zu langsam fährst, stellt das kein verkehrsgerechtes und angepasstes Verhalten dar – im Gegenteil: Dadurch können gefährliche Verkehrssituationen verursacht werden.“

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