Sind Türken aus Ungarn?

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1. Türken schreiben kein arabisch. Ihr Alphabet gehört zu den Türkischen Lateinalphabeten. Türkisch gehört zu den Turk-Sprachen. Da wieder rum zählt zu den agglutinierenden Sprachen 

2. Ungarn sind NICHT mit arabischen Völkern verwandt. Sie gehören zu den finno-ugrischen Völkern. Ungarn sprechen auch eine finno-ugrische Sprache.

3. Wie kommst du auf den Müll?

DAS habe ich mich gefragt.

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Nein - sie haben später mal als Osmanisches Reich Ungarn besetzt und sind bis nach Wien vorgedrungen. Dort wurden sie vom polnischen König und Prinz Eugen als Feldherr des habsburger Kaisers besiegt und von Prinz Eugen ab 1717 zurückgedrängt. Die Osmanen, die dieses gewaltige osmanische Reich von Ungarn bis nach Marokko (in der größten Ausdehnung) unter ihrer Herrschaft hatten, waren ursprünglich Fürsten der Seldschuken, die etwas nach 1.000 n.Chr. die Türkei eroberten in Auseinandersetzung mit dem byzantinischen Reich. Ursprünglich stammen die Turkvölker (nicht Türkvölker) aus der mongolischen Steppe. Näheres googeln "Turkvölker", "Seldschuken", Osmanisches Reich.

Die Ursprung der Sprachen: (Hypothese)

Zeitraum und die Entwicklung und Ausdifferenzierung der nostratischen Makrogruppe:

15.000-12.000 vor Christus: Entwicklung der nostratischen Kultur in der klimatisch günstigen Phase nach dem Ende der letzen Eiszeit im Gebiet des fruchtbaren Halbmonds

12-10.000 Ausdehnung des nostratischen und Ausdifferenzierung seiner Primärzweigen

10.000 1. Proto-Afrikanisch (Arabisch) dehnt sich im nahen Osten und in den Norden Afrikas aus

9.000 2. Proto-Eurasiatisch: Migration nach und Entwicklung in Zentralasien; von dort mehrere tausend Jahre später Migration der Untereinheiten in ihre jeweilige ,,Urheimat'':

a. Proto-Indogermanisch (Slawen, Nordeuropäer, Griechen, Römer, Albaner, Armenien) nach Westen in den pontisch-kaspischen Raum (4500 vor Christus).

b. Proto-Uralisch: (Ungarisch) nach Nordwesten in das Gebiet zwischen Wolga-Bogen und Ob (4000 vor Christus).

c. Proto-Altaisch (Türkisch, Mongolisch, Kasachisch) in die zentralasiatische Steppe, ins Gebiet um das Altaigebirge (4000 vor Christus).

d. die anderen Komponenten migrieren nach Nordost-Sibirien, Eskimo-Aleutisch schließlich nach Nordamerika.

8000-7000: 3. Proto-Elamo-Drawidisch dehnt sich in den Iran und von dort später ins Indusgebiet und auf den indischen Subkontinent aus.

8000-7000: 4. Proto-Kartwelisch: (Georgisch) gelangt in den südlichen Kaukasus (nach Bomhard und anderen mit einem Umweg über Zentralasien, eine gewisse Periode parallel zum Eurasiatischen)

Es ist sicherlich zu früh, um über Erfolg oder Misserfolg der nostratischen Hypothese entgültig zu befinden. Jedenfalls kann das bisher Erarbeitete, das in Bomhard 2008 durchaus eindrucksvoll zusammengefasst ist, als Ausgangspunkt für weitere Forschungen auf diesem Gebiet dienen. Die Vorstellung, dass das Indogermanische isoliert dasteht und mit keiner anderen Sprachgruppe genetisch verwandt sei,hat durch die nunmehr 50 jährigen Bemühungen der Nostratiker deutliche Risse bekommen. Wegen der enormen Zeitspanne, die die komperative Methode bei der Untersuchung ,,entfernter Verwandschaften'' zu bewältigen hat, wird man jedoch über das nostratische wohl nie zu einem so gesicherten Kenntnisstand gelangen können, wie er seit dem 19. Jahrhundert für das Indogermanische selbstverständlich ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nostratisch

https://en.wikipedia.org/wiki/Nostratic_languages#/media/File:Nostratic_tree.svg

Quelle: (Bomhard 2008: 221-252)

http://www.amazon.de/Die-indogermanischen-Sprachen-Vorgeschichte-Gegenwart/dp/3875486129/ref=sr_1_2/276-2258522-9569240?ie=UTF8&qid=1462210162&sr=8-2&keywords=ernst+kausen&tag=gutefragene09-21&ascsubtag=58865284

auf der Seite 103-104

Die genetischen Körpern zu ermitteln, sind aufgrund unterschiedlicher Herkunft schon etwas schwieriger herauszufinden.

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