Sind Russlanddeutsche Ausländer?

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8 Antworten

Rußland ist ein weites und großes Land, dass hinter seinen Möglichkeiten bleibt.

Schon Zar Peter wollte es im Eiltempo Europa angleichen. Auf einer Europareise beeindruckten ihn Deutsche Handwerkskunst. Er lockt viele Deutsche in sein Reich. Die Handwerker sollten dem übervölkertem Europa entkommen und gleichzeitig die russchische Wirtschaft ankurbeln. Viele Jahrhunderte haben die Deutschen und Russen gemeinsam gut zusammen gelebt. Ihre Zahl war groß und sie hatten eigene Dörfer.

Unter Stalin änderte sich das. Es ärgerte ihn, dass es Deutsche in seinem Russland gab. Schließlich war Deutschland inzwischen ein Kriegsfeind. Ganze deutsche Gemeinden wurden daher umgesiedelt und ausgelöscht. Egal wie lange die deutschen Familien schon in Rußland beheimatet waren, sie pflegten noch ihr deusches Brauchtum und die deutsche Sprache. Sie wurde nie 100 %-Russen, auch wenn sie ihre Heimat aufrichtig liebten.

Als sich für diese Deutsch-Russen die Möglichkeit eröffnete als Deutsche nach Deutschland zurück zu kehren, nahmen sie das Angebot an. Aber das Herz hängt nunmal an der Erde in der man geboren wurde. Ihr Deutsch ist altertümlich und sie haben viele russische Eigenheiten angenommen. Sie waren ja seit Generationen nicht mehr in Deutschland gewesen. Somit unterscheiden sie sich von den BRD-Deutschen. Hier sind sie jetzt die Russen und in Rußland sind sie die Deutschen.

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Karl37 25.09.2016, 09:23

Widersprichst du dich nicht, wie kann man nach 300 Jahren in einem anderen Land lebend, noch die Heimat der Ur³ Eltern als eigene Heimat betrachten, es sind doch 12 Generationen dazwischen. Das trifft auch auf die Balkanschwaben zu, man erinnert sich an Deutschland, wenn es im eigenen Land schlechter geht.

In Chile befinden sich viele ehemalige deutsche Einwanderer, die in Folge der 1848 Revolution ausgewandert sind. Sie sprechen sehr gut Deutsch und pflegen deutsche Sitten und Gebräuche. Im Herzen sind sie aber Chilenen, wie sie mir sagten und kein Interesse Deutschland zu besuchen. Ähnliches sagen auch die ehemals deutschen Brasilianer um Sao Paulo wohnend.

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Realisti 25.09.2016, 10:16
@Karl37

@Karl37

Ich bin kein Anthropologe. Keine echte Ahnung, warum sich manche Auswanderer komplett einfügen und andere weniger.

Vielleicht hat es was damit zu tun, wie ihre neue Heimat sie sieht? In Chile war es ok deutsche Wurzeln zu haben. Sie wurden nie dafür bestraft oder ausgegrenzt. Bis heute dürfen sie ohne Repressalien ihre deutschen Wurzeln pflegen und sich trotzdem als Chilenen fühlen. Im Grunde möchte man nicht viel von seinen Mitmenschen. Aber Respekt gehört sicherlich dazu.

In Russland galten deutsche Wurzel immer als Problem (um es mal zurückhaltend auszudrücken). Eine Bekennung zum Deutschtum war über lange Zeit der Freifahrtschein in ein Gulag oder konnte sogar die Todesstrafe bedeuten. Selbst heute mißtraut man uns und die Deutsche Wiedervereinigung haben sie noch immer nicht ganz verdaut. Dies zählt heute noch immer zu den Ursachen der Herabstufung der Weltmacht zur Großmacht.

Wenn einen die Grundbevölkerung ablehnt, dann verhindert dies die völlige Anbindung an das Land. Dort grenzte man sie aus als "Deutsche". Im Umkehrschluß vermuteten sie in Deutschland keine Ausgrenzug erfahren zu müssen. Jetzt sind sie hier die "Russen". Sie sitzen zwischen den Stühlen. Hüben wie drüben. Am Ende entscheidet vermutlich der Bauch und nicht das Herz: "Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich singe."

Aber frag mal die vielen Heimatvertriebenen des letzten Weltkrieges. Heimweh ist eine starke Emotion. Und diese Menschen sind erst in den letzten Jahrzehnten hier aufgetaucht. Sie selber und nicht ihre Großelterngeneration.

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Realisti 25.09.2016, 10:25
@Realisti

Ich vermute mal die Emotionen zu Heimat berühren ähnliche Urgefühle wie z. B. die Liebe zu den Eltern. Auch wenn die Eltern böse sind und ihre Kinder schlagen, so werden sie doch von ihren Kindern geliebt. Sie können gar nicht anders. So hängt das Herz immer ein wenig an dem Flecken Erde, auf dem man selber und die Vorfahren geboren wurden.

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Russlanddeutsche sind deutsche die im 19 Jahrhundert nach Russland ausgewandert sind und dort gesiedelt haben, im ersten und 2 Weltkrieg hat diese Bevölkerungsgruppe extrem gelitten,  wurden verfolgt und mussten in kulags unter menachenunwürdigen bedingungen arbeiten. Deshalb kommen die meisten aus kasachstan oder Sibirien,  da waren auch die kulags (Arbeitslager). Ich bin auch einer und höre auch gerne russische Musik und fühle mich trotzdem als deutscher,  meine Wurzeln sind 100% deutsch und für mich ist es auch eine Beleidigung wenn jemand sagt ich sei ein ausländer. 

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JohnDoe1823 26.09.2016, 05:59

Was ist ein kulag??? Wohl eher gulak... Und die Einwanderungen begangen schon im 16. Und 17. Jahrhundert unter Den Kaiser/Zar Peter 1. Und der Zarin Ekatarina....

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Ich frage mich wie du am Aussehen erkennen willst dass er Russe ist.

Am Klischee, dass die Russen gerne grimmig schauen ist zwar was dran, aber sonst sehen sie genauso aus wie Europäer. (ausser sie kommen aus tief tief tief Ost-Sibierien...)

Wenn er sich als Deutscher fühlt dann ist er auch Deutscher. Normalerweise fühlt man sich zu einer Nation hingezogen mit der man sich eben identifiziert.

Nur weil er russische Musik hört und vielleicht auch russisch zuhause redet heißt das nicht dass er kein Deutscher ansich ist.

Er scheint wohl dort aufgewachsen zu sein und so ein Neuanfang in einer anderen Welt ist nunmal nicht leicht, vor allem für Kinder/Jugendliche.

Er ist was er fühlt, man fühl sich zu einer Nation eher hingezogen, und diese Nationalität hat er dann auch. Er hat nunmal auch eine starke Verbindung zu Russland, er ist dort geboren worden und hat viele Jahre dort verbracht, es ist vollkommen in Ordnung wenn er sich dieses Stückchen "Heimat" mit in seine neue Heimat mitnehmen möchte :) 


PS: Dass er etwas aggressiv wird wenn man ihn mit diesen Fragen bewirft ist relativ normal, für mich klingt das wie eine art Verteidigung, denn er weiß er ist nicht so 100% Deutsch wie du es wahrscheinlich bist, das ist natürlich nicht so angenehm.

Ich kenne solche Leute natürlich, mit dem Alter und dem erwachsen werden legt sich das und die Leute werden stärker und selbstbewusster, nimm dir das nicht zu Herzen wenn er dir gegenüber etwas direkt ist wenn ihr darüber redet ^^

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Ist doch ganz egal, wie man aussieht. Das Aussehen liegt in der Genetik. Ich sehe auch skandinavisch aus, bin Halbschwedin, aber in Deutschland geboren und aufgewachsen. Trotzdem kann ich so aussehen. Der Musikgeschmack ist dabei übrigens Nebensache.

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Zum Thema kann ich nur empfehlen, sich mal das mBook Russlanddeutsche Kulturgeschichte anzuschauen. Es behandelt die russlanddeutsche Geschichte umfassend und trägt dazu bei, russlanddeutsche Kultur besser zu verstehen. Dort erfährt man zum Beispiel, wieso Deutsche überhaupt damals nach Russland ausgewandert und wieso sie wieder nach Deutschland zurückgewandert sind. Hier der Link: https://mbook.schule/rd/mbook/

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1.Sie sind Russlanddeutsche. Natürlich fühlen sie sich gekränkt wenn sie in Deutschland nicht akzeptiert werden als Deutsche. Und genau diese Kränkung verursacht deren Trotzreaktion und Bekenntnis zur russischen Kultur. Also seid ihr selbst schuld daran, dass Russlanddeutsche oft lieber Russen sind als Deutsche.

2.aber russische Musik hören

Und wenn die Kevins sich irgendeinen schnöden US-Pop oder Gangsta-Rap reinpfeifen ist es aber alles jut, wa? Was hat das mit irgendwas zu tun? 

3.warum sehen die aus wie Russen?

Woher weisst du wie Russen aussehen?

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OlliBjoern 25.09.2016, 19:59

Übrigens möchte ich hinzufügen, dass ich viele Russlanddeutsche kenne, und da gab es nie Probleme. Jeder von ihnen wurde von mir so akzeptiert, wie er war.

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ballooou 25.09.2016, 20:36

Okay, danke Leute. So habe ich es noch nie gesehen

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Machst du jetzt die Nationalität am Aussehen fest?

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ballooou 25.09.2016, 00:40

Jetzt bin ich etwas schlauer, ich dachte es sei wie bei den anderen Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund wie Türken. Jetzt muss ich Ihm eine Flasche Wodka bringen, das bin ihm schuldig

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Wenn die Russlanddeutschen hier ankommen, sind sie zu 100% Ausländer. Sie sprechen, denken und träumen auf russisch. Sie verhalten sich anders als wir und sie bringen ihre Sitten und Bräuche mit. Erst mit der Zeit, ganz langsam werden sie zu Deutschen. Oft wird erst die zweite Generation zu "richtigen" Deutschen. Sie denken und träumen auf Deutsch. Sie sprechen noch immer russisch mit ihren Eltern, aber sie fühlen nicht mehr russisch und die Kultur der Eltern wird ihnen langsam fremd. Trotzdem wurden sie von ihren Eltern geprägt. Als Russland für mehrere hundert Jahre von den Mongolen besetzt war, haben die Krieger aus Asien mit den russischen Frauen Kinder gezeugt. Das siehst du noch heute in ihren Gesichtern. Trotzdem fühlten sich die Russen den asiatischen Völkern immer als überlegen und sahen sie immer ein wenig von oben herab an. Sie haben schließlich Sibirien erobert und die "Kultur" der Eroberer steckt noch heute in ihnen. Die Russlanddeutschen saßen in Russland immer zwischen allen Stühlen. Sie waren keine Russen, aber Deutsche waren sie auch nicht. Hier ist das für sie genau das Gleiche. Sie gehören nicht richtig dazu, so lange sie kein einwandfreies Deutsch sprechen. Wer akzentfrei spricht, der fällt hier nicht auf. Doch wer sich im Kopf noch immer als Russe fühlt, der ist noch nicht wirklich angekommen. Manche kommen niemals an. 

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Lackierer1990 25.09.2016, 12:15

Quatsch, die sind deutsche. Von der Genetik 100% und vorallem die alten sprechen nur deutsch, so ist es und wird es auch bleiben. Zuerst informieren und dann solche Aussagen machen

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Lackierer1990 25.09.2016, 12:16

Und Integration wird häufig schwer gemacht, solange das deutsche Volk die Leute ausgrenzt wird es nie zu einer guten integration kommen.

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