Sind medien als vierte gewalt anzusehen?

21 Antworten

Kurze Antwort: NEIN.

  • Bei "Gewalt" im Sinne der Gewaltenteilung geht es um Staatsgewalt, also um Gewalt, die die Organe des Staates ausüben.
  • Die Medien sind ja gerade NICHT Organe des Staates, sondern unabhängig.
  • Presse- und Meinungsfreiheit sind hohe Güter, weil sie eben nicht staatlich sind, sondern Grundrechte für die Bürger.
  • Ich bin fest überzeugt, dass unsere Presse keiner signifikanten staatlichen Einflussnahme unterliegt und nicht als staatliche Gewalt aufzufassen ist, sondern das berichtet, was journalistisch gewollt ist.
  • Gleichwohl ist Presse natürlich manipulativ tätig, sei es Lobbyarbeit für eine Vielzahl von unterschiedlichsten Interessegruppen, aufgrund von politischen Privat- oder Gruppeninteressen der beteiligten Journalisten oder rein marktwirtschaftlichen Zielen der Medien. Gerade in diesem Sinne liegt eben keine Gewaltenteilung vor, sondern sind die Medien eher als Gegenspieler eine geregelten Teilung zu sehen.
  • Du stellst abschließend die Frage, ob Medien zur Meinungsbildung geeignet sind. Das ist natürlich stark vom Einzelfall abhängig. Gewiss gibt es Medien wie Fachzeitschriften und seriöse Nachrichtensendungen, mittels deren man sich informieren und eine Meinung bilden kann. Gewiss gibt es aber auch Medien, die dazu weniger geeignet sind, zum Beispiel sehr viele Sendungen des Privatfernsehens oder Boulevardzeitungen.
  • Um sich eine Meinung zu bilden, benötigt man Informationen -- je sachlicher, objektiver und neutraler, desto besser. Mittels Logik, gesundem Menschenverstand und auf Basis von Wissen und Bildung kann man sich dann anhand der neuen Informationen eine Meinung zur Situation bilden.

Die heutigen Medien sehen sich gerne als vierte Gewalt im Staate, sie sind es, was ihre Berichterstattung angeht, glücklicherweise nicht. Wobei ihre Macht bei der Meinungsbildung in der Bevölkerung leider sehr hoch ist.

Wer einmal, so wie ich, genaues Wissen über einen Vorfall hat der durch sämtliche Medien gepuscht wurde und mit Erstaunen gelesen und gesehen hat was da so produziert wird, kann sich nur die Haare raufen. Ich habe bis dahin Medienberichterstattungen schon immer kritisch gesehen, nach dieser Sache nehme ich gar nichts mehr für voll was so berichtet wird. Letztlich bleibt einem nur die Möglichkeit sich aus mehreren Berichten eine halbwegs vernunftige Meinung zu bilden. Im Übriegen ist die Meinungsbildung der Zeitung mit den vier Buchstaben so viel schlechter als die der Anderen auch nicht.

Und ob sie das ist!
Vergleiche mal FAZ, Süddeutsche und ZEIT mit Bild.
Nee, kannste gar nicht vergleichen ...

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@earnest

Sorry mein Bester. Bei dem von mir oben geschilderten Fall war die Berichterstattung Deiner angeführten Zeitungen auch kaum besser als die Bild, und Du kannst sicher sein dass ich sie alle und noch einige andere zu diesem Zeitpunkt gelesen habe.

Das Problem ist die Schussfolgerung die man aus einer vollkommen falschen Berichterstattung von einem Fall ziehen muss, nämlich dass über andere Sachen, deren Hintergründe man nicht kennt, ebenso berichtet wird.

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@Artus01

Ich bin nicht dein "Bester", und es sind auch nicht "meine" Zeitungen, Artus.

Und über einen Vorfall, den du hier nur angedeutet hast, über den du aber auch nicht das geringste Detail berichtest, kann man nicht diskutieren.

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@earnest

Nun, mein Bester wirst du auch nicht werden. Du solltest dir mal deinen Stil in deinem Kommentar ansehen.

Ich habe hier keinen Vorfall angedeutet, es hat einen gegeben. Diskutiert wird hier darüber nicht mehr, ich bin froh das die Sache in der Versenkung verschwunden ist und da soll sie auch bleiben.

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Du verwechselst vermutlich allgemeine Gewalt mit staatlicher Gewalt. Die vierte Macht sind eher Lobbyisten, weil sie staatliche Aufgaben übernehmen und eng mit der Politik verbunden sind. Medien können auch Teil staatlicher Gewalt sein. Z.B. dann, wenn Politiker durch Berichterstattung zu bestimmten Entscheidungen gedrängt oder gezwungen werden, obwohl Sachargumente vielleicht dagegen sprechen. Aber die Medien sind weiter vom Staat entfernt als z.B. Lobbyisten.

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