Sind der christliche Glaube und der Zen-Buddhismus irgendwie vereinbar?

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Nein, ist es nicht. Zen-Buddhismus (und ich rede jetzt von der ursprünglichen Form, wie er in Japan entstanden ist) lehnt die geschriebene Sprache als Quelle irgendwelcher Weisheit ab. Das Christentum baut aber ganz fest auf die Bibel als Gottes Wort. Und auch sonst - Wiedergeburt vs einmaliges irdisches Leben, Erleuchtung statt Vergebung, verlieren des (oberflächlichen) Ich vs gottgegebene Individualität, Meditation statt Gebet, und die Tatsache, dass der dreieinige Gott im Buddhismus quasi ein Nicht-Faktor ist..."christliche Zazen Gruppen", die tatsächlich verstehen, was Buddhismus ist bzw. was christlicher Glaube bedeutet, kann ich mir nicht vorstellen.

Hier ist ein Radiobeitrag von BR2 "Die Welle ist das Meer - Zen und die christliche Mystik":

https://www.youtube.com/watch?v=S8So7ghBsuY

"Der Benediktinermönch Willigis Jäger hat eine Vision der west-östlichen Spiritualität entwickelt, die vermeintliche Widersprüche zwischen Christentum und Buddhismus auflöst."

Autorin: Gerda Kuhn

- Willigis Jäger verkörpert eine konfessionsunabhängige zeitgenössische Spiritualität, die den spirituell Suchenden des 21. Jahrhunderts Antworten auf ihre drängenden Fragen gibt.

Als Zen- und Kontemplationsmeister ist er sowohl von der christlich-abendländischen Mystik als auch dem östlichen Zen geformt und geht gleichzeitig über beide Konfessionen hinaus auf das, was allen spirituellen Wegen des Westens und des Ostes zugrunde liegt. Sein Verständnis der West-Östlichen Weisheit basiert auf der Philosophia perennis, die ihren aktuellen Ausdruck im integrativen Denken und Handeln findet. Teil dieser Vision ist die Einbeziehung der modernen Naturwissenschaften, sowie das wirtschaftlich-politisch-soziale Handeln, im dem sich die Übung im Alltag manifestiert.

Willigis Jäger ist der Begründer des Benediktushofes in Holzkirchen, einem Zentrum für spirituelle Wege, wo er lebt und arbeitet. Er ist Mitbegründer und Initiator zahlreicher Zentren in Deutschland und Europa. Seine Vision einer globalen und konfessionsübergreifenden Spiritualität findet ihren Ausdruck in zahlreichen Büchern und in der breiten Anerkennung durch Weggefährtinnen und Weggefährten in Ost und West. Er wurde sowohl von japanischen wie auch von chinesischen Zenlinien als Zen- (chin. Chan-) Meister bestätigt. Als Gründer der Zenlinie „Leere Wolke“ und Erneuerer der abendländischen Kontemplation begleitet er weltweit zahlreiche Menschen auf ihrem spirituellen Weg.

Er ist Stifter der „West-Östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung“, die den Menschen, die sich durch seine Vision angesprochen fühlen, eine international tätige Plattform bietet.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit 45 Jahren praktizierender Buddhist ( Theravada )...

Glauben ist Glauben. Die Religion ist zwar Basis des Glaubens, wird aber von jedem Gläubigen für sich interpretiert. Deshalb gibt es auch Menschen die verschiedene Religionen miteinander kombinieren. So entstanden und entstehen auch immer wieder neue Richtungen, Strömungen, Sekten und Religionen. Z.B nimmt kaum ein Christ heute noch die Bibel Wort für Wort, wichtig für sie ist der Symbolgehalt, die Lehren, die in den Bibelgeschichten enthalten sind.

Natürlich und beide sind dann auch noch mit der Freude darüber vereinbar, dass zwei Menschen Verschiedenes glauben können, ohne sich verfeinden zu müssen.

Sorry für die Utopie!

Es gibt eine reiche Tradition des christlichen Zen - mindestens seit Pater Lassalle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Makibi_Enomiya-Lassalle

Sehr bekannt im deutschen Sprachraum sind auch Willigis Jäger, Doris Zölls und Klaus Brantschen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Willigis_J%C3%A4ger

https://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Z%C3%B6lls

https://de.wikipedia.org/wiki/Niklaus_Brantschen

Lies Dich mal bei denen ein oder gib die Namen auf Youtube ein. Besser als die kann ich es auch nicht erklären.

Ich habe selbst lange Zeit christliches Zen praktiziert und fand nicht, dass das einen Widerspruch darstellt.

Wenn Du magst, kannst Du mich gerne adden und wir können uns darüber austauschen. Die "Widersprüche", die Du nennst, finde ich aus einer christlich-mystischen Perspektive, die Zazen mit einbezieht, alle durchaus überwindbar.

Ich kann das jetzt allerdings nicht in zwei Sätzen erklären. Mein Tipp: geh weiter aufs Kissen und bete weiter - dann lösen sich die vermeintlichen Widersprüche irgendwann auf.

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