Schimmel in der Wohnung? Feuchtigkeit? Flecken?

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4 Antworten

Es könnte schon sein, dass eine Fuge nicht mehr ganz dicht ist und Wasser in die Wand lässt. Hier auf den Bildern sieht es aber nicht so aus, ist allerdings nur anhand von Bildern auch schwer zu beurteilen. Es gibt Geräte, mit denen man messen kann, ob eine Wand durchfeuchtet ist. Wenn es eine undichte Fuge gibt, dann ist an der gegenüberliegenden Wandseite in dem Bereich der Undichtigkeit eine erhöhte Feuchte messbar. Ein Installateur hat in der Regel ein solches Gerät und kann schnell beurteilen, ob tatsächlich etwas undicht ist. Ohnehin sollten solche Dichtfugen immer wieder kontrolliert und erneuert werden, um Schäden zu vermeiden.

Die Bilder von den Wänden (vor allem die mit Besenstiel und Schrank) lassen aber recht deutlich erahnen, dass es sich hier um ein Lüftungsproblem handelt. Das Schadensbild spricht dafür, auch die Beschreibung, dass im Schlafzimmer der Befall am stärksten ist.

Als erstes sollte in der Wohnung (vor allem im Schlafzimmer) ein Hygrometer aufgestellt werden. Das ist sehr wichtig, um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Diese Geräte sind schon für unter 20 Euro zu haben, teils mit eingebautem Schimmelwächter. Sicher schadet es auch nicht, in mehreren Zimmern ein Gerät zu haben, da die Bedingungen  nicht in jedem Zimmer gleich sind. Die Luftfeuchte sollte idealerweise bei 50% liegen. Nähert sie sich 70% besteht Schimmelgefahr. Die meisten Leute mit Schimmelproblem fallen aus allen Wolken, wenn sie auf dem Gerät zum ersten mal ablesen, wie hoch die Luftfeuchte bei ihnen tatsächlich ist.

Diese Standardempfehlung 3x täglich 10 Minuten stoßlüften ist sicher sinnvoll. Sind die Wände aber richtig feucht ist das zu wenig. Genau dann ist ein Hygrometer wichtig. Man kann damit beobachten, wie sich die Luftfeuchte beim lüften verändert und ob sie danach wieder ansteigt. Ist die Luftfeuchte hoch Fenster auf. Nach dem Luftaustausch Fenster wieder zu und die neue Luft durch heizen erwärmen. Es kommt nicht nur auf das Lüften an, es ist auch ein Zusammenspiel mit Lüften und Heizen.

So wie der Schaden aussieht, lässt sich da mit Schimmelspray nicht mehr viel machen. Das scheint großflächig zu sein. Hier sollte die Tapete entfernt und gegebenenfalls die Wände behandelt werden. Danach empfielt sich ein Verzicht auf Papiertapete und ein Anstrich mit Dispersions-Silikatfarbe. Diese hat einen nätürlichen Schutz gegen Schimmel, ganz ohne Chemiekeule. Und sie kann sogar ein wenig Feuchtigkeit puffern, also aufnehmen und später wieder abgeben. Noch besser wären Reinsilikatfarbe oder Kalkfarbe, aber auch anspruchsvoller zu verarbeiten.

Neuere Häuser sind leider ziemlich dicht gebaut und gedämmt. Früher bei älteren Häusern war ein ständiger Luftaustausch garantiert. Da waren die Fenster nicht völlig luftdicht, ebenso die Türspalte, Öffnungen an Rolläden usw. Heute bei den neuen Häusern ist dies so gut wie alles komplett dicht und isoliert, dadurch fehlt der natürliche Luftaustausch und muss mit mehr Lüften ausgeglichen werden. Sind die Bewohner berufstätig und tagsüber nicht daheim ist das oft nicht möglich. Heute gilt es, um jeden Preis Energie zu sparen - dieser Preis ist leider oft der Schimmel.

Hier noch ein paar Tipps um Schimmel zu vermeiden:

Die Fenster nicht kippen. Das kann mehr schaden als nützen. Der Luftaustausch ist bei gekippten Fenstern gering, dafür kühlen die Wände aus. Besser mehrmals täglich mit ganz geöffneten Fenstern querlüften.

Nach Benutzung des Bades die feuchte Luft nicht in die Wohnung lassen. Besser die Badtüre geschlossen halten und direkt im Bad das Fenster öffnen bzw. den Abzug einschalten bis die Luftfeuchte wieder normal ist.

Die Möbel generell etwa 10-15cm von der Wand entfernt aufstellen, damit dahinter eine Luftzirkulation gewährleistet ist. Das gilt vor allem an Aussenwänden.

Viele Pflanzen sorgen für viel Feuchtigkeit. Eine Reduzierung der Zimmerpflanzen kann sich positiv auf die Luftfeuchte auswirken.

Die Türe zum Schlafzimmer geschlossen halten. Meist ist das Schlafzimmer kühler als der Rest der Wohnung. Kommt die wärmere Luft ins Schlafzimmer, kühlt sie sich ab und nähert sich dem Taupunkt. Die Folge können feuchte Wände und Schimmel sein.

Niemals Wäsche in der Wohnung trocknen.

Beim Kochen immer den Dunstabzug einschalten, um die feuchten Kochdämpfe nach draussen zu befördern.

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Auf den ersten 3 Fotos kann ich nicht wirklich Schimmel erkennen, nur unfachgerechtes Streichen. Im dritten Foto kann der schwarze Fleck auch Schmutz sein. Das kann man mit Spiritus abwischen.

Beim vierten Bild ist eindeutig Schimmelbildung zu erkennen. Das Problem in allen Fällen ist die Raufasertapete. Diese schimmeln aufgrund ihres Holzanteils schnell wenn die Luftfeuchigkeit zu hoch ist.

Die Tapete sollte daher nach Möglichkeit abgerissen werden.

Die rissigen Fugen im Bad stellen kein Problem dar und entstehen im Laufe der Zeit. Diese kann man entfernen und neu verfugen. Das ist nur ein optisches Problem.

Wenn nur Flur und Schlafzimmer, sowie Bad betroffen sind, dann sieht das eher nach einem fehlerhaften Heizverhalten aus. Auch Schlafzimmer müssen im Herbst/Winter leicht geheizt werden, damit die Luftfeuchtigkeit aufgenommen werden kann. Fenster sollten nicht gekippt werden, dadurch kühlen die Räume zu sehr aus und Schimmel kann entstehen. Immer bei weit geöffnetem Fenster 2 x täglich kurz im Herbst/Winter lüften. Ganz wichtig im Bad immer nach dem Duschen/Baden. 

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Der Schimmel ist da der Lässt sich nicht wegdiskutieren. Da du der dritte Bist der angeblich nicht richtig lüftet würde ich vielleicht einen Schritt weitergehen. Tatsächlich kann das mit dem Lüften zusammenhängen. Wenn der vorgang der Vormieter so stimmt kann es sein das es sich hier um eine Eskalation handelt. Das heist es hat sich soviel Feuchtigkeit gesammelt, das die Wand nicht mehr in der Lage war abzudampfen. Meine Empfehlung achte Peinlichst genau auf dein Lüftungsverhalten. Mindestens 3 mal für mindestens 10 minuten die gesamte Wohnung durchlüften. Stoßlüften nicht kippen. Du musst einen luftaustausch hinbekommen. Am Anfang würde ich jetzt noch mehr Lüften. Stelle dir ein Hygrometer auf um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Diese sollte bei 65% liegen. Den Schimmel musst du natürlich behandeln. Mach das für drei Monate und die Werte sollten normal werden. Wenn es so nicht weniger wird liegt es am Haus.

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Kommentar von Padri
10.10.2016, 13:58

Das Heizen darf auch nicht außer Acht gelassen werden. Ansonsten Zustimmung.

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Kommentar von lutzd
15.10.2016, 16:58

Das stimmt natürlich es muss auch entsprechende gleichmäßige Temperatur herrschen. Grade im Sommer z.B darf es nicht zu kalt sein sonst Kondensiert die Warme Luft an den Flächen.

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Woher weißt du, dass es bereits vor 20 Jahren dort geschimmelt hat? Der Vorgängermieter hat jemanden gekannt, der einen gekannt hat und der gemeint hat...

Beschreibe mal DEIN Heiz- und Lüftungsverhalten genau. Hast du einen Hygrometer mit dem man die Luftfeuchtigkeit messen kann? Wie hoch sind die Raumtemperaturen?

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Kommentar von breadfish89
08.10.2016, 16:52

Hallo Vermieter hat es erwähnt ich habe bei den Nachbarn nachgefragt soweit zur Vergangenheit 20 Grad laut dem hygrometer

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