Prozentangaben bei Vaterschaftstest und co.?

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Die zu erwartende Wahrscheinlichkeit eines Abstammungstest hängt davon ab:

  • wieviele Marker getestet werden.
  • welche Personen getestet werden, insbesondere ob z.B. Vater, Mutter, Kind getestet werden oder eben nur Vater und Kind.
  • Geschlecht der Personen
  • von welcher a Prior Wahrscheinlichkeit ausgegangen wird, standardmäßig wird hier von 50% ausgegangen.
  • welche Gegenhypothese angenommen wird, standardmäßig wird hier von gar keiner Verwandschaft ausgegangen.

Gerade bei den letzen beiden Punkten sollte man vor den Test prüfen, ob diese tatsächlich so simmten.

Auch bei ca. 99% oder nur bei so 48-49 %?

Mit hinreichender Zahl von Markern kommt man zum Ergebniss, das es sich mit 99,##% um Halbgeschwister handelt.

Auch hier kommt es natürlich darauf an, welche Proben man hat, also ob man auch Proben von einer oder beider Mütter hat.

Hallo deepcon,

das Ergebnis eines Verwandtschaftstests sollte immer über 99,9 % liegen, damit es als „praktisch erwiesen“ gilt. Wenn es z.B. vor Gericht geht, wird sogar oft verlangt, dass dieser Wert überschritten wird.

Abhängig ist es von etlichen Faktoren – einige davon hat ichweisnix schon genannt:

  • Anzahl der getesteten DNA-Bereiche (Marker)
  • Anzahl der Testpersonen
  • Gegenhypothese (oder vielleicht sogar mehrere?) und die (unter anderem davon abhängige)
  • a-prori-Wahrscheinlichkeit*

Das Geschlecht der Testpersonen ist nur dann relevant , wenn auch geschlechtsspezifische Marker untersucht werden, also solche, die auf dem X- oder Y-Chromosom sitzen.

Aber selbst wenn man all diese Faktoren kennt, sind die Vorhersagen über die Aussagekraft des Ergebnisses oft schwierig. Denn letzten Endes kommt es darauf an, dass die DNA-Merkmale, die die Personen tragen, möglichst aussagekräftig sind. Darum kann es vorkommen, dass Ergebnisse zweier Tests mit der gleichen Fragestellung völlig unterschiedlich starke Aussagekraft erzielen.

Wenn z.B. mögliche Geschwister viele Merkmale gemeinsam haben und diese Merkmale auch noch selten sind, kommt auch schon bei wenigen Markern ein entsprechend klares Ergebnis heraus (99,9 % oder mehr).

Übrigens: 49% sind im Grunde gar kein Ergebnis, denn wie ichweisnix schon schrieb, liegt in aller Regel die a-priori-Wahrscheinlichkeit bei 50%. 49% ist dazu keine große Veränderung, also kein wirklicher Erkenntnisgewinn.

 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen noch etwas weiterhelfen.

Viele Grüße

Ihr Team der bj-diagnostik GmbH  

*also die Wahrscheinlichkeit für eine Hypothese VOR der Untersuchung. In Ihrem Beispiel mit zwei Hypothesen („Halbgeschwister“ & „nicht verwandt“) liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50:50, also 50% für jede einzelne Hypothese.

Auch bei 99Prozent.

49 würden darauf hinweisen, dass er nicht der Vater ist.

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