Planeten, auf denen die Zeit langsamer vergeht?


02.07.2020, 01:59

Ach komm schon, als ob hier nur Schwachköpfe sind? Nicht mal eine gescheite Antwort, die mir weiterhilft.

Leute behaupten, es sei nicht mal möglich ein paar Sekunden langsamer zu altern, aber nennen keinen Grund. Völliger Quatsch.

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Naja, ja...

Die Zeit die du warnimmst vergeht immer gleich schnell. das heißt, dass deine innere Uhr immer gleich schnell ist. Deine Lebenserwartung verlängert sich also für dich nicht, jedoch aber für andere.....

es gibt planeten, die sich schneller in einer laufbahn bewegen. so z.b der merkur. Je schneller du dich auf einem planeten (mit dem Planeten) bewegst, desto langsamer alterst du IM VERGLEICH zu menschen, die sich auf einem langsameren Planeten befinden.....

,,Und falls es so einen Planeten geben würde und ich dort 10 Jahre leben würde und dann wieder zurück zur Erde fliegen würde, wäre ich dann doch 200 Jahre alt? Das ist schon krass.''

Das ist theoretisch tatsächlich möglich. Wird jedoch in der Praxis scheitern...

Allerdings ist der Merkur so tief im Gravitationstrichter der Sonne, dass die Zeit dort langsamer vergeht.

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Interessant. Danke.

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Für einen Faktor 5 muss man sich schon sehr, sehr tief in ein Gravitationsfeld begeben. Ein Stern reicht da bei weitem nicht aus.

Von einem sehr massiven Objekt (Neutronenstern, schwarzes Loch) muss man weit genug entfernt bleiben, um nicht von den Gezeitenkräften zerrissen und/oder von der Akkretionsscheibe zermahlen zu werden.

Damit bliebe ein hypermassives schwarzes Loch übrig (Größenordnung Galaxienmasse), um das in halbwegs ungefährlichem Abstand ein Stern kreist und um den der gesuchte Planet.

Zusatzfrage: wie speichert man die Gravitationsenergie, die beim Anflug frei wird, um hinterher wieder wegzukommen?

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium, Hobby, gebe Nachhilfe
Gibt es entdeckte Planeten, wo die Zeit sehr langsam vergeht.

Soweit ich weiß, nicht.

Theoretisch wäre so ein extremer Unterschied nahe eines schwarzen Loches möglich. Allerdings musst du bedenken, dass du die Zeit immernoch genauso schnell wahrnimmst wie hier auf der Erde. Nur ein außenstehender Beobachter würde den Eindruck haben, dass bei dir die Zeit langsamer vergeht.

Und falls es so einen Planeten geben würde und ich dort 10 Jahre leben würde und dann wieder zurück zur Erde fliegen würde, wäre ich dann doch 200 Jahre alt? Das ist schon krass.

Theoretisch ja. Du bist allerdings nicht 200 Jahre gealtert, sondern 10 Jahre. Die anderen Menschen auf der Erde haben lediglich dein EIndruck, dass du 10 Jahre weg warst.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Interesse für Naturwissenschaften

Für messbare oder gar spürbare Unterschiede dieser Art (welche z.B. über ein paar Sekunden oder gar Minuten pro Stunde hinausgingen) müssten gravitativ oder in Bezug auf Relativgeschwindigkeiten schon sehr extreme Verhältnisse herrschen. Auf "entdeckten Planeten" gibt es garantiert nirgends entsprechende Verhältnisse.

Ende der Durchsage.

Oder wolltest du einfach eine Sensationsmeldung hören ?

Was für eine Sensationsmeldung?

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Hallo reversehim,

auf bereits entdeckten Planeten "vergeht" Zeit nicht wirklich wesentlich langsamer als hier. Auf Planeten oder Zwergplaneten des Sonnensystems, die weit von der Sonne entfernt sind, "vergeht" sie sogar etwas schneller, was aber auch nicht ins Gewicht fällt.

Das Wesentliche für die gravitative "Zeitdilatation" (eigentlich sind es unterschiedliche Weglängen ) ist das Gravitationspotential Φ.

Die (kinetische) Energie eines Photons ist hf, wobei h das PLANCKsche Wirkungsquantum (eine Konstante) und f die Frequenz des Lichts ist, dem das Photon angehört.

EINSTEINs berühmte Formel E=mc² besagt, dass Energie träge und schwer und Masse gleichsam kondensierte Energie ist, auch Ruheenergie genannt. Obgleich das Photon die nicht hat, kann man hf/c² als "Effektivmasse" bezeichnen und dem Photon eine potentielle Energie hfΦ/c² zuschreiben.

Beim "Aufstieg" verliert es Energie und damit Frequenz, beim "Abstieg" gewinnt es beides, denn

(1) hf(1 + Φ/c²) = const..

Solange |ΔΦ|<<c² ist, unterscheiden sich auch die Zeittakte zweier Uhren auf Φ und Φ+ΔΦ kaum. Zudem ähnelt die Situation der einer steten Bescgleunigung.

Das NEWTONsche Gravitationspotential

(2) Φ ≈ −GM⁄r für r >> μ := GM⁄c²

mit der Gravitationskonstanten G ≈ ⅔×10⁻¹⁰m³/(kg∙s²) im Außenraum einer kugelsymmetrisch verteilten Masse M ist zwar nur eine Näherung, liefert aber einen ungefähren Anhaltspunkt dafür, mit welchen Größenordnungen wir es hier zu tun haben.

Der Radius R eines gewöhnlichen Sterns und auch eines sog. Weißen Zwerges ist selbst schon viel größer als μ. Bei einem Neutronenstern liegt R immerhin in derselben ungefähren Größenordnung.

EINSTEIN beschreibt Gravitation als intrinsische Krümmung (geometrische Verzerrung) der Raumzeit. Ohne diese Verzerrung misst eine Uhr Ω, die sich relativ zu einer Bezugs-Uhr U in der kurzen Zeit dt um

(3.1) ds = √{dx² + dy² + dz²} = √{dr² + r²dθ² + r²sin²(θ)dφ²}

bewegt, wobei x, y und z kartesische und r, θ und φ sphärische Koordinaten sind, nach MINKOWSKI die Eigenzeit

(3.2) dτ = √{dt²  − ds²⁄c²} = √{dt² − (dr² + r²dθ² + r²sin²(θ)dφ²)⁄c²}.

Der Einfachheit halber wollen wir annehmen, dass sich dein Körper nur in der x-y-Ebene (θ ≡ π⁄2) bewegt. Das vereinfacht (3.2) zu

(3.3) dτ = √{dt² − dr²⁄c² − r²dφ²/c²}.

Durch eine Zentralmasse M bei r = 0 oder drum herum wird (3.3) nach SCHWARZSCHILD zu

(4.1) dτ = √{dt²(1 − 2μ⁄r) − dr²/(c²(1 − 2μ⁄r)) − r²dφ²⁄c²}.

Für eine Kreisbahn ist dr = 0 und das Bahntempo v = rdφ/dt, sodass

(4.2) dτ = dt√{1 − 2μ⁄r − v²⁄c²}.

Schon aus dem NEWTONschen Gravitationsgesetz kennen wir die Kreisbahn-Bedingung

(5) v² = GM⁄r = μc²⁄r ⇔ v²⁄c² = μ⁄r,

die in (4.2) eingesetzt

(6) dτ = dt√{1 − 3μ}

ergibt. Für r=3μ wäre dτ=0; deshalb liegt hier der Photonenorbit. Könnte sich ein Planet dauerhaft beliebig eng an diesem liegen, wäre eine beliebige "Zeitdilatation" denkbar. Allerdings soll der engste stabile Kreisbahn bei r=6μ liegen, was zu dt/dτ=√{2} führt.

Woher ich das weiß:Recherche
 - (Physik, Zeit, Astronomie)  - (Physik, Zeit, Astronomie)

Dankeschön. Ist zwar sehr hilfreich, jedoch sehr kompliziert erklärt. Hätte dir gerne das Sternchen gegeben, aber der eine hat noch nicht so viele. Hoffe du wirst nicht böse auf mich, auch wenn deine Antwort sehr spät kommt.

MfG

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@reversehim

Dafür das ich dir ein Sternchen schulde, kannst du meine Frage über den Voyagers kurz beantworten. Wurde zwar schon beantwortet, aber schulde dir einen Stern.

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@reversehim

Sehr viel einfacher kann ich es nicht erklären, weil es ja auch nicht falsch werden soll.

Hier habe ich mich recht ausführlich darüber ausgelassen. Auch komplex, aber ich führe die Formelzeichen ein.

Ich vermeide eigentlich die Wörter "Zeitdilatation" und "Längenkontraktion", sie sind irreführend. Statt eines brutalen Gezerres und Gequetsches haben wir es einfach mit einer Uminterpretation zu tun, so etwas wie der Drehung eines Koordinatensystems.

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