Pferd lässt sich nicht anbinden?

8 Antworten

das anbinden kann man zwar immer noch beibringen, aber es entbehrt jeglichen sinns, weil man diesem pferd auch nicht eine sekunde den rücken zudrehen darf.

 geriet es in Panik und hing sich ins Halfter, bis der Strick zerrissen ist, da der Panikhaken nicht offen gegangen ist.

a) der haken geht ziemlich oft nicht auf - genau genommen etwa jedes zweite mal, weil in der regel nicht darauf geachtet wird, wie herum er geschlossen wird.

b) es gibt einen haufen pferde, die wissen, wie man einen panikhaken mittels kopfschüttelns öffnet und deshalb darf man

c) nie einen strick mit panikhaken benutzen, sondern nimmt immer einen mit karabiner - was bei einigen pferden auch nichts nützt, weil sie sich mittels der richtigen kopfschütteltechnik auch das halfter ausziehen können. je gepolstert, desto einfacher.

d) auch der haken mit karabiner muss in die richtige richtung geschlossen werden

e) man bindet ein pferd NIE an einem festen balken oder stange an, ohne ein strohbind oder einen bindfaden zwischenzuhängen, der im zweifelsfall reisst. reissen strick oder halfter nämlich nicht, stranguliert sich das pferd und bricht sich das genick oder den oberen teil des zungenbeins - beides das todesurteil.

f) auch bei einem reissenden halfter oder strick hat sich das pferd bereits relevante verletzungen zugezogen. wirbelbandverletzungen, schwere muskelzerrungen oder risse, verletzungen der schulter und der beine, aushaken des intersakralgelenkes.

was man machen kann: den strick locker durch den anbindering ziehen und ein helfer hält das lose ende des strickes. damit ist das pferd gesichert, ohne angebunden zu sein.

hängerfahrten vermeiden und hoffen, dass das pferd nie in eine klinik muss.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Sachgerechter Umgang ist aktiver Tierschutz!

Hat sich denn das Pferd vor dem Erlebnis in der Box anbinden lassen? Der Panikhaken geht natürlich nicht von selbst auf. Er soll, ebenso wie der Anbindeknoten, im Falle eines Falles vom Menschen schnell geöffnet/gelöst werden können.

Anbinden könnt ihr zB mit dem Blocker tie ring versuchen. Zieht das Pferd zurück, kommt der Strick mit - aber langsam. Somit wird ein ins Halfter hängen vermieden. Meine Erfahrung damit ist, dass die meisten Pferde schnell verstanden haben, dass sie nicht mehr starr fixiert sind. Das nimmt Angst u. Druck raus, somit können sich viele von ihnen ganz gut damit arrangieren.

Selbstverständlich lässt man solch ein Pferd nie alleine stehen u. es gilt das richtige Maß an Stricklänge zu finden. Der sollte eigentlich so kurz sein, dass Pferde da nicht rein hampeln können - bei Anbindepanikern geht es aber nicht mit (zu) kurzem Strick.

Grundsätzlich würde ich einen Trainer empfehlen - nicht um das Einschnallen irgendwelcher Hilfszügel wegen, sondern um überhaupt an einer besseren Kommunikation zw. euch zu arbeiten. Es scheint da doch einige Misserständnisse zw. Mensch u. Pferd zu geben...

Auch solltet ihr bitte akzeptieren, dass es Pferde gibt, die ein runterschnallen des Kopfes nicht nur als unangenehm bis schmerzhaft empfinden (das tut jedes Pferd) sondern es gar nicht tolerieren können. Gründe vielfältig. Gerade, wenn sich diese schon einige male ins Halfter gehängt haben, hat der Atlas, Bänder, Sehnen, da gut was mitgemacht.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Pferdewirtschaftsmeisterin

Super gut erklärt.

Die Cowboys haben eine Methode, bei der sich das Pferd selbst "bestraft", wenn es zieht ( ich beschreibe das hier NICHT!), die oft hilft,

wenn nicht

wird das Ross so lange weiter verkauft, bis es in der hundefutterfabrik landet...

Eigene Erfahrungen meiner Trainerin in USA !

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Nein. Wenn ein Pferd eine Anbindepanik hat, kann man es NICHT anbinden. Selbst, wenn man es geübt hat, weiß man nie, ob die Panik ganz plötzlich wieder aufbrechen kann. Der Vorgänger meiner Stute hatte eine Anbindepanik. Ich weiß auch, woher die stammte. Er hatte sich mal am Halfter im Türriegel der Box aufgehängt. Resultat: Kiefernbruch und angebrochenes Genick. Vielen Dank übrigens auf das Scheiß-Hamiltonhalfter, das seitdem nie wieder an mein Pferd kommt. Da geht nämlich eher das Genick kaputt als dieses Dreckshalfter.

Ich konnte mein Pferd nie wieder anbinden. Habe es auch nur noch einmal versucht. Das Resultat war ein zerrissener Strick.

Dafür hat mein Pferd aber gelernt, unangebunden ruhig zu stehen. Ich habe meist allerdings den Strick einfach um den Anbindebalken etc.. gewickelt. Es spürte dann einen Miniwiderstand, wenn es daran zog. Oft war es dann auch gut, aber wenn er stärker zog, konnte er sich befreien.

Meine Stute kann man anbinden. Das mache ich auch, aber ich lasse sie dann niemals alleine stehen.

Was man bei unerzogenen Pferden, also nicht panischen Pferden, machen kann, ist das Pferd an ein Einmachgummi anzubinden. Das Einmachgummi gibt nach - und reißt im Notfall.

ABer ein echt panisches Pferd anzubinden, kann für das Pferd lebensgefährlich sein.

Ich bin mit diesem Pferd übrigens rel viel auf Distanzritte gegangen. Und habe gemerkt, dass das Pferd im Hänger durch die Mittelwand eng gestellt, aber nie angebunden, viel sicherer stand als ein angebundenes Pferd.

Naja, ich habe dafür noch nicht erlebt, dass das viel gepriesene u. auch nicht gerade billige Hamilton gehalten hätte - reißen tut es nicht, aber die Schwachstelle ist der Verschluss. Die Feder verzieht, es geht auf u. schließt nicht mehr.

Ich halte es prinzipiell für absolut falsch ein Pferd mit Anbindepanik mit Maßnahmen wie reißfestes Halfter u. Co. zum Angebundensein zwingen zu wollen - die Verletzungsgefahr durch massive Einwirkung auf Gesicht, Genick, Hals,... ist einfach exorbitant.

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Hatte sie vorher einen anderen Besitzer oder war sie schon immer auf dem Hof? Pferde können sehr leicht Traumatisiert werden. Wenn sie von ihrem Vorbesitzer hierbei traumatisiert wurde würde es diese Panik erklären. Was das mit dem Genick angeht. Vielleicht hat sie dort Schmerzen bzw Verspannungen. Habt ihr sie vielleicht von einem Tierarzt untersuchen lassen und hat er was gefunden bzw nichts gefunden?

Ansonsten weiß ich auch nicht weshalb. Vielleicht habt ihr jemanden den ihr anrufen könnt der sich mit traumatisierten Pferden auskennt? Hoffe das hat ein wenig geholfen.

Woher ich das weiß:Hobby

Ja, die Möglichkeit gibt es, kostet aber eben auch Geld. Nennt sich ein Trainer. Da weiter auf eigene Faust rum zu experimentieren, ohne einen Plan zu haben, ist nicht sinnvoll - versaut das Pferd nur noch mehr. Solange die Besitzerin aber nicht einsieht, dafür zu investieren, kann man daran auch nichts ändern. Der entsprechende Profi, der sich mit solchen Sachen auskennt, kann dann vorarbeiten und ihr arbeitet nach - dann habt ihr automatisch auch einen Plan dabei.

Im Übrigen sollen Panikhaken auch nicht von alleine aufgehen - sie sollen im Panikmoment schnell lösbar sein.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Langjährige Pferdehaltung, Huforthopädin

ein sehr plötzlicher sprung des pferdes nach hinten löst den panikhaken auch allein. danach den haken bitte entsorgen.

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