Pferd hat keine Lust auf Arbeit?
Hallo Pferdefreunde,
Ich habe folgendes Problem:
Vor ca. zwei Jahren habe ich mir mein Liebling aus meiner Reitschule gekauft. Er ist ein Tinker und 15 Jahre alt. Er war immer sehr faul und abgestumpft. Seit ich ihn habe, habe ich bereits versucht monate lang nur Bodenarbeit zu machen, ihn Wochenlang auf der Wiese stehen lassen, Reitunterricht genommen und ihn in Beritt gegeben. Ich habe auch versucht ihn mit Sporen und Gerte wieder feiner zu bekommen, aber auch Sporen und Gerte werden komplett ignoriert. Er ist kein bisschen feiner geworden und hat absolut keine Lust auf Arbeit. Er wird dabei auch nicht böse, er trottet nur langsam vor sich hin und lässt sich nicht antreiben. Ich weiß aktuell nicht was ich tun soll und wollte mal fragen ob jemand noch eine Idee für mich hat
Liebe Grüße
5 Antworten
Vielleicht ist er nach den langen Jahren als Schulpferd einfach so "durch", das er sofort in seinen Modus geht wenn er weiß, das jetzt Arbeit ansteht. Sattel ist doof, Trense ist doof, Reiter sind doof. Dienst nach Vorschrift und wenn die 45 Minuten um sind nix wie weg...
Das Pferdchen war schon stumpf und faul als du ihn gekauft hast, was hast du erwartet, das er sich von jetzt auch gleich in ein arbeitsfreudiges, temperamentvolles Pferd verwandelt weil?
Jetzt kommst du ihm auch noch mit Sporen, Gerte, verlangst Arbeit und bist am Ende auch wieder nur so ein Mensch, der auf seinem Rücken hockt und unangenehme Dinge tut.
im Grundemhast du 2 Optionen:
Du nimmst ihn wie er ist, als Freizeitbegleiter ohne sportlichen Ehrgeiz, was zum Liebhaben und Blümchen in den Schweif flechten. Mit etwas Glück ist er gemütlich genug, das du entspannt mit ihm durch die Botanik reiten kannst ohne das er gleich in Schnappatmung verfällt wenn es irgendwo raschelt.
Oder ihr fangt bei Null an, kompletter Reset, ein Profi dran und begleitend eine Art Psychotherapie damit Pferdchen verstehen lernt, das nicht jeder Mensch ein Reitschüler ist und Arbeit tatsächlich auch Spaß machen kann - aber auch, das er nicht das holflose Opfer ist, das er als Schulpferd war. Das ist eindeutig der längere, schwerere und teurere Weg, ob es einen Erfolg gibt kann dir niemand vorher sagen. Vielleicht ist dein Pferd so müde im Kopf, das er da gar nicht mehr die Energie und den Willen hat raus zu kommen.
Du bist von niemanden beleidigt oder angegriffen worden
Wieso war das eigentlich in der Reitschule sein lieblingspferd? Wenn er jetzt unverändert ist, dir das jetzt, wo es dein Pferd ist, aber nicht mehr gefällt habe ich gerade ein verständnisproblem.
Du sagst ja selbst - der jahrelange Einsatz im Unterricht hat ihn abstumpfen lassen. Das ist nicht nur eine Sache des Wahrnehmens der Hilfen, sondern vor allem auch Kopfsache.
Was macht deinem Pferd denn Spaß? Wo ist es gern und mit Freude dabei? Spaziergänge? Ausritte? Bodenarbeit? Vielleicht wäre auch Fahren mal eine neue Erfahrung, die wieder ein bisschen Motivation und Freude am Tun weckt?
Natürlich sollte auch immer im ersten Schritt geschaut werden, ob irgendwelche körperlichen Ursachen eine Rolle spielen - Übergewicht, fehlende Muskulatur und/oder Balance, schlecht sitzende Ausstattung, Probleme im Maul, am Rücken, an den Beinen oder auch im Magen.
Er hat an all diesen Sachen keinen Spaß... Hab auch komplett alles abchecken lassen, Tierarzt, Osteopathie, Sattler, Hufschmied, etc...
Wirkt er denn glücklich, aufgeweckt und aktiv, wenn er einfach mit Kumpels auf der Weide ist?
magen, rücken und beine checkt man in der spezialklinik ab. kosten etwa 3.000 euro für die untersuchungen, das kontrastmittel und den aufenthalt.
Dann klingt es eben echt danach, dass er vor allem im Kopf "dicht" macht, resigniert hat, Stichwort erlernte Hilflosigkeit. Dort kommt ihr nicht raus, indem du versuchst, ihn vom Sattel aus dazu zu bringen, dabei wieder zu kooperieren. Auf gewisse Weise braucht dein Pferd eine Art "Psychotherapie", du musst ihm Schritt für Schritt zeigen, dass die Dinge, die du als Mensch so mit ihm machen willst, nicht allesamt einschränkend, unangenehm, langweilig, über- oder unterfordernd oder gar schmerzhaft sind, sondern spannend, abwechslungsreich und voller Freude sein können. Such dir dafür am besten echt einen Trainer, der genau damit Erfahrung hat und dich dabei unterstützt!
dann lasse ihn. Gehe mit ihm spazieren, reite ruhige Runden, wenn er gesundheitlich dazu in der Lage ist. Er musste nun auch noch 3 Bereiter aushalten.
Ich weiß aktuell nicht was ich tun soll und wollte mal fragen ob jemand noch eine Idee für mich hat
1 Jahr Weide.
1 Jahr Ausbildungsstall.
1 Jahr Teilberitt
Das Pferd
und sofort funktionieren, die Fesgestellerin hat keine Zeit um das Pferd wirklich zu therapieren
Na das wird ja ein Spaß, Tinker können echt alt werden, die absichtlich über die Uhr drehen ist doch ein Spaß.
Vielen Dank! Das ist endlich mal ein vernünftiger und vor allem HILFREICHER Beitrag, der mich nicht als Person angreift und beleidigt.