Öl ins Pferdefutter?

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9 Antworten

Das Wissen über die Fettverdauung vom Pferd holt man sich aus Pferdewissensbüchern.

Da steht überall drin, das Pferd keine Gallenblase hat sondern die Gallenflüssigkeit langsam stetig in den Darm läuft - dieses Wissen befähigt einen normaldenkenden Menschen dazu, das große Mengen Fett in einer Mahlzeit logischerweise nicht emulgiert werden können.

Da das Pferd von Natur aus ein Dauerfresser von Raufutterartikeln (Heu, Gras, Stroh, Rinden, Moosen, Flechten usw.) ist, und sehr selten fetthaltige Saaten oder Früchte futtert, erübrigt sich eine groß angelegte Fettverdauungsfähigkeit.

Mit unserer üblichen Fütterung von Saaten (Hafer, Gerste evtl. auch Mais) bringt man schon etliches an Öl in die Futterration mit ein. Bei einem normalen Kg Hafer sind immerhin schon 50 bis 70 g Fett in der Ration.

Das Pferd kann Pro ca. 25 Minuten ein Volumen von 30 ml Fett emulgieren, das heisst, das bei einem Kg Hafer das Limit schon erreicht ist.

Fett das im Korn gebunden ist macht aber auch lange nicht so viel aus (im Darm) als raffinierte bzw. gepresste Öle. Diese kommen im Bulk an und müssen so auch verstoffwechselt werden und das kann Pferd nicht.

Öl selber ist nicht schädlich beim Pferd - es kommt auf die Menge und den Zustand an. 30 ml Öl ( Fischöl, Lebertran, Leinöl) können durchaus sehr sinnvoll sein.

Andere Öle halte ich für unsinnig, da kein naturlebendes Pferd jemals an sowas kommen könnte.

Wenn jetzt kommt: "Aber an Fischöl kommen die doch auch nicht" dann kann ich dir sagen, das Pferde die in Küstenregionen wohnen durchaus Fisch fressen.

Der Effekt von unemulgierten Fett im Darm kann man sich ja wohl vorstellen, oder? (Die Gallenflüssigkeit ist einzig dazu da Fette zu emulgieren - in ihre Bestandteile zerlegt und verdaut wird Fett durch die dazugehörigen Enzyme.)

Hab noch was vergessen.

Schwarzkümmelöl sollte wegen der darin enthaltenen ätherischen Öle max. 1 Woche therapieweise eingesetzt werden.

Ich sehe keine wirklichen Vorteile in der Verfütterung von diesem Öl.

Sinnvoller und meist weit wirkungsvoller sind Kräuter.

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Zum einen ist Öl sehr energiehaltig (zu bedenken vor allem für eher leichtfuttrige Pferde wie zB Hafi, Isi,...) zum anderen haben Pferde keine Gallenblase u. können somit Fett nicht so gut u. vor allem nicht in großer Menge verdauen. Ich bin nicht per se gegen Öl, kann zB auch gerade bei älteren Pferden, die nicht mehr so gut kauen können etc. ein guter, zusätzlicher Energielieferant sein. Bitte achte auf Qualität, auch wenn das viele anders sehen, aber Öl ist nicht gleich Öl.

Also ich bin da Deiner Meinung! Meine Pferde bekommen jetzt kein Öl. Ab und an mal ein Mash aber so nur Qualitativ guten Schwarzhafer und ein gutes Mineralfutter. Karotten und Äpfel was ich halt grad da hab! Auf Qualität muß sehr geachtet werden, das fängt beim Heu ja schon an. Ich finde "weniger ist oft mehr" außer es hat natürlich Bedarf das das Pferd es braucht. Aber sowas spreche ich immer mit meinem Tierarzt ab oder lass mich in einem guten Fachhandel beraten!

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@Zanora

Zanora, probiere dann mit Kräutern aus :) Wir haben gute Erfahrung mit Agrobs gemacht, da die Stute keine Äpfel, Öle, Karotten, Müsli darf :)

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Es kommt ganz auf den Verwendungszweck des Öls an.
Die Verdauung des Pferdes hat friesennar ja schon super ausführlich erklärt, weshalb man meiner Meinung nach auf Öl verzichten sollte, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.
Wir geben unseren Senior (31, kann nicht mehr allzu gut kauen) immer etwa 30 ml Leinöl zu den Pellets dazu. Die Menge sollte aber aufs Pferd, dessen Zustand und die Futtermenge abhängig gemacht werden. Wir füttern ihn nur einmal täglich eine Futterschippe pellets, da er ganzjährig auf der Wiese steht und zugefüttert werden muss damit er nicht zu sehr abbaut. Somit hat das Öl bei uns gleich zwei Vorteile: zum einen kann der Herr sein Futter besser zu sich nehmen, und zum anderen ist das Öl ein zusätzlicher Energielieferant.

Also, solang dein Pferd nicht unbedingt welches braucht, würde ich persönlich auch kein Öl füttern :)

In einigen Fällen nutzen auch viele Pferdeliebhaber Kalt gepresstes Marinedistel Öl und mischen das ins Futter bei. Ich selbst esse hin und wieder mal einen Esslöffel davon selbst und verkehrt ist es nicht.  Auch wenn es geschmacklich nicht jedermanns ist ,so enthält dieses Öl viele ungesättigte Fettsäuren die auch dem Menschlichen Körper  Positive Eigenschaften Hervorrufen. Einziger Haken an der Sache ist das so ein Kanister (5 Liter) nicht billig ist und ich (Letzte Rechnung war von 2016) damals für einen Kanister um die 55 Euro Bezahlt hab (Inkl.Versand) .

Ja da muss man wirklich sehr vorsichtig sein. Bei gewissen Pferden, z.B. meine Reitbeteiligung, ehemalig Rehepferd, darf so was GARNICHT gegeben werden.
Dafür die Pferde von meiner Reitlehrerin, seit dem die Leinsamenöl bekommen, brauchen die keinen Eisen mehr und haben mega harte Hufe, egal welcher Boden!!! Ihr Fell gelänzt sehr und an sich deren befinden ist top. Meine Reitlehrerin ist aber eine Pferdewirtschaftsmeisterin mit vielen Weiterbildungen, sie weiß wann die Pferde Öl brauchen und wann die Salze.
Sie füttert das ganze nicht durchgehend, sondern eher bestimmte Zeit.

Womit wir auch SEHR gute Erfahrung gemacht haben sind gewisse Kräuter. Meine Reitbeteiligung als Rehepferd reagiert auf die gar nicht empfindlich, obwohl da auch Öl drin steckt (ihr nächster Reheschub, wird der letzter sein und sie ist 23 Jahre), den wir passen sehr auf ihr Futter auf. Sie fühlt sich lebendiger und mit mehr Energie. Ein wallach der 34 Jahre alt ist, bekommt auch die Kräuter und letztens ist er sogar angaloppiert :D

Also da musst du dich mit einem Fachmann und deinem Pferd zusammen auseinander setzen und alles genaust anschauen, Vorerkrankungen, mögliche Erkrankungen, Zähne, Hufe, Ablagerungen usw. Bevor man Öl geben soll, muss man erst Pferd dafür auch vorbereiten...

Das klingt ja fast wie Scharlatanerei... 😉

Was denn für geheimnisvoll Kräuter? Und was hat es mit dem " Vorbereiten" auf sich? Tausnde .pferde bekommen nen Schuss öl ins Futter ohne " besondere Vorkenntnisse, und ich kenne niemand , der da schlechte Erfahrungen mit gemacht hätte.

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@Urlewas

Höö, warum klingt das wie Scharlatanerei??

"Vorbereiten" bedeutet, dass man einen Arzt zur Rat nimmt und/oder jemanden der sich damit auskennt. Nicht jedem Pferd kann man Öl ins Futter geben, da muss man echt aufpassen. "Tausende Pferde" bekommen das vielleicht ja, aber wie viele von denen werden älter als 30?

Im Moment ist das ein neuer Trend mit Öl, ja gewissen Pferden bringt das sehr viel was, Fell, Hufe usw, anderen Pferden DARF man das einfach nicht geben, sonst geht der Schuss nach hinten los.

Zur Kräuter: ist eine Mischung aus verschiedensten (Bio) Kräutern, die über eigene, natürliche Öle verfügen, was aber in nicht zu großer Menge vorhanden ist, so dass sogar die Rehepferde und ältere davon profitieren. Die Kräuter sind aber eben teurer, als einfach nur Öl.

Ahja manche Pferde bekommen auch ab und an normales Sonnenöl bei uns am Stall, tut auch nicht weh. Aber wie gesagt, muss man auf jedes Pferd persönlich eingehen, ob das bekommen darf oder nicht.

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@Lyrily

Hast schon den Smily gesehen, gell...? 

Die Art, wie Du die Antwort zuerst geschrieben hast, klang irgendwie etwas geheimnisvoll. Da war ich an eine Kräuterhexe erinnert 🦉

Die weiteren Ausführungen klingen schlüssig. Klar, besser Vorsicht als Nachsicht. Was fur Kräuter empfiehlst Du denn?

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@Urlewas

Agrobs !!! :)
Wurde mit Arzt für Rehepferd abgeklärt... Wusste davor nur nicht ganz genau welche das sind :D musste nachschauen ^^ deshalb so "geheimnissvoll"
Kannst dich ja umsehen bei denen :)

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Also ich habe gelesen das gerade im Winter, die Zufütterung von Leinöl oder Sonnenblumenöl gut sein soll

Schwrarzkümmel ist nicht nur für Pferd gesund - auch für Mensch. Du kannst es auch als Granulat füttern, wenn Öl nichts ist , laut Friesennarr. Ich selbst lese seit ein paar Tagen über Schwrazkümmel und habs bestellt.

Was hat denn das Pferd für einen Mangel ?

Es gibt keinen Mangel im Stoffwechsel, der durch irgendeine Art der Ölfütterung ausgeglichen werden könnte.

Supplementtechnisch ist Lebertran möglich, wegen der hohen A, D und E gehalten darin.

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