Nullleiter u. Erdung bei 2 adriger Installation im Altbaubereich

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5 Antworten

Wenn Sie es vermeiden wollen, alle Zuleitungen zum Verbraucher, also Steckdosen- oder Lampenanschlüsse wenigstens 3adrig zu verlegen, müssten sie notgedrungen auf die klassische Nullung zurückgreifen, weil ein Schutzleiteranschluss mit Fehlerstromabsicherung nur beim 3-Leiter Netz möglich ist, L1(1Außenleiter, früher PHASE genannt) Nulleiter Schutzleiter. In Ihrem Fall müssen Sie auf die Wirksamkeit der vorgeschalteten Sicherung vertrauen, die im Schadensfall ansprechen sollte, wenn es zum Körperschluss, d.h. ein spannunngsführender Draht berührt das geerdete Gehäuse eines Haushaltsgerätes, kommen sollte. Die klassische Nullung war bis in die 70-er Jahre in beiden Teilen Deutschlands gebräuchlich und ist bis zum heutigen Tage nicht völlig ausgemerzt.

Danke für die Info, habe inzwischen erfahren, dass die klassische Nullung bei bestehenden und unveränderten Anlagen zulässig ist (bei einer 2-adrigen Installation). Da es jedoch in Feuchträumen (z.B. Bad) auch für 2-adrige Installationen die Zusatzforderung einer FI-Absicherung gibt, sind hier entsprechende Steckdosen zu verwenden. Wie Sie genau arbeiten, weiß ich noch nicht. Ein Fachmann hat mir jedoch erklärt, dass es hierfür spezielle Lösungen gibt.

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Soweit ich mich erinnere, ist es für Neuinstallationen (oder Umbauten) sogar verboten, Schutzleiter und Null zu verbinden.

Vielleicht hilft das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Nullung

Edit: Wenn überall nur 2 Leiter verlegt sind, dürfte eine moderne Installation unbezahlbar sein. Ich denke, in diesem Fall ist es in Ordnung, die klassische Nullung durchzuführen, das sollte dann aber mit der Versicherung abgesprochen werden.

Der Wiki-Artikel ist nicht hilfreich, da dort ein 4-adriges Leitungsbeispiel mit einer(?) Sicherung gezeigt wird oder sollten es drei Sicherungen sein (dagegen spricht die textliche Beschreibung)?

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@LittleArrow

Der Schutzkontakt muss, soweit ich weiß, auf jeden Fall weitergeführt werden; da wäre klassische Nullung immerhin besser, als den SL offen zu lassen (sonst schaltet der FI-Schalter evtl. zu spät ab, wenn überhaupt). Dabei muss aber sichergestellt werden, dass Phase und Null niemals verwechselt werden, denn sonst liegen im normalen Betrieb schon ohne Gerätefehler durch den unter Spannung stehenden, versehentlich mit Phase verbundenen SL am Gehäuse 230V~ gegen deinen Fußboden an. Ich rate dringend dazu, in einem Elektrofachbetrieb ein Angebot einzuholen.

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@Trilobit

hallo trilobit, danke für den Tipp. Ich habe mir inzwischen weiteren fachkundigen Rat geholt. Der bestätigt Deine Aussage. Soweit an einer bestehenden Anlage keine "wesentlichen Veränderungen" durchgeführt werden, gilt Bestandsschutz. D.h., wenn vorher die "klassische Nullung" (Nullleiter und Schutzleiter verbinden) installiert war, darf sie bleiben. Bei neuen Anlagen oder eben wesentlichen Änderungen ist dies nicht zulässig!!! Gruß von Konrad2202

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@Konrad2202

ja eben du sagst es.. "wesentliche änderungen..!!!"  So wie ich das verstehe werden gerade wesentliche änderungen durchgeführt..  oder wie tönt das für dich? "Ich überarbeite die elektroinstallation in einem Altbau".  Das ist doch eine klassische wesentliche änderung.  Und demzufolge MÜSSEN auch alle Leitungen 3 polig (L,N,PE)  ausgeführt werden,  sowie ein FI eingebaut werden.

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Neien!!!

Nullleiter (blau) und Schutzleiter dürfen nicht (mehr) verbunden werden (war früher weit verbreitet). Der Schutzleiter muß exta geführt werden (gelb-grün), kommt von der Hauserde, genauer von der Potentialausgleichsschiene (siehe Literatur zum Potentialausgleich).

Finger weg wo elektrische Spannung ist. Wenn man es nicht weiss Fachman beauftragen . Oder willst du verbrennen im schlimmsten Fall ? was ja ca. 50 mal am Tag vorkommt. in Europa. Gruss Feuerwehr.

Hallo,

weiß jemand etwas genaueres über den Bestandsschutz. Unsere Wohnung (Baujahr 50?) ist 2004 saniert worden. Jetzt haben wir denoch eine 2-adriges Kabel undgesichert entdeckt. Elektriker hat -soweit ich das als Laie verstanden habe- die Dose "genullt". Eine Sanierung müsste doch "wesentlichen Veränderungen" darstellen, oder?

Also welche Norm, usw.?

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