Norwegerwallach das beißen abgewöhnen?

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In einer Reitschule habe ich einmal beobachtet, wie einem Pferd das Beißen abgewöhnt worden ist. Das war sehr eindrucksvoll und funktionierte ohne Schlagen. Dem Pferd wurde lediglich eine Aufgabe gestellt, es sollte einen Schritt zur Seite gehen. Zu diesem Zweck faßte der Reitlehrer ins Halfter und schob den Pferdekopf langsam und beharrlich zur Seite, bis das Pferd aus dem Gleichgewicht kam und zur Seite trat. Natürlich biß es nach der Hand, die zum Halfter griff und traf selbige auch. Aber : Die Hand steckte in einem riesigen Eishockyhandschuh, der sie unempfindlich gegen Bisse machte. Nie werde ich den verdutzten Gesichtsausdruck des Pferdes vergessen, als seine Strategie des Beißens nicht zum Erfolg führte!!! Nach zwei, drei Versuchen gab es auf. Auch beim Putzen biß dieses Pferd. Also wurde es zunächst mit einem Stallbesen aus großem Abstand "geputzt". Es war sehr anrührend zu beobachten, wie das Pferd nach und nach die Berührung mit dem Besen genossen hat... Der Besenstiel konnte immer kürzer angefaßt werden. Nach einigen Tagen konnte man den eigentlichen Besen unten anfassen und dann zu einer normalen Putzbürste übergehen. Manchmal muß man ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen, um Erfolg zu haben :)

Hallo Celiiinchen!

Dein Stern nach dieser längeren Zeit freut mich wirklich sehrsehr!!!! :)

...Vor allem für Flock! :)

Sehr lieben Dank!

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Hallo,

vorab möchte ich sagen, ich denke nicht, dass es hier ein gesundheitliches Problem gibt. Sonst würde er ja bei bestimmten Dingen beißen die ihm wehtun, wie z. B. nur beim Satteln oder Reiten. Er beißt ja schon aus der Box heraus, sobald er den Schädel herausstrecken kann. Pferde die mit Schmerzen in der Box stehen, tun das meist still und stumm (außerhalb von Kolik und einigen wenigen anderen akuten Krankheiten, die Unruhe hervorrufen) mit herabhängendem Kopf, einem typischen Schmerzgesicht, teilnahmslos in der Ecke stehend. Meines Erachtens ist es einfach ein typisches Respektsproblem. Man muss ihm nur einfach genau ins Gesicht schauen, wenn bzw. bevor er das tut, da wird man sicherlich kein Schmerzgesicht sehen. Er testet genau, welche Menschen er straflos beißen - also in seinen Augen dominieren kann. Er will die Rangfolge klären.

Aber worauf ich eigentlich hinauswollte ist die Tatsache, dass hier mal wieder so eine typische Diskussion „Verständnisvolle Streichelfraktion contra Alte Schule im Gange ist, die aber meiner Ansicht nach völlig neben dem Thema vorbeigeht. Das Grundproblem ist doch, dass dieser Wallach, sobald er seinen Kopf auch nur aus der Box herausstrecken kann, so zubeißt, dass üble Wunden entstehen. Hier ist m. E. Schluss mit Horsemanship oder sonstigem Rumprobieren, warum dieses Pferd nun beißt. Sicherlich hat das seinen Grund, doch der ist momentan zweitranging. Zunächst kommt doch wohl die körperliche Gesundheit und Unversehrtheit des Menschen, dann erst das psychische Wohl des Pferdes, oder? Ursachenforschung kann im Nachhinein erfolgen. Zunächst geht es doch darum, diesem Pferd ganz schnell, SOFORT das Beißen abzugewöhnen und das geht nun mal nicht mit einem Rumgeeiere mit Seil-Hubschrauber, Ellenbogen und Äpfel essen. (@Selfmadequeen: Im Übrigen möchte ich mal sehen, wie Du ohne den Deiner Meinung nach „Kadavergehorsam“ erzeugenden, „gewaltsamen“ Einsatz der Gerte, neben einem wirklich bissigen Pferd stehst ihm Deinen Ellenbogen zum hineinbeißen hinhältst und dabei lächelnd einen Apfel isst?! Viel Vergnügen!)

Da muss ich Plattschnacker einfach nur Recht geben. Auch wenn die "Schmuse-Steichelfraktion" es nicht gerne hört: Pferde sind nun mal potentiell gefährlich, eine halbe Tonne Muskelmasse mit evtl. Hufeisen und ordentlichen Zähnen "bewaffnet", können einen Menschen sehr schwer verletzen oder gar töten. Kein Pferd, das in einem öffentlich zugänglichen Reitstall oder Koppel steht, darf gezielt beißen, treten oder in irgendeiner sonstigen Form "auf den Mann gehen". Das ist absolut inakzeptabel. Dann gehört es aus den öffentlichen Bereichen weggesperrt. Als Pferdebesitzer (wie auch als Hundebesitzer) hat man auch Verantwortung zu tragen. Wenn erst ein Finger oder die Nase eines Menschen ab ist, oder jemand durch einen Tritt vor den Kopf getötet wurde ist immer das Drama groß. Durch ihre Kraft (auch im Kiefer, nicht nur bei einem Tritt), ihre Masse und die daraus resultierenden Gefahren, ist es nicht eine Frage der persönlichen Gesinnung und Einstellung, ob ich das möchte oder nicht, sondern es ist ein verantwortungsbewusstes MUSS, dass ein Pferd den Menschen IMMER als ranghöheres "Herdenmitglied" akzeptiert, und keine gefährlichen Unarten entwickelt, um eben solche Unfälle, die aus mangelndem Respekt resultieren zu verhindern. Wer einmal zugeschaut hat, wie ein Pferd einem Menschen ins Gesicht gebissen hat, der findet solche Diskussionen einfach voll daneben, ob man nun mal die Gerte benutzen darf. Es ist wirklich kein schöner Anblick, die komplette Nase war abgebissen und halb rausgerissen und die junge Frau, die das damals erleben musste, hat trotz plastischer Chirurgie, bis heute nicht wirklich wieder ein normales Gesicht. Sie sollte „nur mal eben“ das damals auch sehr unerzogene und super freche Pferd ihrer Freundin halten, bis diese etwas aus dem Stall geholt hatte. Es gab keinen Grund der Welt, warum das Pferd sie hätte beißen sollen, sie stand einfach nur mit dem Strick in der Hand da. Oder erkläre mal einer Mutter, deren Kind jetzt leider nur noch 8 oder 9 Finger hat, weil es den Wallach streicheln wollte, dass dem Pferd leider das Beißen nicht so schnell abgewöhnt werden kann, weil erst der Tierarzt, der Pferdeflüsterer, der Reitlehrer und alle, die noch eine Idee haben, warum dieses „arme gequälte“ Tier beißt, ihren Senf abliefern müssen, alle "sanften Methoden XY" ausprobiert werden müssen...... nur um dann festzustellen, es ist einfach ein Respektsproblem. Die wird Dir zu Recht was erzählen .... und sicherlich den hier so abfällig bewerteten "Kadavergehorsam" bevorzugen, der im Übrigen eine völlig natürliche Sache ist.

(Fortsetzung wegen der Zeichenbeschränkung im nächsten Beitrag)

Fortsetzung 1:

Sicherlich ist es richtig, dass in Herden, die schon länger zusammen sind, oft ein Blick oder ein Ohrenanlegen genügt, um die Ordnung wieder herzustellen. Aber dann ist die Rangfolge schon geklärt. Bei diesem Wallach ist sie das definitiv nicht und außerdem bezweifele ich, dass die Besitzerin dieselbe kraftvolle dominante Ausstrahlung hat wie diese Quarterstute, sonst würde der Wallach nicht versuchen sie zu beißen. Eine Klärung von Rangordnung kann auch ganz anders aussehen, Pferde sind nicht nur sanfte Wesen. Wenn man einmal aufmerksam eine Pferdeherde auf der Weide beobachtet, wird man bei wirklichen Frechheiten und Dreistigkeiten diesen "Kadavergehorsam" bzw. die pure  und reinste Gewalt dort vorfinden. Was passiert wohl, wenn ein rangniedriges Pferd auf der Weide einfach hergeht und nach einem ranghohen Pferd schnappt, oder es gar so beißt, dass wie hier beschrieben, üble Wunden zurückbleiben??? Das ranghohe Pferd wird das sehr wohl sehr persönlich nehmen, weil es auch persönlich gemeint ist. Es wird nicht nur die Ohren anlegen oder mal bös gucken. Seine Einstellung beruht nicht nur auf dem Altertum, sondern ist noch älter sie ist dieselbe geblieben, seit es Pferde auf dieser Welt gibt, weil es einfach ein instinktgesteuertes Verhalten ist. Der Beißer kann froh sein, wenn er mit ein paar gezielten Huftritten davon kommt und nicht in eine Zaunecke gedrängt und dort wirklich übel zugerichtet wird. Garantiert wird das gebissene Pferd nicht mit seinem Ellenbogen bzw. Vorderbeinen herumfuchteln oder sonstige Mätzchen machen.  

Wie bei vielen anderen Dingen ist auch im Umgang mit Pferden keine Doktrin sinnvoll, nach dem Motto "ich schlage mein Pferd nicht" oder "dem gehört mal ordentlich der Frack gehauen". Wichtig und richtig ist bei allen Problemen im Umgang und beim Reiten zunächst mal Einsatz der Vernunft, genaues Beobachten des Pferdes, dann nachdenken und dann aber auch gezielt und entsprechend reagieren gefragt. Es gibt keine "Methode XY" die immer richtig ist. Mal ist Strenge und auch Gewalt (wie Pferde sie untereinander auch ausüben) nötig, wie bei Versuchen, in der Rangfolge über den Menschen zu kommen, also die Alphapostition zu untergraben. Mal ist die sanfte Methode richtig, bei Angst, Schmerz, Nervosität usw. Im Übrigen ist es eine völlige Vermenschlichung, dass ein Pferd, was einen Hieb mit der Gerte bekommen hat, oder eine sonstige kurze, gezielte "Gewalt" von einem Menschen als sofortige Reaktion auf sein Fehlverhalten erfahren hat, kein Vertrauen mehr in den Menschen hat. (Ich rede hier nicht von Tierquälermethoden, sondern von sinnvoller Bestrafung direkt am Punkt des Geschehens)  Es ist schlicht Blödsinn, dass dadurch das Vertrauen verloren geht. Zu seinem ranghohen Herdenchef hat ein Pferd ja auch nach einem ordentlichen Tritt Vertrauen und lässt sich mit Freuden von ihm das Fell kraulen, sollte der Chef sich mal dazu herablassen. Pferde sind nun mal vor allem instinktgesteuert. Sie haben leider ein, analog ihrer Größe, nur ein sehr kleines Gehirn, was absolut nicht dazu in der Lage ist, komplexe Gedankenketten nachzuvollziehen, wie sie die Streichelfraktion so gerne strickt.

 

Sie kapieren oft die ganzen Rumeiereien mit Klickern, Knotenhalftern, schwirrenden Seilen und sonstigem unnötigen Zubehör überhaupt nicht, sie reagieren in der Situation dann zwar entsprechend, aber wie sollen sie das dann später in Relation und Bezug zum ganz normalen Reiteralltag und Stallhandling setzen, wenn kein Seil schwirrt und kein Knotenhalfter drauf ist? Einsatz der Körpersprache ja natürlich, aber warum denn so kompliziert??? Warum nicht einfach (soweit möglich) dasselbe tun, wie Pferde untereinander auch? Warum darf auf einen gezielten Biss nicht einfach ein gezielter Tritt oder Schlag folgen, wie es unter Pferden auch passieren würde? Warum ist das, wenn es der Mensch tut gleich „Kadavergehorsam“ erzeugend? So ein Bullshit!!! Und zum Thema Gewalt kann ich da nur sagen, das Pferd ist mit einer Gerte dann sicherlich bei weitem „besser bedient“ als mit einem beschlagenen Huf!

Pferde reagieren einfach der Situation sofort entsprechend, wie es ihr Instinkt es ihnen sagt. Auch die Klärung der Rangfolge ist ein Instinkt. Jedes Pferd in fast jedem Alter versucht möglichst in der Rangfolge höher zu kommen und da machen sie leider auch keine Unterschiede von Mensch zu anderen Pferden. Es sind alles Individuen, die mit ihnen leben und alle werden in seinen Pferdeaugen eingeordnet.....

Katze Beißt was tun?

Hallihallo, mein Partner und ich haben nun seit knapp einem Monate eine zweite Katze, damit unsere nicht so allein ist. Sie ist eine 1,5 Jahre alte BKH nur haben wir nun folgendes Problem sie hat sich gut eingelebt und es kommt auch nur selten zum fauchen wenn beide aufeinander treffen (meist nachts). Nur leider ist es nun so dass sie mich und meinen Partner an Faucht und beißt, sie lässt sich streicheln und ist auch ganz zutraulich und dann schwankt ihre Stimmung, auf einmal und sie schnappt ohne Vorwarnung zu, sie Faucht sobald etwas passiert das ihr missfällt z.B. sie sitzt in der Badewanne und ich möchte duschen damit das möglich ist muss sie nun mal raus, aber sobald meine Hände sich nähren Faucht sie mich an und schnappt danach bei Möglichkeit. Nächte Woche muss ich mit ihr nochmal zum Tierarzt aber z.B. das hochheben oder Einfangen geht auf keinen Fall ohne biss und Kratzspuren für mich aus. Ich denke mal sie hat nach wie vor Angst die ich ihr versuche durch spiele und Aufmerksamkeit zu nehmen (was nicht so gut funktionier da sie wie gesagt eher kurz spielt und dann faucht und beißt). Leider kenne ich die Vorbesitzerin auch nicht sonderlich gut, aber dieses verhalten hätte sie bei ihr nie gezeigt. Nun zur Frage ich bräuchte hilfreiche Tipps wie ich ihr das abgewöhnen kann, im Internet werde ich zwar fündig aber Erfahrungsberichte wären mir da lieber.

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Hilfe mit "schwierigem" Pferd?

Hallo liebe Community, hallo liebe Pferdefreunde,

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Nun wollte ich Bodenarbeit mit ihm machen, um das Problem in den Griff zu bekommen, sobald ich jedoch mit ihm in die Halle gehe, benimmt er sich, wie im letzten Absatz beschrieben.

Ich komme dadurch recht schnell an meine Grenzen und weiß gar nicht, wie ich damit umgehen, bzw. wo ich ansetzten soll. Ich reite schon lange und bin durch eine langjährige RB auch versiert im Umgang, aber mir ist bisher noch kein Pferd begegnet, dass sich so benimmt.

Wie kann ich das in den Griff bekommen? Wo sollte ich ansetzten? Welche Übungen sind sinnvoll?

Ich bin für jeden guten Rat dankbar.

Lg ninchens

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