Muss man Kraftfutter an Pferde verfüttern?

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Die meisten Freizeitpferde kommen mit Heu, Weide und Mineral bestens zurecht. Aber es gibt auch welche, die Kraftfutter brauchen. Das ist mehr individuell als an Alter, Rasse o.ä. festzumachen, wobei es natürlich Rassen gibt, die so leichtfuttrig gezüchtet wurden, dass Kraftfutter das reine Gift für die meisten Exemplare ist. Da muss man einfach schauen. Man sieht und merkt es dem Pferd an. Wenn es ohne Kraftfutter vor Kraft strotzt, braucht es keines.

Kraftfutter ist Hafer. Im ganzen Korn, damit genug gekaut wird.

Heutzutage gibt es viele, viele Industriefuttermittel, die man natürlich den Pferdebesitzern wärmstens anpreist, weil man daran verdienen kann, während der Hafer eh pro Stall vom Bauern gekauft oder selbst angebaut wird. Man redet den Menschen Angst vor Hafer ein, weil der Hafer eben die Energie gibt, die man rein füttert und nicht die Pferde so träge macht wie das ganze Industriezeug, indem er nicht so blöd im Magen liegt, dass sie sich nicht mehr bewegen möchten. Wer sagt, sein Pferd hat mit Hafer zu viel Energie, sollte einfach auf Kraftfutter verzichten. Nimmt das Pferd zu sehr ab (> 80% der in Deutschland lebenden Pferde sollten übrigens dringend abnehmen), dann kann man immer noch die Heuration erhöhen statt Kraftfutter zu geben.

Hallo johanna 202,

das kommt ganz auf dein Pferd an.

24 Stunden Heu ist super. Bei sehr leichtfuttrigen Pferden würde ich aber auch dieses in einem engmaschigen Heunetz füttern.

Je nachdem wo du wohnst und wie bei euch die Wiesen ausschauen ist außerdem ein gutes Mineralfutter nötig, da die meisten Wiesen heutzutage nicht mehr so reichhaltig sind, dass die Pferde dort alle nötigen Mineralien aufnehmen können.

Hast du eine Robustpferderasse reicht das (Heu plus Mineralfutter) in der Regel aus.

Hast du ein modern gezogenes Sportpferd, dann solltest du auch Hafer füttern. Denn heuzutage sind die sportpferde so gezogen, dass sie einen Bedraf an Kraftfutter haben.

Wieviel du dann geben musst, hängt mit dem Pferd (Größe, Gewicht, Futterverwertung) und der zu erbringenden Leistung zusammen.

Viele Grüße

Saskia

Auch für Pferde im Offenstall gilt: nicht übertreiben und auf jedes einzelne genau achten. Heißt also: was muss das Pferd leisten? Sportpferd oder Freizeit? Guter Futterverwerter/leichtfuttrig? Ggf auch die Rasse.

Ein reines Freizeitpferd, nehmen wir mal einen Haflinger als Beispiel, ist mit gutem Heu rund um die Uhr oder in Intervallen (alle 2-3Std.) bestens gestellt, etwas Mineralfutter nach Bedarf. Gerade diese Rasse setzt eher schnell Speck auf den Hüften an, was eben auch ein Trigger für Hufrehe u. diverse andere Krankheiten sein kann.

Ein Achal-Tekkiner oder ein Araber, welcher Distanz geht und täglich trainiert wird, hat eine ganz andere Futterverwertung. Das sind Hochleistungssportler, die auch mehr Futter benötigen, mehr Eiweiss, mehr Fett um auch die Muskulatur in Schuss zu halten. Somit wäre hier die Zugabe von Kraftfutter schon anzuraten. Raufaser in Form von gescheiten Heu und etwas Stroh muss aber dennoch gegeben werden, unabhängig, ob Spring- Renn- Distanz- Dressur- oder Freizeitpferd.

Kraftfutter, ja da ist die Auswahl schier unendlich und auch unendlich verwirrend. Ich persönlich bin eher der Fan von Hafer, den ich selbst anbaue. Auch ich habe zwei Pferde: einen Barockpinto und ein Kaltblut, letztere wird täglich zwischen 7-8 Stunden im Wald zum Holzrücken eingesetzt und bekommt somit auch täglich ihre 300-400g Hafer zusätzlich zum MinFU und 24h Koppel und Heu, damit fahren wir seit Jahren sehr gut, ohne Mangelerscheinungen und ohne großartige Gewichtssprünge und Krankheiten.

Ich würde das Pferd, wenn´s dann da ist einfach beobachten bzw. auch wiegen (Landwirte zum Beispiel) um zu sehen, ob sich das Gewicht gravierend verändert. Grundbasis ist gutes Heu und Stroh, nach Bedarf Mineralfutter und den Rest muss man beobachten.

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