Muss man Adoptivkinder aufklären?

8 Antworten

Hallo,

ich bin auch adoptiert. Ob es sein muss kann ich dir nicht sagen. Aber umso früher es das Kind/die Kinder weiß/wissen desto besser. Ich habe es relativ spät erfahren und auch nicht von ihnen selber. Das war für mich sehr verletzend. Eins sollte immer an erster Stelle stehen - das Wohl des Kindes.

Viel Erfolg :)

verpflichtend ist es meines Wissens nicht, aber es macht Sinn, den Kindern die Wahrheit zu sagen.

Ich denke, es ist furchtbar, wenn du in der Pubertät bist und dann zufällig rausfindest, das es nicht deine leiblichen Eltern sind.

Bis zum Erwachsenenalter zu warten kann sehr schlecht sein, weil dann das Erwachsen schlimm sein kann

ein Freund von uns wurde auch adoptiert, aber er war vorher ein Pflegekind in dieser Familie, und wurde dann sozusagen als Teenager adoptiert, daher kannte er die Situation immer

auf jeden Fall aufklären. Alles andere wäre ein großer Fehler.

Früher oder später kommt es doch irgendwie raus. Dann wäre es ein großer Vertrauensbruch, wenn das Kind erkennt, daß die Leute, die es als Eltern kennt nicht die leiblichen Eltern sind, sondern Adoptiveltern. Besonders in der Pubertät, in der die Teenager eh schon viel durchmachen, wäre so was schlimm.

Vom Jugendamt wurde uns empfohlen, das Thema nicht zu verheimlichen, sondern früh darüber zu reden, wenn es aufkommt. So wie Chinama es schreibt: wenn das Kind fragt, ob es auch in Mamas Bauch war, dann sagt man im "du warst im Bauch EINER Mama, aber nicht im Bauch DEINER Mama". Darum gibt es beim Thema Adoption auch Ausdrücke wie "Bauchmutter" (in deren Bauch man war) und "Herzmutter" (in deren Herz man ist)

Oft reicht das am Anfang. Und später, wenn das Kind mehr wissen will, erklärt man es im altersgerecht. Es gibt da beispielsweise auch gute Bilderbücher, bei dem beispielsweise ein kleines Krokodil bei einer Entenfamilie aufwächst, etc.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Adoptivvater mit mehrjähriger Erfahrung.

Chinama  13.04.2017, 22:09

Wir haben unserer Tochter, als sie mit vielleicht 2,5 Jahren fragte, woher die Kinder kommen, gesagt, dass es im Krankenhaus eine Frau war, aus deren Bauch sie gekommen ist.

Damit war sie zufrieden und fragte nicht mehr, bis sie eine Schwangere sah und erneut gefragt hat.

Es war erstaunlich: Sie glaubte, es gäbe so eine Art kosmische Urmutter, die ständig Kinder gebiert. Das Bild hat mich sehr beeindruckt.

Doch als sie mit etwa 3 Jahren erfuhr, dass sie eben nicht aus dem Bauch meiner Frau gekommen ist, war sie sehr enttäuscht und wollte lange keine Geschichten mehr hören, die von weggebenen Kindern handelten.

Die Nachricht war schwer für sie zu verarbeiten..

Was meinst du mit Aufklärung?
Dass es um seine Herkunft Bescheid weiss?

Die ganzen Kinder aus Korea und Vietnam, die in den 70er Jahren nach Europa durch Terre des Hommes kamen, die merkten doch recht schnell, dass sie anders aussahen wie die Eltern. Vor allen Dingen haben die anderen Kinder unschöne Worte gesagt, und allerspätestens dann "musste man doch aufklären", oder?


Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Jede Menge, lerne noch immer dazu.

Saturnknight  13.04.2017, 19:48

es gibt auch Inlandsadoptionen.

Saturnknight  14.04.2017, 18:40
@Logindata

ist das ironisch gemeint?

Du schreibst es in deiner Ursprungsantwort so, als würde es nur Kinder aus dem asiatischen Raum adoptiert werden ...

Und davon abgesehen: ich hab auch schon gehört, wie Adoptivkinder aus Afrika ihre Eltern fragten, ob sie später auch mal weiß werden würden. Also, auch wenn es einen optischen Unterschied gibt, muß man die Kinder trotzdem aufklären.

Ich bin derselben Meinung wie du. Die meisten Adoptivkinder finden dies irgendwann einmal heraus, durch Finden von Dokumenten, von Unterschiedlichkeiten, durch Blutgruppenbestimmungen, durch Versprechern von Familienangehörigen.....

Quellen dafür kann ich dir auch nicht genau nennen, habe aber im Fernsehen schon einige Berichte darüber gesehen. Vielleicht durch die Sendung "Vermisst".