Mein Sohn betrügt seine Freundin.Was soll ich tun?

53 Antworten

Es war ein Mädchen aus seiner Clique?

Also kennen sie sich schon länger und sind befreundet.

Warum und aus welchem Grund hast du gleich angenommen, dass er seine Freundin betrügen würde?

Im Zeitalter von WhatsApp und Co ist es ein leichtes, den Eltern Bescheid zu geben, wo und bei wem man übernachtet.

Du hast deinen Sohn in breiter Linie bloß gestellt. Nicht nur das, du hast ihm obendrauf auch noch Fremdgehen unterstellt und vor allem auch angenommen, das er es macht.

Und. Du wirfst ein junges Mädchen - ich denke sie ist so alt wie dein Sohn - mitten in der Nacht aus dem Haus. Wie ist sie heim gekommen???

Anstatt mitten in der Nacht eine Szene vom Zaun zu brechen, hättest du als Vater und erwachsener Mann besonnene reagieren können!

Ich an deiner Stelle hätte ihre Eltern informiert, wo das Mädchen übernachtet und sie am nächsten Morgen - auf wohlbehalten Weg - nach Hause geschickt.

Und, du hättest sie auf dem Sofa schlafen lassen können!

Ich frage mich, welche Meinung du von deinem Sohn hast?! Als einen, der alles mitnimmt, was nicht bei drei auf dem Baum ist? Traust du ihn nicht zu, dass er seine Finger bei sich lässt, wenn ein Mädchen aus seine Clique bei ihm übernachtet?

Und selbst wenn er vorhatte, das da was "läuft". Es ist seine Sache und er muss die Konsequenzen dafür tragen. Ebenso das schlechte Gewissen.

Du kannst ihm deine Meinung hierzu sagen, aber ein solches Verhalten wie deines geht auch als treusorgender Vater nicht!

Kugel 

Mutter von zwei Kindern im Alter von 15 und 16

Wie manche Vorredner schon richtig angedeutet haben, lässt sich die Frage durch einen Blick auf die Rechtslage klären.

Die Eltern haben für die Wohnung das Hausrecht. Ohne ihre Genehmigung darf zumindest das minderjährige Kind niemanden in die Wohnung lassen, den die Eltern dort nicht haben möchten oder von dem die Eltern keine Kenntnis haben. Das Mädchen durfte unter diesem Gesichtspunkt ohne weiteres vor die Tür gesetzt werden. Etwas anderes ist die Frage, ob man sie nachts allein auf den Heimweg schicken darf. Sofern sie nicht einfach ums Eck wohnt, gibt es drei Möglichkeiten: sie von ihren Erziehungsberechtigten abholen lassen, sie selbst bringen, oder sie in ein Taxi setzen (selbstverständlich auf Kosten des Sohnes, der die nächsten Wochen reduziertes Taschengeld erhält).

Umgekehrt ist es Sache allein des Sohnes, auch des minderjährigen, ob er sein seine Freundin hintergeht oder zumindest den Anschein dafür erweckt. Verbieten können ihm die Eltern das nicht, gleichwohl sie ihm verbieten dürfen, das Fräulein mit nach Hause zu bringen. Eingreifen dürfen die Eltern erst bei massiven Gefahren, etwa wenn es darum geht, dass der Sohn eine Freundin mitschleppt, die ihn ins Rauschgiftmilieu hineinzieht und seine Gesundheit gefährdet. Hier kämen generelle Kontaktverbote in betracht.

Ob die Eltern also ein Mädchen, dass sie in der Wohnung aus welchen Gründen auch immer nicht sehen wollen, rausschmeißen oder nicht, liegt rechtlich in ihrem freien Belieben. Sei es aus moralischen, religiösen, ästhetischen (sie ist "zu dick") oder gar rassistischen Gründen, die Eltern als Hausrechtsinhaber haben freieste Hand und dürfen jeden Fremden vor die Tür setzen, der ihnen nicht passt. Was der Sohn will, ist rechtlich vollkommen gleichgültig: Ober sticht Unter.

Ob vollkommene Willkür jedoch für die Erziehung förderlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Vorliegend war es aus rechtlichen und erzieherischen Gründen richtig, das Mädchen aus der Wohnung zu werfen. Der Sohn hat sich an eine elementare rechtliche und soziale Regen nicht gehalten, nämlich zu fragen, wenn man von einem anderen etwas will (hier die rechtlich erforderliche Erlaubnis, jemanden in die Wohnung mitnehmen zu dürfen), sich im Falle des ablehnenden Bescheides an die Ablehnung zu halten (auch wenn man sie für falsch oder ungerecht etc. hält) und sich das Erwünschte nicht durch verbotene Eigenmacht zu verschaffen.

Würde man ihm den Damenbesuch durchgehen lassen, hätte der Norm- und Vertrauensbruch keine Folgen für ihn. Lerneffekt: Normen und Grenzen sind egal, auch wenn ich sie überschreite, passiert mir nichts. Daher ist es zwingend, die verletzte Norm durchzusetzen und einen normgemäßen Zustand (nämlich: Mädchen nicht in der Wohnung) herzustellen.

Das diese Reaktion zwingend ist, sieht man, wenn man sich einen anderen gleichermaßen rechtlich relevanten Normbruch denkt: Was, wenn sich Sohnemann einfach den elterlichen Fernseher in sein Zimmer stellt, weil er nicht auf seinen kleinen Bildschirm gucken will? Oder wenn er sich einfach so in Papas Geldbeutel bedient? ...

Alles das hat nichts mit Moral zu tun, es geht allein um die Frage, wie auf Normbrüche zu reagieren ist.

Das nächste Mal wird er nicht nachts um 2 zu Euch nach Haue kommen, sondern seinen Spaß (oder was auch immer) woanders haben.

Ich kann Deine Reaktion aus der Situation heraus verstehen.

Das wünscht man sich einfach nicht, zumal man ja vielleicht die feste Freundin auch ein wenig mag und ihr diese Enttäuschung nicht zumuten möchte. Da gehen die Emotionen schneller hoch, als man denken kann...

Zumal man ja auch den Eltern des Mädchens in die Augen schauen muss, falls "was" passiert (und in dieser Situation die Verhütung daneben geht).

Ich könnte mir für mich schon vorstellen, ein freundliches nächtliches Gespräch über Treue und Untreue zu führen, mal zu fragen, was wohl die feste Freundin dazu sagt und wie die sich das in der Clique vorstellen, wie es dann weiter gehen könnte.
Und die Idee, das Mädchen danach auf dem Sofa schalfen zu lassen, finde ich auch nicht ganz verkehrt.

Irgendwie müsste man mit möglichst wenig Gesichtsverlust für alle Beteiligten aus der Sache heraus kommen.

Weiterer Gesichtspunkt: Die beiden sind "fest" befreundet, aber nicht verlobt und nicht verheiratet. Und es wären nicht die ersten, für die Treue zur festen Partnerin dennoch keinen Seitensprung ausschließt.

Für meinen Teil würde ich das auch deutlich machen, welche Probeme das für die Freundschaft mit sich bringen kann. Ist ihm diese nette Nacht wirklich so viel wert, dass er dafür die Beziehung aufs Spiel setzt?

Umgekehrt: Was sagt es über die Beziehung aus, wenn er sie auf diese Weise aufs Spiel setzt?

Fragen über Fragen.

Und dann steht Dad in Trouble nachts um 2 halb müde, halb wütend, halb ratlos im Treppenhaus und hat exakt 2 Sekunden Zeit, sich für eine angemessene Reaktion zu entscheiden.

Die Chance, sich da falsch zu entscheiden, geht gegen unendlich.
Dadurch wirst Du kein schlechter Vater.

Vielleicht kannst Du mit Deinem Sohn ganz ehrlich ins Gespräch kommen, wenn Du Dein Verhalten nicht rechtfertigst, sondern von Deiner Unsicherheit aber eben auch von Deinen innerlichen und rechtlichen Problemen erzählst.

Geht es Dir um das Prinzip, oder geht es Dir darum, mit Deinem Sohn im Gespräch zu bleiben, ihm auch Fehler zu ermöglichen, aus denen er lernen kann - und trotzdem zu ihm zu stehen?

Warum eigentlich stehen wir so oft nicht zu unseren eigenen Kindern?
Warum stehen wir zu allen anderen (zu den Eltern des Mädchens, zu der festen Freundin, zu irgendwelchen Prinzipien oder Moralvorstellungen),aber eben nicht zum eigenen Sohn?

(Nur so zum Nachdenken. Man kann trotzdem seine Bauchschmerzen haben, wenn der eigene Sohn fremdgeht.)

Und noch eine Frage: Warst Du früher immer und zu jeder Zeit und ohne Ausnahme treu? Auch bei genauerem Nachdenken - man vergisst gerne, was man selber angestellt hat...

Und trotzdem: Nachts um zwei - Ich kann Deine Reaktion immer noch verstehen...

Aber morgen ist ein neuer Tag. Und da musst Du ausgeruht mit Deinem Sohn im Gespräch bleiben. Nimm Dir bitte die Ruhe und Gelassenheit, die das braucht.

Es ist und bleibt Dein Sohn! Ihm allein bist Du verpflichtet, niemandem anderen.

- er hat seinen sohn vorverurteilt

- er hat seine eigenen "sexuellen" vorstellungen auf den sohn übertragen

- er hat ein mädchen um 1.30uhr ohne begleitung in die nacht geschickt

- er will jetzt hören .... "das hast du gut gemacht"

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@hefezopf01

Weiß man`s?

Was ist der Unterschied zwischen Deiner Antwort in Blick auf Dadintrouble (der sich extra für diese Frage mit einem eigenen Account eingeloggt hat) und der Antwort von Deadintrouble im Blick auf seinen Sohn?

Und bist Du nachts um 2 h, wo Dein Sohn max um 24 h hätte zu Hause sein müssen, so abgeklärt und ruhig, wenn er zum ersten Mal mit einem Mädchen, das nicht seine feste Freundin ist, bei Dir aufkreuzt?

Es geht bei seiner Frage übrigens nicht um seine "sexuellen Vorstellungen", sondern m seine Vorstellungen von Treue, Beziehung und Partnerschaft.

Wer keine Vorurteile wünscht, sollte keine Vorurteile austeilen.

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@nachdenklich30

gute Antwort. Nur woher weißt Du dass sein Sohn um 24 Uhr spätestens hätte zu Hause sein müssen? - Das hat der Vater doch gar nicht geschrieben!? - Ich würde jetzt eher mal davon ausgehen, dass er seinem Sohn erlaubt hat bis 2 Uhr wegzubleiben und das ist ja auch nicht Gegenstand des Themas.

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@allocigar78

Gute Frage. Du hast Recht.

Wir haben uns immer am Jugendschutzgesetz orientiert. Und da ist in Gaststätten und so ab 24 Schicht.

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@nachdenklich30

ja das ist schon richtig, aber es muss ja nicht automatisch heißen, dass der Sohn in einer Gaststätte oder öffentlichen Veranstaltung oder Disco etc. war. Vielleicht war er nur mit ein paar Kumpels zusammengesessen oder spazieren mit seiner "neuen"

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Naja, natürlich ist das ein mieses Verhalten deines Sohnes seiner Freundin gegenüber und natürlich geht es dich eigentlich auch nichts an.

Was du tun solltest? Ihm klar deine Meinung sagen, dass du das mies findest und ihn so nicht erzogen hast. Mehr nicht, es sei denn, du willst noch mehr Stress indem du seine Freundin aufklärst und seine Beziehung zerstörst. Gut, das hätte er schon selbst gemacht, aber du wärest halt der Auslöser.

Ich würde aber befürchten, dass du solche Erlebnisse noch öfters haben könntest.

Eine Situation, wie sie heutzutage sicherlich nicht selten passiert. Nur erfährt man nicht davon, weil der Sprößling ein guter Indianer war :)

Was ich am allermeisten heraushöre in Deiner Frage, ist dieser "Spießer". Ich finde, dass Dein Sohn damit voll übertrieben hat, denn Du bist keiner! Nicht zuletzt deshalb, weil Du dies hier erwähnst. Es macht Dich selber verrückt, dass Du einer sein könntest, denke ich mal.

Nun zu Deinem Sohn. Unabhängig davon, ob er Rechtes oder Unrechtes tat: Er hat Dich in eine richtig blöde Situation gebracht. Deswegen mach Dir da keine Vorwürfe. Ich finde, dass Du ein guter Vater bist, mit allem Positiven was dazu gehört.

Die Bringschuld liegt jetzt allein bei Deinem Sohn. Er muss sich dafür rechtfertigen, was er tat - nicht Du !

Unabhängig davon, ob er Rechtes oder Unrechtes tat: Er hat Dich in eine richtig blöde Situation gebracht.

In die Situation hat sich der Fragesteller schon selbst gebracht, schließlich wollte der Sohn nicht auf den Vater treffen, immerhin ...

schlich

... er sich ja ins Zimmer.

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