Mein Freund ist so extrem Schwulenfeindlich?

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13 Antworten

Sprich mit ihm drüber. Vergleiche Schwulenfeindlichkeit mit Rassismus - den im Grunde ist es ja nichts anderes: Leute haben Angst vor Leute, die anders sind (obwohl deren Anderssein weder negativ noch gefährlich ist). Zähl auf, was die Leute vor einigen Jahrzehnten für Argumente gegen andere Rassen hatten und wie dumm und unsinnig diese Argumente waren. Und erkläre, dass Hass auf Schwule genau dasselbe ist. Vergleiche es mit Dingen, von denen du weißt, dass sie ihn schockieren. Sag ihm auf jeden Fall auch, dass es dich echt schockiert hat, wie hinterweltlerisch er denkt und, dass Du ihm so ein veraltetes Denken und so ein großes Unwissen gar nicht zugetraut hättest, weil Du ihn immer für intelligent gehalten hast.

Dann wird er vielleicht mal hellhörig. Gerade, wenn er merkt, dass du (als guter Freund) es gar nicht fassen kannst und ihn anders eingeschätzt hättest.

Du wirst ihn zwar nicht sofort dazu bringen, seine Meinung zu ändern, aber zumindest regst Du ihn zum Nachdenken an, und wenn er seine Ansichten erstmal selbst hinterfragt, dann merkt er vielleicht auch, dass sie nicht wirklich Sinn machen.

Vorneweg ist er sogar mein fester Freund.
So ähnlich habe ich das auch schon Versucht. Nazis und die Judenfeindlichkeit und Sinti und Roma. Er zählt die homosexuellen jedoch nicht als eine Rasse. Aber ich denke ich werde es mit deinen Worten irgendwann nochmal versuchen, danke:)

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@Jedwardforever

Es geht auch nicht um Rasse, sondern um das dahinterstehende Prinzip, dass er einer Gruppe von Menschen bzw. allen Gruppenmitgliedern die Existenzberechtigung abspricht.

Ob sowas nun mit Blick auf eine Behinderung, die sexuelle Orientierung, die Religion, die Hautfarbe, die Nationalität, das Geschlecht, das Alter o.ä. passiert ist egal. Im KZ sind deshalb ja nicht nur Menschen einer bestimmten "Rasse" gelandet, sondern eben auch Schwule, politisch Gefangene, Zeugen Jehovas, "asoziale".

Du kannst Dich durchaus fragen: warum mag er denn schwule nicht? Was geht denn in seinem Kopf dabei vor, welche Gedanken hat er und weshalb? Woher kommt die Ablehnung? Hat er  irgendwelche Erfahrungen? Ist es etwas, was Teil von ihm ist und was er selbst an sich hasst und deshalb auf andere projiziert?

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Er ist der Meinung dass es nicht normal sei sich von nem Typen in den ars** fi**** zu lassen. Wobei das auch heterosexuelle Menschen tun. Einsehen tut er nichts

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@Jedwardforever

Du kannst Deinem Freund ruhig sagen, dass nicht alle schwulen Analverkehr mögen - genauso wie nicht alle heterosexuellen drauf stehen.

Er muss das ja auch nicht machen. Wahrscheinlich mag niemand  alle Sexualpraktiken - und findet das eine oder andere sogar ekelhaft, weshalb es nicht in Frage kommt.

Wenn er eine Sexualpraktik ablehnt, ist das das eine.

Einer Personengruppe das Lebensrecht absprechen - und das tut er ja anscheinend, wenn ich Dich da Recht verstanden habe - ist eine ganz andere Nummer. Auch wenn es um die geht, die das tun: was geht es ihn an, was andere im Bett machen? Stellt er sich das etwa bildlich vor? Wenn ja, warum?

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Du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten mit jeweils wieder zwei verschiedenen Schlussfolgerungen daraus:

1) Du akzeptierst, dass Dein Freund so denkt! Dann kannst Du entweder

1a) mit ihm befreundet bleiben, das Thema aber in Zukunft nicht zum Gesprächs- oder gar Streitthema machen oder

1b) entscheiden, dass Du diesen Kontakt nicht mehr möchtest, weil Du nicht mit jemandem befreundet sein willst, der eine Deinen Ansichten entgegengesetzte und Dich schockierende(!) Meinung hat.

2) Du akzeptierst nicht, dass Dein Freund so denkt! Dann kannst Du entweder

2a) mit ihm befreundet bleiben und auf alle erdenkliche Art und Weise versuchen, ihn von seiner Meinung abzubringen, oder

2b) entscheiden, dass Du den Kontakt nicht mehr möchtest, weil Du mit ihm(!) nicht mehr befreundet sein willst.

Stelle Dir in Deinen Gedanken diese insgesamt vier Möglichkeiten jeweils so plastisch und bildlich wie möglich vor, wie Du nur kannst, und bringe dabei nur nicht die Möglichkeiten 1a und 2a und die Möglichkeiten 1b und 2b durcheinander! Teste dabei, welche unterschiedlichen Gefühle in Dir jeweils aufsteigen - und die Möglichkeit, bei der Du Dich innerlich am ruhigsten und stressfreiesten fühlst, die nimmst Du dann.

Versuch ihn aufzuklären! Dein Freund scheint ein festes, negatives Bild von Homo- und Transsexuellen zu haben. Zeig ihm, dass kaum eine solche Person diesem Bild entspricht. Zeig ihm wie diese Leute wirklich sind und wie sehr sie leiden, wegen Leuten, die so denken wie er. Er wird bestimmt irgendwann einsehen, dass das nicht die richtige Denkweise ist :)

(Du sollst ihn natürlich nicht "bekehren" Homosexuelle zu mögen, aber etwas Toleranz hat noch nie jemandem geschadet.)

Viel Erfolg!

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