Medizinstudium, Praktikum fälschen?

10 Antworten

Es gibt in der Hochschule ein Prüfungsamt und eine Studierendenvertretung.

Das wären die zwei Anlaufstellen, die Du hast. Die beste ist sicher die Studierendenvertretung. Dort kannst Du Unterstützer finden und gegenüber der Hochschule Deine Bedenken ob der Fairness dieses Vorgehens vortragen. Die Hochschule kann dann eine entsprechende Änderung der Regeln der Studienprüfungsordnung lostreten, sodass das Praktikum beispielsweise nurnoch im Inland gemacht werden kann.

Im Prüfugsamt kannst Du direkt mit Deiner "Beschwerde" vorstellig werden. Vermutlich ist das Vorgehen aber schwer zu beanstanden, denn eine Bescheinigung ist eine Bescheinigung. Dass die türkischen Krankenhäuser da eine lasche Vergabepolitik für derartige Scheine hat ist nicht im Einfluss der Hochschule.

Das grundlegende Problem ist vermutlich: Für den Studienerfolg ist es wichtig eine Bescheinigung einzureichen. Es ist nicht wichtig ein Praktikum absolviert zu haben. Das ist sehr schade, aber ein Problem mit vielen Praktika und Kursen. Lernen für Scheine und nicht fürs Leben, ein bedauernswertes Phänomen. Aber ich habe ehrlichgesagt auch keinen Vorschlag, wie man es besser machen könnte, obwohl ich mich auch an meiner Hochschule sehr oft in verschiedenen Gremien zu solchen Themen Gedanken gemacht habe und es als ein wichtiges Qualitätsmerkmal eines Studiengangs erachte.

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung
9

Bevor man diesem nervenaufreibenden Prozess nachgeht, sollte man seine Energie in Sinnvolleres reinstecken. Am Ende verliert sie mehr, als sie dadurch etwas gewonnen hat.

0

Hi,

wenn du hieb- und stichfeste Beweise hast, kannst du das natürlich melden. Sind das aber nur Vermutungen und du hast nichts in der Hand, dann überleg einmal, wer am Ende als der/die Dumme dastehen wird.

Es ist übrigens sehr bedauerlich, dass ihr alle keinen Bock auf das dreimonatige Pflegepraktikum habt. Es schadet nämlich gar nichts, diese Arbeit aus der Sicht des Pflegepersonals kennenzulernen. Man hat sich schon etwas dabei gedacht, dieses Pflichtpraktikum zu verlangen. Dadurch gewinnt ihr erstens neue Einblicke und bekommt Respekt vor der Arbeit der Krankenpfleger. Kommt also von eurem hohen Ross herunter (eine typische "Krankheit" bei vielen Medizinstudenten in den ersten Semestern) und seht die Arbeit als Chance Neues zu lernen und euren Blickwinkel zu erweitern.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
43

Das 3-monatige Pflegepraktikum ist nach Erfahrung der meisten Studenten völlig für den Ar***, weil du quasi keine Pflege lernst und stattdessen viele Hilfsarbeiten schlicht "wegarbeitest".

Respekt lernt man nicht dadurch, dass man irgendwo als unbezahlter Hiwi eingesetzt wird.

Ich war glücklicherweise einen Monat auf einer Privatstation mit einer indischen Schwester als Stationsleitung. Da habe ich tatsächlich was gelernt. Die meisten Kommilitonen haben auch im selben Haus nur Mist erledigt.

1
9

Das Ding ist, dass man während des Studiums, ständig Klausuren schreibt, man hat nie einen Moment, wo man sagen kann, "So, jetzt ruhe ich mich mal aus!". Das hat man nur in den Semesterferien, die ja auch leider futsch sind, aufgrund des Pflegepraktikums. Es geht uns nicht darum, dass wir die Arbeit nicht kennenlernen wollen, sondern, dass 3 Monate zu viel sind. Meiner Meinung nach hätte es einer auch getan.

0

Die Kommilitonen werden deshalb keine schlechteren Ärzte.

Meiner Erfahrung nach haben genau diese Leute am Ende oft hervorragende Abschlüsse. Sie konzentrieren sich auf das, was wirklich zählt. Auch im Job habe ich einige dieser Leute später herausragend gut erlebt.

Also kümmere dich um deinen eigenen Kram und such dir gegebenenfalls selbst ein Haus, in dem man die Anwesenheit lockerer sieht.

9

Danke für diese Antwort!

2

Was möchtest Du wissen?