Maschinenbau oder BWL studieren?

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7 Antworten

Anders als die 2 Antworten würde ich dir schonmal nicht zum WirtIng raten. Wenn man sich zwischen 2 Dingen nicht entscheiden kann ist die Lösung nicht immer der Mittelweg. Als WirtIng hast du weder spezifische Kenntnisse in Maschbau noch in BWL. Diese Leute werden speziell durch ihre kombinierten Grundkenntnisse der beiden Fächer in Logistik eingesetzt. Was ich damit sagen will: WirtIng ist sicher eine genauso super Sache, aber nicht die Lösung für dein Problem.

Vorab noch: Soweit ich weiß haben viele Vorstandschef der deutschen Automobilbranche an der RWTH Aachen studiert. Dafür braucht man keine Kenntnisse in BWL, sondern einzig und allein Erfahrung und Führungstalent. Doch der Weg dort hin; ja erstmal die Möglichkeit dafür eröffnet zu bekommen, führt nunmal über den MaschBau Ingenieur weil man dann schon im Unternehmen eine recht hohe Position hat und sich beweisen kann.

Allerdings würde ich dir, da du ja neunstellige Ziele hast, dann vom MaschBau abraten (auch noch aus anderem Grund, dazu weiter unten), denn angesichts dieser und auch dem Erstreben nach Anerkennung brauchst du, wie du selbst schon sagst, ein eigens gegründetes Unternehmen oder irgendeine sonstige brilliante Idee (mir fällt da spontan Steve Jobs ein). Dafür ist es grundsätzlich erstmal egal was du studierst, das bereitet dir nur den Einstieg und Weg. Die erforderlichen Kenntnisse wirst du über Erfahrungen bekommen. Hinsichtlich Maschinenbaus ist der Zug allerdings abgefahren noch große Entdeckungen zu machen. Dort arbeiten auch die brilliantesten Köpfe im Team an Innovationen. Einzelne große Namen kennt man dort nur vom Vorstand.

Diese Überlegungen führen dazu, dass es elementar ist ein Studium auzuwählen, welches dir Spaß macht und dir möglichst viele Möglichkeiten eröffnet. Das kann MaschBau sein, Physik, was auch immer. Zu BWL, viele Leute mögen mich dafür hasse, aber ich vertrete diese arrogante Auffassung: Ein brillanter Kopf ist in der BWL nicht gefordert. Je nachdem wo man arbeitet kann man natürlich durch Intelligenz (siehe Banker und Manager) einen Haufen Kohle machen, aber das verdankt man dann wie gesagt der Intelligenz und nicht der Ausbildung BWL. Kompakt empfehle ich: Wenn du dich entscheiden müsstest zwischen einem Job wo du über Geld nachdenkst und wie man es gewinnbringend einsetzen kann und einem Job indem du Aufgaben durch Logik lösen musst.... (Der BWL'er muss sich mit dem Markt auseinander setzen und den Bedürfnissen des allgemeinen, dummen Konsumenten, dessen Entscheidungen oftmals nicht auf Logik basieren...sowas würde mich in den Wahnsinn treiben)

Ich habe vor zwei Jahren auch an der RWTH Aachen angefangen MaschBau zu studieren. Mein Abi war nicht so herrausragend wie deins, ich würde mich anders wie du allerdings auch als sehr faul beschreiben. Was uns verbindet ist jedoch die sehr guten Leistungen die wir in Mathe und Physik gebracht haben. Auch für mich war klar: Maschinenbau weil ich logisches Denken so sehr mag wie nichts anderes. Physik war mir zu theoretisch, außerdem habe ich mich immer für Autos interessiert. Bei mir kam schnell die Ernüchterung: Komplexe Zahlen fand ich unlogisch (vllt war ich auch zu dumm), die Leute lagen mir nicht, es kam mir mehr wie ein Lernstudium, als ein Verständnisstudium vor. Klar ist jmd mit geringem IQ auch mit exzessivem Lernen aufgeschmissen, keine Frage. Aber ich hatte es mir immer so vorgestellt, dass ich wenig tun muss und dank meiner schnellen Auffassungsgabe trotzdem alles verstehe. Ich bin letztlich bei Jura gelandet und voll aufgegangen. Logisches Denken ist hier extrem wichtig... das Vorurteil "Jura - Lernstudium" hält sich nur, weil man durch Lernen im Gegensatz zu Mathe oder Physik sehr viel wett machen kann. Aber die richtig guten, genialen Profs oder Refarendare sind richtig krasse Maschinen. Die haben wirklich was im Kopf. Wer Mathe hasst studiert Jura? Richtig, aber die krassen Brains hier waren auch in Mathe überragend. Genug der Werbung und kurze Zusammenfassung: MaschBauer fand ich immer sehr einseitig während die wenigen guten Jurastudenten für mich Allrounder sind. Intelligente Leute die alles können, aber am meisten Spaß an der einfachen Logik haben und deswegen Jura studieren. Falls du dich wiedererkennst empfehle ich dir es mal auszuprobieren....

Falls nicht, dann am Ende noch ein persönlicher Rat: Erfolgsorientiertheit, Perfektionismus und der Ehrgeiz der Beste sein zu wollen kenn ich nur zu gut. Du solltest aber auch nicht vergessen, dass auch der intelligenteste Mensch sich Gedanken darüber macht wie er sein Leben glücklich führen kann, denn das ist der Sinn des Lebens aller Menschen, nur versucht jeder dies anders zu erreichen. Setze deine Ziele vielleicht lieber hinsichtlich dessen, dass dein Job deiner Intelligenz gerecht wird und dass dein Name groß wird. Das kann man als Milliardär aber auch als renommierter, aber relativ armer, Professor ;)

Erstmals vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Das mit dem WirtIng-Studium hatte ich schon geahnt. Ist wirklich nur ein Mittelweg, also eig. keine richtige Lösung.

Große Entdeckungen, wie vor allem die vom letzten Jahrhundert, wird es in Zukunft wahrscheinlich nicht allzu oft geben. Wie jedoch Henry Ford, der übrigens, wie der zuvor von Ihnen erwähnte Steve Jobs, zu meinen Vorbildern gehört, einst sagte: "Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen."

Ich danke Ihnen für die Empfehlung, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass Jura bisher für mich nicht infrage kam. Ich werde voraussichtlich mit Maschinenbau beginnen, jedoch die Idee, es mal mit Jura auszuprobieren, im Hinterkopf behalten...

Ich weiß, dass Ihr persönlicher Rat gut gemeint war, und ich weiß es sehr zu schätzen. Das "glücklich sein" hat mich eig. nie interessiert(so absurd es auch klingen mag), ich war es nie, bin es nicht und werde es wahrscheinlich auch nie sein(was mir nichts ausmacht, denn ich folge einem ganz anderen Ziel). Ich zumindest vergleiche den Versuch jedes Menschen, meine Lebenseinstellung zu ändern und mich von meinem Ziel abzuhalten, mit dem Versuch, eine Zahl durch null zu teilen... Mein Ziel ist die Milliarde, und eins ist sicher: um die werde ich bis an mein Lebensende kämpfen.

Sie haben mir sehr geholfen.

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@anwnimos

Übrigens, da wäre noch eine Frage:

Stimmt es, dass junge Leute BWL mit der Aussicht auf relativ frühen finanziellen Erfolg( eigener Porsche und Villa mit 30 etc.) studieren und sich auch für die Uni dementsprechend kleiden(Sakko, Lackschuhe, Haargel etc.)? Wenn ja, entsprechen diese Vorstellungen auch nur annährend der Realität, oder fallen sie später im Berufsleben meistens auf die Nase?

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@anwnimos

Zum Kommentar oben noch: Bedenke aber, dass Milliardär werden doch mehr Glück als Verstand voraussetzt. Von tausenden Leuten die eine Idee haben hat dann, durch eine Aneinanderreihung von Zufällen, die eine Erfolg. Wir bezeichnen es hier einfach als Doofenglück. Ich persönlich finde das Ziel Milliardär zu werden eins, auf das man keinen Einfluss hat, wie als würde man Roulette spielen. Nichtsdestotrotz finde ich deine klaren Ziele gut. Du scheinst dich gut zu kennen, bist aber nicht zu stolz um hier nach Rat zu fragen. Daumen hoch!

Zu 2.: Hab ich so noch nie gehört. Im Gegenteil. Schau dir mal im Zeit-Studienführer die Durchschnittseinstiegsgehälter an. Kann man sich auch ganz logisch beantworten die Frage. Allein die immense Anzahl der BWL-Studenten zeigt (größter Studiengang in BRD), dass das gar nicht sein kann. Wer soll das ganze Geld denn zahlen? Das Auftreten der Studenten hängt auch sehr vom Ort ab. An der WHU Vallendar wirst du so etwas verstärkt sehen, natürlich. Das hängt daran, dass diese Leute es sich von zu Hause aus halt einfach leisten können. Bei uns in Konstanz sind die Jura-Studenten recht normal, obwohl Konstanz sehr rennomiert ist, jedoch zieht es wohl nicht die Lackaffen an. Die finden sich verstärkt in Bonn und Heidelberg wie ich gehört habe.

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Ich sehe im Beruf immer wieder, dass "Experten" wichtiger werden als Generalisten. Maschinenbau ginge ja eher in Richtung Experte. Es studieren so super viele Leute BWL (ich habs auch im Bachelor gemacht). Ich würde eher Maschinenbau empfehlen. Die wichtigsten wirtschaftlichen Kenntnisse kannst du ja anschließend nach ein paar Jahren Berufserfahrung in einem Master (MBA o.ä.) sammeln. Solche Master kann man ganz easy machen, auch wenn man keine BWL Kenntnisse hat.

Alternativ Studium Wirtschaftsingenieur (mach ich persönlich auch). Du kannst allerdings auch Maschinenbau studieren und BWL Kurse (mit Zertifikat am besten) belegen und abschliessen. Papier ist in unserer Zeit sehr wichtig für einen Einstieg ins Berufsleben. Willst du allerdings eine Firma gründen empfehle ich deinen Schwerpunkt auf BWL zu legen, weil du einfach das Wissen brauchen wirst. Musst aber dann die Technischen Fähigkeiten mit Kursen/Seminaren fortbilden.

Gruß Bullet

Schau mal, wieviele heutige Milliardäre das als Ziel hatten, ich schätze mal keiner.

Es gibt nicht die eine Karriere, jede hat ihren eigenen Weg. Planen kann man das sowieso nicht, weil es eh anders kommt.

Maschinenbau ist für eine Karriere trotzdem ein sehr guter Einstieg, besser wie als reiner BWLer (zumindest in großen Konzernen, die nur annähernd was mit Technik zu tun haben). BWL braucht man im Berufsleben heute eigtl. überall, also lernt man das zwangsläufig.

Eigenes Unternehmen kann man dran denken, wenn eine gute Idee, Wissen und Mut dazu da ist. So pauschal vorher das erzwingen zu wollen klappt nicht.

Und glaub mir, mehr Geld macht auch nicht glücklicher (wirst du aller Wahrscheinlichkeit nach aber selbst noch lernen).

Es ist mir schon klar, dass eine gute Idee Grundvoraussetzung für den Erfolg als Unternehmer ist(habe es nicht aufgeschrieben, weil ich es eig. für selbstverständlich hielt).

Keiner kann wissen, ob die meisten heutigen Selfmade-Milliardäre das auch als Ziel hatten. Das wissen sie nur selbst... Den nötigen Erfolgswillen hatten sie aber bestimmt...

Mich interessiert das "glücklich sein" nicht, glücklich war ich nie, bin ich nicht und werde es voraussichtlich auch nie sein. Es ist auch nicht mein Lebensziel, glücklich zu sein, sondern ausschließlich der Erfolg. Ich lebe für den Erfolg und den Reichtum, und wenn es mich mein Glück oder sogar meine Gesundheit kostet, ist es es wert...Ich weiß, dass es eine merkwürdige Einstellung ist, wegen der ich sogar den Kontakt zu vielen meiner Mitmenschen(davon auch Verwandten und ehem. Freunden) für immer abgebrochen habe, weil sie nicht damit klar kommen konnten. Jedenfalls kann mich keiner davon abhalten, ich werde bis an mein Lebensende darum kämpfen.

Ach ja, da wäre noch eine Sache: die meisten meiner eher leistungsschwachen Mitschüler(ich meine die, die der Ansicht waren, nicht lernen zu müssen) waren(sind es mittlerweile immernoch) oder täuschten zumindest vor, glücklich zu sein. Jedenfalls hatte ich, der immer "unglücklich" wirkte, kritisierte, meckerte, nie mit sich selbst und den anderen zufrieden war und ständig der Beste sein wollte, eine weitaus bessere Schullaufbahn(und Abiturnote) als sie...

Danke, jedenfalls, für die Antwort. Jetzt bin ich fast bei 100% für Maschinenbau ;)

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Dann studier Wirtschaftsingenieur, das ist eine Kombination aus Maschinenbau und BWL.

Stimmt, habe auch danach recherchiert. Aber aufs technische wird dort, nehme ich mal an, weniger Wert gelegt als beim Maschinenbaustudium...oder?

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BWL ist eines der bei vielen Absolventen sehr beliebten "Laberfächer", weil jeder, der viel reden kann, sich dafür für besonders geeignet hält.

Wenn Dich gerade der Maschinenbau interessiert, ein ja eher "hartes" Fach, wo es um klare und nachvollziehbare Fakten geht, dann dürftest Du an BWL eher wenig Spass haben.

Und Deine Vermutung, die meisten "Bosse" hätten BWL studiert, ist eindeutig nicht richtig, denn ich kenne reichlich Ingenieure aller Art oder Physiker in diesen Reihen.

Ich denke mal laut nach.

Du wolltest Maschinenbau studieren und hast Dich vermutlich auch darauf vorbereitet. Für die Wirtschaft hast Du dich bisher nicht interessiert.

Dieses Desinteresse wird sich auch auf das BWL-Studium auswirken und damit auch deine Semesterzeugnisse beeinflussen. Was sich wiederum darauf auswirkt, welchen Job Du anschließend eventuell bekommst.

Abschließend stellt sich noch die Frage, ob Du das BWL-Studium durchziehst und an deinem dem darauf anschließenden Job auch Freude hast.

Das Leben ist lang.

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