BWL - studiert das wirklich jeder?

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Viele studieren es gar nicht zu Ende.

Viele wählen BWL, weil sie unterschätzen, was verlangt wird oder weil halt grad BWL einfach erscheint, ist´s aber nicht.

Die Materie ist Pf*rztrocken, die Berechnungen ziehen sich in´s unendliche, etwas greifbares zum Anfassen hat man auch nicht und wer sich nicht für Wirtschaft interessiert, kann eh einpacken.

BWL ist weder einfach noch lachhaft und das würde ich einfach links rein und rechts wieder rauslassen, was andere meinen zu wissen. Dir/Euch muss es gefallen und du musst einen Sinn darin sehen und du musst eine Perspektive für die Zukunft schmieden, nicht die anderen.

Hi, 

ich habe BWL studiert und bin jetzt schon 9 Jahre im Beruf.

Jeder Studiengang hat so seine Vorurteile. Einige treffen zu, andere nicht – je nach Person. Wir hatten genau 2 von 160 Leuten im Studiengang, die dieses Vorurteil vom verwöhnten Unternehmerkind, mit Lacoste Shirt und Aktenmappe verkörpert haben. 

Ich weiß, dass aus meinem Jahrgang ca. 50% ihren Abschluss nicht geschafft haben. So leicht kann es also nicht gewesen sein. Außerdem ist der NC durch die hohe Nachfrage auch nicht gerade von Jedem zu leicht zu erfüllen. Klar gibt es schwierigere Studiengänge aber auch sicher leichtere. 

Am Ende ist es mir egal, weil ich einen sehr guten Abschluss gemacht habe, beruflich gut Fuß gefasst habe, kein Kapitalistenschwein geworden bin und Niemanden ausbeute. BWL ist nämlich auch gut für Betriebe und bedeutet nicht nur Leute ausnehmen und verarschen. Aber das können die Leute natürlich nicht wissen.

Mach Du einfach Dein Studium. Ich fand es wahnsinnig Interessant.

Fast in jeder Hochschule oder Uni wird einem, in den ersten Vorlesungen, erzählt, dass ca. 40-50% gar nicht zu Ende studieren.

Und Wunder was - es ist wirklich so. Das liegt daran, dass ca. 10% wirklich zu doof sind (besonders Finanz-Mathe, Bilanzierung, KLR oder Statistik). Weitere 30-40% wechseln das Studium oder brechen ab, weil sie in der Tat erst einmal dachten: Hey BWL braucht man doch immer.

BWL hat eben den Nachteil, dass viele Leute dort einfach reinkommen ohne besonders hohen NC. Da mittlerweile auch Fachhochschulen BWL anbieten kommen auch die (vermeintlich) schlechten Realschüler, die über Fos oder Bos ihr Abi nachgeholt haben (besonders in Hessen oder Bayern ein schlechter Witz - in Bezug auf die Prüfungen).

Die Leute, die BWL wirklich interessiert sind oft Kinder von selbständigen Unternehmern, Steueranwälten, Autohausbesitzer, Abteilungsleiter und co. Von diesen bestehen zwar die meisten BWL, fallen aber auch "weich".

Lachhaft (habe selbst BWL studiert und abgeschlossen) kann man viele Kurse schon sehen, weil der Anspruch vom Bachelor meist eben "Realschulniveau" hat und viel auswendig lernen ist. Ist teils dem System geschuldet, aber auch den weniger guten Professoren, die meist denken - ihre Arbeit im Betrieb gilt eben auch überall. Natürlich gibt es auch sehr gute Professoren ;).

Mit BWL hast du aber die optimale Möglichkeit viele Kreisläufe eines Unternehmens, Verhalten der Wirtschaft und co. zu verstehen. Das bekommst du nicht mit den "aus meiner Sicht" lachhaften Studiengängen wie "Online-Medien" oder "Immobilien" bzw. "Erneuerbaren Energien". Nicht das diese Fächer unwichtig wären, aber viel einfacher als BWL, wenn man deren Lehrpläne, Klausuren und co. anschaut.

Anspruchsvoller wird da schon Medizin, Lehramt oder eben Ingenieur

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