Märchen: Alter und Kriterien?

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Kinder durchlaufen quasi die soziale Entwicklung der Menschheit - und Steinzeitmenschen haben animistische Vorstellungen, glauben an Geister in jedem Baum und Strauch. Daraus entstand der Wunderglaube der Schamanen, der bis in die heutige Zeit hineinwirkt - die großen Religionen sind nur eine kultiviertere Form davon.

Tatsächlich gibt es unsichtbare Verbindungen zwischen den Lebewesen, die für die Wissenschaft noch weitgehend unerforschtes Gebiet sind. Nur funktionieren die selten so, wie in den Märchen dargestellt. Die Zauberkraft von Feen und Dämonen ist an der Realität gemessen arg übertrieben.

Je kleiner und unerfahrener ein Kind ist, umso empfänglicher ist es für Phantastereien. Deshalb glauben die lieben Kleinen ja auch an Nikolaus und Osterhase...

Du fragst nach Bewertungskriterien - wofür? Wenn Du die erzieherische Qualität von Märchen bestimmen willlst, dann frage Dich, welche Moral da vermittelt wird und ab welchem Alter die Geschichte verständlich ist. Aber das solltest Du Dich auch bei allem fragen, was Du selbst an Medien konsumierst...

In den meisten Märchen werden die wichtigsten Stationen im Leben einer Figur geschildert und aufgezeigt, welche Folgen ihr Handeln hat. Der "deos ex machina", also die Glücksgöttin mit dem Füllhorn, kommt da eher selten vor. Insofern sind Märchen meist realistischer, als die Versprechungen der Priester...

Märchen sind in jedem Alter gut.

Allerdings sollte man kleinen Kindern nicht unbedingt Grimms Märchen erzählen. Da diese oft mit Mord und Todschlag zu tun haben. Da gibt es andere - optimistischere.

Ich kann mich gut erinnern, dass ich den Söhnen meiner Cousine Märchen vorlas. Meine Cousine ging anfangs nur vorbei. Aber es dauerte nicht lange und sie setze sich dazu und lauschte andächtig.

Ich hatte das Glück, sehr schöne bulgarische Märchenbücher zu bekommen, als meine Kinder klein waren. Sie hatten zwar düstere Bilder (überwiegen schwarz und dunkelblau). Aber die Märchen selbst waren sehr schön. Meine Kinder haben sie geliebt.

Und aus meiner Kindheit kannte ich ein Märchenbuch, das sich mir stark eingeprägt hatte und das auch meinen Kindern sehr gefiel: "Der große Kamillenstreit".

Es kommt nicht auf das Alter des Kindes, sondern den Entwicklungsstand an! Das kann mit 3 aber auch mit 5 Jahren sein. Es gibt auch Kinder, welche Märchen gar nicht interessieren.

Kinder verstehen sehr schnell, das es nicht ,,wahr" ist was da passiert. Aber sie finden es toll sich ein wenig zu grußeln und doch dabei schon vorher zu wissen, dass das Gute immer gewinnt. Solche Geschichten mögen wir Erwachsenen doch auch, oder? Entweder als Actionfilm, wo einer gegen alle Bösen gewinnt oder den Liebesfilm, wo am Ende die unscheinbare graue Maus den Held bekommt.

Übrigens, wichtig ist es, dass es ein Märchenbuch mit vielen Bildern ist und ab und zu solte man dem Kind auch etwas zum Märchen erklären. ------------In unsere moderenen Backöfen würde schließlich keine Hexe passen und welches Kind weiß heute noch was Rapünzchen sind?

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