Macht es heute noch Sinn, seine Feinde zu lieben? Hat es überhaupt schon mal Sinn gemacht?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja. Unter Feindesliebe zu verstehen, seine Feinde tatsächlich zu lieben, ist wohl nur einem Sprachverständnis geschuldet, welches fernab jeder Realität ist.
Seinen Feinden jedoch nicht mehr anzutun, als man selbst als NOTWENDIG erkennt, um sich gegen sie zu wehren, ist aber meiner Meinung nach ganz in Ordnung.

Hallo

Yup, meiner Meinung nach ist dies immer super wichtig. Denn es gibt keine wirklichen Feinde. Jeder versucht sich selber glücklich zu machen. Dies ist es, was uns das Leben dazu beruft.

Leider haben viele Menschen verlernt, was Glück wirklich bedeutet.

Jesus sagte ebenfalls: Sie wissen es nicht besser.

Und so sehe ich es auch. Wir alle tun, was wir meinen sei das Beste.

Der Feind ist eher das, was zwischen den Menschen steht bzw im Kopf vorgeht. Wenn aber einer einsieht, dass das Gegenüber genauso ein Mensch ist. Auf der Suche nach Sinn und Akzeptanz, dann sieht man ein, dass der Mensch nicht der Feind ist.

Feind bedeutet eigentlich: "ich komme nicht damit klar". Zeugt von Egoismus

Nicht, dass Egoismus etwas Schlechtes wäre. Wer bin ich um darüber zu urteilen. Denke gar, alles ist in gewissen Situationen wichtig und nützlich.

Ausserdem verstehe ich Jesus Lehre nicht als Befehl, weswegen man ja auch nicht die Feinde lieben muss. Es ist mehr ein Ratschlag, der zu Einsichten führen kann.

Und schlussendlich, ist es vermutlich wirklich die Antwort, gegen jede Art von Streit & Krieg

Lg

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Auf der Suche nach Antworten

Das leben ist zu kurz um jemanden zu hassen.

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@notatto

Das Leben ist alles was ich kenne. Hass gegen jemand ist immer Hass gegen das Leben, wie es spielt. Und das Leben, zumindest das mehr oder weniger greifbare, bin ich selbst.

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Nächstenliebe kann nicht bedeuten, Straftaten und Kriminalität zu fördern. Denn damit würde man auch dem Täter schaden, der große Schuld auf sich laden würde. Nächstenliebe müsste hier ersuchen, Täter von ihren bösen Taten abzuhalten und vor allem Opfer zu schützen.

Nehmen wir mal als Beispiel die berühmte Aussage von Jesus, die andere Backe hinzuhalten. Diese wird leider häufig ganz falsch verstanden.

Sollten Christen sich überall verprügeln lassen, ohne sich zu wehren? Sollten sie zuschauen, wenn andere Christen verprügelt werden und sich darüber freuen, dass diese die andere Backe hinhalten können? Das ergäbe doch irgendwie nur wenig Sinn und würde die gesellschaftliche Ordnung gefährden.

Zu der Bibelstelle mit dem "Hinhalten der anderen Backe" ist zu sagen, dass es dabei nicht um Selbstverteidigung oder körperliche Angriffe, sondern um Rache und Beleidigungen geht.

Im griechischen Urtext steht das Wort "rhapizo", das einen Schlag mit dem Handrücken ins Gesicht bedeutet. Dies war eine Geste, die z.B. ein Herr gegenüber seinem Knecht tun durfte. Bei Gleichgestellten galt sie als schwere Beleidigung, die nach rabbinischem Recht doppelt bestraft wurde. Deshalb soll man sich durchaus beleidigen lassen, ohne sich zu wehren. Und man soll sich nicht rächen, was wohl die Kernaussage dieser Bibelstelle ist.

Deshalb ist der Vorschlag, auf Beleidigungen nicht zu reagieren und auf Rache zu verzichten, die beste Taktik, um Streit zu deeskalieren und schlimmere Auseinandersetzungen, die über verbale Angriffe hinausgehen, zu vermeiden.

In taktischen Selbstverteidigungsseminaren, in denen es um Notwehr und Nothilfe geht, wird diese Strategie durchaus als wichtige Möglichkeit der Deeskalation und Prävention gelehrt

An diesem Beispiel sieht man wieder, wie lebensnah und -praktisch Jesus die Menschen belehrte.

Feindesliebe macht immer Sinn. Denn all zu oft gerät Streit in eine Gewaltspirale.

Corrie den Boom (Biografie "Die Zuflucht"), hat mehrere Konzentrationslager überlebt, sie hat bei ihrer Arbeit mit anderen Opfern des Holocaust herausgefunden, dass diese seelisch nur dann genesen konnten, wenn sie ihren Tätern vergeben konnten. Das, was sie damals herausgefunden hat, das gilt auch heute noch. Hass schadet der eigenen Person immer.

Die Feindesliebe hat mit den 3 Staatsgewalten wenig zu tun.

Die 3 Staatsgewalten sind leider nicht so Super wie Du sie darstellst. Ich rate Dir, mal das Buch "Ohne Gnade" von Bryan Stevenson zu lesen.

13-jährige Kinder, die Jahre in Isolationshaft verbringen müssen, willkürliche Verhaftungen und rassistische Vorurteile durch Polizei und Justiz sind Alltag in den USA. Der Anwalt Bryan Stevenson macht diese erschütternden Fälle aus Amerikas Gerichtssälen publik. Er vertritt Menschen, die keinen oder nur pro forma einen Rechtsbeistand erhalten. Wie ein Thriller lesen sich die Fälle, in denen er dafür kämpft, Unschuldige aus der Todeszelle herauszuholen. Ein notwendiges Buch, das den allgemeinen Rassismus und das Versagen des Strafsystems anprangert – und erschreckende Einblicke in die amerikanische Gesellschaft gibt. (Quelle thalia.de)

Wenn jemand sagt, dass ist halt USA und nicht Deutschland, dann kann man diese Links ansehen:

Kaum irgendwo wird so viel operiert wie in Deutschland. Viele Klinikchefs weisen ihre Ärzte an, möglichst viele Eingriffe vorzunehmen – die bringen am meisten Geld. Manch Mediziner gibt entnervt auf.

https://www.welt.de/gesundheit/article134934655/Kliniken-sanieren-sich-mit-sinnlosen-Operationen.html

Wenn sich Patienten wehren, haben sie oft keine Chance.

Seine Feinde lieben.....
Dazu muss man erstmal schauen, wer feinde hat.

Ich habe keine Feinde. Hatte ich noch nie. Es gibt Leute die ich nicht mag und Leute die mich nicht mögen. Aber das sind nicht meine Feinde, sondern einfach nur unsympathische Leute.

Ich betrachte einen Feind eher als etwas Lebensbedrohliches.

Ich habe keine Feinde. Hatte ich noch nie.

Da kannst du sehen, wie wichtig der demokratische Rechtsstaat mit seinen 3 Gewalten ist.

Ich betrachte einen Feind eher als etwas Lebensbedrohliches.

Stimmt. Einige Israelis definieren Feind:

Ein Feind ist ein Mensch, der mich töten will, bevor ich ihn töten kann.
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