Macht der VW Passat R-Line 240 PS TDI (BiTDI) BMT DSG 4 Motion Probleme?
Hallo zusammen. Ich bin am überlegen, den im Titel genannten VW Passat zu kaufen. Ich habe aber schon des Öfteren gehört, dass der 2.0 BiTDI ein bisschen Probleme machen soll. Habt ihr diesbezüglich irgendwelche Erfahrungen? Wäre ein 2.0 TDI mit 190 PS Motor besser und somit robuster? Sind 175'000 Kilometer schon relativ viel für den 2.0 BiTDI Motor oder sollte der Motor normalerweise noch mehr schaffen? Ist der Preis gerechtfertigt?
Informationen zum Fahrzeug:
VW Passat R-Line (fast Vollausstattung) BMT 4 Motion
240 PS TDi (BiTDI)
Kilometerstand: 175'000
Jahrgang: 12.2015
Preis: CHF 16'950
Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten und somit eure Erfahrungen.
1 Antwort
Macht der VW Passat R-Line 240 PS TDI (BiTDI) BMT DSG 4 Motion Probleme?
Man kann über den Entwicklungsauftrag 288 als Biturbo so einiges an Mängeln recherchieren. Davon aber mal ganz abgesehen würde ich einen Dieselmotor mit einer dermaßen hohen Literleistung grundsätzlich nicht kaufen, denn Dieselmotoren können ihr Mehr an Leistung, anders als Ottomotoren, aufgrund des Zündverzugs, welcher die maximal mögliche Drehzahl begrenzt, nicht über mehr Drehzahl generieren, das geht primär über mehr Ladedruck - Leistung ist Drehmoment x Drehzahl, und mehr Ladedruck erzeugt mehr Drehmoment. Es hat wohl seine Gründe, weshalb dieser Motor beispielsweise im VW Amarok ab 2016 ersatzlos durch den Audi 3.0 V6 TDI ersetzt wurde, und die Überarbeitung dieses Motors namens "EA288 Evo" nur noch eine Spitzenleistung von 204 PS erzeugt.
Das lässt sich pauschal nicht abschätzen, hängt es doch davon ab, wie oft man die Leistung nutzt, wie gut der Motor auf diese Leistung ausgelegt wurde, und auch, wie der Vorbesitzer damit umgegangen ist. Hat er den Motor warm, - und kaltgefahren (letzteres bei Turbomotoren recht wichtig), nutzte er Longlifeintervalle (eher schlecht), oder hat er in kürzeren Intervallen das Öl gewechselt (besser) etc. Ein regelrechter Langläufer unter den TDI - Motoren hat 90 oder 110 PS, der alte EA188 mit Verteilereinspritzpumpe. Die Dinger laufen selbst bei grober Behandlung teilweise über eine Million Kilometer, bis die ersten Probleme auftauchen. Je neuer die Aggregate, desto eher habe ich das Gefühl, dass die Teile nur noch für die Leasingdauer ausgelegt sind. Mein Bruder hatte mal einen Audi A6 C6 mit dem 3.0 TDI V6 (233 PS). Dieser hatte einen Motorschaden, die Spitze einer Glühkerze war abgebrochen, hatte Kolben, Ventile und Zylinderkopf stark beschädigt. Als wir ihn in einer Garage zerlegten, ärgerten wir uns über die wartungsunfreundlich zwischen Motor und Getriebe verbauten Steuerkett(ch)en, normalerweise sind die vorne am Motor, damit man diese ohne Ausbau des Motors wechseln kann. Außerdem waren sie äußerst zierlich ausgeführt, wodurch sie sich schneller längen. Oder die Lagerung der Drallklappen: Edelstahlwelle in einfachen Kunststoffschalen, welche haptisch aussehen wie Spielzeug aus einem Überraschungsei von Ferrero. Hier hätte man kleine Kugellager aus Metall nutzen sollen. Klar, dass diese Schälchen nach wenigen Jahren nicht mehr rund, sondern oval eingelaufen waren, wodurch ein Fehlercode gesetzt wurde. Du erkennst schon: Von neueren Konstruktionen, insbesondere europäischen, halte ich nicht besonders viel.
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Ich sehe, du kennst dich wohl sehr gut mit Fahrzeugen aus. Was kannst du mir denn für ein Fahrzeug anstelle des Passats (BiTDI) empfehlen? Das Fahrzeug sollte optisch keine Katastrophe sein (mir ist bewusst, dass dies eine subjektive Einschätzung ist, aber dennoch) und relativ lange halt. Zudem wäre es ganz schön, wenn das Fahrzeug eine etwas neuere Technik (wie bspw. der Passat aus dem Jahr 2015) verbaut hat. Was fährst du zurzeit?
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Kein Problem, ich helfe immer gerne, wenn ich kann.
Ich sehe, du kennst dich wohl sehr gut mit Fahrzeugen aus.
Es freut mich, dass Du das so siehst. Ich kann das nicht beurteilen. Ich bin kein Ingenieur, sondern nur ein Kfz-Mechaniker, welcher halt sehr interessiert ist, und immer gerne markenoffen dazulernt, was regelmäßig passiert.
Zudem wäre es ganz schön, wenn das Fahrzeug eine etwas neuere Technik (wie bspw. der Passat aus dem Jahr 2015) verbaut hat.
Welche Technik im Detail ist Dir wichtig?
Was fährst du zurzeit?
BMW 523i E39 von 1997, in meinem Besitz seit 2005. Bin großteils sehr zufrieden, mit Ausnahme des Korrosionsschutzes und der Ersatzteilpreise. Würde ich neu kaufen, und müsste es etwas Neueres sein, würde ich ziemlich sicher bei japanischen Modellen (am liebsten bei Suzuki, Honda oder Mazda) zuschlagen. Die sind, das belegen Pannenberichte und quasi alle Forenmeldungen und Werkstatterfahrungen eindeutig, mit Abstand ausgereifter und zuverlässiger als alle europäischen Modelle.
Nochmals vielen Dank für deine Antwort.
Es freut mich, dass Du das so siehst. Ich kann das nicht beurteilen. Ich bin kein Ingenieur, sondern nur ein Kfz-Mechaniker, welcher halt sehr interessiert ist, und immer gerne markenoffen dazulernt, was regelmäßig passiert.
Dass du Kfz-Mechaniker bist, erklärt natürlich dein ganzes Wissen. Finde aber, dass du dich deutlich besser auskennst, als du das als Kfz-Mechaniker müsstest – so mein Eindruck.
Welche Technik im Detail ist Dir wichtig?
Die ganzen Assistenzsysteme wie ACC, Lane Assist, Side Assist etc. (bei anderen Herstellern sicherlich unter anderem Namen zu finden) würde ich schon ganz gerne verbaut haben. Des Weiteren ein gutes Infotainmentsystem (mit Bluetooth, wahlweise auch Navi etc.). Ganz wichtig fände ich auch LED-Lichter. Sieht – finde ich – optisch besser aus und man sieht in der Nacht natürlich mehr. Momentan fahre/n ich/wir ein Renault Laguna Grandtour 3 2.0 dci aus dem Jahr 2009; alle obengenannten Wünsche (ausser den normalen Tempomat ohne Abstandshalter) hat der natürlich nicht, lässt sich aber dennoch immer noch sehr gut fahren (trotz fast 340'000 Km) und wir sind eigentlich immer noch mehr als zufrieden. Da aber der Laguna schon relativ viele Kilometer hat, sehen wir uns nach einem neuen Auto um, um somit auch ein «Upgrade» zu machen; entsprechend soll das neue Fahrzeug deutlich moderner ausgestattet sein. Wie du jetzt evtl. merkst, finde ich den ganzen modernen Schnickschnack echt klasse. Ob man das alles braucht, ist natürlich eine andere Frage. Ein paar Sachen (bspw. LED-Lichter und ACC) erleichtern aber das Auto fahren immens bzw. machen es angenehmer.
BMW 523i E39 von 1997, in meinem Besitz seit 2005. Bin großteils sehr zufrieden, mit Ausnahme des Korrosionsschutzes und der Ersatzteilpreise. Würde ich neu kaufen, und müsste es etwas Neueres sein, würde ich ziemlich sicher bei japanischen Modellen (am liebsten bei Suzuki, Honda oder Mazda) zuschlagen. Die sind, das belegen Pannenberichte und quasi alle Forenmeldungen und Werkstatterfahrungen eindeutig, mit Abstand ausgereifter und zuverlässiger als alle europäischen Modelle.
Mit Suzuki und Honda kann ich ehrlich gesagt nicht viel anfangen; finde ich persönlich nicht so toll (optisch). Über Mazda kann man sich streiten; je nach Modell sind die schon recht ansehnlich. Auch BMW finde ich nicht so toll, da man immer hört, dass man mit einem BMW häufiger als mit anderen Marken in die Werkstatt muss; entspricht das der Realität oder ist das lediglich ein Mythos?
Dass du Kfz-Mechaniker bist, erklärt natürlich dein ganzes Wissen. Finde aber, dass du dich deutlich besser auskennst, als du das als Kfz-Mechaniker müsstest – so mein Eindruck.
Mein Meister meinte zu mir im Jahre 1999 zu Beginn des ersten Lehrjahrs: "Du weißt bereits 60 % des Gesamtstoffs". :D In der Tat fällt mir gerade bei Automechanikern auf, dass dieser Beruf meist erlernt wird, weil man einfach etwas "mit Autos" machen will. Viele Mechaniker haben von der Theorie keine Ahnung, der Stoff geht links rein, und nach der Gesellenprüfung rechts wieder heraus, selbst Grundlagen, wie ich einmal mit Schrecken feststellen musste. Dafür handelt es sich meist um begnadete Praxisschrauber, wobei ich mich tendenziell eher schwer tue. Hätte wohl doch lieber Motorenentwicklungsingenieur studieren sollen, aber dafür war meine Schulbildung zu schlecht :/
Die ganzen Assistenzsysteme wie ACC, Lane Assist, Side Assist etc. (bei anderen Herstellern sicherlich unter anderem Namen zu finden) würde ich schon ganz gerne verbaut haben.
Oh, das sind genau die Dinge, welche mich an neueren Fahrzeugen durchgehend nerven. Irgendwo piept und blinkt immer etwas, oder das Lenkrad lenkt plötzlich selbst - ich habe immer den Eindruck, bei solchen Fahrzeugen fährt der erhobene Zeigefinger eines strengen Fahrlehrers permanent mit. Nichts für mich.
Ganz wichtig fände ich auch LED-Lichter. Sieht – finde ich – optisch besser aus und man sieht in der Nacht natürlich mehr.
Die gleichen Vorteile bieten Xenonscheinwerfer auch - gleiche Lichtfarben erhältlich, ebenfalls gleißend hell, als einzigen Nachteil nur das sehr langsame Startverhalten bietend. Und wenn hier etwas kaputt ist, benötigt man nicht mehrere hundert bis tausend (!) Euro für einen kompletten Scheinwerfer mit vergossenen Leuchtdiodenelementen, sondern einfach eine Xenonlampe für ein paar Euros.
Auch BMW finde ich nicht so toll, da man immer hört, dass man mit einem BMW häufiger als mit anderen Marken in die Werkstatt muss; entspricht das der Realität oder ist das lediglich ein Mythos?
Fast jede Marke hat so ihre Leichen im Keller, wenn Du verstehst was ich meine. Ich habe meinen nun seit 2005, und bin noch nie komplett liegengeblieben - bzw. einmal schon, aber das war nicht dem Fahrzeug anzulasten (Batterie leer). Ältere BMW sind sogar besonders zuverlässig, ähnlich wie ältere MB, bei neueren würde ich die Hand dafür nicht ins Feuer legen.
Ich denke, mit Mazda träfest Du eine gute Wahl.
Die gleichen Vorteile bieten Xenonscheinwerfer auch - gleiche Lichtfarben erhältlich, ebenfalls gleißend hell, als einzigen Nachteil nur das sehr langsame Startverhalten bietend. Und wenn hier etwas kaputt ist, benötigt man nicht mehrere hundert bis tausend (!) Euro für einen kompletten Scheinwerfer mit vergossenen Leuchtdiodenelementen, sondern einfach eine Xenonlampe für ein paar Euros.
Ich habe nicht gewusst, dass Xenonscheinwerfer und LED-Scheinwerfer grundlegend gleich sind. Können aber Xenonscheinwerfer auch mit dem Dynamic Light Assist (wie es bei VW genannt wird) ausgestattet sein? Und was meinst du genau mit «als einzigen Nachteil nur das sehr langsame Startverhalten bietend»?
Ich denke, mit Mazda träfest Du eine gute Wahl.
Ich werde mich mal anschauen, was es so für Modelle bei Mazda gibt. Ausser den Mazda 6 Kombi – welchen mein Vater eine Zeit lang gefahren hat – kenne ich keine andere Modell. Kannst du mir ein konkret Mazda Modelle empfehlen? Einzige Voraussetzung: es sollte schon ein Kombi sein.
Hätte noch eine kurze Frage an dich, die nichts mit dem obigen Kontext zu tun hat. Haben schon auf Google recherchiert, aber leider nichts gefunden; evtl. kannst du mit da eine Antwort liefern: Wieso klingt – zumindest nach meinem Eindruck – der 2.0 dci Motor von Renault nicht wie ein herkömmlicher Dieselmotor? Bei einem TDI von VW hört man ganz klar, dass das ein Dieselmotor ist. Beim 2.0 dci könnte man denken – wenn man es nicht besser wüsste – dass das ein normaler Benziner ist. Evtl. habe ich mich so sehr an die Soundkulisse gewöhnt, dass es mir nur so vorkommt.
Mein DSL ist zur Zeit ausgefallen. Ich antworte umfangreich, sobald es wieder funktioniert. Mache sowas lieber am PC
So, mein Internet funktioniert wieder leidlich. Angeblich Leitung marode, naja.
Ich habe nicht gewusst, dass Xenonscheinwerfer und LED-Scheinwerfer grundlegend gleich sind.
Sind sie auch nicht, das Funktionsprinzip ist grundlegend anders. Aber die Vorteile (Lichtfarbe, Lebensdauer, Stromverbrauch) ähneln sich deutlich bis stark.
Können aber Xenonscheinwerfer auch mit dem Dynamic Light Assist (wie es bei VW genannt wird) ausgestattet sein?
Du meinst das System, welches den Gegenverkehr sozusagen "ausschneiden" kann? Das geht nur, wenn mehrere Lichtquellen, welche einzeln ansteuerbar sind, vorhanden sind. Xenonscheinwerfer haben nur eine Lichtquelle pro Scheinwerfer, genau wie Glühlampenscheinwerfer auch.
Und was meinst du genau mit «als einzigen Nachteil nur das sehr langsame Startverhalten bietend»?
Dass sie nach dem Einschalten nur langsam ihre volle Helligkeit und endgültige Lichtfarbe erreichen, was sie zum Beispiel für Anwendungen wie die Lichthupe untauglich macht. Deshalb kamen hier bei frühen Systemen teilweise Glühlampen zum Einsatz.
Kannst du mir ein konkret Mazda - Modelle empfehlen?
Aus eigener Erfahrung nicht - und auch deshalb nicht, weil ich Deine Vorlieben nicht kenne. Der Mazda 6 Kombi könnte aber interessant sein für Dich.
Wieso klingt – zumindest nach meinem Eindruck – der 2.0 dci Motor von Renault nicht wie ein herkömmlicher Dieselmotor?
Mal ganz davon abgesehen, dass jeder Motor seine eigene, typische Geräuschkulisse hat, ist es insbesondere bei Dieselmotoren so, dass diese mal mehr, mal weniger deutlich "nageln". Dieses harte Verbrennungsgeräusch entsteht durch die Zeitspanne zwischen Beginn der Einspritzung und Beginn der Selbstentzündung, dem sog. "Zündverzug". Man kann dies lindern, indem man eine oder mehrere Voreinspritzungen ("Piloteinspritzung") durchführt, allerdings auf Kosten des Verbrauchs. Ohne es genau zu wissen, würde ich vermuten, dass VW hier schlichtweg die Prioritäten anders gesetzt hat.
Danke für deine ausführliche Antwort.
Welche maximale Literleistung bei einem Dieselmotor würdest du grundsätzlich empfehlen bzw. selbst in Betracht ziehen?
Ist der 190 PS TDI Motor besser oder gleich «schlecht»?