Lohnt sich der Umstieg von einem Vollautomaten auf eine Siebträgermaschine?

3 Antworten

Vom Beitragsersteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin vor 7 Jahren sozusagen nach einer Affäre mit einem Vollautomaten zum Siebträger zurückgekehrt und würde aus meiner Sicht sagen es lohnt sich.

Eine Siebträgermaschine ist eine gute Wahl, wenn Du Espresso, Americano und Cappuccino zubereiten willst. Dann ist dieses Zubereitung Prinzip nicht zu schlagen.

Schümli bekommst Du auch aus der Siebträgermaschine, Du musst Dir dann aber darüber im Klaren sein, das abwechselnd Espresso-Basierte Kaffeegetränke und Schümli nur gehen, wenn Du 2 Mühlen hast, weil ein Großteil des perfekten Kaffees in der Einstellung der Mühle liegt eine gute Mühle kostet aber richtig viel Geld.

Auch eine Siebträgermaschine und die dazugehörige Mühle braucht etwas Zuwendung, Regelmäßiges Rückspülen, reinigen mit Kaffeefettlöser, und natürlich ab und zu mal entkalken (je nach Wasser). Das sollte man im Hinterkopf haben, weniger Wartungsaufwand als ein Vollautomat wird es sicher nicht.

Als Privatnutzer der nicht dauernd neue Kaffeemaschinen kauft habe ich natürlich nicht mal annähernd einen Marktüberblick, ich kann Dir nur benutzen was ich habe und warum, und ob ich damit zufrieden bin.

Ich habe eine Bezzera Magica PID (zur Zeit ca. 1400,- € Neupreis) - Entschieden habe ich mich für die Maschine, weil ich folgende Features wichtig fand und bis heute wichtig finde, Ich bin mit meiner Wahl bis heute zufrieden:

  • Zweikreis Maschine (wichtig für Cappuccino)
  • E71 Brühgruppe, ermöglicht quasi Siebträger und Siebe aller Hersteller zu benutzen.
  • PID, für Stabile Temperatur am Brühkopf, das ist bei manchen Zweikreisern ein Problem, Doppelboiler wäre mir aber zu Teuer.
  • Keine Rotapumpe, die macht imho nur mit Festwasser und mehreren Brühgruppen sinn, und kostet auch wieder viel Geld. Den Lärm der Vibra Pumpe nehme ich in Kauf.

Eventuell solltest Du Dich mit Den Maschinen der Firma Quickmill befassen. Ich habe mich nicht dafür entscheiden können, die Maschinen sollen aber ganz gut sein. Eine Besonderheit bei Quickmill ist, dass sie Maschinen mit einem hochwertigen Thermoblock bauen. Ohne PID macht das aber imho keinen Sinn. Die Kleineren Quickmill haben keine E71 Brühgruppe, das kann man aber eventuell verschmerzen. Auch eine Besonderheit bei Quickmill ist, die Maschinen haben häufig eine eingebaute Mühle. Das hat Vor- und Nachteile.

Als Mühle habe ich eine ECM S-Automatik 64 (zur Zeit ca. 750,- € Neupreis)- Auch mit der bin ich absolut zufrieden. Folgende Features haben zum Kauf geführt.

  • Stufenlos einstellbarer Mahlgrad
  • Zeitsteuerung

Ich benutze die Zeitsteuerung, ich weiß aber dass viele das nicht tun. Man kann daher wohl auch durchaus die "manuale" empfehlen. Auf eine Stufenlose Mahlgradeinstellung würde ich aber auf gar keinen Fall verzichten. Letztlich muss man an der Mühle je nach Wetter und alter des Kaffees immer wieder (täglich) nach justieren. Bei einer nicht Stufenlos verstellbaren Mühle, ich hatte vorher so eine, bringt das einen zur Verzweiflung. Als manuale kostet die Mühle um die 600,- €

Ganz zum Schluss noch ein Tipp. Eine Siebträgermaschine ist absolut kein Selbstläufer. Perfekter Kaffee verlangt danach sich immer wieder darum zu kümmern, dass alle Teile sauber sind, der Kaffee von hochwertiger Qualität und dass die Mühle für die Tages Bedingungen perfekt eingestellt ist. Es braucht einige Zeit bis das Einstellen der Mühle in Fleisch und Blut übergegangen ist. Irgendwann weiß man was man korrigieren muss wenn der Kaffee so oder so aus dem Siebträger läuft.

Wenn man, insbesondere Espresso liebt, dann kann ich eine Siebträgermaschine nur empfehlen, ein kleiner Spleen gehört aber schon dazu so viel Aufwand in Kaffee zu Hause zu stecken.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Espressoliebhaber mit Siebträgermaschine seit ca. 30 Jahren

ClashHelfer 
Beitragsersteller
 02.08.2023, 16:54

Ich habe mich für den Dual Boiler von Sage entscheiden - ein recht preiswerter Dual Boiler (1100€). Mal schauen! Für den Einstieg sollte es jedenfalls reichen, vielen Dank für deine Hilfe! :)
Kaufgrund war hier vorwiegend der Dual Boiler und das es einstellbare Programme gibt. Ich probiere gerne herum, aber ich habe eben auch gerne zwei SetUps auf die ich ohne Probleme und viel Ausprobieren wieder zurückgreifen kann.

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ClashHelfer 
Beitragsersteller
 28.07.2023, 21:10

Danke für die ausführliche Antwort! :)
Ich werde mich mal langsam in die Materie reinlesen. Klingt auf jeden Fall spannend!

Am Vollautomaten hat mich nicht die eigentliche Reinigung (außen, entkalken, etc) genervt, sondern lediglich die Reinigung der Brühgruppe, was total aufwendig war (immer mit einer Bürste in die kleinsten Zwischenräume, dabei das Risiko kleine Drähte zu verbiegen etc. Nervig... und ich möchte konstanten Kaffee.. aber ich bin bereit mir da selbst zu helfen :)

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Ja, wenn du bereit bist, das Geld auszugeben, und den Umgang damit zu lernen, gibt's keinen besseren Kaffee. Kosten/Nutzen würde ich dabei aber nicht in die Waagschale werfen. Es dauert natürlich, bis es sich "rentiert".

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Gelernter Koch und Gastronom

ClashHelfer 
Beitragsersteller
 28.07.2023, 21:05

Ich bin bereit Zeit dafür zu investieren, ich wollte das sowieso schon immer mal lernen, da ich auch sehr gerne koche. Das einzige, was ich im Endeffekt erwarte ist konstant guter Kaffee. Es geht mir nicht wirklich um das Geld, sondern eher darum, wie viel Geld man ausgeben sollte, um vernünftige Qualität in den Händen zu halten

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ClashHelfer 
Beitragsersteller
 28.07.2023, 21:22
@Jost79

Ich habe gelesen, dass allein die Mühle 400€ aufwärts kosten (sollte). Stimmt das?
Gibt es da empfehlenswerte Modelle?

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Jost79  28.07.2023, 21:54
@ClashHelfer

Ich ging jetzt nur vom Siebträger aus. Ich habe zuhause eine Mühle von Sage. Typo müsste ich nachsehen. Willst du denn online kaufen? Ich würde bei solchen Anschaffungen tatsächlich mal ein gutes Fachgeschäft in deiner Nähe recherchieren und mir verschiedene Möglichkeiten ansehen und nach Möglichkeit ausprobieren. Vielfalt und Anspruch sind sehr unterschiedlich. Und nicht zuletzt kommt es dann auch auf die Bohne an.

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Wir haben einige Vollautomaten und Siebträgermaschinen ausprobiert, das alles ist inzwischen Geschichte. Nun bereiten wir den Kaffee frisch zu, mit Kaffeemühle von Braun und einem French-Press-Kaffeebereiter. Also ganz simpel ohne viel Müll und Reinigungsaufwand. Unsere Gäste loben die Kaffeequalität.