Lernt man an deutschen Schulen keine Schreibschrift mehr?

20 Antworten

"An deutschen Schulen" so einfach kann man das nicht sagen. Die Schulen unterscheiden sich in der Art der verwendeten Schriften zum einen über die jeweiligen Bundeslandzugehörigkeit und zum anderen auch über die pädagogischen Einstellungen innerhalb des Kollegiums.

In den letzten Jahrzehnten gab es verschiedene Strömungen, welche Schrift zum Erlernen und Ausbilden einer eigenen Handschrift die "Beste" ist.

Als "Schreibschrift" könnte man die Lateinische Ausgangsschrift, die Vereinfachte Ausgangsschrift oder die Schulausgangsschrift bezeichnen.

Seit 2010 ist weitgehend die Bestrebung, die sog. Grundschrift zu verwenden. Hier stehen die Buchstaben einzeln und können dann weiterführend verbunden werden.

Wichtig ist eigentlich, dass es in erster Linie geübt werden muss. Und das ist dann eine Frage, wie viel der/die Lernende über die Folgejahre schreibt - oder auch, wie das Elternhaus dahinter steht. Manche gehen halt möglichst den Gelegenheiten aus dem Weg und dann wird's optisch gruselig, anstrengend, langsam.

Also liebe Eltern, wenn ihr euren Kinder eine mühselige Handschrift im Erwachsenenalter ersparen wollt....sorgt dafür, dass sie üben, üben, üben!

Also ich habe Schreibschrift in der Grundschule gelernt. Aber zum Ende der Grundschule auch wieder auf Druckschrift umgeschwenkt. Spätestens in der fünften oder sechsten Klasse haben dann fast alle wieder in Druckschrift geschrieben. Handys waren da erst so im Kommen, können also nicht Hauptursache sein.
Viele eher ein Problem ist, dass Schreibschrift einfach beschissen aussieht. Ein paar Wenige können sicherlich wunderschöne Schreibschrift zeichnen, aber einen zeitlichen Vorteil bringt das vermutlich nicht.

Ich weiß, dass dieses Lernen der Schreibschrift sogar innerhalb einer Schule unterschiedlich ist. Eine 1. Klasse hat mal eine 'andere' Schrift gelernt als eine andere 1.Klasse. Und dann ist das so, dass NACH der Schule, oft auch in den Berufsschulen, viele Sachen in Druckschrift geschrieben werden muß. Und viele Studenten müssen für Zeichnungen und was weiß ich meist Druckschrift benutzen. Ich denke mal von der Zeit her ist das kein größerer Aufwand. Da kann man dann auch in Druckschrift sehr schnell schreiben.

Zitat booktolook: „viele Studenten müssen für Zeichnungen und was weiß ich meist Druckschrift benutzen.“

Eine solche Vorgabe gab es in der Prüfung, die ich korrigiere, nicht. Die Studis mussten auch keine Zeichnungen machen oder beschriften.

Zitat booktolook: „Ich denke mal von der Zeit her ist das kein größerer Aufwand.“   

Beim Korrigieren ist mir auch noch aufgefallen, dass viele die letzten paar Aufgaben nicht mehr geschafft haben. Das waren fast alles Leute, die durchgängig in Druckschrift geschrieben hatten.

2 Leute, die in Schreibschrift geschrieben haben, haben bis zum Ende alles geschafft und die Schrift war auch gut lesbar.      

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@Peter19235

Dann muss man Vorgaben machen. Erwarten kann man heutzutage nichts mehr.

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Ich bin eine der wenigen Personen, die auch nach der Grundschule weiterhin in Schreibschrift geschrieben habe. Das Resultat: Im Schnitt waren meine Noten auf der Realschule und im Abitur schlechter, als sie sein sollten, weil die meisten Lehrer keine Lust hatten, eines meiner geschriebenen Wörter mehr, als nur ein mal zu lesen. Immer wieder hieß es "Deine Schrift ist zu unleserlich". Meine Schrift ist gewöhnliche Schreibschrift, so wie ich sie in der Grundschule gelernt habe.

Sorry es hört sich eher an als wäre deine Schreibschrift einfach unleserlich. Mag sein das du die gewöhnliche Schreibschrift schreibst allerdings tust du dies anscheinend nicht ordentlich.

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Hab damals Ende 2. Klasse (oder wars 1.?) angefangen, Schreibschrift zu lernen. In der 7. Klasse hab ich versucht mich wieder an die Druckschrift zu wagen.

Mittlerweile, 3 Jahre später, schreib ich eine Art Druckschrift mit bisschen Schreibschrift und abgerundeten Buchstaben. Also alles so vereinfacht, dass ich kaum neu ansetzen muss.

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