Leben wir in einer Eiszeit?

Warum verlinkst Du nicht den ungekürzten Beitrag von Alpha Centauri , sondern einen zusammengekürzten?

Weil ich vermutlich zuerst den gekürzten Beitrag "gesehen" habe, in einer anderen App und hier, diesbezüglich nochmal den Wahrheitsgehalt prüfen wollte.

6 Antworten

Von Experte realfacepalm bestätigt

Da ist der vollständige Beitrag: https://www.youtube.com/watch?v=EFIxrKMliEI

Während der zusammengeschusterte und gekürzte Film suggeriert, der Klimawandel sei rein von der Natur und deshalb harmlos, zieht Harald Lesch ab 13:00 genau den umgekehrten Schluss: Das Klima ist extrem instabil. Es kann in wenigen Jahren zu Schwankungen der Durchschnittstemperatur von bis zu 14° kommen. Wenn das heute passiert, weil wir einen Klimawandel verursachen, wäre dies eine Katastrophe.

Das Klima ist extrem instabil. Es kann in wenigen Jahren zu Schwankungen der Durchschnittstemperatur von bis zu 14° kommen.

So schnell kann es aber nur kälter werden, z.B. durch einen Vulkanausbruch oder einen großen Meteoriteneinschlag. Erwärmung dauert normalerweise länger als aktuell. Nur bei den Dansgaard-Oeschger-Ereignissen wurden es mal noch schneller warm.

https://en.wikipedia.org/wiki/Dansgaard%E2%80%93Oeschger_event

In the Northern Hemisphere, they take the form of rapid warming episodes, typically in a matter of decades, each followed by gradual cooling over a longer period. For example, about 11,500 years ago, averaged annual temperatures on the Greenland ice sheet increased by around 8 °C over 40 years, in three steps of five years (see,[3]Stewart, chapter 13), where a 5 °C change over 30–40 years is more common. 
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Definition einer Eiszeit ist, dass beide Pole massiv mit Eis bedeckt sind.

Aktuell leben wir im Wechsel zu einer Warmzeit... wobei wir diesen Wechsel durch die von uns herbeigeführte Erderwärmung massiv befeuern. Das nimmt der Natur die Möglichkeit, angemessen zu reagieren (Evolution läuft ja über Anpassung).

Ja, wir leben in einem Eiszeitalter, hier jedoch in einem Interglazial (was nicht ganz so kalt ist). Die meiste Zeit war es SEHR viel wärmer auf der Erde, manchmal aber auch schon kälter.

Und kann man die Daten nicht auf heute übertragen? Ich kenn nur das Szenario "Golfstrom erliegt - fette Eiszeit - bis zum Äquator können dann die Eisbären spazieren - denen aktuell das Eis unter dem @sch wegschmilzt"

Irgendwie paradox, aber auch logisch.

Wenn dann neue Eiszeit kommt, haben wir doch theoretisch "einen Plan" um den "Ofen / Erde" zum heizen zu bringen oder?

Wer zynischen Sarkasmus findet, darf sich auf die Schulter klopfen.

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@ST4RSCRE4M
Und kann man die Daten nicht auf heute übertragen?

Kann man nicht, weil man ja gar nicht weiß wie stark damals der Sonnenwind war und welche Zusammensetzung er hatte.

Ich kenn nur das Szenario "Golfstrom erliegt - fette Eiszeit -

Macht in Deutschland nur 2 bis 3 Grad aus.

bis zum Äquator können dann die Eisbären spazieren - denen aktuell das Eis unter dem @sch wegschmilzt"

Die Erde war meines Wissens noch nie vollständig vereist. In den Tropen war stets ein Test Flora.

https://www.spektrum.de/news/eiszeit-in-den-tropen/571641

und

https://www.wissenschaft.de/astronomie-physik/tropen-waehrend-letzter-eiszeit-feucht/

Tropen während letzter Eiszeit feucht
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@FabianPavian
Erde war meines Wissens noch nie vollständig vereist

Jedenfalls nicht in den letzten ca. 600 Millionen Jahren. Das Präkambrium soll mit dem Auftauen der letzten "Schneeball Erde" Phase geendet haben, was dann zur "kambrischen Explosion" führte, in der das Leben vielfältige Formen annahm.

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Das ist eine reine Definitionssache. Ein Geologe bzw. ein Klimatologe nennt eine erdgeschichtliche Periode dann Eiszeit, wenn beide Pole der Erde mit Eis bedeckt sind. Dies trifft auf die Gegenwart zu.

Diese Definition hat allerdings nichts mit der letzten Eiszeit gemeinsam, die vor rund 10.000 Jahren zu Ende ging. Von ca. 1.350 bis zum Jahre 1.850 hatten wir im Übrigen auch in Nordeuropa die so genannte "kleine Eiszeit" ("little ice age", s.u.), für die Betroffenen alles andere als ein Vergnügen. Es gab Missernten (Kartoffelfäule in England) und Hungersnöte, daraus folgte u.a. eine Auswanderungswelle nach Amerika. Der Rhein fror regelmäßig komplett zu; es gibt noch Gemälde mit Abbildungen der Stadt Köln nebst der geschlossen Eisdecke.

Seit 1850 begann wieder ein stetiger, moderater Temperaturanstieg, der in den 70er Jahren kurz einbrach (damals warnte man vor dem Beginn einer erneuten Eiszeit) und bis ca. 1998 andauerte und seitdem mehr oder weniger stagniert (nach Messungen des britischen Wetterdienstes). Wir befinden uns also derzeit, nüchtern betrachtet, in einer moderaten Warmphase, die aber im direkten Vergleich mit der Vergangenheit weder besonders warm, noch besonders schnell ist (s. Grafik unten).

 - (Klimawandel, Eiszeit)

Eben. Ich musste nämlich bei Eiszeit an Mammuts und so denken.

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...dieser Hockeystick-Unfug stirbt offenbar niemals aus: Das Altertums-Optimum wurde mal eben ausradiert, die Mittelalterliche Warmzeit ebenfalls. Diese Machenschaften sind im Zuge von "Climate-Gate" eigentlich inzwischen gut dokumentiert; Michael Mann hatte vor Gericht auch eine ziemliche Watsche erhalten.

Ein paar historische Fakten:

  • Als Hannibal mit seinen Elefanten die Alpen in Richtung des heutigen Italien überquerte, geschah dies im so genannten "Altertums-Optimum", also in einer Warmzeit, die deutlich wärmer war als die heutige Gegenwart. Die Alpen waren komplett eis- und gletscherfrei (was der Hockeystick mal eben versucht unter den Tisch fallen zu lassen), in Europa hatte es nahezu tropische Temperaturen. Die Gletscher und Eispanzer sind dagegen recht jung, darunter finden sich zahlreiche Baum- und Pflanzenreste (oder auch mal ein "Ötzi") aus früheren, wärmeren Zeiten.
  • Vor rund 7.000 Jahren war es in unseren Breiten so warm, dass sogar Flusspferde in Rhein und Themse schwammen.
  • In der mittelalterlichen Warmzeit (Mittelalter-Optimum, ca 950 bis 1300) waren die Temperaturen gleichermaßen ein Stückweit höher als heute: In England wurde Wein angebaut (ob der allerdings schmeckte, ich weiß es nicht!) - und die Wikinger besiedelten Grönland (= Grünland) bis zu 200 km ins Landesinnere und betrieben dort Landwirtschaft, bevor es später wieder zum heutigen "Eiskeller" wurde.

Fazit: Die wahren "Leugner" (ich hasse diese religiösen Kampfbegriffe, denn niemand leugnet die Existenz klimatischer Schwankungen. Das sagt mehr über die Leute aus, die diesen Unsinn ständig verbreiten.) denken, dass wir ein Recht auf dauernd gleichbleibendes (und am liebsten kaltes) Wetter hätten. Wer aber nur ein bisschen recherchiert, stellt schnell fest, dass der "Wandel" die Normalität ist - bei rund 75 klimatischen Schwankungen innerhalb von nur 4.500 Jahren. Und wenn diese Schwankungen natürlichen Ursprungs waren, sollte zumindest einmal die Hypothese geprüft werden, ob es jetzt nicht ähnlich sein könnte. (s. auch Nir Shaviv o. Yvar Gjäver) Aber damit kann man uns ja leider keine Milliarden an Steuergeldern aus der Tasche ziehen...

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