Kind ist nur am handwerklich arbeiten (freiwillig)?
Das Kind meiner Schwester (4) ist ständig am arbeiten. Im Garten, im Wald mit seinen Mini Werkzeugen, also eigentlich das wozu vielleicht die meisten Kinder keine Lust hätten. Aber er eifert da rum und wenn Handwerker im Haus sind, macht er komplett mit usw bzw. das ist sein Tageshighlight. Und irgendwie ist das süß, aber irgendwie finde ich das auch komisch, bzw ungewöhnlich.
Es ist wie ein kleiner erwachsener, der gefühlt nur für die Arbeit lebt… ist das gut oder schlecht? Er macht das Ganze freiwillig und unser Papa (sein Opa) ist halt handwerklich sehr fit, wo er sich auch sehr viel von anschaut wahrscheinlich. Bin immer maximal verwirrt wenn ich ihn sehe, wie er den ganzen Tag wo arbeitet. Alles andere ist für ihn eher uninteressant
18 Antworten
Das ist doch das Beste, was passieren kann!
Sprecht mit dem Opa ab, was er dem Kleinen beibringen kann/soll/sollte oder lieber nicht! (Opis sind sich der Risiken manchmal nicht bewusst!) Aber ansonsten: GO!
Ich habe mit 8 schmieden gelernt (beim Opa natürlich) und ein kleiner, dabei entstandener Dolch dient immer noch als Brieföffner! (Die Oma hat Griff und Scheide aus einem alten Ranzen gefertigt).
Und heute (selbst längst Rentner) restauriere ich eine alte Landmaschine. Der längst verstorbene Opa ist mir dabei unglaublich nah!
Wie heißt es so schön: Wenn man das macht, was man liebt, fühlt es sich nicht wie Arbeit an. Es ist wunderbar, wenn Kinder teilweise schon früh so eine Passion für etwas zeigen. Auf keinen Fall ausbremsen.
Hm, das könnte ich als kleines Kind sein. Wir haben immer im Haus oder im Garten mitgeholfen ( halt wie man es als kleines Kind so "kann" xD) und helfen auch heute mit, wenn größere Sachen zu erledigen sind. Manchmal hat auch jemand keine Lust auf eine Aufgabe, aber dann macht es doch Spass, wenn man einmal mit der Arbeit angefangen hat.
Das ist normal für ein Kind.
Die Eltern sollten aber darauf achten, dass sie mit ihm auch viel malen und zeichnen. Denn in zwei Jahre wird der Junge eingeschult - und da zählt die Stifthaltung nun mal mehr, als die Hammerhaltung.
Ja, schade, dass die Begabungen da in normalen Schulen nicht so gesehen werden...
Das Kind ist offensichtlich interressiert und Interesse ist ein Maß für Intelligenz.
Eine Grundausstattung von kleinem Werkzeug wäre zur Förderung der Motivation sinnvoll. Insbesondere sollte eine Laubsäge dabei sein.
Für Kinder ab etwa 6 Jahre gibt es ungefährliches Elektrowerkzeug für Kinder
(z.B.: https://toolkid.com/?lang=de&srsltid=AfmBOooj5cScBU4Xf4yEcvRtgr2Ioeg8xaP363paO-tEvYRowoAo-93D )
Mit etwas Ähnlichem hat mein 2. Sohn als 5-Jähriger gebastelt. Er ist jetzt Maschinenbauingenieur.
Alternativ käme vielleicht auch Lego oder Fischertechnik in Frage.
Zitat von ntechde : "Wir basteln aus unserem Kind einen Ingenieur!"
Diese Absicht sollten wir besser nicht haben. Wir dürfen, in dem was wir tun, ein Beispiel sein und wir dürfen Möglichkeiten eröffnen, aber wir sollten so weit wie möglich die Freiheit der Wahl lassen und nicht das Kind schon mit dem Wunschdenken der Eltern belasten. Leider findet genau das allzu häufig statt.
Deine Bemerkung war wohl ironisch gemeint, die Realität ist aber leider ernst.
Du hast selbstverständlich Recht.
Aber mit dem Beispiel das wir geben, beeinflussen wir die Kinder natürlich. Und welche Beispiele können wir geben, wenn nicht die, die uns auch beschäftigen? Mein Großer war immer dabei, wenn es etwas zu bauen oder zu reparieren galt. Okay - er ist tatsächlich Ingenieur geworden und ich freu mich!
Mein "Kleiner" war von ganz klein auf eine begeisterte Küchenschabe! mit 11 hat er voller Begeisterung Rouladen gewickelt. Er hat "Koch" gelernt (Schule war nicht seins) und bekocht heute 220 Mann auf einer Fregatte der Bundesmarine.
Und darum: Ich kann nur vorleben und Beispiele geben in den Dingen, die ich selbst kann und mag! Programmieren (mein Job) wollte keiner ...
Ja, genau so.
Am Rande: Hast du gewußt, dass die Kinder mit Lego (Grundkasten) das Rechnen mit Restklassenringen lernen?
Und andersrum: Ich habe nicht die leisesten künstlerischen Talente (völliger Blackout). Ja, mir ist bewusst, dass ich solche Talente bei meinen Kindern nicht gefördert habe! Aber wie hätte ich das auch tun sollen? Man kann nur anbieten was man hat und dann das Beste hoffen! :-)
Aber ich denke, wir haben Einigkeit hergestellt!
Das Rechnen im Restklassenring modulo 12 ist das Rechnen mit der Uhr.
Es kommt auf den Rest an. Beim Lego muß der letzte Stein passen.
Aua!!! Und das sollen die Armen Kleinen berechnen? Mich gruselt!
Ich glaube ich könnte das in "Perl" abbilden - aber: Nein - möchte ich nicht!
Erstaunlicherweise lernen "die armen Kleinen" diese Art des Rechnens beim Lego ganz automatisch. In der Unterstufe am Gymnasium hat es den Schülern Spaß gemacht mal ganz anders zu rechnen.
Nicht zu fassen! Allerdings: Da sieht man mal wieder, wie sich Denkmuster im Laufe eines langen Lebens einfahren und man für völlig neue und vielleicht unkonventionelle Gedanken weniger zugänglich wird!
Ich geb's zu: Bin alt!
Ach so schlimm ist es doch nicht. An der Uhr ist 7 + 8 = > 3. modulo 12
7 + 8 = 15 ; 15 : 12 = 1 Rest 3
So weit okay! Komm ich noch mit! Und was hat das mit Lego zu tun?
Beim einfachen (ursprünglichem) Lego gibt es nur bestimmte Steingrößen. Damit der letzte Stein (z.B. in einem Rechteck) passt, muß ein solcher Stein noch vorhanden sein. Das bedeutet, das im Voraus abgeschätzt werden muß mit welchen Steinen das möglich ist. Der letzte Stein ist mathematisch der Rest in der Ringrechnung. Zusätzlich soll auch noch die Stabilität der Konstruktion gut werden und deshalb müssen übereinandergesetzte Steine versetzt angelegt werden.
Motto: Nichts ist so einfach, wie es aussieht.
"Fischertechnik" ist das Zauberwort! "Wir basteln aus unserem Kind einen Ingenieur!" - nicht die schlechteste Idee!