Kein/zu wenig Trinkgeld gegeben, muss ich mich rechtfertigen?

18 Antworten

Und wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der auch Kellner anständig bezahlt werden.

Was Du woher weißt?

http://www.tarifregister.nrw.de/tarifinformationen/grundverguetung_branchen/index.php?show=SG90ZWwtIHVuZCBHYXN0c3TDpHR0ZW5nZXdlcmJl

€ 1801,-- Brutto bei 169 Stunden/Monat für eine gelernte Kraft entspricht einem Stundenlohn von € 10,70. Anlernkräfte erhalten nach Tarif € 9,20

Außerdem solltest Du wissen, dass in vielen Gastronomiebetrieben der sog.Trinkgeld-Tronc unter allen Beschäftigten nach einem festn Schlüssel aufgeteilt wird.

http://www.ahgz.de/news/trinkgeld-wer-bekommt-was,200012194092.html

Wenn das Essen oder die Bedienung wirklich so schlecht war, solltest Du kein Trinkgeld geben, sonst sind 25 Cent eine Beleidigung.

€ 1801,-- Brutto bei 169 Stunden/Monat für eine gelernte Kraft

Verdient bei Euch in DE ein(e) KellnerIn soviel? Bei uns in Österreich beträgt der Bruttolohn einer Restaurantfachkraft (KellnerIn mit abgeschlossener Lehre) in Vollzeit bei 40 Std./Woche € 1.460,- brutto, das ergibt netto ca. 1.160,-.

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@Herb3472

Der im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen aktuell gültige Tarifvertrag zwischen dem Deutschen Hotel- und Gaststätten Verband (DEHOGA) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sieht in Tarifgruppe 4 für Bedienungsfachkräfte seit dem 01.10.2015 ein Brutto-Grundgehalt von € 1801,-- vor.

http://www.wihoga.de/uploads/media/Entgelttarifvertrag_2014.pdf

Siehe Seite 7

Das nicht jeder Döner-Laden, sondern nur die größeren Betriebe diese Beträge einhalten, versteht sich von selbst.

2 Euro mehr als den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 für 3 Jahre Ausbildung ist schon ziemlich karg......

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Du musst dich nicht rechtfertigen. In Deutschland erhalten Kellner, anders als z.B. in den USA, mindestens den Mindestlohn von 8,50 Euro. Die meisten sogar 10 Euro pro Stunde oder mehr. Kellnern ist zwar anstrengend, aber man braucht dafür keinerlei Qualifikation. Ich hab als Student vor der Einführung des Mindestlohns bei REWE für 5 Euro die Stunde gearbeitet und schwere Getränkekösten geschleppt. In 3 Jahren habe ich exakt 0 Euro Trinkgeld bekommen. Deswegen sollen mal alle auf dem Teppich bleiben. Der Kellner hat Diebstahl begangen und du könntest ihn sogar anzeigen. Zwar ist die Summe gering, aber trotzdem. Ich gebe Trinkgeld, wenn der Service gut war und weil ich es mir mittlerweile leisten kann. Sollte der Service aber schlecht sein gibt es nichts und wenn mir jemand 50 Cent wegnehmen sollte hat er ein großes Problem.

Der Kellner hat Diebstahl begangen

Wieso gehen denn alle davon aus, dass das böse Absicht war? Kann ein Kellner sich nicht mal verrechnen?! Wenn eine Bedienung mal aus Versehen zu viel Geld rausgibt, lachen sich alle ins Fäustchen, aber bei 50 Cent zu wenig reden schon alle von Diebstahl!

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@ShinyShadow

Kann ein Kellner sich nicht mal verrechnen?!

"Zeit ist Geld", sagte der Kellner und addierte das Datum hinzu.

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WIr haben einen Gasthof in Österreich.

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Gast kein oder wenig Trinkgeld gibt - es kommt dabei auch und in erster Linie auf die Höhe der Konsumation an.

Mit keinem oder wenig Trinkgeld zeigt man jedoch der Bedienung, dass man nicht zufrieden war. Entweder mit der Qualität der Speisen und Getränke, oder mit der Bedienung. Wenn man zufrieden war, sollte man also schon ein Trinkgeld in angemessener Höhe geben.

Ich würde sagen, bei einem Rechnungsbetrag unter 2,- € sind 25,- cent zwar nicht üppig, aber durchaus nicht unüblich. Ab 2,60 € wäre es angemessen, auf den nächsthöheren Eurobetrag aufzurunden.

Bei ca. 10,- € dürfen es schon 0,50,- bis 1,- € Trinkeld sein, darüber mindestens 1,50,- bis 2,- .Bei einem größeren Rechnungsbetrag sollte das Trinkgeld ca. 5% bis 10% des Rechnungsbetrags ausmachen.

Früher hat es einmal "Bedienungszuschlag" gegeben, da ist dann auf der Rechnung draufgestanden "inkl. 10% Bedienungszuschlag". Der Bedienungszuschlag wurde aber schon vor Jahrzehnten abgeschafft.

Und wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der auch Kellner anständig bezahlt werden.

Ich weiß ja nicht, was Du unter anständiger Bezahlung verstehst, und was das Bedienungspersonal in Deutschland verdient. Bei uns in Österreich verdient eine Restaurantfachkraft (so heißt der Kellnerberuf bei uns offiziell) bei einer Vollzeitbeschäftigung mit 40 Wochenstunden netto ca. 1.150,-. Üppig finde ich das nicht, geht aber nicht anders, weil man sonst die Preise nicht halten könnte, und es ohnehin schon schwer ist, gegen die Fastfood-Ketten und die Billigkonkurrenz anzutreten.

Vom Bruttolohn wird dabei auch ein Trinkgeldpauschale von ca. 50,- € abgezogen, weil das Trinkgeld bei uns vom Finanzamt als Lohnbestandteil gewertet und davon ausgegangen wird, dass ein KellnerIn Trinkgeld bekommt.

Im Übrigen ist es ein weit verbreiterter Irrtum, dass es unhöflich wäre, dem Chef oder der Chefin kein Trinkgeld zukommen zu lassen. Die meisten freuen sich darüber, für ihre Leistung und ihren Einsatz ein paar Groschen extra als kleines Dankeschon von einem zufriedenen Gast zugesteckt zu bekommen. Reich wird heutzutage in der Gastronomie ohnehin niemand mehr.

Nur zu dem Absatz mit der Begründung warum du nicht mehr bezahlst an deinen Angestellten. Du schiebst den Preisdruck vor wälzt aber das ganze am Ende trotzdem auf den Kunden ab. Der soll nämlich gefälligst Trinkgeld zahlen und das kompensieren was du nicht bereit bis an Lohn zu zahlen. Das ganze versiehst du hier dann auch noch mit einer Art moralischer Pflicht. Aus Kundensicht ist es aber völlig egal ob man 100 EUR für Speis und Trank bezahlt hat oder 100 EUR für Speis , Trank und Trinkgeld.

Ich finde das schon etwas heuchlerisch. Ich habe nichts gegen Trinkgeld geben aber mir das hintenrum als Verpflichtung zu verkaufen naja.

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@maxim65

@maxim65: wenn Du Dich nicht auskennst, dann riskier doch keine große Lippe!

Trinkgeld ist in Deutschland und Österreich üblich und daher auch ein Lohnbestandteil, mit dem auch das Finanzamt rechnet und es daher automatisch besteuert, egal, ob jetzt der/ die KellnerIn tatsächlich Trinkgeld bekommen hat oder nicht. Das habe nicht ich erfunden, und das ist auch keine Erfindung der Neuzeit, sondern das ist branchenüblich und war auch immer so. Nur weil Dir das persönlich vielleicht nicht in den Kram passt, kannst Du nicht allgemeingültige neue Spielregeln einführen.


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@Herb3472

Es ist üblich aber nicht verpflichtend und es ist kein vertraglicher Lohnbestandteil. Das sich der Staat trotzdem was holt hat damit nichts zu tun. Jeder andere muss auch jeden geldwerten Vorteil versteuern.  Es wird halt pauschal versteuert weil es nicht unüblich ist. Und trotzdem ist das Trinkgeld am Ende nichts weiter als die Entschuldigung des Unternehmers  nicht soviel Lohn zahlen müssen. Zahl deinen Leuten mehr Lohn und alle anderen tun es auch und schon gibt es keine Notwendigkeit für TG mehr.

Im übrigen was ich riskiere oder nicht ist auch meine Sache genau wie das TG.

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@maxim65

Ich möchte noch etwas zur Höhe der Entlohnung sagen: anders als in Deutschland ist bei uns in Österreich die Höhe des Grundlohns
bundeseinheitlich durch die branchenspezigfischen Kollektivverträge geregelt. Das entspricht in Deutschland in etwa dem Tariflohn, nur dass dieser kollektivvertragliche Mindestlohn nicht unterschritten werden darf.

Der von uns bezahlte Lohn entspricht also dem in Österreich branchenüblichen Lohn, alle Gastronomiebetriebe bezahlen nach diesem Lohnschema.

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@Herb3472

Aber du darfst jederzeit mehr bezahlen , viel mehr.

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@maxim65

Und trotzdem ist das Trinkgeld am Ende nichts weiter als die Entschuldigung des Unternehmers  nicht soviel Lohn zahlen müssen.

Ich sagte ja, Du kennst Dich nicht aus. Trinkgeld ist zwar bei uns nicht verpflichtend wie in Amerika, es wird aber damit gerechnet.

Zahl deinen Leuten mehr Lohn und alle anderen tun es auch und schon gibt es keine Notwendigkeit für TG mehr.

Du bist mir vielleicht ein Kasperl. Als ob ich das beeinflussen könnte, was eingefleischte Sitte und Brauch ist. Mir wäre das sogar lieber, weil ich dann auch was davon hätte. Trinkgeld cashen nur die Kellnerinnen ab, da hab' ich nichts davon.

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@maxim65

Aber du darfst jederzeit mehr bezahlen , viel mehr.

Jetzt degradierst Du Dich aber wirklich zu einem naiven Würstchen.

Wenn ich mehr Lohn als branchenüblich zahle, muss ich meine Preise auch über den Durchschnitt anheben. Und dann brauche ich kein Personal mehr, weil ich ohnehin keine Gäste mehr habe. Das wäre unternehmerischer Selbsmord.

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@Herb3472

Nimm dich in deiner Wortwahl zusammen. 

Du bestägtigst nur das was ich sage. Das TG ist eine Entschuldigung nicht mehr Lohn zahlen zu müssen/wollen. Es gibt keinerlei Naturgesetz das die Löhne niedrig sein müssen und das der Kunde es auszugleichen hat. Das dein Unternehmen dann evt. keinen oder zu wenig Gewinn abwirft ist schlicht und ergreifend Pech. Was denkst du wird passieren wenn mehr Gaststätten pleite gehen? Die Preise werden steigen und der Kunde wird sie bezahlen weil er ja trotzdem abundzu mal ausgehen will. Angebot und Nachfrage halt, das du dann evt, nicht mehr anbietest ist möglich. Ausserdem wie immer gibt es auch erfolgreiche Gastronomen die sehr gut leben und trotzdem nicht daran denken die Löhne zu erhöhen.

Nochmal du hebst deine Preise doch an wenn auch nur indirekt. Mit der Aufforderung der Gast möge gefälligst TG geben erhöhst du den Preis. Dem Gast ist es doch egal wie sich es zusammensetzt was er an Geld in der Kneipe lässt. Er ist es los.

Ich habe überhaupt nichts gegen TG mich stört nur die Vehemenz mit der man es als Pflicht deklarienen will und dabei auf die Tränendrüse drückt.

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@maxim65

Nimm dich in deiner Wortwahl zusammen.

Ich werde mich bemühen. Aber wenn Du Blödsinn daherschwafelst, fällt es mir schwer, sachlich zu bleiben.

Du bestägtigst nur das was ich sage. Das TG ist eine Entschuldigung nicht mehr Lohn zahlen zu müssen/wollen.

Dem Unternehmer ist es ziemlich gleichgültig, ob der Mitarbeiter Trinkgeld bekommt oder nicht. Das Trinkgeld hat mit dem Lohnniveau nichts zu tun und ist als persönliche Anerkennung für eine Leistung zu sehen.

Der Brauch, Trinkgeld zu geben, ist bei uns schon seit Jahrhunderten eingebürgert, und diesen Brauch gibt es nicht nur im Gastgewerbe, sondern auch in anderen Branchen, z.B. Taxifahrer, Friseur, Botendienste, Handwerker zum Beispiel. Wer diesen Brauch erfunden hat, weiß ich nicht, und es gibt diesen Brauch nicht nur bei uns, sondern weltweit.

Es gibt keinerlei Naturgesetz das die Löhne niedrig sein müssen und das der Kunde es auszugleichen hat.

Ein Wirtschaftsbetrieb ist kein Wohltätigkeitsverein, daher zahlt immer der Kunde letztendlich die Zeche - auch und gerade dann, wenn der Betrieb höhere Löhne als üblich bezahlt.

"Niedrig" ist relativ. Es gibt viele Branchen, in denen das Lohnniveau nicht sehr hoch ist, und nicht alle bekommen Trinkgeld (übrigens auch im Gastgewerbe nicht alle Mitarbeiter).

Die Kollektivvertragslöhne werden zwischen den Interessenvertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt und gelten bei uns jeweils für ein ganzes Bundesland. Bei den Verhandlungen bin ich nicht dabei und werde auch nicht gefragt. Daher fühle ich mich dafür auch nicht verantwortlich.

Das dein Unternehmen dann evt. keinen oder zu wenig Gewinn abwirft ist schlicht und ergreifend Pech.

Wenn wir unseren Betrieb nicht wirtschaftlich führen würden, hätten weder ich, noch die MitarbeiterInnen, noch unsere Gäste was davon.  Daher orientieren wir uns am branchenüblichen Lohn- und Preisniveau gleichartiger Betriebe in unserer Region. Auch das hat mit dem Trinkgeld nichts zu tun.

Die Preise werden steigen und der Kunde wird sie bezahlen weil er ja trotzdem abundzu mal ausgehen will. Angebot und Nachfrage halt, das du dann evt, nicht mehr anbietest ist möglich.

Schon einmal was vom Wirtshaussterben bemerkt? Ist Dir noch nicht aufgefallen, dass die Preise seit 2000 enorm gestiegen sind - so gestiegen, dass es sich viele gar nicht mehr leisten können, ins Wirtshaus zu gehen? Und dass deswegen ein gutbürgerliches Gasthaus nach dem anderen zusperrt, und nur mehr die großen FAstfood-Ketten, die Imbisslokale, Pizzerias und Kebap-Buden, und die hochpreisigen Bars und Sternerestaurants übrig bleiben?

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@maxim65

Noch etwas möchte ich dazu sagen:

Dem Kellner/ der Kellnerin ist es im Zusammenhang mit dem Trinkgeld völlig egal, wieviel Lohn er bekommt. Wenn er/sie kein Trinkgeld bekommt, wertet er/sie das immer als Abwertung und wird darüber nicht gerade beglückt sein.

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@Herb3472

Es ist deinen Augen Blödsinn das heisst nicht das es welcher ist. Wenn dir der Blickwinkel nicht passt ist es dein Problem.

Das TG hängt sehr wohl am Lohnniveau. Je niedriger das ist desto essentiell ist die Abhängigkeit vom TG. Es ist auch vollkommen irrelevant ob es Brauch ist oder war. Fakt ist es ist eine freiwillige Geste des Gastes der damit eine besondere Leistung honorieren will. Nichts weiter. Mit anderen Worten wenn jemand "nur" seinen Job macht gibt es kein TG. Natürlich ist ein Betrieb kein Wohltätigkeitsverein. Das habe ich nicht gesagt das ändert aber nichts an den Zuammenhängen.

Alles andere - ja und? Es ändert nichts dran. Dir und allen anderen Unternehmen geht es genau so. Wenn man nicht in der Lage ist seinen Betrieb so zu führen das er wirtschaftlich ist und zwar unter allen Bedingungen dann ist man weg vom Fenster. Das mag im Einzelfall schade sein aber das ist egal und nennt sich Kapitalismus.

Das ´Dienstleistungsgewerbe hat hier einen Vorteil das man die Löhne unten halten kann weil eben der Faktor TG existiert. Denn gibt es in anderen Branchen nicht.

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@Herb3472

Natürlich ist der Kellner nicht beglückt. Es fehlt ein Teil seines Einkommens das er braucht und fest eingerechnet hat. Auch wenn das aus einer falschen Erwartungshaltung heraus passiert. Kalkulieren kann er nur mit dem Lohn der vereinbart ist. Auch dieser ist alleinig ausschlagegebend für die spätere Rente. Das TH hat eigentlich die Aufgabe nicht das Einkommen des Kellners zu verbessern sondern ihn zu motivieren gut und schnell zu arbeiten auch im Vergleich mit den Kollegen. Im Endeffekt käme das nämlich auch dem Besitzer der Kneipe zu gute. Ein zufriedener Kunde kommt nämlich wieder und lässt auch mehr Geld da. Wenn man aber für etwas TG geben soll was man ganz normal erwarten kann in einer Kneipe von einem Kellner oder noch nicht mal das bekommt dann verfehlt das TG seinen Zweck.

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@maxim65

Das TG hängt sehr wohl am Lohnniveau. Je niedriger das ist desto essentiell ist die Abhängigkeit vom TG.

Das ist effektiv nicht richtig. Eine Küchenhilfskraft oder eine Reinigungskraft muss mit ca. € 1.150,- / Monat auskommen. Ohne Trinkgeld. Allerdings werden bei uns im Jahr 14 Löhne/ Gehälter bezahlt, das muss man berücksichtigen.

Fakt ist es ist eine freiwillige Geste des Gastes der damit eine
besondere Leistung honorieren will. Nichts weiter.

Darin stimme ich Dir vollinhaltlich zu.

Wenn man nicht in der Lage ist seinen Betrieb so zu führen das er wirtschaftlich ist und zwar unter allen Bedingungen dann ist man weg vom Fenster.

Jein - nicht unter allen Bedingungen. Es gibt lokale und regionale Unterschiede, an die man sich einigermaßen halten muss. Ein Restaurant am Ku'damm hat naturgemäß andere Preise als ein Dorfwirtshaus am Land, wobei die Qualtiät im Dorfwirtshaus möglicherweise sogar besser ist.


Das ´Dienstleistungsgewerbe hat hier einen Vorteil das man die Löhne unten halten kann weil eben der Faktor TG existiert. Denn gibt es in anderen Branchen nicht.

Ich sehe das nicht unbedingt als Vorteil, dass das Lohn-und Gehaltsniveau bei den Dienstleistungsberufen so niedrig ist. Das betrifft ja nicht nur die Leute, die im Gastgewerbe arbeiten, sondern im Prinzip alle Dienstleister (außer denen in den Führungsebenen), von der Arzthelferin bis zur Altenpflegerin, von der Reingungskraft bis zum Pizzaboten. Nicht alle bekommen Trinkgeld, daher sehe ich da auch nicht unbedingt einen Zusammenhang.

Du hast die Marktwirtschaft angesprochen. Würde jemand seine Mitarbeiter besser entlohnen, müsste er das über höhere Preise wieder hereinholen. Und wenn er höhere Preise als der Mitbewerb verlangt, wäre er nicht konkurrenzfähig, denn dann würden die Leute erst recht Feuer! schreien und sich bei der billigeren Konkurrez bedienen. Sieht man doch überall in der Werbung, wie geil Geiz ist. Billig muss es sein - und selbstverständlich eine Top Qualität haben.

Ich war nicht immer Gastwirt, bin erst wegen meiner besseren Hälfte dazu geworden.. Früher war ich im Management in der IT-Branche. Da habe ich mir gar nicht vorstellen können, dass es Leute gibt, die für so wenig Geld arbeiten. Auch wir werden nicht reich auf Kosten unserer Mitarbeiter, wir kommen halt gerade so durch. Das soll aber nicht als Klagelied rüberkommen, ich will nur die Dinge ins rechte Licht rücken.

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@maxim65

Das TH hat eigentlich die Aufgabe nicht das Einkommen des Kellners zu verbessern sondern ihn zu motivieren gut und schnell zu arbeiten auch im Vergleich mit den Kollegen. Im Endeffekt käme das nämlich auch dem Besitzer der Kneipe zu gute. Ein zufriedener Kunde kommt nämlich wieder und lässt auch mehr Geld da. Wenn man aber für etwas TG geben soll was man ganz normal erwarten kann in einer Kneipe von einem Kellner oder noch nicht mal das bekommt dann verfehlt das TG seinen Zweck

Das unterschreibe ich voll und ganz.

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Das Trinkgeld ist eine freiwillige Leistung des Gastes. Wenn du mit dem Kellner zufrieden bist, dann solltest du Trinkgeld geben, wenn nicht, dann brauchst du überhaupt nichts rauszurücken. Und aufgepasst: Der Wirt bekommt nie Trinkgeld, er hat die Preise kalkuliert und wenn das Geld nicht reicht, ist es sein Problem.

Der Wirt bekommt nie Trinkgeld, er hat die Preise kalkuliert und wenn das Geld nicht reicht, ist es sein Problem.

Das ist ein Ammenmärchen. Der Wirt kalkuliert in seine Preise kein Trinkgeld ein, und wenn ein Gast zufrieden war, freut sich auch ein Wirt darüber, wenn ein Gast auf diesem Weg seine Anerkennung ausdrückt.

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@Herb3472

In seine Preise wird der Wirt sein Gehalt für sich eingerechnet haben. Wenn er so wenig mit seinem Restaurant verdient, dass er sich ein so geringes Gehalt auszahlt, dass er auf Trinkgeld angewiesen ist, sollte er einen anderen Job machen.

Im übrigen gehöre ich zu einer Generation, die noch gelernt hat, dass es eine Kränkung für den Wirt ist, ihm ein Almosen in die Hand zu drücken. Dass heutzutage vielleicht auch Wirte und Hoteldirektoren Bakschisch erwarten, mag sein - ich will mich nicht daran gewöhnen.

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In D gibt es keine Pflicht zum Zahlen von Trinkgeld.  Das ist eine freiwillige Abgabe für  guten Service / gutes Essen. Nur wenige Cents zu geben ist eine Beleidigung. // Ich arbeite  seit knapp 30 Jahren in der Gastronomie  und gebe, wenn ich selbst irgendwo zu Gast bin, auch gerne Trinkgeld. Eine Ausnahme habe ich aber gemacht,  als wir mit einer  Gruppe in einem Lokal/ Cafe irgendwo im Schwarzwald waren. Der Keller  bediente  unseren Tisch nur mit mürrischem Gesicht und zog andere Tische vor (die bekamen ihren Kuchen eher als wir,  obwohl wir viel früher dort waren und auch noch das Gleiche bestellt hatten ): ihm drückte ich meinen Unmut über die Bedienung mit dem Zahlen des üppigen Trinkgelds in Höhe von 1 ct aus. LG 

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