Katzen pinkeln überall hin, was sollte ich tun?

5 Antworten

Grundsätzlich sollte ein erster Gedanke in solchen Fällen stets auch der Vorstellung beim Tierarzt gelten, da u.U. Erkrankungen (z.B. Harnwegsinfekte, Blasenentzündung etc.) als Ursache für eine Unsauberkeit in Frage kommen können.
Hat eine Katze Schmerzen beim Absetzen von Kot oder Urin, dann wird sie den Ort, den sie mit diesem Schmerz verbindet (= Katzentoilette), künftig meiden, und ihr "Geschäft" woanders verrichten.

Beim Querlesen finde ich auf Anhieb leider keinen Hinweis darauf, wie alt Deine Katzen sind, und ob sie kastriert sind - falls nicht, könnte auch darin bereits eine Ursache für ihr Verhalten liegen.

Katzen sind revierbezogene Gewohnheitstiere und reagieren empfindlich auf kleinste Veränderungen in ihrer Umgebung. Daher kommen z.B. Überforderung (Stress), Unterforderung (Langeweile), Verunsicherung, Angst, ein Erziehungs- oder ein Aufmerksamkeitsdefizit als Ursache in Betracht. Du solltest deshalb nochmals in Ruhe überlegen, was zum Auslöser für die Unsauberkeit geworden sein kann - die kürzliche Zusammenführung könnte da u.U. durchaus eine mögliche Ursache sein.

Zusammenführung bedeutet immer Stress für alle Beteiligten, und es erfordert mitunter viel Zeit und Geduld, die Katzen aneinander - dabei den Neuankömmling an seinen neuen Lebensraum, und die bereits vorhandene Katze an den plötzlichen "Eindringling" in ihrem Revier - zu gewöhnen.

Ein paar allgemeine Tipps zur Zusammenführung, die auch jetzt noch hilfreich sein könnten, findest Du hier z.B. unter

https://www.gutefrage.net/frage/was-kann-ich-machen-das-sich-meine-katzen-vertragen?foundIn=list-answers-by-user#answer-249134587

Wenn mangelnde Hygiene der Katzentoiletten (mind. 1-2 mal täglich Entfernen von Kot und Urin, regelmässiger Streuwechsel inkl. Auswaschen der Katzentoiletten, etc.) als Auslöser nicht in Frage kommt, könnte die Unsauberkeit z.B. auch folgende Ursachen haben:

- Zu wenige Katzentoiletten vorhanden. Da Katzen ihr "Geschäft" gerne sauber trennen, gilt als Faustregel, dass man immer mindestens eine Katzentoilette mehr anbieten sollte, als man Katzen hat (also z.B. 2 Katzen vorhanden => mindestens 3 Katzentoiletten erforderlich). Bei pingeligen Katzen solltest Du im Zweifel lieber 2 Katzentoiletten pro Fellnase aufstellen. Dabei dürfen die Katzentoiletten auch nicht zu dicht beisammen stehen, da sie von den Fellnasen dann oftmals als eine Einheit angesehen, und entsprechend behandelt werden.

- Katzen reagieren empfindlich auf Veränderungen, wie z.B. auf den Wechsel des Katzenstreus (Marke und/oder Material) oder der Katzentoilette, Ortswechsel der Katzentoilette, Duftstreu, Klumpstreu vs. nichtklumpendes Streu, etc..

- Katzen versuchen mitunter, vorhandenen Geruch - bei Betten z.B. von Waschmitteln oder Weichspüler, bei anderen Flächen von Putzmitteln - durch ihren eigenen Geruch zu überdecken. Auf intensive Duftstoffe sollte man daher möglichst verzichten.

- Katzen wollen, auch auf der Katzentoilette, immer ausreichend Platz und Fluchtmöglichkeiten zur Verfügung haben. Vielleicht stehen die Toiletten zu beengt, oder sie sind Deinen Katzen einfach zu klein?

- Falls es sich um Katzentoiletten mit Abdeckung/Haube handelt, werden diese von manchen Katzen gemieden, weil auch dadurch die Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt ist. Hier hilft es manchmal schon die Abdeckung abzunehmen, oder das Türchen auszubauen.

- Eine andere Ursache könnte eventuell auch ein ungünstiger Stellplatz der Katzentoiletten sein (laut, unruhig, etc.).

- Unter Umständen kommt auch Mobbing in Betracht, wenn das Opfer z.B. immer beim Aufsuchen der Katzentoilette von der anderen Katze gestört bzw. überfallen wird.

Samtpfoten haben leider die Angewohnheit, sich bevorzugt an Orten zu erleichtern, die bereits nach den Hinterlassenschaften einer Katze riechen (selbst dann, wenn der Geruch dort für uns Menschen längst nicht mehr wahrnehmbar ist).
Saugfähige, weiche Untergründe, wie z.B. (Badezimmer-)Teppiche, Betten, Polster, Kissen, Decken, Handtücher, Kleidungsstücke etc., laden dabei besonders zur Verunreinigung ein.

Einerseits ist es daher wichtig, die Ursachen für die Unsauberkeit zu ergründen und dauerhaft abzustellen. Andererseits müssen vorhandene Flecken unbedingt so nachhaltig gereinigt werden, dass es dort nicht zu Wiederholungen kommt!

Dazu müssen die betroffenen Stellen zunächst gründlich herkömmlich gereinigt, und anschließend dann nach Gebrauchsanleitung entweder mit Enzymreinigern (die bei der Vorreinigung verbliebene Proteine zersetzen können), oder alterativ auch mit hochprozentigem Alkohol (zerstört Fette im Kot bzw. Urin als Geruchsträger), behandelt werden.

Als Enzymreiniger kommen hier Mittel wie z.B. Biodor, Urine Off, EcoPet oder Simple Solution in Betracht.

Im Falle verunreinigter Textilien (z.B. Badezimmerteppich) müssen alle betroffenen Teile nach Waschanleitung zunächst möglichst heiß gewaschen werden.
Wenn (Bett-)Decken, Teppiche oder andere Auflagen betroffen sind, muss natürlich auch der Untergrund entsprechend behandelt werden!

Wie allgemein üblich, sollte man Enzymreiniger und Alkohol auf empfindlichen Oberflächen zunächst an verdeckter Stelle testen.

Gelegentlich kann es helfen, den Ort des Malheurs mit stabiler, glatter Folie abzudecken (mögen Katzen nicht), ihn vorübergehend für die Katze unzugänglich zu machen, dort eine Katzentoilette aufzustellen, oder ihn - falls sinnvoll möglich - zeitweise z.B. als Spiel-, Schlaf- oder Futterplatz zu nutzen.

Schließlich gibt es noch diverse Sprays und Aromen (z.B. Zitrusduft), die Katzen angeblich fernhalten sollen, von denen ich persönlich aber nicht viel halte, weil sie eher auf kurzfristige Abschreckung, als auf dauerhafte Lerneffekte ausgerichtet sind - und zudem in der Nähe der Katzentoiletten eher kontraproduktiv wirken könnten.

Hilfreicher könnten dann eventuell Raumsprays oder Verdampfer für die Steckdose sein (z.B. Feliway, erhältlich im Fachhandel oder beim Tierarzt), die spezielle Duftstoffe (Pheromone) freisetzen, und dadurch bei Katzen zu Wohlfühleffekten und größerer Entspannung führen können.

Weitere lesenswerte Überlegungen zum Thema findest Du z.B. unter

http://geliebte-katze.de/information/verhalten-von-katzen/problemverhalten-bei-katzen/was-tun-bei-unsauberkeit-der-katze

und

http://geliebte-katze.de/information/verhalten-von-katzen/problemverhalten-bei-katzen/zu-viel-stress-macht-katze-unsauber

Auf alle Fälle solltest Du stets Ruhe bewahren (sonst überträgt sich Dein Stress noch zusätzlich auf die Katzen), den Fellnasen weiterhin mit Aufmerksamkeit, Zuwendung, Geduld und Nachsicht begegnen, und sie keinesfall bestrafen oder mit Liebesentzug reagieren (Katzen können eine Strafe ohnehin nicht mit ihrem Verhalten in Verbindung bringen).

Ich drücke die Daumen, dass Du das Problem bald in den Griff bekommst!

Alles Gute und viel Erfolg!

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Ergänzung: Auch das (zeitweilige) Aussperren aus den Räumen, in denen es zur Unsauberkeit gekommen ist, stellt für die Katzen eine - aus ihrer Sicht unbegreifliche - Bestrafung dar, da die Fellnasen den Sinn verschlossener Türen nicht verstehen (können).

Vielmehr dürfte die ständige Verkleinerung/Einschränkung ihres Reviers für zusätzlichen Stress und große Verunsicherung bei den Katzen sorgen (z.B. auch bei Luna, die vorher mehr als 2 Jahre stubenrein war), die sich dann u.U. wieder in Unsauberkeit entladen - mithin ein Teufelskreis, den es zu unterbrechen gilt.

Auch wenn die Situation für Dich sicher nicht einfach ist, solltest Du stets ruhig und gelassen reagieren, um die Fellnasen nicht weiter zu verunsichern. Demonstrative Normalität mit viel Aufmerksamkeit, Beschäftigung der Fellnasen und Zuwendung (Spiel- und Schmusestunden, Leckerchen futtern etc.) könnte hier vielleicht schon sehr viel Gutes bewirken.

Falls Deine Katzen übrigens keine Freigänger sind, könnte es - soweit nicht bereits geschehen - auch hilfreich sein, ihnen einen (durch ein Katzenschutznetz) abgesicherten Balkon als Erweiterung ihres Reviers zur Verfügung zu stellen.

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Das Markieren ist auf jeden Fall ein Hilferuf der Katzen. Entweder ist eine krank (z.B. Harngrieß, Harnsteine, Harnkristalle, Durchfall oder sowas), verliert z.B. Tröpfchen, weil sie den Urin/ Kot nicht mehr halten kann, die andere denkt, dass sind Markierungen und markiert deswegen auch, darauf reagiert wieder die erste Katze usw. Das würde ich unbedingt beim Tierarzt abklären, ob sie organisch gesund sind oder eine von beiden krank ist.

Wenn sie gesund sind, sagen sie Dir durch das Markieren, dass ihre Welt nicht mehr in Ordnung ist. Irgendwann muss was geschehen sein, das sie total verstört. Und wenn sie schon in der Nähe der Futterstelle markieren, muss es sehr schlimm für sie sein. Das kann auch eine für Dich kleine belanglose Sache sein, z.B. dass Du ein neues Putzmittel, einen Weichspüler, anderes Katzenspreu benutzt, dass Du länger als sonst arbeiten musst, dass nebenan ein Haus abgerissen wird und Baulärm sie ängstigt, dass eine für sie fremde Person öfter zu Besuch kommt, ein neuer Nachbar eingezogen ist, ein neues (z.B. lärmendes) Haushaltsgerät angeschafft wurde usw. Du musst jedes Detail berücksichtigen, das anders ist als sonst.

Eine andere Möglichkeit ist noch, dass sich die Beziehung zwischen den beiden Katzen geändert hat. Das kann durch eine Kleinigkeit passieren, z.B.: Beide schauen aus dem Fenster, eine der Katzen sieht draußen eine Katze, die sie am liebsten verhauen würde, kommt aber nicht raus und haut in einer "Übersprungshandlung" stattdessen ihre Mitkatze. Die weht sich oder ist dadurch verängstigt und es folgt eine angespannte Stimmung. Die Behauptung, das könnten Katzen untereinander klären, ist falsch. Das klappt nur manchmal, manchmal aber auch nicht.

Solange Du nicht weißt, was es ist, ist es auf jeden Fall gut, Dich so viel wie möglich mit ihnen zu beschäftigen (auf eine positive Art - nie schimpfen, sondern spielen, beschäftigen, schmusern - je nachdem, was sie mögen) genau zu beobachten, wann und wo sie immer markieren und wie die Körperhaltung dabei ist (sitzend wie beim Urinieren, stehend mit zitterndem Schwanz? Wie sieht das Gesicht, Ohren, Augen, dabei aus?), ob sich die Beziehung zwischen ihnen geändert hat oder die Beziehung zu Dir (Harnamrkieren kann auch mit Trennungsangst zu tun haben).

Ich weiß, das ist alles leichter gesagt als getan und bestimmt eine anstrengede Zeit für Dich. Aber es lohnt sich. Wenn Du es geschafft hast, das Problem zu lösen und die Beiden nicht aufgibst, wird die Beziehung zwischen Euch dadurch wahrscheinlich noch enger.

Wenn Du gar keine Idee hast, könntest Du noch einen Katzenpsychologen fragen.

Ich würde unbedingt versuchen, sie erst mal zu trennen, damit jede/r einen sicheren Rückzugsort ohne Stress hat. Jede Katze braucht natürlich mindestens einen Schlaf-, Futter- Versteck- und Toilettenplatz (so weit wie möglich vom Futter- und Schlafplatz weg, klar.) Du kannst zusätzlich mit Feliway friends in beiden Räumen und durch Streicheln/ Anfassen der einen, dann der anderen Katze versuchen, sie an den Geruch des anderen zu gewöhnen. Wenn das eine Weile gut ging, kannst Du mal probieren, die Katzenklos zu tauschen. Vielleicht kannst Du nach ein paar Tagen von einerm Tierschutzverein eine Drahtgittertür ausleihen, die Du vorübergehend anstelle der trennenden Tür einsetzt, sodass sie sich sehen, aber nicht berühren können. Erst wenn das alles mindestens zwei Wochen gut geklappt hat, sie sich nicht mehr drohen oder sogar angreifen wollen, würde ich sie wieder zusammenlassen - erst mal nur eine halbe Stunde unter Deiner Aufsicht, dann immer etwas länger und am Anfang nie in Deiner Abwesenheit.

Eigentlich ist dieser langsamere Weg entspannter als die Katzen sofort zusammenzulassen. Dass Caesar entscheiden durfte, ob er in seiner Box versteckt bleibt bzw. wann er sie verlässt, war ja nicht wirklich eine freie Wahl. Er konnte sich nur zwischen Gefangensein in der Box und Gefahr von Luna angegriffen zu werden entscheiden.

(Es gibt ein Buch "Katzenzusammenführung mit Herz und Verstand", das fand ich wirklich gut).

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