Kann mir jemand den Begriff Transzendezfähigkeit gut erklären?

9 Antworten

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Hallo esine, um mal große theoretische Erörterungen zu vermeiden, ein Beispiel (Das Bild aus Schülerarbeitsmaterial siehst du in der Anlage):

Drei Israeliten sitzen, nachdem sie den Ägyptern entkommen waren, am Ufer des Roten Meeres. Alle drei haben das gleiche (messbare und nachvollziehbare) Erlebnis gehabt. Die Wertung, die sie treffen, ist aber anders. So wie jeder Mensch auch ein Erlebnis auf verschiedene Weise werten kann.

Der erste denkt in einer rein empirischen Ebene: Die Ägypter haben sich dumm angestellt.

Der zweite denkt in einer Sinnebene (Welche Ziele, welche Ursachen, welche Wirkung?): Da haben wir aber Glück gehabt.

Der dritte denkt in der Glaubenesebene (und diese Wertung ist nicht beweisbar, aber auch nicht widerlegbar): Jahwe hat uns gerettet.

Diese letzte Ebene bezeichne ich als transzendent Ebene. (von lateinisch transcendentia „das Übersteigen“). Transzendenzfähigkeit würde ich die Denkweise bezeichnen, die über die rein empirische Ebene und die Sinnebene hinaus weiterschreiten kann.

Israeliten am Roten Meer - (Psychologie, Menschen, Religion)

Transzendenzfähigkeit ist die Fähigkeit zum Selbstbetrug. Sich weismachen zu können, daß es etwas transzendentes überhaupt gibt. Hierzu werden subjektive Wahrnehmungen, die keinerlei Entsprechung in der Realität haben, als wahr angenommen. Es handelt sich also eher um ein Unvermögen als um eine Fähigkeit. Das Unvermögen, die eigene Wahrnehmung aus der Betrachtung der Realität kritisch herauszufiltern.

Das Unvermögen, die eigene Wahrnehmung aus der Betrachtung der Realität kritisch herauszufiltern.

Ist implantiert. Hardwired quasi.
Kannst Du auch nicht.

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@holodeck

@holodeck

Das stimmt nicht, was du sagst, ansonsten würden die Menschen noch heute versuchen, über den Fuß des Regenbogens, dort wo er den Erdboden berührt, zum Himmel aufzusteigen. Der Mensch trachtet stets nach logischer Konsistenz. Hierbei sind aber Irrtümer nicht ausgeschlossen. Z.B. empfinden viele Menschen die Aussagen eines sogenannten Heiligen Buches als wahr, weil ihre Vorfahren seit Jahrtausenden an diese Wahrheit geglaubt haben.

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@WotansAuge

Verstehe nicht, was Regenbogen mit der Neurophysiologie des Menschen zu tun haben sollten. Das ist mir dann doch etwas zu esoterisch. Macht ja nichts ;-))

Die Betrachtung der Welt ist IMMER subjektiv. Daneben gibt es nichts.

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@holodeck

Holodeck, du verstehst es ja immer noch nicht! Die eigene Wahrnehmung soll ausgeblendet werden, um einer Betrachtung der Realität Glauben schenken zu können. Diese Realität stellt etwas Heiliges dar, eine Doktrin oder ein Prinzip, etwa der Materialismus oder der Glaube an die Fehlerlosigkeit der Bibel oder an die komplette Widerspruchsfreiheit des Korans, wobei die erste und die zweite Sure sich nicht widersprechen müssen. Alle kommen in die Hölle! Die Monotheisten kriegen aber die Jungfrauen. :-)

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Wenn ich das richtig verstehe, bedeutet Transzendenz eine Art Verbindung oder Übergang zwischen der physischen und somit messbaren Ebene und der spirituellen Ebene (im christlichen Sinne, kann man diese als geistigen Himmel, also im Sinne von Heaven, verstehen).

Transzendenzfähigkeit kann vielleicht der Begriff dafür sein, ob und wie leicht es einem Wesen möglich ist, zumindest von der Wahrnehmung her in spirituelle Sphären überzugehen. Ich will nicht bewerten, was ich nicht kenne, aber mich würde doch wundern, wenn es mehr als nur subjektive Wahrnehmungen sind, die sich auf derartige transzendente Erlebnisse beziehen. Anderenfalls hätte man ansonsten schon über seriöse Quellen davon erfahren und es wäre allgemein (auch wissenschaftlich) akzeptiert.

Daher hat für mich dieser Begriff "Transzendenzfähigkeit", ebenso wie auch die Transzendenz, einen esoterischen Klang.

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