Der Begriff der "Transzendenz" bei Jean-Paul Sartre: Deute ich ihn richtig?

1 Antwort

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Aus "universal_lexikon.deacademic com" "Existenzphilosophie:

"Jean-Paul Sartre wandte sich am entschiedensten der konkreten Existenz zu. Seinen von ihm selbst so genannten »Existenzialismus« verteidigte er gegen die Vorwürfe, er sei »Nihilismus« und »Atheismus«, als einen »Humanismus«, ja als die einzige philosophische Theorie, die dem Menschen eine Würde verleihe, da er ihn nicht zum Ding mache. So ging auch Sartre bei seiner Analyse der Existenz vom Gegensatz des Menschseins (für sich) und des Dingseins (an sich) aus. Die Dinge sind schlicht, was sie sind. Der Mensch dagegen ist nie bloß das, als was er sich gegeben ist, sondern er entwirft sich als das, was er noch nicht ist. Erst mit dem Menschen kommt der Mangel, das Nichts, in die Welt, ja er ist selbst ein »Mangel an Sein«. Jedoch empfindet der Mensch nicht bloß diesen Mangel, sondern er vollzieht selbst die »Nichtung« des Gegebenen. Er überschreitet die Wirklichkeit auf Möglichkeiten hin. (Das bezeichnet Sartre als Transzendenz) Der Mensch zeichnet sich vor allem durch seine Freiheit aus."

Fett von mir hervorgehoben, Kursiv in Klammern = Einschübe von mir. "Faktizität" ist das Bewusstsein des Dingseins. Das Bewusstsein der Faktizität ist noch nicht das ganze Menschsein. Dazu gehört auch das Erkennen von Handlungsmöglichkeiten und die Selbstverwirklichung durch freie Wahl. Bewusstsein der Faktizität, des Gegebenen des Dingseins, ist eine Vorstufe, die in der Transzendenz auf die frei wählbaren Möglichkeiten hin überschritten wird.

man ging das net früher! ;)

ehem, und jetz nochmal für leute die gerade erst ethikunterricht machen, nich für Philosophieprofessoren, datt wär scheen

0

@ rambolinchen01

Ich verändere:

Bei dem "Für-sich-sein", dem bewussten Sein, ist sich der Mensch einerseits dessen bewusst, was ist (Faktizität), andererseits aber auch bewusst, was nicht ist und werden könnte (Transzendenz).

in

Bei dem "Für-sich-sein", dem bewusst sich gestaltenden Sein, ist sich der Mensch einerseits dessen bewusst, was ist (Faktizität), erkennt andererseits aber auch, was von ihm über das Gegebene gestaltet werden könnte (Dieses über sich im Moment des Gegebenen auf die Möglichkeiten hin Hinaussehen nennt Sartre Transzendenz).

Ursprünglich heißt ja Transzendenz ein Hinausdenken über die Möglichkeiten der Erfahrung, z.B. auf ein Göttliches. Für Sartre bleibt die Transzendenz innerweltlich. Da sind denkbare Möglichkeiten bereits ein Überschreiten der Faktizität.

2
@berkersheim

Danke :)
Nach der Verwirrung eine gute Idee, das in den Ausgangssatz einzubauen.

0

Was möchtest Du wissen?