Kant ist ein Philosoph, der - quasi als Gottesersatz - auf die reine Vernunft baut. Für Kant ist der Mensch nicht nur ein vernunftbegabtes Wesen, sondern für ihn sind Emotionen Ausdruck einer niederen Natur.

Für Schiller ist da die Bruchkante. Für Schiller als Dichter, hat das Gemüt einen eigenen, den Menschen schöner machenden Wert. Die reine Vernunft ist strohtrocken und gibt keine Spannungen her, die in der Literatur dargestellt werden könnten. Vernunft hat in der Klassik in der Nachfolge der griechischen Klassik einen hohen Stellenwert, doch immer auch in der Auseinandersetzung mit den emotionalen Antrieben der handelnden Figuren. Du kannst alle Theaterstücke Schillers nehmen, immer ist die Auseinandersetzung mit emotionsbeladenen Werten Quelle der Spannung.

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Der Ausschnitt ist zu knapp, als dass man mit Sicherheit sagen könnte, wovon Lessing spricht. Es geht los mit dem Satz: "Dass sie aber diese Eine große Lehre noch mit anderen Lehren vesetzten, ..." - Wer ist mit "sie" gemeint, die Juden, die Christen, die Moslems, die Aufklärer und wer von diesen - da kann man nur raten. Er meint, wie der Vortext aussagt, die Jünger Jesu in der Annahme, dass von ihnen das Neue Testament stammt. Heute wissen wir, dass das gar nicht so ist. Keiner der Jünger hat eines der Evangelien verfasst, auch Johannes nicht. Der war bei Entstehung des Johannes-Evangeliums längst tot. Lessing also meint, dass das Neue Testament das Alte Testament ersetzen konnte (was nach den Worten Jesu gar nicht der Fall ist). Auch ist die Einheit Gottes, wie Lessing schreibt, im Neuen Testament nicht gelehrt. Da irrt er. Die Dreifaltigkeitslehre hat Augustinus erst um 400 n.Chr. in die christliche Theologie gebracht, abgeschrieben bei Plotin, dem heidnischen! Philosophen des Neuplatonismus.

Das aber ist nur ein Einstieg in die Fortführung, dass mittels der Vernunft (Kant lässt grüßen) die Wahrheiten der unterschiedlichen Religionen herausgefiltert und in einer Philosophie der Aufklärung in Reinheit dargelegt werden können. Es gab aber keine einheitliche Philosophie der Aufklärung! Und Kant lag mit dem bedeutenderen englischen Aufklärer David Hume im Clinch, weil der Kants Vernunft-Ideologie ablehnte. Auch Schiller hielt die "kalte und gefühllose Vernunft" des Immanuel Kant nicht für hilfreich. Was Lessing will, zeigt seine Ringparabel im "Nathan der Weise", dass sich die in allen Religionen verborgene Vernunft in einem menschenfreundlichen Handeln von kleinlichen Eigenheiten der Religionen befreit und zu einer Weltvernunft gelangt. Darauf aber warten wir heute noch.

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Ein Problem aller Ideologien - und Religionen sind nur eine religiöse Ideologie - ist, dass sie Kopfgeburten sind, nach Macht streben und vorgeben, die einzige Wahrheit zu verkünden. Das hat in allen Ideologien zu Spaltungen geführt. Als ich zur Uni ging, war Mao "in" und die linksextremen Maoisten haben sich immer wieder aufgespalten. Der größte Feind von Gruppe A waren nicht die Jusos oder Junge Union sondern die Maoisten von Gruppe B oder C usw.. A fühlte sich in ihrem Wahrheitsanspruch von B mehr angegriffen als von der Jungen Union.

Darum ist es auch kein Wunder, dass sich die Islamisten gegenseitig mehr bekämpfen und sogar in ihren Moscheen gegenseitig töten als die Christen oder Hindus. Die Unterschiede sind oft weit in der Geschichte zurückliegend und über die tatsächliche Historie gibt es keine Einigkeit, weil es da mit der eigenen Wahrheit schon anfängt. Selbst der Buddhismus, der keine absolute Wahrheit und einen absoluten Gott kennt, hat sich in mehrere Wege aufgespalten. Immer, wenn Ideen von Menschen im Spiel sind, tritt diese Entwicklung ein. Das ist die Gemeinsamkeit, ansonsten gibt es unendlich viele Gründe und Variationen.

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Gar nicht. Politiker tun doch nur so, als ob sie alles im Griff hätten, machen Symbolpolitik und die Mediengläubigen lassen sich davon an der Nase rumführen. Dass die wilde und unkontrollierte Einwanderung nach Deutschland durch und durch den informellen Sektor erhöht hat und unsere Regierung natürlich nicht zugibt, dass sie nicht mal Grunddaten dazu hat, weil sie gar nicht mehr weiß, wer sich alles in unserem Land aufhält und mit wem vernetzt ist - meist am Gesetz und seinen Hütern vorbei - das macht diesen zunehmenden informellen Sektor zu einem vollkommen unkontrollierten Sektor und Sicherheitsrisiko.

Unsere links-grüne Presse gibt sich doch so gern sozial. Hat man ein Wort darüber gehört, dass die Abschaffung des Bargelds in Indien eine höchst unsoziale Maßnahme ist? Wie groß ist der Anteil der Landbevölkerung, die jetzt nur noch mit Bargeldresten handeln und ansonsten in steinzeitlichen Tauschhandel verfallen und wirtschaftlich sowas von abgehängt werden. Wie hoch ist der Anteil der Bevölkerung mit Bankkonten, die überhaupt bargeldlos zahlen können?

Auch die Frage, welche Techniken bevorzugt werden, können sozial ausgrenzen. Wer zählt hier die älteren Menschen, die kommentarlos abgehängt werden, weil sie mit dem modernen Kreditkartensystem nicht mehr umgehen können? Wer zählt die Jüngeren, die schon im Geldbeutel keinen Überblick über ihre Verschuldung hatten. Die bösen Banken freuen sich und die so verschrieenen Kredithaie. Der informelle Sektor ist ein Ausdruck menschlicher Hybris. Und die Machbarkeitsideologen scheinen zuzunehmen.

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Wenn weltweit aufgerüstet wird, zeigt das an, dass Konfliktpotential herrscht, das es den jeweiligen Politikern leichter macht, mehr Geld für Rüstung als für Feuerwehren auszugeben. Aufrüstung oder Abrüstung sind nur ein Symptom. Am Ende herrscht - wie beim 1. Weltkrieg - Krieg und keiner weiß so richtig warum. Die Gründe, warum sich eine Konfliktsituation, von der Menschen, speziell Politiker, meinen, dass sie diese beherrschen, in einen Krieg entlädt sind sehr komplex und die Vorstellung, diese zu beherrschen, reine überhebliche Einbildung. Hätten die USA, als sie die Taliban in Afghanistan gegen die Sowjetunion aufrüsteten, je gedacht, dass sie mal mit ihren eigenen Waffen bekämpft würden?

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Nein. Jeder Vertrag ist beidseitig. Muss er halt aufpassen oder sich einen kompetenten Berater dazu nehmen. Man kann nicht hinter jeden Dummen, der sich über den Tisch ziehen lässt, einen Rechtsberater stellen. Das ist nun mal das Los des Erwachsenseins, dass man für sich selbst verantwortlich ist. Diese Person geht ja auch wählen. Sollen wir dann seine Stimme mangelnden Überblicks wegen ungültig machen?

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Weder noch. 1948 geboren habe ich in der Tat viel erlebt. Natürlich erinnere ich mich gern an die Jugendzeit, erstens, weil es die Jugendzeit war und zweitens, weil es die glorreichen 60er Jahre waren. Aber jede Zeit hat ihre eigenen Schönheiten und Herausforderungen. Auch in den 60ern war nicht alles Gold, was heute in Verklärung glänzt. Ich versuche, mein Leben immer so schön und spannend zu halten, wie geht, und wenn Schluss ist, ist halt Schluss - wichtig ist, dass es ein interessantes Leben war, auf das man in guter Erinnerung zurückblicken kann: Erst recht bei den schönen lauen Abenden bei einem Glas gutem Wein mit feinem Käse gemütlich auf der Terrasse.

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Darüber, wie Sprache, überhaupt symbolische Repräsentation entstanden ist, streiten sich noch die Wissenschaftler, weil das auch eine Schlüsselerkenntnis wäre, wie sich Menschen von der Tierwelt getrennt haben. Das Thema der Trennung von Menschen- und Tier-, auch Pflanzenwelt hat schon die frühen Menschen in ihren Mythen beschäftigt und ist bis heute nicht wirklich gelöst. Die Loslösung einer menschlich-kulturellen Evolution aus der allgemein natürlichen Evolution ist nicht die Leistung einer einzelnen Person sondern ein gesellschaftlicher Prozess. So ist später dann ja auch Schrift in unterschiedlichen Kulturen in ganz verschiedenen Ausprägungen entstanden ebenso wie Geld und staatliche Organisation.

Sprache ist wie andere symbolischen Weltreflektionen (z.B. Tanzen, Musik, Rituale) immer eine starke Reduktion einer viel differenzierteren Umwelt. Sprache ist immer nur ein Verweis, was als Objekt gemeint sein könnte. Was bezeichnen wir nicht alles als Tisch, als Lampe oder Wasser. Dabei gibt es sinnvolle Kombinationen der Einzelbegriffe wie Tischlampe und unsinnige wie Tischwasser (Tafelwasser dagegen versteht jeder). Welche Kombinationen als sinnvoll erachtet werden, ergibt sich in der gesellschaftlichen Kommunikation, mit der wir ja uns ausdrücken, etwas rüberbringen wollen. Wer Unsinn babbelt oder in grammatikalisch falschen Zusammenstellungen geht das Risiko ein, dass er nicht verstanden wird und aus einer Kommunikationsgemeinde fällt. Der freien Kombination oder in sich unsinnigen Sätzen sind keine Grenzen gesetzt. Kinder spielen gerne damit, manchmal nur, wenn sie der Klang eines Wortes begeistert. Ernst Jandl hat sogar Gedichte geschrieben, die außer einer grafischen Struktur in geschriebener Form keinen Sinn ergeben. Es gibt nichts, woraus kreative Menschen kein Spiel machen könnten.

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Zumindest haben wir den Weg zum ewigen Frieden in der Praxis seit zwei Millionen Jahren nicht gefunden. Theoretisch versprechen uns das viele im Handumdrehen, wenn wir nur dies und jenes tun. Auffallend an diesen Rezepten ist, dass sie alle hoch abstraktes Kopfkino sind, bar jeder Realität. Wir werden wohl warten müssen, bis es den NEUEN MENSCHEN gibt, was bedeutet, dass alle anderen abgeschafft werden mit dem Risiko, dass sich auch der NEUE MENSCH als nicht bessere Version herausstellt. Wie lange warten Juden schon auf den Messias? Und die Christen: Seit 2000 Jahren behaupten sie, die Erlösten zu sein. Erlöst wovon. Also von Gewalt sicher nicht, denn die Christengeschichte ist voll davon.

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Verführerische Ideologien - und das Höhlengleichnis des Platon ist eine solche - haben meist zwei Teile. Ein Teil gibt eine reale Mangelerfahrung wieder und der Zweite verspricht Heilung, Erlösung, wenn man nur dem einen richtigen Meister und Führer folgt. Das mit dem Führer hat unser Volk ja zur Genüge erfahren. Der erste Teil, dass wir Wirklichkeit immer nur in Ableitung erfahren, immer nur in Funktion und gefiltert, war keine Neuentdeckung Platons. Das hat schon sein Lehrer und Skeptiker Sokrates gelehrt. Das haben viele andere Philosophen seiner Zeit zum Ausdruck gebracht, z.B. auch die Epikureer, die als erste den Begriff Wahrheitswahrscheinlichkeit ins Spiel brachten.

Dass Verführerische an Platons Gleichnis ist, dass es da den einen geben soll, oder später DIE PARTEI oder DIE MUTTER KIRCHE, die die Wahrheit gepachtet haben. Gurus leben davon und ihre Anhänger, unfähig, selbst kritisch zu denken, laufen ihnen tiefgläubig nach. Wie man an Platons Gleichnis sehen kann, das ja in ein politisches Programm einer hierarchischen Gesellschaftsordnung gemündet ist, wie es sie später im Mittelalter gab, ist der FÜHRERGEDANKE so neu nicht. Er ist immer schon das Zerrbild unseres Nicht-Wissens, als Versuchung, Gewissheit mit Gewalt herbei zu führen. Es gibt keine weltweite und menschheitsumfassende Erlösung.

Das Gegenstück ist, aber nirgends geliebt, dass sich Menschen als fehlbar akzeptieren. Dass sie die kleinen Schritt zum besseren Leben anstreben, auch mal Fehltritte zu korrigieren bereit sind. Doch sie misstrauen den weltumfassenden Entwürfen aus den Köpfen eines irrtumsfähigen Menschen, die nur auf Versprechen hin Anhängerschaft fordern.

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Wirtschaftsliberalismus ist eine theoretische Einstellung, die eine Wirtschaftsordnung, die Kapitalismus genannt wird, zur Grundlage hat. Wirtschaftsliberalismus vertritt eine Einstellung, in der die Entscheidungsfreiheiten der Individuen gegenüber den Verordnungen staatlicher Institutionen mehr wertgeschätzt werden.

Kapitalismus ist ein schillernder Begriff, soziologisch nie sauber umrissen und meist als politisches Schlagwort missbraucht. Zu Marx/Engels Zeiten und schon etwas davor sprach man von Kapitalismus, weil auffallend war, dass die Wertigkeit innerhalb der Produktionsfaktoren Boden-Arbeit-Kapital (Hilfsmittel der Produktion) gekippt ist. Boden und Arbeit fielen in der Wertschöpfungsbedeutung zurück gegenüber dem Kapital. Das war die Zeit, als die von kirchlicher Bevormundung befreite Wissenschaft explodierte und mit ihr die Ingenieurswissenschaften und der Siegeszug der Maschinen begann. Da Kaptal (Maschinen) fast immer vorfinanziert und in großen Teilen sogar fremdfinanziert werden musste, wurde in Verkürzung Realseite und Finanzierungsseite gleichgesetzt, woraus Kapital = Geld wurde.

Wirtschaft ist ein Prozess ständiger Veränderung. Den Kapitalismus zu Zeiten von Marx/Engels gibt es lange nicht mehr. Auch der Schwerindustrie-Kapitalismus, als Museumsstücke teils noch im Ruhrgebiet oder im Saarland (Weltkulturerbe Röchling-Vöklingen) zu bewundern, ist längst abgetreten. Dass diese Wechsel, auch jetzt zum Computer- und dann zum digitalen Zeitalter so relativ reibungslos verlaufen sind, zeigt, dass Kapitalismus keine Reißbrettideologie ist sondern eine Wirtschaftsordnung, die sich flexibel an technische und sozialpolitisch Änderungen anpasst. Das ist dem dogmatischen Sozialismus nicht gelungen.

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Frau Lambrecht wird sich hüten, auf Linksextremismus hinzuweisen. Schließlich wird er von der Linken finanziert und mitorganisiert. Dann müsste sie ja Ross und Reiter nennen und dann läuft sie Gefahr, wie Frau Wagenknecht plötzlich zur Rechten gezählt zu werden. Das geht ganz schnell. Ein Wort, das man ihr im Mund umdrehen kann, und schon ist sie im falschen Lager.

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Geschichte entwickelt sich nicht immer - wie z.B. Hegel und Marx meinten - geradlinig zum Höheren und Besseren. Das Wissen der Spätantike zur Zeit des Marc Aurel z.B. ist erst mit der Renaissance wieder langsam zurückgekehrt. Zu dessen Zeit existierten in römischen Städten nicht nur Badeanstalten und Kanalisation (typisch, dass wieder nur die Technik im Blick ist) sondern jede Stadt hatte mindestens eine öffentliche Stadtbibliothek. Es gab überall die Vertreter der philosophischen Schulen deren Angebote privaten Universitäten gleich kamen, was mit dem Christentum alles platt gemacht wurde.

Der Vater des Kirchenlehrers Origenes z.B. führte in Alexandria eine solche noch stoisch ausgerichtete Philosophenschule, die Origenes dann fortgeführt hat. Der wiederum lag im Clinch mit seinem Studienkamerad Plotin und dessen Neoplatonismus, einer heidnischen Philosophie, die im Kern die Hl. Dreifaltigkeit erfunden hat, was dann Augustinus ins Christliche übernahm. Origenes, der Gott, Sohn Jesus und Hl. Geist noch stoisch als Hierarchie interpretierte, fiel dann als Dreifaltigkeitsleugner in Ungnade.

Die herrschenden römischen Eliten bekamen dann aus vielen Gründen die germanische Völkerwanderung nicht in den Griff, was den religiösen Eliten besser gelang. Wenn man dann die Bauten der Kaiser des röm. Reiches deutscher Nation mit denen in Konstantinopel vergleicht, war der Unterschied gewaltig. Jemand wie Theophanou, die byzantinische Gemalin Otto II. die das zu überwinden suchte, hat das rauhe Klima samt niederer Kultur nicht länger als 31 Jahre überlebt.

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Aggression und Selbstverteidigung sind Urinstinkte des Menschen. Krieg ist eine Form, einen Konflikt auszutragen. Die Gründe können verschieden sein: Gebietssicherung, Raum- und Ressourcengewinn, Unterjochung und Ausbeutung, Kontrolle über alles mögliche, heute vor allem Engergie, zur Zeit des trojanischen Krieges wahrscheinlich Kontrolle über die Quellen der Bronzegewinnung. Zwischen Rom und Karthago ging es um die Kontrolle des westlichen Mittelmeers. Es geht immer um Macht und Kontrolle in beengtem Raum. Gut, man kann sagen: Der Instinkt dahinter ist Überlebenssicherung einer Gruppe. Mit der Erfahrung von Stärke kommt der Hang dazu, diese Stärke in Macht auszuweiten.

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Es geht um Erzählung, um fiktive (Literatur) oder Historie behauptende Darstellung durch eine Person. Eine solche Darstellung erfolgt in der Reihenfolge von Ereignissen, die selbst wiederum "Pakete von erzählerisch geschlossenen Vorkommnissen" darstellen. Koschorke sieht richtig, dass alles Erzählen immer ein Konstrukt im Nachhinein ist, sei es im Literarischen, wo es einer vorher festgelegten Erzählstruktur folgt oder im "allgemein Historischen", wo im Nachhinein eine dem Erzähler sinnvoll erscheinende Aufeinanderfolge gewahrt wird. Alle erzählten Ereignisse haben so den Charakter einer im Nachhinein konstruierten Geschichte. Herr über die Erzählfolge ist meist der Erzähler. Das wird durchbrochen, wenn z.B. ein Erzähler über einen Erlebnisabschnitt berichtet, den auch einige Zuhörer miterlebt haben. Dann kann es auch zu Kritik kommen, weil z.B. der eine oder andere das Erlebte in anderer Reihenfolge oder Gewichtung in Erinnerung hat. Dann ist der Erzähler nicht allein Meister der Erzählung.

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Ideologen, ob religiös oder profan, haben sich schon immer im Besitz der einzigen absoluten Wahrheit gewähnt. Ihre größten Feinde sind immer die anderen Ideologen. Weil sich das Ideologische in der SPD, eingeklemmt zwischen LINKE und GRÜNE, von diesen Rändern immer mehr in der SPD verbreitet hat, hat auch Frau Nahles gespürt, dass gegen die Rechthaberei und Dolchstoßtaktiken der zunehmenden Privatideologen keine Partei mehr zusammenzuhalten ist. Das muss sehr frustrierend gewesen sein. Dass dieser innere Zustand die SPD zerreist können auch keine Sonntagsreden kitten. Und wenn die Führung unfähig ist, klar Schiff zu machen und alle der Partei zu verweisen, deren Forderungen und politische Vorstellungen mit dem Godesberger Programm nichts mehr zu tun haben, dann eröffnen sie halt eine Spielwiese für Möchte-Gern-Diktatoren eines nicht mehr vorhandenen Proletariats. Dann ergreifen die Proleten die Macht und begründen ihr unermessliches Haben-Wollen mit sozialem Mäntelchen.

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Der Trend unserer Jugendlichen geht auf Versorgungs- und Nannystaat, wie ihn die Grünen mit hochemotional geladenen Versprechungen bieten. Ihr erklärtes Ziel: Wir retten die Welt. Dazu wurde vorher im grünen Wohlfühlladen durch einen Großteil der Lehrerschaft und Journalisten der Weltuntergang heraufbeschworen, der nur von einem grünen Deutschland aus verhindert werden kann. Dass das eigentlich Nazit-töne sind, merken die dummen Jungen gar nicht, weil für sie alles, was nicht links-grün ist, rechts ist und das ist dann NAZI. Ein totaler Etikettenschwindel.

In diesem emotional aufgeheizten Klima haben Sachargumente keine großen Ansatzpunkte. Dagegen steht nur noch die Emotionalistät der AfD-Argumente. Liberale Standpunkte mit Verstand, die meist weder A noch B sind sondern in der komplexen Ursachenlage eher mal dazwischen, haben in dem emotionalisierten Schwarz/Weiß-Denken ohne großen Wissenshintergrund kaum eine Chance. Diese Jugendlichen wollen nicht selbst denken sondern gut-gläubig zum Heil geführt werden. Die warten auf eine grüne Kaiserin oder einen giftgrünen Adolf, dem sie zujubeln können. So soll mal wieder am deutschen Wesen die Welt genesen.

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Der Tod ist für mich das Natürlichste der Welt, von klein auf. Schon Opa und Oma sind zu hause gestorben und ich konnte sie noch als Tote sehen, war in den 50er Jahren noch gang und gäbe. Als Bub, Träger des Totenkreuzes und Messdiener war ich bei vielen Beerdigungen. Wöchentliche Grabpflege mit meiner Mutter war normal. Allerheiligen und Allerseelen große Feiertage, zu denen die Gräber geschmückt wurden. Eine Zeitlang hielt mal die Bushaltestelle am Friedhof und ich musste durch den Friedhof nach Hause (kürzester Weg). Auch nachts und auch um 0.00 Uhr. Einmal sogar an Allerheiligen, als die Totenlichtchen flackerten.

Jetzt bin ich 71 und viele um mich sterben teils etwas jünger, teils etwas älter. Besuche von Freunden in der Geriatrie oder im Seniorenheim sind üblich. Das macht mir ehrlich gesagt mehr Bange als der Friedhof oder der Gedanke an den Tod. Wenn man die Alten so dahinsiechen sieht, so ehr- und würdelos, ein durchgefüttertes Stück Fleisch. Ich denke darüber nach, wie ich mein Leben rechtzeitig in Würde selbst beenden kann, um nicht so zu enden. Meine Mutter haben sie am Ende im Krankenhaus zwei Monate wund und wegen Durchfall teils im eigenen Kot liegen lassen, weil sie kein Personal haben. Das möchte ich nicht erleben und die politischen Schönredner in Berlin können mir mal ... (Was ich wirklich schreiben wollte, ist nicht erlaubt! Soviel Offenheit und Ehrlichkeit darf nicht sein, wegen der Sensibelchen.)

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Es gibt nicht DEN NIHILISMUS. Die Kyniker der Antike und die sokratisch ausgerichteten Schüler der Akademie waren auch schon "nihilistisch". So neu ist das nicht und wurde auch nicht von Nietzsche erfunden. Der hat eher über die Figur des "tollen Menschen" den religiösen Funktionären vorgeworfen, dass sie Gott und die in ihm begründeten Werte verraten und die Menschen in einen wertelosen Nihilismus treiben. Interessant diese Erzählung des "tollen Menschen", die sehr stark angelehnt ist an die Erzählung über Diogenes von Sinope (Kyniker), der am hellichten Tag mit einer brennenden Lampe auf den Markt von Athen gerannt ist und gerufen hat, ich suche einen Menschen.

Selbstzweifel und Zweifel, worin die lebensleitenden Werte begründet sein können, hat viele Philosophen umgetrieben, z.B. auch Augustinus, Descartes, David Hume, Schopenhauer usw.. Was Nietzsche vor allem kritisiert hat war, dass die christliche Moral lebensfeindlich ausgerichtet ist. Dagegen war er der Meinung, dass die Moral der antiken Religionen und Philosophien lebensstützend und lebensaufbauend waren, da vor allem der Epikureismus, der ihm aber dann nicht radikal genug war. Dennoch - wenn man Epikur kennt - entdeckt man viele Vorstellungen Nietzsches, die dem Epikureismus entlehnt sind, so z.B. seine Sprachkritik.

Die gesamten antiken Philosophien, so unterschiedlich sie waren, waren im Kern immer eine Lebensphilosophie, wie sie erst in der Neuzeit wieder aufgegriffen wird (Foucault, Expressionisten, Wilhelm Schmid, Schule der praktischen Philosophie). Sie suchten Wege, das aktuelle Leben sinnvoll selbst zu gestalten. Das Christentum hat dann über ein Jahrtausend die Menschen mit falschen Hoffnungen auf ein (erfundenes) jenseitiges Leben in die Irre geführt und abgelenkt davon, das diesseitige, aktuelle Leben zu gestalten. Das vor allem wollte Nietzsche überwinden, weil es im Kern auch die Quelle von Lüge und Heuchelei war.

Erst mit der Überwindung der religiösen Dogmatik, der Befreiung von Philosophie und Wissenschaft aus den Fesseln der Theologie, sind die Erkenntnisgewinne und Erfindungen zur Lebenserleichterungen der fortschrittlichen Antike wieder aufgegriffen worden. Das begann in der Renaissance (u.a. mit der Entdeckung Epikurs) und führte dann vor allem über die Aufklärung (viele Epikureer) in die Neuzeit. Nietzsche war auf diesem Weg ein wichtiger Denker. Doch die christlich-kirchlichen Fesseln sind noch lange nicht endgültig abgestreift.

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Wäre nicht nötig, wenn die Sicherung der Außengrenzen der EU so funktionieren würde, wie "politisch versprochen". Da die meisten sich doch nur nach Europa schummeln, um im Wohlfahrtsstaat Deutschland die finanziellen Wohltaten abzugreifen, sind wir es mit unserer selbstzerstörerischen Wohltätigkeit, die die Menschen nach Europa locken und die Fähigkeiten der anderen Länder überfordern. Nach Griechenland will doch keiner. Die warten doch alle auf den Weitermarsch nach Deutschland, wo es Versorgung und Knete gibt ohne Leistung. Wenn wir hier mal aufhören, die Armen der Welt anzulocken, weil hier angeblich das Geld vom Himmel fällt, atmen die anderen Länder erleichtert auf. Derweil werden sie in Spanien ausgebeutet (und wir bekommen dafür billige Landwirtschaftsprodukte), bis man sie hierher weiterschicken kann.

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Wieso sollte er. Bist Du der Meinung, dass der Holocaust keine Schande ist sondern eine Großtat des deutschen Volkes? Ein Denkmal des Holocaust ist ein Denkmal dieser Schande. Gibt es irgendein Volk auf der Erde, das auch ein Denkmal seiner Schande aufgestellt hat?

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Erstens: Es gibt kein Wissen, das nicht in Grundannahmen auch ein Glauben ist. Wir haben als Menschen kein sicheres Wissen. Was wir als Wissen bezeichnen, wenn es nicht gerade Banalitäten sind, sind gut begründete Erfahrungen. Glaube ist immer ein Für-wahr-halten in den Anteilen, die wir nicht durch Erfahrung sicher wissen können. In vielen Fällen durch allgemeine Erfahrung nicht bestätigbarer Hypothesen tritt die individuelle Erfahrung als Entscheidungsgrundlage. Gründe, warum sich jemand für das eine oder andere entscheidet, gibt es viele.

Agnostiker sind Leute, die in der Frage bezüglich einer höheren Macht oder höherer Mächte (bei Epikur war es nicht Gott sondern Götter) diese Entscheidung als nicht entscheidbar, weil jenseits unserer Erfahrungsmöglichkeiten, ablehnen. In der ideologischen Auseinandersetzung, ob die Frage höherer Mächte für Entscheidungen der Lebensorientierung wichtig ist oder nicht, üben sie enthaltsame Toleranz, weil sie das für eine sehr individuelle Entscheidung halten, der Respekt zu zollen ist, solange nicht andere damit "belästigt" werden. Wegen Unentscheidbarkeit schließen sie für ihre Lebensentscheidungen positiv wie negativ religiöse Gründe aus.

Darum werden Agnostiker von religiös Gläubigen gern für Atheisten gehalten und die Nähe zu diesen ist auch größer, weil sie ihre Lebensentscheidungen explizit nicht an positiv religiösen Hypothesen orientieren. Sie haben allerdings kein Problem damit, beider indivduelle Entscheidungen zu respektieren und halten sich weitestgehend aus der Spekulation ob Gott oder Nicht-Gott heraus. Sie lehnen diesen Dualismus der Weltsicht ab. Penetrant gläubige Atheisten können darüber schon mal sehr zornig und ausfallend werden.

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2060? Großer Gott das sind gut 40 Jahre. Wenn ich bedenke, was man uns vor 40 Jahren alles an Renten versprochen hat - also um 1980 rum - davon ist nichts, aber auch wirklich nichts wahr geworden. Die Politiker brauchen immer Geld, brauchen immer immer mehr Geld und sie haben die Macht, selbst Verträge, die sie noch 1980 gemacht haben etwa 2008 zu ihren Gunsten und zu Ungunsten der Versicherten zu ändern. Ich halte das für Rechtsbruch. Aber daran wird man sich wohl gewöhnen müssen.

1980 glaubten die Leute noch, dass es Rente brutto für netto gibt. Schau Dir mal an, was Dir heute bei einer Brutto-Rente von 1.500,- € alles abgezogen wird. Was es 2060 noch gibt und wie sich die Abzüge gestalten, hängt vom Geldbedarf der Politik ab. Unsere Jugendlichen sind ja - ahnungslos, dass sie das mal selbst bezahlen müssen - sehr freizügig im Zugestehen von Ansprüchen aus "sozialen Gründen" und zur Rettung aller Bedürftigen der Welt. Evtl. gibt es bis dahin ein "bedingungsloses Grundeinkommen", dann hast Du trotz Arbeit soviel wie ein Dauermatratzenhorscher oder ein Migrant aus dem Kongo. Doch sowas kündigt sich an und man kann sich - wie jetzt schon viele - rechtzeitig aus dem Staub machen und Deutschland den freiwilligen Sklaven überlassen.

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Solche Crashs sind derart ungeordnete Prozesse, dass da niemand einen Plan aufmachen kann, wenn er kein Schwindler ist. Aber erst muss es mal zu einem Crash kommen. Warte mal die Europawahl ab. Wie es aussieht, reicht es den meisten Deutschen nicht, was sie alles schon für Europa bezahlen. Die wollen noch mehr ausgeben. Aber, wer die Welt retten will, muss sich erst mal Europa leisten können. Wenn jemand einknickt, dann evtl. wir und wer klug war und das hat kommen sehen, ist dann schon weg - mit seinem Geld. Den Niedergang erleiden dann die, die vor Illusionen und Großspurigkeit geplatzt sind, gepaart mit Unwissen.

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Werte wandeln sich wie das Leben. Werte finden sich auch nicht in Sonntagsreden oder großmundigen Bekenntnissen. Werte zeigen sich im praktischen Leben und so manches mal fragt man sich, ob Leute bei ihrem verworrenen Handeln überhaupt eine einigermaßen geordnete Wertevorstellung haben. Trends reißen schnell ein, vor allem wenn sie die unüberlegte Bequemlichkeit fördern und scheinbar begründen helfen. Kant hat noch geschrieben, dass es MUT zum Selbstdenken brauche. MUT ist unbequem. Zu nichts verpflichtende Beliebigkeit ist da viel weniger fordernd. Es ist aber eine Illusion, dass unser Leben und Handeln ohne Konsequenzen wäre.

Beliebigkeit, gepaart mit Bindungslosigkeit und selbstsüchtigem (wenn auch manchmal gut getarntem) Egoismus haben auch Konsequenzen: Man geht sich gegenseitig in seiner Rücksichtslosigkeit mehr auf die Nerven, schiebt sich gegenseitig die Schuld zu und Solidarität ist nur noch ein politisches Schlagwort, das Sehnsüchte aufgreift, die nicht mehr erlebt werden. Das führt dann zur modernen Krankheit des BurnOut. Das führt - samt den sehr nutzbaren technischen Möglichkeiten - dann zur Einsamkeit in der Masse und durch die Anonymität gefördertes Mobbing. Wer für wenig Geld Erdbeeren an Weihnachten will, fördert Ausbeutung in der dritten Welt und geht mit antikapitalistischem Palaver demonstrieren gegen die kapitalistische Ausbeutung.

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Der IS ist doch nicht der einzige Vertreter rückständiger Sunniten. Erdogan ist es und lässt Moscheen in Deutschland bauen, vom deutschen Staat unterstützt. Dann werden dessen Vertreter wie in Köln bei der Einweihung ausgeschlossen und kein Wort deutsch gesprochen. In Konkurrenz zu Erdogan strengen sich die Saudis an, extrem rückständige Sunniten, die ja auch den IS und Alkaider unterstützt haben, hier Fuß zu fassen. Der größte Teil der Imame kommt aus der Türkei (spionieren auch fleißig für Erdogan) und von Saudi Arabien. Schließlich investieren sie hier ihr Geld, das irgendwann in der Zukunft nicht den Ungläubigen in die Hände fallen soll.

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Die Linken sind genau genommen von den ganz rechten gar nicht so weit weg: Es geht um Emotionen gegen jede Rationalität. Nur fußen deren Bauchentscheidungen auf anderen Vorurteilen. Es hatte einen Grund, warum sich die Nazi-Partei als National-SOZIALISTISCHE-Partei bezeichnete. Beide vertreten Looser und Leistungsverweigerer. Beide lügen, wenn sie sich gegen Liberalismus wenden, jetzt bei den Linken ganz in: Gegen Neoliberalismus. Sie verschweigen, dass sie FÜR einen ZENTRAL gesteuerten Bevormundungsstaat sind, ein dirigistisches Konstrukt. Darum - hör Dir jetzt ihre Argumente vor der Europa-Wahl genau an - sind sie für das zentralistisch bereits entartete Europa, für den europäischen Dirigismus. Effektivität ist ihnen ein Greul, weil das nach Leistung verlangt, nicht nach noch mehr Griffelspitzern.

Schau Dir den Flughafen von Berlin an, die Bundeswehr, die Bundesbahn, all ihre zentralistisch fehlgesteuerten Prozesse. Leider ist da ja auch längst die CDU in diesem Fahrwasser. Sie kümmern sich mehr um die Versorgung der Politiker als um die Versorgung der Bevölkerung. Der wollen sie, und da sind die Grünen ja ganz in forderster Front, ihr Heil dirigieren mit Geboten und Verboten. Dieselverbot, Autoverbot, Fleischverbot, Alkoholverbot usw.. Bei so vielen Ge- und Verboten schaut doch der totale Überwachungsstaat um die Ecke, wird es viel kosten, all die unproduktiven Überwacher zu finnazieren ((System Stasi II). Es hat seinen Grund, warum viele Leistungsträger aus Deutschland wegziehen. Das wird dann mit Ungebildeten aufgefüllt, die sich leichter dirigieren lassen. Nur was soll dabei Gutes rauskommen?

Unser Land entartet langsam zum Kindergarten mit Grünen und Linke als Obernannys. Sie schreien alle nur nach gerechter Verteilung, NIE nach gerechtem Einsatz in der Produktion. Sie werden so lange verteilen, bis die Regale leer sind, weil alle nur noch aufs vordrängen orientiert sind und keiner mehr Zeit hat, auch etwas zu produzieren. Schau Dir ihre Milchmädchenrechnungen an, in denen sie ein Brot gleich fünf mal ohne Verluste aufschneiden und verteilen. Das nennen sie dann bedingungsloses Grundeinkommen. Die Arbeit sollen dann die Maschinen machen, das Kapital, was sie nicht daran hindert, den Kapitalismus abschaffen zu wollen, auch wenn sie faktisch in einen Superkapitalismus steuern wollen. Nur die Chinesen und USA werden ihnen das nicht finanzieren und mit ihrem bedingungslosen Grundeinkommen verteilen sie mit Wiederholung, was sie für Investitionen bräuchten. Kinderwunschdenken.

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Ganz einfach. (google mal Gesellschaftsvertrag) Hobbes ist der erste, der in der Neuzeit die Legitimation eines Herrschers von der Zustimmung seines Volkes abhängig macht, manche nennen es schon Gesellschaftsvertrag (diese Idee von Epikur steckt dahinter, die er bei Pierre Gassendi während seines Exils in Frankreich kennen gelernt hat), man kann es auch als unmittelbare Vorstufe nennen, denn bei Epikur bezieht sich der Gesellschaftsvertrag auf die Demokratie in der griech. Polis, bei Hobbes ist es NOCH der König. Doch ist für Hobbes (wie Epikur) anders als heute DIE GESELLSCHAFT nicht die entpersönlichte Masse sondern die Summe der individuellen Entscheidungen. Die Mehrheit der Individuen entscheidet, was Recht und Verfassung ist. Nach den Wirren des engl. Bürgerkrieges mit rechtlichem Chaos und Willkür geht es Hobbes erst mal um die Wiederherstellung einer neuen, von der Mehrheit getragenen Ordnung. Ein Parlament, wie später bei Locke, kann er sich noch nicht vorstellen. Dazu ist er noch zu sehr von den Vorstellungen des Feudalismus geprägt.

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Na ja, das ist halt das generelle Problem mit Schubladen. Wird jemand in die "rechte Schublade" gesteckt oder gar noch mit der NAZI-Keule tracktiert, wird automatisch unterstellt, dass er israelfeindlich und antisemitisch ist. Da nutzen eigene Verlautbarungen gar nichts, wenn die sowieso nicht zur Urteilsbildung zur Kenntnis genommen werden. Schubladennutzer wissen ja, wie jemand in ihrer Schublade tickt. Alles was die selbst äußern ist ja eh nur Lüge und würde die Qualifikation der Schublade gefährden. Offen und demokratisch ist dieses Verhalten nicht, auch wenn es noch so oft als Eigenqualität proklamiert wird. Lügen und Augen und Ohren verschließen und emotional passende Geschichtenerfindungen als Faktenwidergabe sind der Schubladen bester Schutz. Es ist auch an der Zeit, die UNO nicht als Heiligtum zu betrachten sondern als Forum, auf dem es um politische Machtverhältnisse geht. Wer von den Mitgliedsländern hat nicht alles die Menschenrechte unterschrieben und tritt sie haufenweise und ständig mit Füßen?

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Die Reihenfolge ist Konzept, Lehre und übergeordnet Ideologie.

Konzept kann eine harmlose Sammlung von Lösungsmöglichkeiten sein, und wie sie nacheinander abzuwickeln sind. Konzept ist meist begrenzt und hat meist nur in der Praxis angesiedelte Ausmaße.

Lehre kommt Ideologie schon nahe, fast ein Synonym. Lehre beinhaltet ja eine Idee, die verkündet wird und Ideologie ist nur der latinisierte Begriff. Ideologie und religiöses Glaubensbekenntnis sind sich ebenfalls sehr nahe, da beide nicht nur Identität und Ausgrenzung bewirkten sondern auch in gewisser Weise ein Heilsversprechen beinhalten. Bei einer Ideologie ist das Heilsversprechen eher profan, wie die Rettung der Welt vom Klimawandel oder von Herrschaft der Menschen über den Menschen, usw..

Ideologie wie Religion sind dann nach Karl Popper schädlich, wenn sie sich immunisieren und die Gegner dämonisieren, wenn sie sich gegen jede kritische Diskussion verschließen. Nicht selten ist eine eigene Höherwertung verbunden mit einer Abwertung der "Andersglaubenden". Austausch und kritische Diskussion von Ideen, Konzepten ist nach Karl Popper das, was uns zu Menschen macht, wenn der Dialog offen ist für Kritik. Religion wie Ideologie werden dann zum Gefängnis gegen Offenheit, wenn sie sich in einem System von Dogmen verfestigen.

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Als Hobbes wie Du zur Schule ging, lernte man, dass der König von Gott gegeben ist genauso wie der Papst, der höhere Klerus und der Adel. Den Begriff "Gesellschaft" und Gesellschaftsvertrag kannte damals kein Mensch. Da gab es die dreistufige Ständeordnung des Mittelalters. Schau Dir das mal auf Wikipedia an. Hobbes lebte von 1588 - 1679. Selbst ist er noch in der damals dominierenden Philosophie der Scholastik ausgebildet worden. Da galt es nicht, selbst zu forschen und zu experimentieren, sondern die Bibel und die Kirchenväter zu zitieren. Wissenschaft wie heute gab es nicht, wurde sogar von der Kirche verfolgt (siehe Galileo Galilei).

Die Idee des Gesellschaftsvertrags hat Hobbes nicht erfunden. Er war nur in großen Nöten, weil im englischen Bürger- und Religionskrieg selbst verfolgt (https://de.wikipedia.org/wiki/Englischer_B%C3%BCrgerkrieg). In England herrschte Chaos, jeder gegen jeden. Das hat Hobbes nicht erfunden, das hat er so erlebt. Im Exil in Frankreich lernte er den französischen Philosophen Pierre Gassendi kennen, der Epikur übersetzt hatte. Die Idee des Gesellschaftsvertrags ist sehr alt und stammt von Epikur, dessen Anhänger zu Hobbes Zeiten verfolgt wurden. Da heißt es:

„Das der menschlichen Natur entsprechende Recht ist eine Vereinbarung über das Mittel, mit dem verhindert wird, dass sich Menschen gegenseitig schädigen oder schädigen lassen.“ (31. Hauptlehrsatz des Epikur)

Durch den Einfluss von Gassendi hat Hobbes sein philosophisches Denken umgestellt (vom Rationalismus zum Empirismus). Er konnte sich das Land noch nicht ohne König vorstellen, doch der König brauchte als oberster Regent und Richter die Akzeptanz des ganzen Volkes. Auf Hobbes baut John Locke (Idee der Gewaltenteilung) auf und alle weiteren englischen Aufklärer, die auch die Theorie des Gesellschaftsvertrags weiterentwickelt haben. So wie es kein Auto gäbe, wenn nicht jemand das Rad erfunden hätte, hätten wir heute nicht unseren modernen Staat ohne die weiterentwickelte Idee des Gesellschaftsvertrags. Bei trägt der Gesellschaftsvertrag den Titel: Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

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Das Manifest des evolutionären Humanismus stammt von der Giordano-Bruno-Stiftung, deren Namensgeber, der Philosoph Giordano Bruno 1600 in Rom öffentlich als Ketzer verbrannt worden ist, sozusagen ein Märtyrer der freien, nicht an kirchliche Dogmen gebundenen Philosophie. Die nach ihm benannte Stiftung ist umstritten, weil aggressiv atheistisch mit missionarischen Ambitionen.

Du kannst unter "Gesellschaft Humanismus" suchen oder auch bei der Gesellschaft für kritische Philosophie die Links durchblättern. Da findest Du mehrere humanistische Gesellschaften. Innerhalb der Gesellschaft für kritische Philosophie hat es auch eine Diskussion mit Dr. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und Schriftsteller, Vorstandssprecher und Mitbegründer der Giordano Bruno Stiftung gegeben, der selbst Mitglied der Gesellschaft für kritische Philosophie ist. Hauptkontrahent war der Philosoph Joachim Kahl (http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/), von dem es auch ein schönes Buch über Humanismus gibt: "Weltlicher Humanismus - Eine Philosophie für unsere Zeit".

Das Problem ist, dass der Begriff "Humanismus" nicht geschützt ist und ihn sich jeder nach Gusto auslegen kann. Auch der Philosoph des Existentialismus Jean Paul Sartre hat den Begriff für sich beansprucht, siehe: http://www.muenster.de/~laus/texts/ha/sartre.pdf

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Pico della Mirandola ist ein Phänomen der italienischen Renaissance. Die Überheblichkeit, die aus seiner „Rede über die Würde des Menschen“ spricht ist die Überheblichkeit der Renaissance-Aristokraten und Intelligenzia, nicht des einfachen Volkes. Es geht um den Machtkampf der Renaissancefürsten und weltlichen Herrscher gegenüber dem Papst und seinem Klerus. Dabei ist nicht zu vergessen, dass Papst und höherer Klerus selbst "Studierte" waren und aus der Aristokratie stammten.

Pico maßt sich an, in dieser Schrift als Gott selbst zu sprechen. Der Mensch als Zwittergeschöpf, halb der vergänglichen Erde entnommen, halb ein geistig-göttliches Wesen kann die irdischen Anteile von sich abstreifen und quasi wie Gott werden. Das dumme Volk bleibt der Erde verhaftet. Die gebildeten Aristokraten können ihren Geist erheben, ihr Leben gestalten. "Former und Bildner deiner selbst" ist eine Metapher dafür, dass sich der Gebildete selbst vergöttlichen kann.

Das war natürlich nicht im Sinne kirchlicher Dogmen und hätte der Kirche ihre Macht über die Menschen entzogen. Er wurde zum Ketzer erklärt und konnte sich nur im Schutz mächtiger Fürsten der Verfolgung entziehen. Als er sich dann in seiner Realitätsfremdheit dem Aufrührer Savonarola anschloss, hat er es sich auch mit den fürstlichen Schutzherren verdorben. Mit nur 31 Jahren wurde er dann vergiftet. Von wem, in kirchlichem oder fürstlichem Auftrag, ist unbekannt.

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An Klimawandel muss man nicht glauben, den gibt es, seit es die Welt gibt, weil unsere Welt immer im Wandel ist, ein ständiger Prozess. Es ist sicher auch nicht falsch, dass der Mensch mit seinem Verhalten Art und Richtung des Wandels mitbeeinflusst. Dass wir möglichst schonend mit der Natur umgehen, ist meiner Meinung nach ratsam, wenn es nicht hysterisch übertrieben wird. Wie hoch der Einfluss des Menschen auf das Weltklima ist, wer weiß, wenn man nicht gerade ein Klimareligiöser ist. Als die Eiszeit bis nach Spanien runterreichte südlich der Pyrenäen, da haben die Neandertaler ordentlich gefroren. Dass die damals wenigen Menschen mit ihren Feuerchen das Weltklima beeinflusst haben, ist sehr, sehr unwahrscheinlich, und trotzdem sind die Eisberge im Laufe der Jahrhunderte zurückgewischen. Endmoränen bei Frankfurt und Hannover künden heute noch, wie sich das Eis in Etappen zurückgezogen hat, und das zu Zeiten, als der Mensch noch eine Rarität war. Wir können froh sein über diese Erderwärmung, denn mit einem Klima wie zu Zeiten der Neandertaler könnten wir in Deutschland nicht leben.

Was Deutsche, die ihre Literatur etwas kennen, wissen könnten ist: Um 900 hat im Nordharz (bei Quedlinburg) Herzog Heinrich Wachteln gefangen, Vögel, die heute in wärmeren Gebieten in der Türkei vorkommen. Da gab es eine Wärmeperiode, sodass sogar (wie heute wieder) im Harz Wein angebaut wurde. Das mit dem Wachtelfang kann man bei Walther von der Vogelweide nachlesen. Im Jahr 1000 allerdings, als z.B. Uta von Ballenstedt (die Uta von Naumburg) in der Nähe von Quedlinburg geboren wurde, hatte sich das Klima dort in eine kleine Eiszeit verwandelt. Da fuhren weder Autos noch gab es Industrieabgase. Es wird nur deutlich, dass selbst zu Zeiten, als die wenigen Menschen kaum Einfluss auf das Klima hatten, dieses trotzdem enorme Schwankungen aufgewiesen hat. Da die Menschen damals vom Klimawandel keine Ahnung hatten, haben sie es dem Teufel in die Schuhe geschoben und heftig Buße getan.

Die deutsche Bevölkerung hat sich von knapp 80 auf über 82 Millionen erhöht und wir importieren weiter Menschen aus dem warmen Süden in den kalten Norden. Ausgerechnet die GRÜNEN sind Hauptantreiber und gestehen sich in ihrem Glaubenswahn nicht ein, dass sie extrem widersprüchlich handeln. Dass sich die Bevölkerung in Deutschland verdünnen würde, wäre eigentlich im Interesse des Klimas die richtige Entwicklung, egal wie hoch der menschenverantwortete Anteil veranschlagt wird. Aber die Angst der Wohlstandskinder, dass im Rentenalter ihr Wohlstand flöten geht ist größer als ihr Glaube. Einige zergehen vor Furcht, wenn es im Sommer mal wieder richtig heiß wird (wie ich es als Kind noch in den 50er/60er erlebt habe), dass davon schon die Welt untergeht. Unsere gute Erde hat schon viel ausgehalten. Nur müsste man dazu etwas mehr die Erdgeschichte kennen. Da wird Wissen durch Ängste und irrationalen Glauben ersetzt.

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Ja, genau so. Nicht vergrätzen ist besser als verschwenden. Siehe Venezuela! Wer den Volksdieben, die sich dort "links" nennen, das noch glaubwürdig abnimmt, ist selbst schuld. Allerdings: Wer genau hinschaut - die haben Kapital nicht vergrätzt, sondern lieber in die eigene Tasche gesteckt, sowohl die politische wie die militärische Elite und nun erpressen sie das Volk, für das sie sich doch angeblich so einsetzen. Aber, was so ein tiefgläubiger Linker ist, für den sind das alles nur kapitalistische Lügen.

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Das kommt darauf an, wen man als NAZI bezeichnet. Der Begriff wird ja als Politkeule inzwischen inflationär gebraucht und man muss manchen linken und grünen Positionen nur kritisch gegenüberstehen, schon schlägt die Politkeule zu. Da beanspruchen halt manche für sich, Demokraten zu sein, verfahren aber wie Diktatoren, die alles, was nicht ihre Meinung ungebrochen teilt, als rechts oder NAZI verurteilen statt sich argumentativ damit auseinander zu setzen. So haben die NAZIS früher auch gehandelt. Wer nicht NAZI war, war Kommunist. Das hat sich jetzt nur umgekehrt.

So ein Wahlomat ist ja kein Gott. Da werden die Antworten ja von jemandem vorweg bewertet. D.h. wenn da Links-NAZIS hintendran stecken, werden alle nicht linken Antworten als rechts und NAZI bewertet. Wenn selbst FDP-Antworten als "rechts" beurteilt und bewertet werden, kann man den FDP-lern nur zurufen: Hallo, wacht mal auf, in welcher Ecke ihr bald landet.

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Die Staatsparteien haben sehr geschickte Wege gefunden, über Mitgliedsbeiträge und Spenden hinaus Steuermittel anzuzapfen. Das ist teils berechtigt, weil sie am demokratischen Prozess mitwirken, an dessen Funktionieren alle Steuerzahler Interesse haben, das ist teils unberechtigt, wenn politische Macht mit entsprechenden Einnahmen verknüpft ist und gefestigt wird, neue Parteien bereits finanziell ins Abseits gedrängt werden. Wie weit jetzt speziell die Werkstattgespräche als förderlich für den demokratischen Prozess zu werten sind genauso wie andere Parteiveranstaltungen von SPD oder GRÜNEN und LINKE, die ja auch über den Steuerzahler mitfinanziert werden, kann man sich streiten. Ich würde sagen ja, denn offensichtlich dienen sie der innerparteilichen Klärung der politischen Einstellung. Dann wissen die Wähler - wenn sie wollen - genauer, was hinter den Wahlfloskeln steckt.

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Colberts Wirtschaftstheorie und -politik entsprach den Machtverhältnissen des Feudalismus, speziell des franz. Absolutismus. Alle Macht und Reichtum der Ländereien war dem Adel von Gott gegeben und nur daraus floss der gesamte Wirtschaftsreichtum eines Landes. Vermehren konnte der König dies, indem er heimische Produkte möglichst teuer im Ausland verkaufte, um z.B. in Spanien oder England Gold abzuschöpfen, was die aus den Kolonien holten. Diese Sicht der Welt wurde in der Aufklärung radikal in Frage gestellt und als einer der ersten, der die Wertschöpfung durch Arbeit in den Blick rückte, war Adam Smith, der als erster Klassiker der Volkswirtschaftslehre gilt.

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Man muss jedem seine Chance geben. In solch großen Parteien wie der CSU muss man sich ja irgendwie bewähren, bevor man soviel Vertrauen als Vorschuss erhält. Da wird man also abwarten müssen. Da sich hier viele Linke und Grüne tummeln, ist natürlich hier wenig positive Resonanz zu erwarten. Schon alleine, weil manche fürchten, dass ihnen Söder weh tun könnte und das konservative Lager durch ihn gestärkt wird.

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Man muss mit den antiken Begriffen vorsichtig sein. Das ist bei Aristoteles ja so eine Art Stufen-Modell.

Als erste Stufe kommt der Mensch, der als normaler Bürger seinem Beruf nachgeht, ob als Handwerker, als Kaufmann usw., dessen Sinn auf die Lösung der jeweiligen Aufgaben gerichtet ist um damit seinen Lebensunterhalt zu sichern. Er sorgt sich also um sein Alltagsleben, dass ihm da alles gelingt. Die Begriffe "Genuss" und "Lust" sind da im heutigen Gebrauch eher irreführend. Es geht darum, als normaler Bürger ohne höhere Ambitionen ein gelingendes Leben zu führen, mit dem man zufrieden sein kann. Da würde ich einen einfachen Handwerker oder Händler abbilden.

Die nächste Stufe ist eine höhere, denn die Ziele der ersten Stufe sind dabei ja nicht ausgeschlossen. Nur will diese Person mehr, mehr an allgemeiner Verantwortung, an Führung und Macht. Das kann er im politischen Leben in den politischen Funktionen, die die Polis geboten hat. Dazu gehörten auch die höheren militärischen Funktionen, die Funktionen der Rechtsprechung, alle Funktionen, die im Auftrag der Allgemeinheit wahrgenommen werden. Da würde ich einen politischen Redner darstellen.

Die nächste Stufe, darin sieht sich Aristoteles selbst, ist die Funktion des Wissenschaftlers und Philosophen, der in der Antike auch Politiker beraten hat (Aristoteles war ja nicht nur Erzieher von Alexander dem Großen, er war auch im politischen Beraterstab von dessen Vater, König Philipp von Makedonien). Der Vater des Aristoteles war Arzt, was ebenfalls unter Wissenschaftler und Philosoph zählt, denn einige der antiken Philosophen waren Ärzte. Für die heutige Zeit würde ich einen Wissenschaftler abbilden.

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Lies Dir den Text "Hermeneutik" bei Wikipedia durch. Dann kannst Du die Frage stellen, wie sich im Lichte zunehmender archäologischer Funde und Neubewertungen der Geschichte zur Zeit Jesu und der frühen Kirche die Interpretation der Bibel anders darstellen müsste wie noch vor 150 Jahren.

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Was für ein Hedonismus soll das denn sein? Die Verleumdungen nicht gläubiger Philosophen durch kirchliche Fundamentalisten? Die Hädonä, die Freude am Leben war Lebensphilosophie aller antiker Philosophen, allerdings mit je ganz verschiedenen Rezepten. Erst die Christen haben die Lebensphilosophie gekippt und schlecht geredet, weil sie die Menschen vom Leben jetzt auf ein Leben im Jenseits nach dem Leben jetzt orientiert haben. Darum haben sie z.B. sowohl die Stoa und erst recht den Epikureismus verleumdet, weil beide auf das Leben im jetzt orientiert waren und die Epikureer ein Weiterleben nach dem Tod ablehnten.

Die Macht über das Leben nach dem Tod war jedoch die Machtgrundlage der Kirche, die jedem mit Verdammnis gedroht hat, der ihr nicht dienstbar war. Wähle ein Leben aus Vernunft, das sich an den Umständen des Lebens im Hier und Jetzt orientiert. Wer den Willen zu Freiheit und Selbstbestimmtheit mit Vernunft kombiniert wird jeden Schritt in die Abhängigkeit zurückweisen, sei es von Angst (Weltuntergangsstimmung ist ja wieder "in" und schon treten wieder die Weltretter auf den Plan und wollen bestimmen, wie Du leben sollst) oder von Macht oder sonstiger Gier (Werbung, mediale Gier nach Sensationen). Alles das legt Dir erst langsam und dann immer engere Fesseln an. Lass Dir die Ausführungen von Epikur auf der Zunge zergehen, und zwar im Original und nicht von den Auslegern mit der platonisch-idealistischen Brille.

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Es geht immer um Macht. Die Kirche hatte zu Descartes Zeiten eine absolute Macht und alle mit der Inquisition brutal verfolgt, die ihre Macht bedroht haben. Mit dem berühmten Satz: "Ich denke also bin ich." hat Descartes, was vielen heute nicht mehr klar ist, die damals herrschende Deutungshoheit der Kirche in Frage gestellt. Deutungshoheit und Macht gehören zusammen. So wird auch heute jeder, der hier die Deutungshoheit der linksgrünen Presse in Frage stellt, als "rechts" ins Abseits gestellt. Die Kirche hat damals allen ihre WAHRHEIT über ihre Dogmen aufgezwungen. Wissenschaft und Forschung bedeutet aber, die Dogmen in Frage zu stellen, d.h. an der Macht der Kirche zu knabbern. Und da haben die nach dem Motto, wehret den Anfängen, ihre inquisatorischen Bluthunde losgeschickt.

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Deine Einstellung in Ehren. Wenn Sie für Dich hilfreich ist, behalte sie. Es geht aber auch anders. Und weil es auch anders geht, solltest Du Respekt haben vor anderen Einstellungen, solange sie die Deine akzeptieren. Dann verwirklicht sich wieder ein Stück mehr friedliche Menschheit.

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Der Fall Claas Relotius ist ein Problem, wenn jemand den "Trend der Zeit" erkennt und ihn bedient, auch, indem er "erfindet", was dem Zeitgeist runtergeht wie Öl. Wenn sich der Zeitgeist immer einseitiger dogmatisch einnistet und alles, was ihn kritisch hinterfragt, an den Rand schiebt (in unserem Fall an den "rechten Rand"), ihn mundtot zu machen versucht, sich eine "erfundene Realität" schafft, dann haben auch Märchenerzähler und Legendenschreiber Hochkonjunktur, die diesen Zeitgeist bedienen. So gesehen habe ich kein Misstrauen gegen Qualitätsmedien sondern Misstrauen gegen einen dogmatisch einseitig festgefahrenen Zeitgeist, der natürlich von Medien, die auf Umsatz angewiesen sind, bedient wird. Kritisch wird es dann, wenn Medien ihre Macht entdecken und nicht mehr informieren sondern dozieren, wenn sie dem Leser nicht die Information in Eigenverantwortung übergeben sondern bereits einsortieren, was wie zu verstehen ist und weglassen, was das politische Dogma stört. Der Schritt zum "Erfinden" ist dann nicht weit.

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Gier ist eine menschliche Eigenschaft, vor der schon Epikur (341-270 v.Chr) gewarnt hat, weil diese missratene Eigenschaft Menschen abhängig macht. Das ist nicht nur im Kapitalismus so. Neugier, die Du hast, ist ja eine positive Variante auf dieser Skala der antreibenden Emotionen. Lethargie ist das negative Gegenstück. Doch zwischen Lethargie und Gier gibt es viele Zwischenstufen wie auch die der gesunden Motivation. Man muss halt etwas diszipliniert mit den Begriffen umgehen.

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Sonstiges...

Das ist eine Frage der Interpretation. Jesus selbst hat ja nichts geschrieben und - seltsam für einen Erlöser und Religionsgründer - nichts Schriftliches hinterlassen, was seinen Willen oder den seines Senders klar darstellt. Statt dessen haben wir nur sehr unterschiedliche Berichte von begeisterten Anhängern, die aber nicht gleichzeitig erschienen sind noch in den historischen Einzelheiten übereinstimmend. Von all diesen Berichten sind gut 200 Jahre später von der dann mächtigsten Gruppe vier Berichte ausgewählt worden, die ihrer Überzeugung am nächsten kamen, die anderen wurden als nicht echt abgelehnt. Nach Meinung der historischen Bibelforschung folgte die Main-Tradition der Lehre des Paulus, der interessanterweise den Jesus nie persönlich kennengelernt hatte. Manche Forscher des frühen Christentums gehen so weit, die Gründung und erste Theologie der frühen Kirche eher dem Paulus als dem Jesus zuzuschreiben, wobei Paulus den Jesus nur benutzt und in seiner Überzeugung umgedeutet hat. Für die Juden, die ihre Tradition bestens kannten, war ein Messias, der am Kreuz scheitert, eine Gotteslästerung.

Nun hat sich interessanterweise im Neuen Testament eine Überlieferung erhalten, in der Jesus selbst in einem Gleichnis davon erzählt, dass der Vater=König den Ertrag seines Wirkens haben möchte. Er schickt den Menschen Boten (gemeint die Propheten), die aber misshandelt und getötet werden. Dann denkt er, er sollte seinen eigenen Sohn und Erben schicken, auf den würden sie aus Respekt hören. Doch der König täuscht sich gewaltig. Die Menschen sagen sich, wenn wir den Erben töten, sind wir den König und seine Macht los und können selbst König sein. So töten sie auch seinen Sohn. (Markus 12, 1-12) Das ist offensichtlich eine ganz andere Theologie als die paulinische. Dann wird aber eine Interpretation nachgeschickt, das Gleichnis nur auf die Juden umgemünzt und nicht auf die Menschen allgemein. Diese Uminterpretation kann wie einige andere Stellen im NT als Quelle des christlichen Antisemitismus bezeichnet werden.

Die paulinische Sühnetheologie der Opferung des eigenen Sohnes widerspricht sehr dem Opferverzicht Gottes gegenüber Abraham, als dieser seinen Sohn Isaak opfern will und Gott das ausdrücklich als Ende der Menschenopfer untersagt. Dieser Gott soll dann also als beleidigte Leberwurst seinen eigenen Sohn opfern? Das ist die Schuld- und Sühne-Theologie des Paulus, nicht die des Jesus und seines barmherzigen Vaters. Ich finde es immer wieder interessant, wie Theologen diesen Widerspruch wortreich wegreden. Allerdings ist es eine Theologie, die die alten Erlösungsmystiken von Isis und Horus oder von Dionysos aufgreift und eine Verarbeitung alter Naturmythen darstellt.

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Ob Psychologie, Philosophie oder auch Theologie, nicht mal Jesus ist vor Missbrauch und Fehldeutung sicher. Da Sartre viel geschrieben hat, kann jemand, der nur einen Ausschnitt seiner Werke liest ohne Gesamtkenntnis, evtl. sogar mit fehlerhafter Orientierung, natürlich auch Sartre fehlinterpretieren. Die Schriften Sartres sind ja nur eine Botschaft mit vielen unterschiedlich emotional besetzten Begriffen, die je nach emotionaler Situation des Rezipienten ganz verschieden interpretiert werden können. Das Problem ist dann fast immer der Rezipient, weniger der Sender. Psychisch labile Personen neigen immer öfter zu einseitig emotionaler, immer auf sich bezogener Interpretation statt sachlicher, eher unpersönlicher Bewertung. Das macht ja die Kommunikation mit ihnen so schwierig.

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Existenzialismus stellt - meist aus agnostischer oder gar atheistischer Sicht - die Frage, wie man bei allen Problemen ein sinnvolles Leben gestalten kann. Dem Existenzialismus geht es mehr um das "Glück" eines gelingenden Lebens als um ein kurzfristiges Glück. So greift der Existenzialismus wieder die Lebensphilosophie der Antike auf, den Epikureismus, die Stoa oder auch den Skeptizismus. Vor allem bei Albert Camus wird die Brüchigkeit des Lebens thematisiert, aber auch bei Sartre, wo es kein Glück ohne die "anderen" gibt. Niemand lebt für sich allein und es gehört zu einem gelingenden Leben, sich ein günstiges gesellschaftliches Umfeld mitzugestalten. Wie gestalte ich meine Existenz? ist die Kernfrage des Existenzialismus und was sind die Bedingungen dazu. Die zentrale Frage ist: Gibt es zu dieser Frage des individuellen Glücks eines gelingenden Lebens überhaupt eine für jeden gültige Antwort oder können nur Anregungen zur Selbstreflektion gegeben werden?

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Jetzt fragt sich, welcher Philosoph das war. Auch Philosophen haben unterschiedliche Grundauffassungen. Nichts gegen den Klassiker Herder, doch ein Vergleich mit Aristoteles scheint mir weit hergeholt. Herder war der Theologie, der Dichtung und den geistigen Wissenschaften zugeneigt. Aristoteles war ein Begründer der naturwissenschaftlichen Forschung und akribischer Empirist, was das angeht. Ich sehe da keine Ähnlichkeit in der Positionierung.

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Manchmal ist es sinnvoll, Begriffe zu klären (z.B. mit Wikipedia). Das bewahrt vor Fehlschlüssen. So bedeutet "utilitaristisch" nicht, dass man den größten eigenen Nutzen wählt, sondern den größten Nutzen aller von der Wahl betroffenen. Rational bedeutet lediglich, dass man Vor- und Nachteile abwägt. Was man dabei allerdings als Vor- und Nachteile bewertet, ist eine Frage der zu Grunde gelegten Werte. Die können utilitaristisch auf das Wohl aller zielen, die können egoistisch nur auf den eigenen Vorteil zielen, die können altruistisch das Wohl Benachteiligter in den Vordergrund stellen, die können möglichst optimal die Erfüllung religiöser Orientieren umsetzen usw.. Alle diese wertgebundenen Ziele können rational verfolgt werden.

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Na ja, wenn Diebe "Haltet den Dieb" schreien. Es muss doch einen Grund gehabt haben, dass der Diesel jahrelang als der umweltfreundlichste Treibstoff von der Politik gefördert wurde. Und auch das haben sie wissenschaftlich untermauert. Jetzt sind die Wissenschaftler halt einer anderen Ideologie verpflichtet. Mal gespannt, wie lange der Elektro-Hype anhält, bis festgestellt wird, wie umweltschädlich die massenhaften Akkus sind und wie problematisch ihre Entsorgung. Alles Ideologie mit zurechtgebogener Wissenschaft, die sich damit ihren Ruf nur selbst ruiniert.

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Ist doch einfach. KEINEN Wirtschaftskreislauf gibt es, wenn jede Person alles, was sie verbraucht auch für sich alleine produziert. Dann muss sie mit niemandem tauschen. Da kommt aber nicht viel dabei raus und die Lebensweise ist mehr als dürftig.

Besser wird es, wenn jeder das produziert, was er am besten kann, der eine Messer, der andere Butter, wieder ein anderer Kartoffel usw.. Ein richtiger Vorteil wird daraus erst, wenn jetzt die einzelnen zu tauschen beginnen, weil der nur die Messer macht, muss ja an Butter und Kartoffel kommen, kann ja nicht seine Messer essen. Sowie getauscht wird, entsteht ein Kreislauf, beginnen die Produkte zu wandern zu denen, die sie brauchen und zuletzt haben alle Messer, Butter, Kartoffel usw.. Das ist der Waren- oder Güterkreislauf.

Sind es aber viele verschiedene Güter, wird das Rundumtauschen kompliziert, weil man den Überblick verliert. So tauscht man nicht Gut gegen Gut, sonder vereinfacht die Sache und tauscht Gut gegen Geld als Zwischen- und Verrechnungswert. Parallel zum Güterkreislauf entsteht so ein Geldkreislauf.

Wenn die Leute frei sind, was sie produzieren und in welchen Verhältnissen sie tauschen, nennt man das freie Marktwirtschaft. Dass das alles fair bleibt und keiner betrügt oder erpressen kann, gibt es den Staat, der die Regeln setzt und durchsetzt. Auch der freie Markt braucht einen Staat, damit es fair bleibt.

Aber die Menschen sind nicht gleich und ein wenig gemogelt wird immer. Dass das nicht aus dem Ruder läuft, soll der Staat auch für einen gewissen Ausgleich bei ungleichen Bedingungen sorgen. Dann wird der Staat zum Sozialstaat, weil er neben Fairness im Markt auch für sozialen Ausgleich sorgt.

Die staatlich geschützte Freiheit der Bürger im Markt und der soziale Aspekt sind die beiden Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft.

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Du solltest meiner Meinung nach erst mal klären, was der Begriff UTOPIE bedeutet. Der ist zwar verwandt mit Begriffen wie IDEE oder IDEOLOGIE, aber nicht deckungsgleich. Keine der angeführten Begriffe wie Sozialismus, Nationalismus und Demokratie sind Utopien. Der Kommunismus ist eine Utopie. Der christliche Liebesstaat des Thomas Morus ist eine Utopie, in die man sozialistische Ideen nachträglich hineininterpretieren kann. Demokratie ist von Anfang an eine Technik der Volksherrschaft, die je nach Bedingungen sehr verschiedene Formen annehmen kann. Alles, was wir als gesellschaftlich-politische Realisation haben, hat sich in langen Kämpfen und meist sogar in langsamem Wandel ausgeformt. Die Umsetzung einer einzigen, einsamen Utopie ist nirgends zu erkennen.

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Wenn Du Dich etwas mit Geschichte und Religionsgeschichte beschäftigst, wirst Du feststellen, dass im Altertum alle Völker davon überzeugt waren, dass IHR Gott sie auserwählt habe. Das Christentum steht in der Tradition des jüdischen Glaubens und Gottes, erhebt aber den Anspruch, dass mit Jesus und seiner Auferstehung diese besondere Zuwendung Gottes auf die Christen übergegangen sei. Die Juden sind demnach das verstoßene Volk, eine Grundlage für die Judenverfolgungen im Mittelalter.

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Interessant - fast pervers ist - dass sich die linke Presse sofort ausschließlich auf die Rechten konzentriert hat. Der rechte Osten - ein lange schwelendes Feindbild. Dass sich Menschen aufregen und empört reagieren, wenn auf einem Stadtfest öffentlich einer der ihren nieder gestochen wird, eigentlich drei und einer verstirbt, das interessiert die Linke gar nicht. Weil unter den Empörten auch Rechte sind, ist nur das ihr Thema. Damit werden alle, die sich zu recht über diese Untat aufregen, als Nazis beschimpft.

Nun erweist sich, dass das Opfer nicht nur nicht der rechten Szene angehörte sondern sogar mit den Linken sympathisierte. Um gegen rechts zu hetzen vergessen und verraten sie sogar ihre eigenen Leute. Das ist ja sowas von abscheulich wenn über politischer Hetze jedes menschliche Mitgefühl vergessen wird. Und die wollen sich als Menschenfreunde aufspielen? Alles nur politische Mache. Propagandatheater. Und die Mörder waren vorher schon als Gewalttäter bekannt, durch unser sehr spezielles Asylrecht aber nicht abzuschieben. Tolles Deutschland.

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Markt bedeutet die geregelten Gelegenheiten zum Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Genau genommen müsste es Märkte heißen, weil die Einheitlichkeit von Märkten über Gesamtverfügbarkeit und Wertemodalität hergestellt wird. Märkte gibt es für die unterschiedlichsten Güter und Dienstleistungen und das seit Menschen Arbeitsteilung betreiben und die arbeitsteilig hergestellten Güter und Dienste über Märkte austauschen. Märkte sind keine Besonderheit einer kapitalistischen Wirtschaft. Auf den meisten Märkten wird heute der Tausch mittels Geld abgewickelt. Es gibt aber auch heute noch Spezialbörsen, auf denen Ware gegen Ware getauscht wird. Der Tausch über Geld ist keine Vorbedingung für Märkte.

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Für mich wird das nichts mehr. Ich fahre seit 12 Jahren einen Erdgas-Touran. Und der jetzige wird gefahren, bis er auseinander fällt. Er war insgesamt nicht günstiger trotz Förderung, weil der Austausch der Erdgastanks teils zu meinen Lasten ging und auch eine Weiterentwicklung des Motors nicht betrieben wurde, die Überarbeitung der streikenden Maschine mich jetzt 7.300,- € gekostet hat. Das Problem mit Erdgas bzw. Biogas ist, dass da aus ideologischen Gründen nicht weiterentwickelt wurde und sich jetzt alles auf Elektro gestürzt hat. Wenn sich dann herausstellt, dass die Produktion und Entsorgung der vielen Akkus nicht unproblematisch ist, rennt der ganze Umwelttross wieder woanders hin, vielleicht zum Tretauto. Es geht ja eh zurück in die Steinzeit, weil man den (schein)wissenschaftlichen Beweis hat, dass der Klimawandel erst 19oo angefangen hat. Ideologisch sind wir nicht weniger durchsetzt als das Mittelalter. Mal schauen, wann sie wieder sich geißelnd durch die Straßen ziehen. Die Langeweile des Wohlstands treibt so ihre Blüten. Obwohl, im Kontrast zu den Selbstgeißlern haben die heutigen Weltenretter eine neue Methode: Sie geben vor, wie die Welt zu retten ist und die anderen (die modernen Sklaven) müssen zahlen.

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Von den drei Begriffen ist "Selbstdenken" noch das einfachste, sich fast selbst erklärende Wort. Dabei haben philosophisch informierte die Worte von Immanuel Kant im Ohr, dass zum "Selbstdenken" Mut gehört, vor allem, wenn es nicht im Trend mitläuft. Für Kant gehört zum "Selbstdenken" auch der Mut, dazu zu stehen und mit Selbstdisziplin und Verantwortung die Konsequenzen daraus zu ziehen. Darum ist für ihn "Selbstdenken" das Gegenstück zum Mitläufertum aus Bequemlichkeit.

Der Begriff "Kritik" wird heute eher als negative Bewertung, Beanstandung, Bemängelung verstanden. Auch noch zu Kants Zeit bedeutete Kritik, eine Gegebenheit oder Idee einer Prüfung zu unterziehen, unabhängig ob dann das Ergebnis positiv oder negativ ausfällt. Noch in den Kritiken zu Kunst, Theater oder Dichtung wird eher eine begründete Stellungnahme und Wertung erwartet, die nicht unbedingt negativ sein muss. Kritik hat etwas mit "selbst" zu tun, indem man das zu kritisierende Kunstwerk selbst gesehen, gelesen oder gehört hat, um dann eine eigene Wertung dazu abzugeben. Kritik setzt zum "Selbstdenken" auch die Selbsterfahrung voraus, also keine bloße Weitergabe fremder Urteile.

Das Schwierigste ist der Begriff Vernunft, weil da die Definitionen auseinander gehen, auch in der Aufklärung. Das Licht der Vernunft hat so z.B. für Kant etwas Abgehobenes, etwas quasi Göttliches, etwas menschliches Denken Übersteigendes. Hier kippt Kant vom Empiristen zum Idealisten. Ganz anders ist es bei David Hume, der fest auf dem Boden der Empirie steht. Da ist alles Wissen ein Ergebnis von Erfahrung, aber eine Erfahrung, die das Wissen und die Erfahrungsmöglichkeit eines einzelnen Individuums übersteigt. Vernunft ist die nutzbare Erfahrung einer ganzen Kultur, der gemeinsame Erfahrungspool einer Zeit. Der ist aber nicht sakrosankt, denn was hat nicht schon in früheren Zeiten als "vernünftig" gegolten, was in neuerem Licht als überholt abgelehnt wird.

Wir denken auch beim "Selbstdenken" nicht ausschließlich aus uns heraus. Die Sprache, die tradierten Werte usw. wurden uns ja vermittelt und sind teil der je aktuellen Vernunft. Zu einer kritischen Wertung selbst zu denken braucht manchmal Mut, sollte aber nicht egozentrisch sein sondern das Wissen der Zeit einbeziehen, dann ist eine Kritik für andere wertvoll, für manche evtl. auch unbequem.

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In beiden Begriffen geht es um die Kombinationsmöglichkeiten von Produktionsfaktoren.

Beim Isogewinn geht es um alle Kombinationen von Produktionsfaktoren, die einen gleichen Gewinn erzielen.

Bei Isoquanten geht es um alle Kombinationen von Produktionsfaktoren, die einen gleichen Mengenoutput erzielen. Das ist größtenteils eine andere Kurve von Faktorkombinationen als beim Isogewinn.

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Rassismus ist ein bereits komplexes Werturteil, das es so in der Tierwelt nicht gibt. Werturteile sind Teil der Menschenwelt. Aber auch Tiere grenzen ab und aus und das teils sehr rabiat, wenn man genau hinschaut und sich nicht in rosaroten Traumwelten verliert. Rassismus ist eine Form der Ab- und Ausgrenzung wie es Kultur und Religion sein kann. Nicht rassistisch zu sein ist eine Zeiterscheinung der Neuzeit. Noch bis ins Mittelalter war das normal. Da heute vor allem in Deutschland jede Form von Ab- und Ausgrenzung gleich unter den Begriff Rassismus gesteckt wird, blähen wir diesen Begriff - teils als Politkeule - selbst auf. Das macht aber Hoffnung, weil man es dann bald nicht mehr hören kann und diese Politkeule out ist und durch eine neue ersetzt werden muss.

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Als der Mensch auftauchte, war die Erde längst da. Vom wem? Es hat sich keiner gemeldet und bis ins Mittelalter haben sich Menschen Götter erfunden, die ihnen angeblich ihr Land geschenkt haben, nicht nur das ausdrücklich auserwählte Volk. Bis in die Neuzeit haben Menschen ihre Siedlungen eingezäunt oder gar mit hohen Mauern versehen. Das haben die nicht aus Jux gemacht, denn das hat Arbeit und Geld gekostet. Niemandem wurde in der Vergangenheit Land und Besitz geschenkt. Das ist eine Illusion.

Es gibt kein Recht der Landnahme, außer man tut es und setzt sich gegen andere durch, wie die frühen Völker in ihren Wanderungen. Da gab es in Deutschland die Kelten. Wer davor war und von ihnen vertrieben wurden ist nur wenig bekannt. Die wurden von den Germanen und den Römern in die Zange genommen. Dann kam die Völkerwanderung und die Vandalen wanderten bis Nordafrika. Usw. - und erst langsam ist das zur Ruhe gekommen. Schon im Römerreich wurden Gesetze geschaffen, die die Landnahme regelte, zumindest unter röm. Bürgern. Inzwischen geschieht das nicht mehr so sehr mit Waffen als mit moralischer Erpressung und die Habenichtse erfinden immer wieder neue Gründe, warum ihnen alles gehören sollte.

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Nein, der Begriff "Wirtschaftsflüchtling" ist eigentlich ein Widerspruch in sich ebenso wie "Klimaflüchtling" und eine propagandistische Wortbildung der Willkommensfraktion, die alle Migranten als "Flüchtling" bezeichnen, weil das mit einem gewissen moralischen Druck behaftet ist. Der Unterschied zwischen "Flüchtling" und "Migrant" ist, dass der "Flüchtling" Schutz sucht und wieder in seine Heimat zurück will während der Migrant dauerhaft eine neue Heimat sucht. Einen Zwischenstatus haben "Vertriebene", die eigentlich auch wieder zurück wollen, aber je nach Machtverhältnissen in der Heimat keine Aussicht darauf haben und gezwungenermaßen sich in einer neuen Heimat einrichten. Da unsere Medien inzwischen großenteils zu links-grünen Propagandamedien mutiert sind, haben die diese propagandistischen Begriffsbeugungen natürlich liebend gerne mitgemacht, weil das ihrer Art, statt zu informieren die Menschen zu belehren dienlich ist.

Für eine gesteuerte Migration brauchen wir evtl. eine verbesserte Gesetzeslage, die Migration steuert, wie es Kandada macht oder Australien. Es ist unstrittig, dass wir Migration brauchen weil eine gesteuerte Migration für uns in Deutschland hilfreich sein könnte. Die findet auch statt, wenn man sich anschaut, wie viele Menschen zu uns kommen, um Arbeit und eine neue Zukunft zu finden. Was wir nicht brauchen können, sind als Flüchtlinge getarnte Migranten, die mit nichts herkommen und auf Jahrzehnte nur die Sozialkassen belasten, Steuereinnahmen für sich beanspruchen, die wir besser zur Lösung anderer Probleme (Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Alterssicherung) einsetzen würden. Tatsache: Die Welt ist voller Armer, weil da draußen Kriege herrschen und Regierungen keinen guten Job machen oder alte Strukturen aus Tradition oder religiösen Gründen weitergeschleppt werden. Diese Problem von Millionen Armen müssen dort gelöst werden und nicht in Deutschland.

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Wikipedia (Strafzwecktheorie):

"Diese Theorie (Vergeltungstheorie) möchte das durch die Handlung des Täters geschaffene Unrecht durch die Strafe aufwiegen, um die verletzte Rechtsordnung auf diese Weise wiederherzustellen. Sie dient dem Schuldausgleich und stellt auf diese Weise die Gerechtigkeit wieder her. Bekannte Vertreter dieser Theorie sind Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel, wobei Kant das Talionsprinzip vertrat, wonach die Strafe der Tat entsprechen muss, während Hegel lediglich eine Wertgleichheit von Strafe und Tat fordert und eine Restaurierung des Rechts durch eine „Negation der Negation“ verlangt."

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Über Trump zu urteilen ist bei den einseitigen Informationen unserer linken Presse schwierig, weil sie ihn als rechten Buhmann aufgebaut haben. Das juckt mich aber nicht, da es egal ist, wie ich Trump einschätze. Das ist letztlich Sache der US-Wähler und da wird man die nächsten Wahlen abwarten müssen. Würde er wieder gewählt, müssten sich unsere Politiker halt mit ihm arrangieren, so wie er ist. Das müssen sie jetzt auch schon, auch wenn sie maulen. Ich erinnere nur, wie Trump schon tot gesagt wurde, als er in die Vorwahlkämpfe ging. Dann haben sie ihn wieder tot gesagt, als es in die Präsidentschaftswahlen ging. Und dann mussten sie Kröten schlucken. Na, sie haben sich wohl noch nicht an die Kröten gewöhnt. Müssen sie halt noch üben. Trump ist in Wahrheit für die hiesigen Linken der Pappkamerad des rechten Teufels, den sie so hässlich malen, wie sie nur können, vor allem um alles Nicht-Linke zu diskreditieren.

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Man muss zwei Dinge unterscheiden: Einmal die Praxis und zum anderen die Theorien. "Freie Marktwirtschaft" oder "Soziale Marktwirtschaft" sind wissenschaftliche Konzepte, Ideenkomplexe der "reinen Art", von jeder Praxis unbeleckt und in der Absicht, etwas Licht in die zerfahrene Praxis zu bringen. Unsere Wirtschaften sind im Fluss befindliche Prozesse ohne saubere Abgrenzung. Diese versucht Wissenschaft zu durchleuchten, Haupttriebkräfte und Nebenwirkungen herauszuarbeiten als Orientierung und Anleitung zu geeignetem politischem Handeln. Soweit die wissenschaftlichen Erkenntnisse prozessrelevant sind, kann ein gewisses Maß an Steuerung des wilden Prozesses erfolgen. Meist aber werden die guten Absichten von der Komplexität der Prozesse überrollt.

Bewegt sich die Realität der Prozesse von den Idealen der Theorien weg, wird eine neue Bestandsaufnahme fällig. Nach Gründen für die Abweichungen wird gesucht und eine korrigierte Theorie vorgelegt. Die Theorie der "Sozialen Marktwirtschaft" ist eine Korrektur der Vorstellungen von einer "Freien Marktwirtschaft", die in der Praxis längst nicht mehr die erwarteten Ergebnisse lieferte. Es werden neue Ziele gesetzt, dem Staat eine neue Rolle zugewiesen, neue Instrumente der Beeinflussung und Lenkung der Wirtschaft empfohlen. Insgesamt aber herrscht in der Vorstellungswelt der "Sozialen Marktwirtschaft" noch die Dominanz abgegrenzter Volkswirtschaften vor. Das ist seit der Globalisierung längst überholt und auf Volkswirtschaften bezogene Politikvorschläge verlieren an Wirkungskraft. Nach neuen Theorien und wirtschaftspolitischem Handeln wird gesucht.

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Die Umgebung der frühen Aufklärer war dogmatisch idealistisch, sprich die Spätscholastik. Deren Dominanz wurde von den Kirchen und den Feudalherren getragen, war ja schließlich auch Rechtfertigung ihrer Macht. Beginnend in der Renaissance und auch ersten Versuchen, sich von der religiösen Weltdeutung hin zu einer wissenschaftlichen Weltdeutung zu bewegen, begann der Kampf der frühen Aufklärer gegen die Macht von Kirche und Feudalismus. Der Märtyrer der frühen Aufklärung war Giordano Bruno, der 1600 in Rom öffentlich verbrannt wurde, um auch andere freiere Geister in die Schranken zu weisen. Die Lehrstühle waren mit Vertretern der offiziellen Scholastik besetzt. Eine freie Diskussion war nicht möglich, weil abweichende Meinungen verfolgt wurden, die Inquisition war mit ihren Spitzeln überall. Nur in Ländern, in denen mächtige Feudalherren an neuem Wissen interessiert waren, gab es wie in Florenz, in Frankreich, Holland oder vor allem in England kritische Geister, die sich auszutauschen begannen. 

Nachdem das epikureische Lehrgedicht des Lukrez "De rerum natura" gefunden war, wanderte es - sozusagen unter der Ladentheke - in Raubkopien zu den kritischen Intellektuellen, immer verfolgt von der Inquisition. Einen weiteren Pusch bekamen diese Philosophen und Wissenschaftler (oft auch beides in einem) durch die Übersetzung der epikureischen Lehre aus dem 10. Buch des Diogenes Laertius durch Pierre Gassendi. "Gassendi unterhielt eine ausgedehnte Korrespondenz mit Marin Mersenne, Giovanni Domenico Cassini, Galileo Galilei, Johannes Kepler, Johannes Hevelius, Christoph Scheiner, Descartes, Christina von Schweden, Thomas Hobbes und anderen." (Wikipedia) Vor allem Thomas Hobbes, der Vater der angelsächsischen Aufklärer erhielt durch Gassendi eine Umorientierung. Jetzt muss begrifflich festgestellt werden, dass der Dualismus von Materie und Geist eine Weltsicht der Idealisten war, durch Aristoteles so definiert. Epikur und die Naturalisten lehnten diesen Dualismus ab. Für sie war die Welt ein Einziges in vielschichtigen Prozessen und Kräften. Unter ihnen eine Zweiteilung vorzunehmen, lehnten sie ab. 

Wer die Unterscheidung in Materialismus und Idealismus übernimmt, tappt in die dualistische Falle der Idealisten, lässt sich freiwillig als "Restevertreter" abqualifizieren, dem der Geist abhanden gekommen ist. Für den Epikureismus dagegen ist Geist ein integraler Bestandteil der gesamten Weltsicht. Theoretische Vorstellungen über eine bessere Welt, eine hohe Wertschätzung menschlich geistiger Fähigkeiten gehören dazu. Zwar ist das Menschenbild der Naturalisten um einiges realistischer als das der Idealisten, doch herrscht immer wieder auch ein großer Optimismus vor über die Gestaltungskraft des Menschen. Im Vertrauen auf die Fähigkeiten der Menschen haben auch die Aufklärer deren Potentiale sehr optimistisch überschätzt. Doch selbst bei Kant finden sich Zweifel, wenn er schreibt: 

"Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen [A482] (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein." (Kant, Was ist Aufklärung, 2. Absatz) Was Kritiker der Aufklärung gern übersehen: Sie war ein Projekt der Eliten, nicht der Volksmassen. Was Kant aber oben beklagt ist das Verhalten der Massen und in unserem Massenstaat gut nachvollziehbar. Hier realistischeren Einsichten Raum zu geben fehlt es noch an Mut.

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Du fragst "warum"? oder meinst Du "wozu"? Warum leitet eine Frage nach der Ursache ein, nicht nach einem Ziel oder Sinn. Ursache unseres Lebens ist, dass sich in der Evolution auf der Erde Leben entwickelt und bis zu uns Menschen fortgebildet hat. Unser Menschsein schließt ein, dass wir gezeugt und geboren werden, das Leben als Stoffwechselorganismen in gesellschaftlich-kulturellem Umfeld abwickeln und unwiederruflich auf dieser Erde sterben, d.h. zu leben aufhören. Der erste Teil, die Zeugung und die Geburt gehören noch zur Frage "Warum". Dann geht es mit anderen Fragewörtern wie "wozu" oder "wie" weiter.

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Wenn die Welt wäre, wie Du sie beschreibst, gäbe es auch keine Busse und keine Bushaltestellen. Da gäbe es Höhlen und den ganzen Tag schwere Arbeit, außer Feuer abends kein Licht, das reduziert die Begehrlichkeit. Viele Jäger hätten eher ihre Blessuren zu pflegen als unter Schmerzen zu b... . Es gibt Informationen über wahrscheinliche Zustände in der Steinzeit und in Zeiten der Hominiden. Das war ein gefährliches und beschwerliches Leben.

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Dein Thema würde besser heißen: Religiöser Glaube und Wissenschaft - ein Gegensatz. Etwas weiter gefasst könnte man auch sagen: Dogmatisch gebundener Glaube und Wissenschaft - ein Gegensatz. Dann wäre neben dem religiösen auch der profane ideologische Glaube einbezogen. Denn das Problem mit der Wissenschaft ist nicht "ein Glauben", sondern die Dogmatik, die eine freie Wissenschaft begrenzt oder gar ausschließt. Moderne Christen z.B. halten das auseinander - ihren privaten religiösen Glauben und in Konfrontation wissenschaftliche Erkenntnisse und fast immer korrigieren sie eher überlieferte religiöse Dogmen, statt einwandfreie wissenschaftliche Erkenntnisse anzuzweifeln. Das geht. Es gibt auch "religiös-gläubige" Wissenschaftler, die aber in der Lage sind, religiöse Dogmen aus ihrer Forschung heraus zu halten. Auch Wissenschaft irrt und lebt davon, alte Irrtümer zu beseitigen.

Da wir als Menschen nie eine letzte Sicherheit des Wissens über die Welt haben können, können wir Glauben - hier nicht religiös-dogmatischen Glauben sondern ein metaphysisches Für-wahr-Halten - nie ausschließen. Ein tolles Vorbild wäre da heute noch der Kardinal und Papststellvertreter Nikolaus von Kues (1401 -1464) aus Kues an der Mosel nahe Trier. Er hat als Renaissance-Philosoph Glaube als Annäherung an Wahrheit und religiösen Glauben als Vertrauen auf eine höhere Instanz klar getrennt. Wenn die Wahrheit ein unendlich großer Kreis ist, dann ist Wissenschaft der Versuch, von innen Tangenten des Wissens immer näher an den Kreis zu legen, auch wenn unsere Tangenten nie mit dem Kreis übereinstimmen werden. Als man 1600 in Rom Giordano Bruno, der sich als Schüler des Nikolaus von Kues empfand, öffentlich verbrannt hat, hat die Kirche wieder mal lieber die Macht ihrer Dogmen gewählt und nicht die wissenschaftliche Offenheit eines Nikolaus von Kues. Dogmen sind immer ein Mittel, Macht zu sichern und diesem Virus Macht ist die Kirche wie andere Religionen auch, früh verfallen.

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Ich finde, dass diese Frage in die Irre führt. Wer ist Deutschand, dass ihm was gehört? Was ist DER ISLAM? Das Problem, das sich für mich in dieser Frage ausdrückt, ist ein mangelndes Selbstbewusstsein, ein zerredetes Selbstbewusstsein unserer Eliten, die unfähig sind, auf der Basis des Grundgesetzes eine sachliche Diskussion zu führen, wie unsere Traditionen, unsere Stärken und unsere Gemeinschaft zum Schutz vor allem der Schwächeren geführt werden soll. Eine ständige Überforderung mit immer neuen Säuen, die durchs Dorf gejagt werden, fördert kein Zusammengehörigkeitsgefühl. Eher habe ich den Eindruck, dass sowas wie Zusammengehörigkeitsgefühl und Sorge füreinander als rechtes Empfinden zerredet wird und das von sogenannten Linken, die doch angeblich für das Volk sind. Überheblich sind sie!

Es gibt keine feststehende Gemeinschaft. Alles ist Prozess, auch unsere Gemeinschaft. Nur ist es meiner Meinung nach Pflicht der sog. Progressiven, dass sie auch mal nach hinten schauen, wen sie inzwischen alles abgehängt haben. Dann sollen sie wenigstens ehrlich sagen, dass sie reine Egoisten sind und sich nicht als Sozialisten und Linke tarnen. Die Eelitenüberheblichkeit mancher Linker hier (oft ja nur eingebildet), die auf das "einfache Volk" herabschauen, ist zum Kotzen. Das schafft auch kein Klima, in dem sich Migranten animiert fühlen, sich zu integrieren. Eher fördert es die Selbstisolation und Bildung von Parallelgesellschaften. Es ist kein Problem, wenn Menschen mit moslemischem Glauben und in der Einstellung, hier Teil unserer Gemeinschaft werden zu wollen Anschluss an die Gemeinschaft suchen, soweit sie bereit sind, die Werte des Grundgesetzes zu akzeptieren. Das sind Menschen, die nicht nur nehmen, sondern die auch geben wollen.

In unserer "Meine-Rechte-ohne-Pflichten-Gesellschaft" allerdings ist das Nur-Nehmen Standard. Der Griff in die allgemeinen Kassen, in die man nie was eingezahlt hat, gehört ja zu den geheiligten Rechten ohne Bewusstsein, dass auch jemand die Kassen füllt. Und wenn jemand mit einfacher Arbeit 45 Jahre lang die Kassen gefüllt hat, wird er nicht besser gestellt als Sozialnetzursorpatoren, die noch nie was eingezahlt haben. Wieso haben wir nicht das Recht, zu begrenzen, wer uns in die Kassen greift? Da haben doch Menschen für gearbeitet, dass die gefüllt sind und soooo voll sind sie schon lange nicht mehr. Das hat nichts damit zu tun, dass man den Islam ablehnt. Die aus Indien oder Japan oder China kommen, haben auch andere Religionen. Aber die wollen auch was zurückgeben und nicht nur nehmen. Das ist der Unterschied warum auch niemand was gegen Chinesen, Japaner oder Inder in Deutschland hat. Ich habe noch nie gehört, dass deretwegen unsere öffentlichen Plätze und Veranstaltungen mit massenhaft Betonklötzen gesichert werden müssten. Von diesen Tatsachen lenkt das "Der Islam gehört zu Deutschland" nur ab. Es gibt nicht DEN ISLAM. Das ist schon diffamierend, denn alle Moslems, die seit Jahren und Jahrzehnten als Teil unserer Gesellschaft hier leben, werden diffamiert, wenn man sie in den Topf ISLAM mit den Fundis und Strauchdieben steckt.

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Nein. Könnte allerdings sein, dass der Untergang der Insel Santorin und der mykenischen Kultur als Modell in die Formung des Mythos eingefädelt wurde. Wie bei vielen Mythen verschwimmen die Zeiten und Orte. So alt, wie dort beschrieben, war Athen in der mykenischen Gründungszeit. Da wird einiges zusammengekoppelt. Der Ursprung des Mythos wird im ganz alten Ägypten angegeben und die Hauptinsel des Mythenstaates soll außerhalb der Säulen des Herakles = Gibraltar gelegen haben, also im Atlantik. Das wäre wahrscheinlich vor Troja, denn in den Reisen des Odysseus kommt diese Insel nicht vor. Zur Zeit Trojas aber existierte Athen als mykenische Burg und Stadt. Akrotiri passt in die minoische Zeit (2.600 - 1.450), der Hochzeit auch auf Kreta. Das aber ist eher bereits vor Athen und Troja. Da Mythen nie den Anspruch heutiger Geschichtsschreibung hatten - und auch da wird ja viel konstruiert - ist es schwer, Ort und Zeit real festzumachen.

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Keine. Man kann zwar über diese Sage viel spekulieren, wie viel davon historisch ist, was davon in der frühen Zeit der Germanenreiche und später im römischen Reich deutscher Nation gemeinschaftsbildend und identitätsstiftend gewirkt hat, doch moralisch für heute ist davon nichts mehr nutzbar. Dafür spielt die Sage in einer Zeit, in der die Menschen ein vollkommen anderes Selbstverständnis hatten. Moral heute muss umgehen mit der Tatsache, dass wir als Massenbevölkerung in einem Land miteinander auskommen müssen, in dem Werte nicht geschaffen werden sondern zerfließen, in dem Identität möglichst zertrümmert wird und die Gemeinschaft in Einzelteile zerfällt. Das ist das Gegenteil der Welt, von der die Siegfriedsage erzählt. Sie zeigt uns allerdings in der Gesamtheit, dass die Egoismen der Elite ein ganzes Volk vernichten können. Da es bei uns allerdings nur noch vereinzelte Leute gibt, die zufällig in einem von Nachbarn begrenzten Land leben und kein Volk mehr, kann solches auch nicht mehr zerstört werden. Das läuft längst.

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John Locke ist als angelsächsischer Aufklärer nach Thomas Hobbes und Vorläufer von David Hume ein wichtiger Baustein in der Reihe der angelsächsischen Aufklärer, die in Ausarbeitung des epikureischen Gesellschaftsvertrags die moderne Demokratie mit einem Volk als Souverän und letztlich der Gewaltenteilung grundgelegt haben. So kann man sagen, dass unsere heutigen Politiker, so sie sich zur Souveränität des Volkes und zur Gewaltenteilung bekennen, auf seinen Schultern stehen.

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Da sind zwei fundamentale Missverständnisse:

Adam Smith ist zuerst einmal ein Moralphilosoph der Aufklärung und Freund von David Hume, Philosoph der engl. Aufklärung. Sein Buch "Wealth of Nations" heißt "Wohlstand der Nationen" und nicht "Wohlstand der besten Egoisten". Es ist 1776 erschienen und war als allererstes eine aufklärerische Kampfschrift der Bürger gegen die Streitschriften der Merkantilisten, der Wirtschaftsexperten der Feudalherren und Kirche, die erklären wollten, dass das willkürliche wirtschaftliche Schalten und Walten der Feudalherren die beste Wirtschaft sei. Zu dieser Zeit steckte der Kapitalismus noch in den Kinderschuhen. Die Aufklärung hat die Wissenschaft erst von den Zwängen des Feudalismus und der kirchlichen Dogmen befreit, als dessen Resultat dann Stück für Stück in Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse die Industrialisierung begann.

Es geht in "Wohlstand der Nationen" um den Nachweis, dass frei handelnde Käufer, Verkäufer und Produzenten für die Nationen einen größeren Wohlstand bringen als die willkürlichen Vorschriften und Maßnahmen des Feudalismus. Es geht also nicht nur um freies Verkaufen sondern generell um freien Warenverkehr, als auch um nicht reglementiertes Kaufen und nicht von Feudalherren willkürlich festgesetzte Güterverteilung nach dem Motto: Das Schloss für mich und für den Rest die ärmliche Hütte.

Es geht erst recht nicht darum, dass kein Staat einschreitet. Es geht darum, dass die willkürliche Herrschaft der Feudalherren durch eine gewählte, demokratische Regierung ersetzt wird. Diese demokratische Regierung freier Bürger muss natürlich dafür sorgen, dass für alle faire Bedingungen des Warenhandels eingehalten werden. Schon bei Smith wird in private und öffentliche Güter unterschieden. Märkte sind bei Smith NUR für die PRIVATEN Güter zuständig. Öffentliche Güter sollen in demokratischen Prozessen entschieden werden. Es geht bei Smith immer um die beste Form, wie private und öffentliche Interessen zum Wohl aller austariert werden können. Es geht bei Smith weder darum, wie nur private Interessen durchgesetzt werden können noch nur allgemeine Interessen.

Richter und Exekutive dieses Interessenausgleichs soll ein demokratisch gewählter Staat der freien Bürger sein. Natürlich wusste der Moralphilosoph Smith sehr wohl, dass Menschen keine Heiligen sind und dass es einer Regulierung bedarf, dass für alle ein fairer Handel möglich wird. Anders als ihm unterstellt wird, hat Smith mit "Wohlstand der Nationen" nicht in Aussicht gestellt, dass die Welt damit von allen Übeln und Schwächen erlöst wird. Er hat gezeigt, dass die Freiheit des Handelns für freie Menschen in einer fair regulierten Gesellschaft weitaus besser ist als die willkürlichen Reglementierungen der Feudalherren. Von Sozialisten wird Smith deswegen angegriffen, weil die spüren, dass auch ihre Wirtschaftsvorstellungen auf eine reglementierte Wirtschaft hinauslaufen, diktierte Massendisziplin statt Eigenverantwortung.

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"Die Welt ist nicht so wie wir sie wahrnehmen" - diese Aussage ist genauso falsch wie die Aussage: "Die Welt ist NUR so, wie wir sie wahrnehmen." Das ist nur eine Umkehrung des naiven Realismus. Zu solchen falschen Schlussfolgerungen kommt man, wenn man sich auf die polare Sicht des "entweder - oder" einlässt, auf "nur gut" oder "nur böse", "nur hell" oder "nur dunkel".

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Das muss nicht sein. Das kommt darauf an, wie Kooperationen angelegt sind und mit welcher Einstellung Menschen darin arbeiten. Korruption ist zuerst einmal ein menschliches Problem der Selbstbereicherung. Es ist auch ein Problem der gesamtmoralischen Einstellung einer Gruppe. Denn Korruption braucht ja mindestens zwei. Je größer eine Gruppe, desto verführerischer ist es, korrupt zu sein, weil die gegenseitige Kontrolle lascher wird. Zudem, je mehr Werte nicht bei den Leistungsträgern bleiben sondern verschoben werden, desto höher ist der Anreiz, sich in diesen Wertströmen im Einvernehmen mit anderen zu bedienen. Dieses verschieben und umrangieren von Leistungen geschieht vor allem in Verwaltungen, die deswegen besonders anfällig sind. Das ist der Grund, warum von vielen eine möglichst schlanke Verwaltung gefordert wird die ausreichend transparent ist.

Die Gefahr der Nachlässigkeit (z.B. in EU-Verwaltungen) besteht immer dann, wenn es sich nie um eigene Werte handelt sondern immer um Werte, die andere erarbeitet haben. Dass nicht ausreichend mit scharfen Konsequenzen kontrolliert wird, in welchem Sand Milliarden versickern, wird dadurch begünstigt, dass das eigene Salär nicht davon abhängt, wie gut man den Umgang mit fremden Werten kontrolliert. Wenn wie bei der EU die Entscheidungsträger nicht mal gewählt und ausreichend rechenschaftspflichtig sind sondern eh über Parteipersonalförderung ohne jeden Wahlakt in diese Ämter gehoben werden, sind Korruption und Nachlässigkeit Tür und Tor geöffnet. Je mehr große Geldvergaben auf immer höhere, von den Betroffenen abstrakte und unkontrollierte Ebenen gehoben werden, desto mehr droht Korruption. Wenn sich Präsident Steinmeier jetzt über eine zu geringe Wertschätzung der Demokratie und des Berufs der Politiker beklagt, sollte er sich meiner Meinung nach mal an der eigenen Nase packen. Er ist doch profitierender Teil dieser Verschiebebahnhöfe.

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Im Bundestag sitzen acht Parteien, wenn man die CSU extra zählt und die abgespaltene Frauke Pertry. Wählen konnte man 42, und da war Frauke Petry bei der AfD untergeschummelt, denn diese Dame wusste schon vor der Wahl, dass sie nach der Wahl eigene Wege gehen wollte. Man kann sich also auch in den Bundestag schummeln, ohne vorher explizit zur Wahl gestanden zu haben. Ich würde ein solches Verhalten als gezielten Wahlbetrug sofort aus dem Bundestag verbannen. Dennoch, von 42 auf 8 bleiben nach Adam Riese noch 34 noch nicht gewählte Alternativen. Man konnte sie alle samt ihren Programmen im Internet finden. Das heißt noch nicht, dass bis zur nächsten Wahl nicht noch weitere Parteien gegründet werden, die es auf die Wahlzettel schaffen können.

Für direkte Demokratie gibt es in Deutschland gute Gründe dafür wie dagegen. Die AfD ist z.B. dafür. Das Problem ist nur, ob Dir auch ihre anderen Programmpunkte gefallen. Gewählt wird meist, wessen Gesamtkonzept den meisten ein Leben in relativem Wohlstand verspricht. Wolkenkuckucksheime sind nicht mehrheitsfähig. Und das ist nun mal ein urdemokratisches Prinzip: Die Mehrheit zählt. Manche glauben, dass nur die links-grüne Mehrheit zählen sollte und alles andere sei eh doof und daher nicht entscheidungsberechtigt, doch wirklich demokratisch ist das nicht. Was bei uns hier aus dem Ruder läuft, und da bin ich bei Dir, ist die Parteienfinanzierung, die sich so entwickelt, dass sich die großen Parteien die Steuergelder in die Taschen stopfen und die kleinen, neu gegründeten finanziell gar keinen Fuß auf die Erde bekommen.

Auch dass sich die großen Parteien Wähler kaufen, oder gar abonnieren ist eine sehr ungesunde Entwicklung. Siehe Koalitionsverhandlungen jetzt: Die immer anderen GIER vorwerfen, sie wollen gleich mal auf den Haushalt knapp 15% obendrauf setzen, um ihre Wähler zu bedienen auf Kosten der Allgemeinheit. Das nenne ich "Wähler kaufen". Wähler abonnieren ist, wenn immer mehr im öffentlichen Dienst auch ohne Qualifikation ein Pöstchen bekommen, Hauptsache sie haben das richtige Parteibuch. Auch das ist durch sinkende Effizien für die Steuerzahler teuer und endet mal wie Griechenland. Dazu kommt eine sehr unheilige Allianz zwischen immer mehr öffentlich finanzierten Medien und den "finanzgewährenden Politikern": Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. So könnte Deine Prognose Aussicht auf Erfolg haben, dass auch in 50 Jahren noch die gleichen Parteien im Bundestag sitzen wie heute - aber nur, wenn sie die sich auftürmenden Probleme in den Griff bekommen. Die AfD ist ein gutes Beispiel, dass auch massives mediales Störfeuer keinen Wähler abhält, der von der etablierten Politik die Schnauze voll hat.

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Es gibt sicher sehr viel weniger Menschen, die anderen bewusst gern weh tun, als Menschen, die es nicht interessiert oder deren Denken nicht über die Nasenspitze reicht, dass ihre Lebensart anderen weh tut. Dass sie sich evtl. letzten Endes sogar selbst mit diesem Verhalten weh tun, ist einzusehen wahrscheinlich schon zuviel verlangt. Darum gibt es einen organisierten Staat und Gesetze, damit auch die mitgeschleppt werden, die aus eigenem Denken eine Selbstschädigung nicht verhindern könnten. Solche Lebensweisheitssprüche sind sehr alt, schon indirekt bei Epikur und davor zu finden. Doch es sind politische Denker, die das formulieren, nicht das einfache Volk. Die reduzieren diese Einsicht auf ein Gefühl von notwendiger Ordnung und Recht. Darum werden sie von den Unterminierern einer äußeren Ordnung "Rechte" genannt. Die führen dann den Experimentieresel solange aufs Eis, bis er einbricht und wollen es dann nicht gewesen sein.

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Lobbyismus bedeutet Interessenvertretung und wird von allen gesellschaftlichen Gruppen praktiziert, von Gewerkschaften, Kirchen, Religionsgruppen, mittelständischen wie Industrie-Verbänden auch Umweltverbänden und NGOs. Lobbyismus ist so alt wie es Regierungen gibt, weil Regierungen entscheiden und damit immer irgendwo Interessen tangieren. Wie weit sich Politiker von bestimmten Lobbyisten beeinflussen lassen oder gar mit diesen kooperieren, wird von den Wählern meist wenig beachtet. In vielen Fällen sind Lobbyisten ehemalige Politiker, die ihre alten Verbindungen nutzen und so lukrative Pöstchen in den jeweiligen Interessengruppen bekommen oder lukrative Verträge. In der Komplexität der Gesetzgebung wissen sie oft am besten, wo Lücken sind und Interpretationsmöglichkeiten, sie haben sie nicht selten selbst gemacht.

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Die Verantwortung liegt erst einmal bei den Regierungsstellen. Sie sind verpflichtet, Preis-Leistungsvergleiche einzuholen. Wenn sie jemanden trotz höherer Preise bevorzugen, liegt der Verdacht der Bestechung nahe. D.h. die Kollegen werden wohl einen Teil ihrer höheren Provisionen abgeben, d.h. Provisionsüberschussteilung zu Lasten der öffentlichen Kassen. Knackpunkt ist, dass die Zuteiler der Aufträge nicht aus der eigenen Tasche zahlen sondern aus öffentlichen Mitteln und da ist immer die Versuchung, dass sich beide einen kräftigen Zusatzschluck aus allgemeinen Mitteln gönnen. Sie geben nicht ihr eigenes Geld aus, doch dafür wandert ein Teil in die eigenen Taschen. Ethikschulungen sind da nur ein Vorzeigepflaster. Natürlich werden die Chefs der Firma ahnen oder gar wissen, wie die höheren Verkäufe zustande kommen und sich über die Aufträge freuen. Die werden einen Teufel tun, das abzustrafen, wenn sie nicht durch öffentlichen Druck dazu gezwungen sind.

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Listen, was noch alles zu tun ist, hatte ich im Beruf zur Genüge und den dazugehörigen Stress auch. Mein Bestreben jetzt, tun und erleben, was sich als möglich erweist und mir und meiner Frau Freude macht. Ich bin 70 und erlebe im Freundeskreis, dass unverhofft leider oft kommt, allein schon durch gesundheitliche Einschränkungen. Da kannst Du Deine Listen verbrennen. Ich mache jetzt, was mir Freude macht und womit ich Freunden eine Freude mache und der Tod ist mir schnurzegal, der kommt irgendwann sowieso, nicht selten überraschend. Jetzt stehe ich am Grab von Freunden und Verwandten. Irgendwann stehen welche an meinem. Wann? Was weiß ich? Lebe Dein Leben ohne Stess. Was weißt Du, wann Dich irgend ein Besoffener über den Haufen fährt. Oder unser Zahnarzt. Etwa 40. Im Frühjahr stellt sich heraus, dass er Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Im Sommer ist er tot. Nicht mal Zeit, seine Praxis ordentlich abzuwickeln.

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Leben als Prozess ist keine Einbahnstraße und kein monokausaler Trip. Wie sagte schon ca. 500 v.Chr. der Philosoph Heraklit: Wir steigen nicht als dieselben aus dem Fluss. Nicht nur der Fluss fließt und verändert sich, wenn wir hineingestiegen sind. Auch wir sind, wenn wir dem Fluss entsteigen würden, Veränderte. Wir gestalten nicht nur auf Grund von Erfahrungen, d.h. sind einseitig aktiv, sondern wir werden selbst von Erfahrungen gestaltet, reagieren darauf und agieren nicht mehr als dieselben wie vor der Erfahrung.

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Epikur hat wie alle antiken Philosophen in einer ganz anderen Zeit gelebt wie wir heute. Das Leben war unendlich beschwerlicher, risikoreicher, in der Regel viel kürzer (Durchschnittsalter 35) und man war in ganz anderem Maße selbst für ein gelingendes Leben verantwortlich. Relative Sicherheit gab es nur hinter den Mauern der Polis. Erst recht für Frauen und Kinder. Es gab keine künstliche Beleuchtung. Wenn es dunkel wurde, gab es Funzellicht. Das nur als Andeutung, wie bereits die Umfeldbedingungen ganz andere Maßstäbe setzen, was heute gern übersehen wird. Glück haben, keinem Räuber oder Gewalttäter zum Opfer zu fallen war damals existentieller. Mit Lebensmitteln kenntnisreich und sicher umzugehen war eine Tugend der Hausverwaltung. Alles war viel verderblicher.

Glück war damals, ein glückendes Leben führen können. Sich selbst ein Umfeld von Familie und Freunden aufzubauen, in dem man Halt hatte, auch wenn man angegriffen wurde. Wie man ein glückendes Leben erreichen konnte, war noch zu Senecas Zeiten die Frage. Dass politische Abentheuer eine Rutschbahn ins Unglück sein konnten, wie Epikur gewarnt hat, hat Seneca erst erfahren, als ihm Nero mit Leibgardisten den Befehl zur Selbsttötung geschickt hat. Für Epikur konnte man von einem glückenden Leben sprechen, wenn man sich in den Wechselfällen des Lebens mit seinen ständig neuen Herausforderungen möglichst viel Authentizität, persönliche Freiheit bewahren konnte und die Fähigkeit, Lebensprobleme zu lösen.

Über die Erfahrung, dass man das gut im Griff hat, stellte sich dann ein wichtiges Ziel ein, die Gelassenheit. Gelassen kann man nur sein mit der Erfahrung, dass man die Wechselfälle des Lebens im Griff hat und alle Grundbedürfnisse auf absehbare Zeit als gesichert gelten können. Dazu gehörte für Epikur auch ein stabiler Freundeskreis, in dem die Lebensprobleme und ihre Lösungen reflektiert wurden. Für Epikur gab es zwei Gefahrenquellen, die ein solches Leben bedrohten. Einmal die übertriebene, künstliche Angst, von Priestern und Politiker verbreitet, um sich die Menschen mittels Angst wie Marionetten dienstbar machen zu können. Das wird in der Literatur vielfach ausgeführt. Weniger ausgeführt wird die zweite Quelle: Die Sucht, sich eine dauerhafte Sicherheit zu schaffen durch Reichtum, durch Macht, auch politische Macht. Das führt zur Abhängigkeit der anderen Art, die wir heute als Gier oder Sucht kennen, als Verdrängung.

Darum ist es der größte Blödsinn, wenn man die höchste Lust als Glücksziel von Epikur ausgibt. Wenn Epikur sagt, wenn man Menschen glücklicher machen will, soll man ihnen einige ihrer übertriebenen Wünsche kürzen, wird deutlich, dass er eher in der Bescheidenheit, in der Selbstbeherrschung die Grundlagen eines gelingenden Lebens sah und nicht in sinnloser Prasserei. Sehr schön beschreibt das Prof. Michael Erler, ein Epikur-Kenner:

http://www.zeit.de/1999/27/Leben_wie_ein_Gott_auf_Erden

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Leiden ist ein Warnsignal des Lebens, dass etwas nicht stimmt. Das sagt noch lange nicht, dass man dann schon die richtige Lösung dafür hat. Wer mit falschen Theorien durch die Welt läuft, gibt auf Leiden die falschen Antworten und bekommt im Zweifel noch mehr Leiden. Unser Leben ist ein Prozess mit fortgesetzten Herausforderungen. Einmal eine richtige Antwort auf Leiden gefunden zu haben bedeutet noch lange nicht, dass nicht die nächsten Probleme folgen und Lösungen herausfordern. Für die einen ist das toll und spannend. Für andere ist das eine schreckliche Vorstellung. Sie sehnen sich nach dem Helden, der den gordischen Knoten ein für allemal durch schlägt oder einer sonstigen versprochenen endgültigen Erlösung aus dem Prozess der Lebensherausforderungen.

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Das Ziel des Epikureismus, der kein Hedonismus war, war die Gelassenheit und die möglichst große persönliche Autarkie. Selbstgenügsamkeit war ein Mittel auf dem Weg. Anders als bei der Stoa war Selbstgenügsamkeit bei den Epikureern kein Selbstzweck. Das hat sich in der späteren römischen Stoa auch gelockert. Selbstgenügsamkeit bedeutete, dass man seine Wünsche im Griff hat und nicht von ihnen getrieben wird. Es ist ein Mittel der Selbstkontrolle. Für die Epikureer war ein selbstbestimmtes Leben von zwei Seiten gefährdet: Von vielfältigen unnatürlichen Ängsten, die uns zu Marionetten der Ansterzeuger wie Politiker oder Klerus machen und auf der anderen Seite von Gier und Sucht, wenn man im Streben nach Lust keine Grenzen findet. Dazu zählte auch die Machtgier.

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Die wissenschaftliche Methode des Reduktionismus, wie von "grtgrt" beschrieben äußert sich in vielen Modellen der Sozialwissenschaften in einer Fülle idealistischer Annahmen. Der "Homo Ökonomikus" ist z.B. eine der Bekanntesten. Auch das sog. Gleichgewicht, um das herum Systeme im Idealfall oszillieren wird oft statisch als etwas stabil Existentes genommen. In fast allen Wissenschaften wird in der Modellbildung die "ceteris paribus"-Regel angewandt und dann bei der Ergebnisinterpretation für die Realität das "ceteris paribus" gern vergessen. Manche, durchaus hilfreiche Methoden, wie in der Volkswirtschaftslehre die "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung", werden als nachträgliche statisch-statistische Modelle nicht selten so interpretiert, als ob sie Prognosewert für die Zukunft hätten.

Philosophisch ist allerdings der Reduktionismus noch viel älter. Bereits die "Göttin der Weisheit" spricht bei Parmenides (ca. 500 v.Chr.) davon, dass Menschen gern komplexe Realitäten durch Abstraktion auf einfache Fassbarkeit reduzieren, dann auch noch am liebsten auf Polaritäten wie Licht und Schatten, Arm und Reich, Gut und Böse und mit diesen extremen Polaritäten umgehen, als ob es Realitäten seien und nicht selbstgeschaffene Abstrakta. Alle Abstraktion ist Reduktionismus. Das heißt nicht, dass das keine hilfreiche Methode sein kann, wenn man weiß, was man tut. In der Vereinfachung tritt populistischer Reduktionismus in vielfältigster Form auf. Kaum eine politische Propaganda ohne absichtsgesteuerten Reduktionismus.

Alle monokausalen Erklärungsmodelle sind meist extrem reduktionistisch, weil sie wie viele Verschwörungstheorien komplexe Prozesse auf eine Ursache zurückführen. Hier auf GuteFrage kann man ständig solchen einfachen Reduktionismus lesen, wenn behauptet wird, unsere menschlichen Gedanken und Entscheidungen seien ja nur oder nichts anderes als chemische Prozesse. Demnach sind wunderbare Kathedralen auch nichts anderes als ein Haufen Steine. Nicht selten ist dabei die Interpretationsabsicht leitend, indem alles in komplexen Phänomenen unter der Vereinfachung "nichts anderes als" weggelassen wird, was der beabsichtigten Interpretation im Wege steht. Auf höherer Ebene ist auch der platonische Ideenidealismus ein Reduktionismus, indem er komplexe Realitäten auf einfache, klare Begriffe zurückführt.

Noch schlimmer hat es dann der Neoplatonismus getrieben, der sich fast in Abstraktionen verloren und nur noch mit aufgeblähten, nichtssagenden Begriffen operiert hat. Das liegt schon daran, und da setzt ja auch Epikurs Sprachkritik an, dass alle begriffliche Sprache einen Reduktionismus einschließt. Zu welchen konkreten Erscheinungen sagen wir nicht alles "Stuhl" oder "Tisch", weil wir assoziativ verfahren und viel auf Ähnlichkeiten abstellen und nicht immer auf wesentliche Eigenschaften, wobei die Streiterei schon losgeht, was denn nun die wesentlichen Eigenschaften sind. Wenn man sich erst klar macht, dass die Göttin der Weisheit des Parmenides im Recht ist, wenn sie feststellt, dass Reduktionismus ein notwendiges Verfahren menschlichen Erkennens ist, dann ahnt man, wie kritisch man gegenüber allen absoluten Wahrheitsansprüchen eingestellt sein sollte. Denn die meisten Wahrheiten sind gut konstruierter Reduktionismus.

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sie hat wenig Chancen

Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man erst mal abwarten, wie sie den heutigen Parteitag übersteht. Im Moment habe ich den Eindruck, dass sie ein wenig zwischen den Stühlen, zwischen Linken und Realos sitzt. Im Moment würde ich nicht wagen, vorherzusagen, wie die SPD überhaupt 2021 aussieht, denn wenn sie nicht aufpassen, zerreist es sie. Das ist im Moment eine Zeit der Ungewissheit und der Kaffeesatzleserei. Da muss man Geduld haben und abwarten, was die SPD-Damen und SPD-Herren so alles ausfechten.

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Im Prinzip wird hier eine Plattitüde behauptet. Ja, wir VERSUCHEN über unsere Gedanken unser Leben mitzugestalten - alle. Aber - das versuchen im Moment etwas mehr als SIEBEN MILLIARDEN Menschen auf der Welt. Mit Erdbeben oder Klimawandel, der ständig ein anderer ist, macht auch Mutter Erde ungefragt, was sie will. Wieviele der Urlauber in Thailand 2004 hatten alle miteinander die guten Gedanken, einen schönen Urlaub zu verbringen wie tausende vor ihnen. Und allen hat dann der große Tsunami einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei manchen Leuten mobilisiert eine Absicht, z.B. mal nicht den Kaffee von der Kaffeemaschine bis zum Frühstücksplatz zu verschütten, eine ungeheure Gegenabsicht und noch nicht angekommen, ist die Untertasse schon wieder ein Kaffeebad. Wenn das alles so einfach wäre wie manche Geldmacher-Gurus das behaupten.

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Stoa ist keine Einzelperson. Stoa nennt sich eine Philosophenschule, die etwa 600 Jahre gewirkt hat. In der Zeit gab es tausende Stoiker, d.h. Philosophen, die sich der stoischen Schule zugehörig fühlten. Dir bekannt ist evtl. Seneca, der Kaiser Neros Lehrer war oder der Kaiser Marc Aurel, der auch in dem Film "GLADIATOR" vorkommt. Er hat z.B. Regensburg als römisches Militärlager gegründet. Philosophen der Stoa nennt man Stoiker. Steht wahrscheinlich alles und mehr bei Wikipedia unter Stoa. Die Stoa wendete sich vor allem an Gebildete und war damals Teil der privaten Universitäten. Die Philosophie der Stoa war wie damals alle Philosophie immer auch Lebensphilosophie, d.h. es ging darum, wie man ein gelingendes, glückliches Leben erreichen kann. Dazu, sagt das Zitat, solle man sich an die Lehren der Stoa halten und nicht an das Geschwätz der ungebildeten und abergläubischen Masse.

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Da sieht man, dass die Beliebigkeitsideologie der sog. Postmoderne weder modern und schon gar nicht "post" ist. Wie es aussieht hat Friedrich von Logau in voller Distanz das Desaster des 30jährigen Krieges erlebt, das Chaos und die Explosionskraft dogmatisch verfahrener Ideologien (katholisch, lutherisch und abgespaltene Heilsideologien im Missbrauch der Macht) und die orientierungslose Zeit danach. Daran gemessen sind wir in Deutschland mit der Selbstzerstörung noch nicht durch. Keine positive, pragmatisch-ausgerichtete Weltorientierung und alles mit aufgeblasenen Begriffen kaputtreden birgt auch kein Heil. Das bietet nur Masken für die Machthungrigen, die sich hinter den schwammigen Begriffen der Beliebigkeit verstecken und einfache Geister hinters Licht führen können.

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Wir sind als Exportland sensibel für alle Geschehnisse auf der Welt, die unsere Exportchancen tangieren. Darum ist es ratsam, sich mal die wichtigsten Exportländer anzuschauen. Die Entwicklungen dort sind für uns wichtig. Weiter ist zu beachten, welche Schwellenländer als künftige Partner sich wie entwickeln, z.B. China oder Vietnam oder Brasilien.

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Aussenhandel/Tabellen/RangfolgeHandelspartner.pdf?__blob=publicationFile

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Zur den vier Schuldbegriffen von Jaspers:

https://www.zum.de/Faecher/G/BW/abbl/nationalsozialismus/jaspers.htm

Für meine Begriffe ist diese metaphysische Schuld des Karl Jaspers das Theodizee-Problem heruntergebrochen auf uns Menschen und genauso unlösbar, schon allein, weil wir nicht allwissend, nicht allmächtig sind und aus Unwissenheit auch nicht All-überall-gut sein können.

Schuld zuzuweisen ist nach den zunehmenden Erkenntnissen der Humanwissenschaften immer schwieriger. Da hat man sich früher leichter getan - was vielen Unschuldigen zum Verhängnis wurde. Wie schlimm, wenn das gut gemeinte aus Unfähigkeit und Selbstüberschätzung schlecht gemacht wird und zum Ende Ursache des Bösen wird. Je abstrakter die Schuldfrage wird, desto größer ist diese Gefahr.

Was hab ich von Leuten, die am PC jede Menge Petitionen zur Rettung von diesem und jenem Weltproblem unterschreiben oder dazu aufrufen, aber keine Zeit haben, in einem Heimatverein konkret mitzuwirken und im eigenen Umfeld das gesellschaftliche Leben angenehmer, friedlicher zu machen. Sie kommen mir vor wie Leute, die von Bochum aus Steine um die halbe Welt werfen wollen, um im Amazonas eine heilende Wellenbewegung auszulösen, doch einen Stein in den Teich vor der Nase zu werfen, dass überhaupt mal eine KONKRETE Welle in Gang gesetzt wird, fällt ihnen nicht ein.

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Bei Epikur geht es um Lebensphilosophie, um eine Philosophie ohne Rückbezug auf Göttliches und göttliche Gebote, sondern um eine Lebenseinstellung aus Vernunft mit realistischem Blick auf die Welt und die Menschen, wie sie nun mal sind. Epikur ist darum allen "philosophischen Idealisten" verhasst, speziell den Christen, weil er auch noch ein Leben nach dem Tod und Verdammnis geleugnet hat, womit sie gern Macht via Angst über die Menschen ausgeübt haben. Epikurs Werke sind verboten und vernichtet worden. Von 400 Büchern und Schriften sind durch Zufall gerade mal 4 Briefe und einige aus dem Zusammenhang gerissene Zitate - oft nicht mal von ihm selbst - übrig geblieben. Man hat ihn als Hädonist, als Schlemmer, Säufer und Hurenbock verunglimpft und ihm als oberstes Ziel die unendliche Steigerung der Lust angehängt. Das Zitat oben zeigt, dass das reine Lüge ist.

Epikur hat eine sehr differenzierte Lebensphilosophie, in der die Freude eine positive Rolle spielt, die auf ein gelingendes Leben abzielt. Eine wichtige Einstellung dazu ist die Gelassenheit gegenüber den Schwankungen des Lebens. Dazu empfielt er, seine eigenen Bewertungen mit Vernunft in Grenzen zu halten. Wer den Hals nicht voll bekommt, wird nie glücklich. Im Gegenteil: So wie die Menschen abhängig werden können durch Angst, so können sie auch durch Gier abhängig werden und verfehlen ein möglichst selbstbestimmtes Leben, weil dann die Gier über ihr Leben bestimmt. Epikur ist ein Philosoph des vernünftigen Mittelmaßes und in dieser Hinsicht dem Aristoteles durchaus ähnlich.

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Das kann man speziell in dieser Frage nicht generell sagen, da die Bewertung der eigenen Lebenszeit extrem individuell ist. Es kommt sehr auf die individuelle Einstellung zum Leben wie zum Tod an. Leute, die Angst vor dem Tod haben, selbst wenn sie sich als gläubig bezeichnen, empfinden eine herannahende Bedrohung und jeder Tag, der vergeht, macht ihnen mehr Angst. Andere mit einer gelassenen Einstellung zum Tod und viel Aktivität im Leben haben in jungen Jahren soviel vor, dass sie an Zeit als begrenzte Verfügungsgröße gar nicht denken. Da wird Zeit aus den aktuellen Erfordernissen heraus gewertet. 

Mit zunehmendem Alter, wenn das Bewusstsein von Begrenztheit näher rückt und erst recht, wenn bereits Eltern, ältere Geschwister und Bekannte, ja sogar Gleichaltrige zum Grab begleitet und danach hin und wieder sogar dort besucht werden, wenn die Wehwehchen zuschlagen, dann wird einem - auch wenn man nach wie vor dem Tod gegenüber gelassen ist - Zeit wertvoller. Wenn man sich freut, noch Urlaube machen zu können, die nahen Bekannten - ans Haus gebunden - schon nicht mehr möglich sind, schätzt man diese Möglichkeiten natürlich um so mehr und wählt aus, was einem noch wichtig ist in der Einsicht, dass alles eh nicht mehr geht.

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Vielleicht gibt es da eine Anregung:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/familienethik-die-pflichten-der-liebe/14763576.html

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Rein zahlenmäßig sind die Sikhs mit über 20 Millionen stärker vertreten als die Juden. Ich wüsste jetzt auch nicht, was so wichtig sein soll, als 'Weltreligion`qualifiziert zu sein. Zu den Weltreligionen wird der Islam gezählt und gerade bekämpfen sich blutigst die Sunniten und Schiiten. Ist das noch eine Religion? Was soll man an einer Religion positiv finden, nur weil sie "Weltreligion" ist. Mir ist egal, ob die Sikhs eine Weltreligion sind, solange sie vernünftige Ansichten vertreten, sind sie mir lieber als durchgeknallte Fundamentalisten jeder Coleur.

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Schwierig. Das hat sich in Europa nach der Aufklärung (17. JH), deren Vertreter ja noch stark verfolgt wurden, erst langsam geändert. Vorbild waren die USA und England. Die USA, weil sie sich eine bürgerliche, religions- und ideologieneutrale Verfassung gegeben haben aus der Erfahrung der unterschiedlich religiös gebundenen Einwanderer, die jedoch alle in ihrer Heimat ihrer Religion wegen verfolgt oder ausgegrenzt waren. In England hat nach den schlimmen Erfahrungen des Religions- und Bürgerkriegs Anfang des 17. JH ein Demokratisierungsprozess begonnen, der anders als in Frankreich nicht durch eine blutrünstige Revolution umgekehrt wurde. In Deutschland haben wir nie einen eigenen Demokratisierungsprozess durchgemacht, sondern immer nach zwei verlorenen Kriegen von außen eine demokratische Ordnung aufs Auge gedrückt bekommen. Doch schon sehnen sich hier viele wieder nach einem Nannystaat, in dem selbst die Kühlschränke überwacht werden. Was sich nicht zu grün oder links oder beidem bekennt, wird als rechtsradikal ausgestoßen. 

Wenn man zu den Nichtgläubigen auch die rechnet, die sich keiner Ideologie verschrieben haben, sei es eine grüne oder marxistische, dann sieht es aktuell in Deutschland eher rückschrittlich aus. In Staaten, die eine bestimmte Religion als Staatsreligion haben, z.B. der Iran oder Saudi Arabien, ist es Geschäftsgrundlage der Gesellschaft, dass man der Staatsreligion Folge leistet. Das war übrigens auch im alten Athen so, siehe Verurteilung des Sokrates oder Anklage gegen Aristoteles wegen religiös nicht akzeptierten Verhaltens. Demokratie bedeutete also auch in ihren Anfängen keine religiöse Neutralität. In Deutschland als Staat mit im Grundgesetz verankerter Religionsneutralität gibt es das erst nach dem 2. Weltkrieg. Nach dem 1. Weltkrieg herrschte eigentlich eine Art schwelender Bürgerkrieg zwischen Links- und Rechtsaußen, der von Rechtsaußen gewonnen wurde und seit 33 war die Naziideologie die herrschende Religion. Die KZs waren voll mit Abweichlern, bei weitem nicht nur mit Juden. Das kam erst später und war auch Folge der Naziideologie. 

Menschen brauchen offensichtlich eine Identität. Wenn sie, wie die meisten, keine eigene Selbstidentität haben, lehnen sie sich an Identitäts- oder Sinnangebote z.B. aus dem religiösen Spektrum, aber auch von "weltlichen" Ideologien an. Unser Grundgesetzt verlangt, dass man die Identität der anderen respektiert. Viele Auseinandersetzungen - z.B. auch der Balkankrieg - zeigen, dass das nur so lange funktioniert, als die Gesellschaft im Miteinander der unterschiedlichen Identitäten prosperiert. Doch wehe, es kommt zu Verteilungskämpfen. Ob bei der leichtsinnigen Identitätsdiversifizierung (Migration fremder Kulturen) dann noch die heere Absicht des Grundgesetzes durchzusetzen ist, darf man in Zweifel ziehen. Vor fünf Jahren konnte man sich noch nicht vorstellen, dass Weihnachtsmärkte mit Betonklötzen umstellt werden. Noch leugnen die Willkommensbeflissenen Multikultis die immer sichtbarer werdende Problematik der Frage: Wie viel Identitätssinnfalt verträgt eine Gesellschaft, wenn es immer noch Kern der Identitätsstifter ist, für sich die alleinige Wahrheit zu beanspruchen.  

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Welche Antwort erwartest Du von eingeschworenen SPD-Linken und grünen Moralheiligen, die alles außerhalb ihrer abgehobenen Heiligkeit als Nazi diffamieren? Diese Einstellungen sind gewachsen und haben das Land gespalten - nicht die Flüchtlinge. Die haben, wie auch die EURO-Rettungspolitik die Spaltung nur offen gelegt. Angesichts der drohenden Migrationsinflation aus Afrika sehen immer mehr Bürger, dass wir einen gefährlichen Weg eingeschlagen haben. Unsere Nachbarn sehen den deutschen Moralimperialismus mit Grausen und halten die Schotten dicht. Kein Land, in dem die eigenen Bürger von den Obermoralisten so flächendeckend verunglimpft werden. Keinem französischen Linken würde es einfallen, "Frankreich verrecke" zu rufen. Das ist eine dem übertriebenen Moralismus entwachsene speziell deutsche Mindewertigkeitskrankheit. Sie kommen mir vor wie die mittelalterlichen Büßer- und Selbstkasteierkolonnen zu Zeiten der Pest. Letztlich haben sie die Pest weiterverbreitet und ihr einen fruchtbaren Boden geschaffen. Ob die Linken es hören wollen oder nicht: Altkanzler Schröder hat samt Josef Fischer zwar seine Wähler ordentlich über den Tisch gezogen und sie haben Jahre gebraucht, das zu merken, und dennoch verdanken wir ihnen, dass Deutschland vom kranken Mann Europas heute zu dessen Stütze geworden ist. Die Frage ist, wie lange noch. Wie viele marode Länder können wir wie lange noch durchschleppen. Die linken Anti-Ausbeuter merken gar nicht, dass sie der größten Ausbeutung deutscher Arbeitnehmer und Steuerzahler das Wort reden.

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Marx hoffte, Feuerbach für die kommunistische Bewegung zu gewinnen. Das hat Feuerbach dann als "unwissenschaftlich" und parteipolitische Einseitigkeit abgelehnt. Seitdem wird er von den Marxisten als "Bürgerlicher" verunglimpft. Marx geht insoweit nicht über Feuerbach hinaus, als er sich immer mehr der einseitigen Bindung an seine sehr reduzierte Klassenkampftheorie hingibt und die interpretationsoffenere Analyse von Feuerbach eher auf Klassenkampf getrimmt verknappt.

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