Kann man Dalai-Lama ein bisschen mit dem Papst vergleichen?

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13 Antworten

Der Dalai Lama ist kein Führer aller Buddhisten, da er nur eine bestimmte Traditionslinie des Buddhismus vertritt und es keinen gemeinsamen "Papst" aller Buddhisten gibt.

In der Regel wird er zwar durchaus respektiert - aber ich als Buddhist respektiere auch den Papst als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, ohne deswegen Christ zu sein.

Eine gemeinsame buddhistische "Kirche" gibt es nicht und daher auch kein gemeinsames Oberhaupt.

Nein, das kann man nicht. Es existieren natürlich Gemeinsamkeiten, aber die Unterschiede überwiegen.

Zunächst mal ist der Dalai Lama der Chef der tibetischen Buddhisten, nicht der Buddhisten überhaupt. Das sind weniger als zehn Millionen Menschen, die teils in Tibet, teils als Flüchtlinge über alle Länder verstreut leben. Andere Buddhisten sehen im Dalai Lama zwar einen sehr gelehrten und kompetenten Mönch, aber nicht Weiteres (Ausnahme dazu ist die Mongolei, wo der Dalai Lama in besonders hohem Ansehen steht).

Die buddhistische Welt gliedert sich in die Theravâdâ-Gruppe (Thailand, Laos, Burma, Kambodscha, Śrī Laṅkâ) und die Mahâyâna-Gruppe (Tibet, China, Việtnam, Japan, Korea, Mongolei). Zahlen anzugeben ist sehr schwierig, weil man in China praktisch kaum sagen kann, wer Buddhist ist und wer nicht, aber man kommt realistisch auf ein paar hundert Millionen Gläubige.

Dagegen steht der Papst an der Spitze einer Milliardenorganisation.

Beide waren früher einmal sowohl weltliche als auch geistliche Herrscher. Dem Dalai Lama kommt nach Meinung vieler Tibeter immer noch ein hohes moralisches Gewicht in der Politik zu (er war bis 1959 offiziell Herrscher in Tibet, obwohl Tibet de facto seit 1949 unter chinesischem Einfluß stand). Den Papst will dagegen kaum jemand in der Regierung haben.

Der tibetische Buddhismus ist nach eigener Meinung für Tibeter gemacht, deshalb missioniert er nicht. Der Dalai Lama meinte, daß die meisten Menschen mit der Religion ihrer Heimat gut bedient seien, und ein Wechsel nur selten sinnvoll sei. Diese Bescheidenheit fehlt den Kirchen. Alternativ könnte man auch sagen, daß der Dalai Lama sich eigentlich in erster Linie für Tibet zuständig fühlt, der Papst dagegen für die ganze Welt.

Auf keinen Fall.

Die Wichtigkeit des Dalai Lama ist durch Menschen mit eigentlich christlichem Hintergrund gemacht worden. Zu Zeiten von Papst Benedikt stand in den deutschen Zeitungen: "Vom protestantischen Norden, bis in den katholischen Süden, ist der Dalai Lama der beliebteste religiöse Führer." In Ländern, wo der Theravada- Buddhismus vorherrscht, ist das nicht der Fall. Die haben ihre eigenen Meister.

Es wird bald ein anderer buddhistischer Meister kommen, es sind schon die Massen zusammengelaufen bei seinem ersten Berlin- Besuch. Er spricht nur Tibetisch, trotzdem kamen die Leute. Der Dalai ist alt und der Karmapa ist jung und was soll man ohne Dalai Lama denn machen. Der Grund, wieso das so passiert ist meiner Meinung nach die Verunsicherung in der ehemals christlichen Welt. Der Dalai Lama wird über jeden Fiz gefragt. Von Menschen, deren Eltern und Großeltern Christen sind oder waren.

Ein Beispiel: Kürzlich musste er in den USA sein Statement zur Home- Ehe abgeben. Es gab dann eben auch in den deutschen Zeitungen einen big deal: "Dalai Lama befürwortet die Homo Ehe! Er sagt, dass sei die individuelle Entscheidung der Partner."

Da hätte man auch selbst draufkommen können. Aber jetzt ist es eben klar, naja, die Religionen sehen das eh verschieden. Also bringt es nichts, sich an Religionen zu halten. Dann macht man eben das, was einem vernünftig vorkommt: Keinen diskriminieren, Homo- Ehe legitimieren. Und manche denken dann eben: Der Dalai Lama ist vernünftig, geht doch. Du musst ein Referat über den Buddhismus halten und was über den Dalai Lama sagen. Das müssen Schüler in Thailand nicht. Dort sind alle Theravada- Buddhisten. Der Dalai Lama ist dort bestimmt kein Unterrichtsthema.

Auch wenn es bestimmt viele Menschen gibt, die der Ansicht sind, daß man ihn mit dem Papst vergleichen kann, ich bin davon überzeugt - nein. Er steht nicht an der Spitze der Buddhisten, ist nicht ihr Papst, der die buddhistischen Glaubensvorstellungen und Dogmen bestimmt. Er ist lediglich ein Vertreter der vier großen Schulen des tibetischen Buddhismus. Du wirst bestimmt im Internet reichlich Informationen darüber finden. L.G.

Hallo! Du kannst ja nicht einmal die Päpste unserer Zeit mit den Päpsten vor Jahrhunderten vergleichen. Machtstreben, Unterstützung von Folterungen und Hexenverbrennungen - die waren eigentlich wesentlich weniger christlich als der Dalai-Lama heute.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Nein ... du kannst beide Persönlichkeiten im Zusammenhang mit der Religion, für welche sie jweils "stehen" nicht vergleichen.

Hier handelt es sich nicht nur um voneinander sehr stark abweichende Religionen, sondern auch um komplett verschiedene Funktionen dieser beiden Männer.

Der Papst ist - laut Glaubenslehre - ein Nachfolger Jesus - und Jesus ist - laut Glaubenslehre Gottes Sohn ...

Der Dalai-Lama ist eine Inkarnation.

Und allein der Glaube an eine Wiedergeburt (Inkarnation) wird von Christen striktest abgelehnt.

Hier muss man protestieren, denn es gibt keinen Nachfolger Christi. Das wäre eine unverschämte Anmaßung.

Der Papst wird als

Vicarius Jesu Christi (Stellvertreter Jesu Christi (auf Erden) )

Successor Principis Apostolorum ( Nachfolger des Apostel (Petri) )

Servus Servorum Dei ( Diener der Diener Gottes) genannt.

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@Karl37

Danke, für diese Korrektur ... und ... sorry ... ich habe mich nicht präzise ausgedrückt ... du hast selbstverständlich recht, wenn du darauf verweist, der Papst als Stellvertreter Jesu Christi AUF ERDEN ... (als Stellvertreter des Menschensohnes) ist!

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Hallo

nein kann man nicht! Der Dalai Lama versteht sich nicht als Stellvertreter irgendeines Gottes, sondern als ein Lehrer der die Lehren Buddhas weitergibt, (da er seine Inkarnation ist)

Der Papst sieht sich als Stellvertreter Gottes auf Erden, und lebt im Luxus obwohl er das Armutsgelübde abgelegt hat... Na gut der aktuelle Papst ist etwas bescheidener als seine Vorgänger.

MFG

Als ob der Dalai Lama nicht in Luxus leben würde. Die predigen beide nur Wasser und saufen (heimlich) Wein!

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Als ob der Dalai Lama nicht in Luxus leben würde. Die predigen beide nur Wasser und saufen (heimlich) Wein!

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Ja, das kann man wohl vergleichen. Der Pabst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche, der Dalai Lama das Oberhaupt der Buddhisten.

Das ist nicht ganz richtig - ein gemeinsames Oberhaupt aller Buddhisten gibt es nicht.

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@SEBHH

Kein Problem :-)

Ich finde das übrigens sehr positiv, wenn man konstruktive Kritik so gut aufnimmt, dankeschön. :-)

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Warum eigentlich nicht?

Soll ja nur "ein bisschen" sein.

Der Dalai Lama ist Oberhaupt einer Teilgruppe (Gelugpas) der Buddhisten.

Der Papst ist ebenfalls Oberhaupt einer Teilgruppe (Katholiken) der Christen.

Meinst du gemessen am Grad der Kriminalität ?

Das größter Verbrechen, welches der Papst begeht, ist meiner Meinung nach die negative Haltung zu Verhütungsmitteln. Damit treibt er die Menschheit weiter in die Katastrophe der Überbevölkerung. Der Dalai Lama warnt permanent vor den Folgen der Überbevölkerung. Der Dalai Lama betrachtet das Diskriminieren von Homosexuellen als Menschenrechtsverletzung. Der jetzige Papst sagt nicht viel und nichts Klares zu dem Thema und leistet damit dem Gedanken Vorschub, dass die diskriminierenden Sätze, die in der Bibel stehen, richtig sein. Ich denke, die Frage ist also nicht so schwer zu entscheiden.

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Wenns dich wirklich interessiert zum Dalai Lama: nimm dir echt mal die Zeit raus und guck dir den Vortrag an!!
http://youtu.be/SDuqayOx2Nw

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@DinaNur

ich kenne diesen Film. Das Problem, was solche Lügner haben ist, zu erklären, warum die Tibeter nur eins wollen: Den Dalai Lama zurück. Kein Tibeter erzählt, sie selbst, die eigenen Eltern oder Großeltern hätten irgendetwas Schreckliches erlebt im alten Tibet. Die Tibeter fühlen sich nur diskriminert, wenn etwas gegen den Dalai Lama gesagt wird. Manche Tibeter zünden sich selbst an und fordern sterbend die Freiheit für Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama. Sowas macht man nicht mit dem Ziel, unter die Herrschaft eines schrecklichen Herrschers zu kommen.

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@Draggyblackdots

diese Sache klarzustellen ist mir hauptsächlich deswegen wichtig, weil der Dalai Lama vor der Überbevölkerung warnt und es vertrauen ihm nun mal viele Menschen. Es könnte auch jemand anders sein, der dieses Problem anspricht.

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musst du selber wissen.. irg wie schon aber irg wie auch nicht

Nein, auch wenn beides Führungspersönlichkeiten sind, kann man den Dalai-Lama doch nicht mit dem Papst vergleichen.

Du solltest dir also die Mühe machen im Internet die Informationen über beide Persönlichkeiten zu lesen, zu vergleichen und dann auszuwerten. Das fertige Ergebnis von anderen zu erwarten, wäre diesen gegenüber eine Zumutung und dir nicht wirklich förderlich.

Danke für dein Verständnis.

Nein, der Papst hat niemals Sklaven gehalten. Der Dalai Lama während seiner aktiven Zeit in Tibet schon. Der eine lebt die christliche Religion der Nächstenliebe, während der andere der feudale Herrscher einer priviligierten Mönchskaste ist.

kein jetzt lebender Tibeter erzählt, dass den eigenen Großeltern etwas Schlechtes durch den Dalai Lama geschehen wäre. Es gibt viele Menschen in der Welt, die den Dalai Lama schrecklicher Taten bezichtigen. Aber es gibt niemanden, der sich, oder seine Eltern oder Großeltern als Opfer dieser Taten bezeichnet. Die Tibeter wollen noch heute nur eins: Den Dalai Lama zurück. Warum? Weil es so toll war als Sklave? Kein Tibeter hat das Gefühl, durch die Chinesen von irgendetwas befreit worden zu sein. Es stimmt also irgendetwas nicht mit dem Bild vom Sklavenhalter.

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@Draggyblackdots

Hast du mit allen lebenden Tibetern gesprochen?

Es sind meist die Angehörigen alter tibetischer Adelshäuser, die heutzutage Gehör in den Medien finden. Na klar wollen sie ihre alte Machtstellung zurück.

Aber in einem gebe ich dir Recht. Der tibetische Buddhismus fußt auf Entbehrung und Leid in diesem Leben, dafür Glück im nächsten Leben. Daher beklagen sich Menschen nicht, wenn sie als Sklaven gehalten werden. Das bedeutet nur, dass sie ihr nächstes Leben richtig genießen können. Für jemand, der nicht religiös ist, ist das natürlich die größte Massenverarsche verkleidet als "Religion". Aber das ist ein anderes Thema.

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@Morgu

die Tibeter leben im Exil und im " befreiten" Tibet genauso, wie vorher. Sie werfen sich vor den Lamas nieder und geben ihnen auch sehr viel Geld. Dies tun auch einige westliche Menschen.

Man erhofft sich von den Lamas eine Hilfestellung zur Befreiung vom Leid. Von genau dem Leid, was hier auf GF- Net endlos beschrieben wird. Weshalb man deswegen, auch in Deutschland, die Lamas immer in Bonzen-Autos rumfahren muss, verstehe ich zwar nicht, aber die Leute wollen das so. Um eine Vorstellung von Glück im nächsten Leben geht es nicht. Man erhofft sich kein irdisches Glück, Ziel ist, nichts mehr zu wollen oder zu erhoffen. Wenn man hoffen würde auf irgendetwas im nächsten Leben, dann würde man ja wieder Wünsche nach irgendetwas aufbauen. " Leben genießen" ist eine Idee, die im Buddhismus so nicht vorkommt, daher wird es auch nicht auf das nächste Leben projeziert.

Ich denke, in der Frage, was das Leben einfacher Tibeter betrifft, würde nur helfen, diese zu befragen und das zu veröffentlichen. Man könnte sie einfach fragen, warum sie so auf die Lamas fixiert sind, was sie sich von diesen erhoffen. Es ist einfach sinnvoller, MIT Menschen zu sprechen, statt ÜBER Menschen.

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@Draggyblackdots

Grundsatzdiskussion über Religion wäre in dieser Frage etwas unpassend. Ich finde jedenfalls die tibetische Religion und ihren "Bonzenlamas" abstoßend.

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@Morgu

deine persönlichen Gefühle ändern aber nichts an der Tatsache, dass, wenn man die Stichworte: " Sklaverei Christentum" eingibt, dann ganz oben ein Wikipedia- Artikel erscheint. Wenn man " Sklaverei Buddhismus" eingibt, erscheint kein Wikipedia Artikel. Es erscheint dann z. B. als erstes ein Blog, welcher sich auf einen Colin Goldner beruft. Was Goldner verbreitet, wieder spricht dem, was im Wikipedia- Artikel " Tibet" steht.

Ich hoffe, falls noch mal jemand diesen Dialog durchliest, dass derjenige sich dann entscheidet, sich an Wikipedia zu halten, und nicht an irgendwelche Blogs und Meinungen, die irgendwo im Internet erscheinen. Behaupten kann man so ziemlich alles. Wenn bei Wikipedia etwas erscheinen würde, was der allgemeinen Meinung und Geschichtsforschung wieder spricht, dann würden ziemlich viele Leute das beanstanden, und es müsste raus genommen werden.

Deshalb können Internet- User, denen eine Religion persönlich unangenehm ist, auch nicht erreichen, dass ihre Behauptungen in einem Wikipedia- Artikel erscheinen. Ich denke,der User hat hier deutlich gemacht, worauf er seine Behauptung, den Dalai Lama als " Skavenhalter" zu bezeichnen, gründet: Auf sein privates Gefühl der Abneigung gegen Lamas.

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@Draggyblackdots

übrigens finde ich das Wort : " Bonzenlamas" beleidigend. Ich habe gesagt, dass die tibetischen Meiser ( Lamas) von Westlern in " Bonzenautos" herumgefahren werden. Angesichts der Finanzlage dieser Menschen ist es absurd, sie als Bonzen zu bezeichnen. Übrigens stimmt es auch nicht, dass die Lamas Angehörige der ehemaligen Adelsschicht in Tibet sind. Es sind Reinkarnationen verstorbener Meister. Solche Reinkarnationen kommen überall im tibetischen Volk vor. Der Meister, der als möglicher Nachfolger des Dalai Lama betrachtet wird, Karmapa Urgyen Thinley Dorjee, ist der Sohn von Nomaden. Er hat bis zum 7. Lebensjahr mit seinen Eltern als Nomadenkind gelebt. Hier ein Interview von der Zeit mit ihm:

http://www.zeit.de/2014/25/buddhismus-dalai-lama-tibet

da erscheint, etwas irrerführend der Name Dalai Lama in der Überschrift. Das Interview ist aber mit dem Nachfolger, dem Karmapa geführt worden.

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@Draggyblackdots

Wikipedia als die letzte Wahrheit darzustellen halte ich für recht abenteuerlich.

Außerdem will ich im Gegensatz zu dir niemanden mit meiner Meinung beeinflussen oder bekehren.

Ich finde es nur unangenehm, dass so viele Menschen die Lamas blind als Heilige verehren, ohne sich die feudalen Herrschaftsstrukturen anzuschauen, die hinter dieser vermeintlich "sauberen" Religion stecken.

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@Morgu

Ich habe nicht gesagt, dass Wikipedia die Quelle der letzten Wahrheit ist. Aber es entspricht schon mehr der allgemeinen Meinung als die Meinung von jemanden, der einfach seine private Meinung ins Netz setzt.

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@Draggyblackdots

um noch einmal auf die meinung von zwei menschen, die dem buddhismus gefolgt und dann doch zum christentum gefunden haben, sozusagen aus erster quelle, anbei ein link zu einem interessanten buch.

http://clv-server.de/pdf/255986.pdf

viel spass beim lesen und erkennen und leiten lassen.

koaha e

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