Jupiter und andere Planeten bei zu starker Vergrößerung im Teleskop unscharf?

5 Antworten

Hallo,

hier ein schönes Paradebeispiel für einen typischen Anfängerfehler ;-)

Befassen wir uns mal ganz kurz mit der Physik Deines Teleskops. Dieses hat eine Öffnung von 76 mm. Die max. sinnvolle Vergrößerung beträgt somit 103-fach, also grob gesagt kannst Du bis zu einer 100-fachen Vergrößerung problemlos beobachten.

Wie errechnet sich die Vergrößerung? Du dividierst die Brennweite Deines Teleskops durch die Brennweite des benutzten Okulars. Nehmen wir mal als Beispiel Dein hochwertiges SR4. Wir dividieren also die 700 mm Brennweite des Teleskops durch die 4 mm Brennweite des Okulars und bekommen als Ergebnis 175. Mit diesem Okular vergrößerst Du also ein Objekt 175-fach.

Nun rufen wir uns nochmal kurz in Erinnerung, dass Du max. bis zu 100-fach sinnvoll vergrößern kannst. Wie Du sicherlich schon gemerkt hast, liegt die Vergrößerung des SR4 deutlich über dem sinnvollen Maximalwert. Alles was über diesen Wert hinaus geht, nennt man flaue Vergrößerung. Das Bild im Okular wird unschärfer und dunkler.

Sollten nun bei kleineren Vergrößerung diese Probleme der unscharfen Bilder immer noch auftreten, dann kommen auch noch andere Ursachen in Frage. Achte darauf, dass Dein Teleskop gut justiert ist - kleinere Abweichungen sind zu tolerieren, aber bei größeren Abweichungen wird der Strahlengang zu stumpf. Des Weiteren sollte das Teleskop ca. zwei Stunden vor der Beobachtung nach draußen gestellt werden damit es sich an die Umgebungstemperatur anpassen kann. Geschieht dies nicht, kann es zum Tubus-Seeing kommen. Auch sollte ein paar Meter Abstand zu Gebäuden gehalten werden. Das Beobachten vom Balkon aus oder von der Terrasse kann ebenfalls das Bild verunschärfen durch das Seeing.

Die maximale Schärfe-Auflösung eines Teleskops ist durch den Durchmesser der Eintrittsoptik bestimmt.

Deshalb können größere Teleskope ein besseres Bild liefern.

Tipp: Vergrößerung bis zum Durchmesser der Optik in Millimetern ist meist kein Problem. Die doppelte Vergrößerung wird meist nur schwer und selten erreicht. Alles darüber ist hoffnungslos. Und das setzt eine gute scharfe Optik ohne Linsen- oder Spiegelfehler vorraus und ist eine Physik.

Ganz genau kann ich dir's nicht erklären, hat aber etwas mit der Optik und der Brennweite sowie der Öffnung (Lichtsammelvermögen) zu tun. Vor allem aber auch die Qualität, dein Teleskop ist nun mal nicht gerade ein Profi-Teil... da muss man dann mit zunehmender Vergrößerung etwas einbüßen und kann nicht verlangen, dass alles gestochen scharf ohne minimale Ränder oder Farbsäume dargestellt wird. Ich hatte selbst einmal ein Meade ETX 105 PE und das war echt gut in der Optik aber man hat nicht viel damit sehen können. Mit meinem 40 Zoller bin ich jetzt viel zufriedener aber der kostet eben mal 5000€ Euro, wenn's High End sein soll :)

Hm, ich kenne mich auch noch nicht so gut aus, aber ich werde mir in Zukunft wohl ein neues besorgen, danke für Ihre schnelle Antwort! 

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In welcher Preisklasse war denn dein Teleskop? Einen bestimmten Preis sollte man schon investieren, damit man eine gute Optik hat ohne Farbfehler und damit man eine Obtik ohne Fehler hat.

Ich habe das Teleskop damals zu Weihnachten bekommen, angeblich hätte es ca. 80 / 90€ gekostet 

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@AstroFan33

Dann darfst du dich auch nicht wundern. Wer wirklich gute Optik will muss auch etwas investieren.

Du solltest deshalb vielleicht nachdenken, ob du später nicht auf ein besseres Modell umschwenkst, vielleicht auch eines mit Goto. Denn dann kannst du einfach ein Objekt eingeben und das Teleskop fährt von allein dort hin. Bei Galaxien ist das sehr hilfreich.

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Hallo,

mit dem 12,5er solltest Du eigentlich noch ein scharfes Bild hinbekommen.

Ist der Fangspiegel richtig justiert?

Herzliche Grüße,

Willy

Eins ist mir aufgefallen, wenn ich bei dem Okularauszug zu stark nach unten und oben drehe, sehe ich den Schatten des Fangspiegels im Licht des jeweiligen Objektes, das ich gerade ansehe, das ist doch nicht normal oder? Jedenfalls funktioniert auch die 12,5mm nicht :(

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@AstroFan33

Dann könnte irgendetwas verstellt sein. An den Linsen kann es eigentlich nicht liegen.

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@Willy1729

Könnte falsch justiert sein, aber könnte auch einfach an der Qualität liegen :(

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@AstroFan33

Bei 'einfachen' Objekten wie hellen Planeten zeigt normalerweise sogar ein Teleskop von Aldi oder Lidl bei 60-/70-facher Vergrößerung noch ein passables Bild.

Bei Vergrößerungen von über 100 wird sich die optische Ausstattung deutlich bemerkbar machen; mit dem 12,5er sollte es aber noch ein halbwegs scharfes Bild geben. Das entspricht einer 56-fachen Vergrößerung und sollte auch von einem Instrument minderer Qualität noch zu schaffen sein.

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@Willy1729

Den Spiegel kann man mit einem Laserinstrument selbst korrigieren oder von einem Fachladen für Optik (die Teleskope auch verkaufen) justieren lassen. Bei günstigen Okularen kann es vorkommen, dass das ein oder andere nicht richtig "plan" liegt und leichte Bildfehler aufzeigt. I.d.R. aber recht selten. Wenn es runtergefallen ist, kann natürlich auch die Optik darin gestört sein, ist mir schon bei einem teuren Plössl Okular passiert.

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@LIF3MAU5

In der Preisklasse bis 100 Euro fährt man wohl mit Refraktoren besser als mit Reflektoren.

Ich hatte mir spaßeshalber mal einen Refraktor vom Lidl? Aldi? für 50 Euro geholt und war überrascht, wie klar das Bild war. Natürlich sollte man nicht stärker vergrößern als 30 bis 60-mal.

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