Jüdische Uroma. Ist Enkel dann Jude?

8 Antworten

Prinzipiell ja, aber... Nach der Halacha gilt ein Mensch als Jude, der von einer jüdischen Mutter geboren wurde und nicht herauskonvertiert ist (daher verliert jemand, der zu einer anderen Religion konvertiert ist und dies zugibt, auch das Recht auf Alijah nach dem israel. Law of Return). Ein Jude, der nun z.B. Christ geworden ist, wäre ein Jude, der sündigt, könnte aber jeder Zeit umkehren und wäre dann wieder vollwertiger Jude. Das gilt auch für seine Kinder, allerdings nur bis zur vierten Generation. Danach müssen diese Nachfahren, selbst wenn es ununterbrochen um die mütterliche Linie geht, einen Gijur machen (also zurück ins Judentum konvertieren). Das nennt sich in diesem Fall Gijur LeChumra. Prinzipiell gilt, dass es Nachweise braucht, also z.B. die Ketuba der Eltern deiner Urgroßmutter. Oder ihr vom Rabbinat ausgestellter Geburtsschein. Christliche Eintragungen oder Auszüge aus Kirchenbüchern werden hier nicht ausreichend sein.

Danke. Folgendes Problem. Uroma war deutscher Abstammung, jedoch in Österreich-Ungarn wohnend und heiratete einen Katholische Priester (keine Ahnung warum). Sie ist zum Christentum konvertiert im Laufe des Lebens. Was für Dokumente würden denn beweisen, dass sie Jüdin gewesen ist und v.a. wo kann man denn so etwas herbekommen. LG und Danke

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@ghmuevideo

Der Grabstein der Ur-Uroma auf einem jüdischen Friedhof würde zum Beispiel helfen oder noch besser die Heiratsurkunde der Ur-Uroma - aber ich bin mir bewusst, dass es ziemlich schwierig sein wird, diese aufzutreiben.

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@ghmuevideo

(keine Ahnung warum)

:D

Wobei mich der verheiratete katholische Priester jetzt etwas irritiert ...

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Nein, es hört nichts auf nach 4 Generationen. Ausschlaggebend ist nur, ob man es nachweisen kann oder nicht. Sogar wenn nur eine Generation vergangen ist, aber man keinen Nachweis hat, wird man nicht anerkannt (passierte nach der Shoah manchmal, und auch jetzt kommt es bei russischen Juden vor). Umgekehrt könnten auch 10 Generationen vergangen sein, wenn man einen schlüssigen Nachweis der Abstammung erbringen kann, plus der tatsache, dass die entsprechende Vorfahrin jüdisch war.

Einen "giur le chumra" (übertritt, um jeden Zweifel auszuschliessen) muss man meistens sowieso machen...

und Israels Gesetze, um Israeli zu werden haben auch nicht viel mit dem halachischen Status als Jude zu tun. (z.B. werden Kinder eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter für die Immigration nach Israel akzeptiert, obwohl sie halachisch nicht jüdisch sind. Umgekehrt will Israel keine getauften Juden, obwohl sie halachisch trotzdem jüdisch bleiben).

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Man sollte endlich mit diesem Unsinn aufhören. Judentum ist eine Religion und keine Staatsangehörigkeit. Wenn deine Uroma Jüdin war, dann war sie Jüdin. Ihre Tochter kann alles sein, von Muslimin über Buddhistin bis Atheistin. Als Kind ist sie sowieso erst Atheistin und was sie später ist, kann sie selbst entscheiden. Ich weiß nicht, wann dieser Bldösinn endlich aufhört.

Das Judentum ist viel mehr als nur eine Religion.

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@Misrach

Nein, das Judentum ist ein Gedankenkonstrukt. Ein Modell, um die Welt zu erklären, wie alle Religionen.

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@kwonel

Es geht gar nicht darum, was Du über das Judentum denkst! Es geht hier darum, wen das Judentum als Juden anerkennt und wen nicht und das wurde in den anderen Antworten auch sehr gut erklärt. Wenn die Tochter zum Buddhismus übertritt, dann bleibt sie nach jüdischen Glauben trotzdem Jüdin, ganz egal, was sie anstellt.

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Liest du irgend eine andere Frage als wir? Ich lese da nichts von irgendwelchen Staatsangehoerigkeiten etc... Sondern eine klare Frage.

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Grundsätzlich liegst du in der Annahme richtig. Aber du musst es belegen können, sonst ist es eine rein subjektive Information, die nur für dich selber gilt, aber die niemand dir glauben muss...

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