Ich will zum Christentum konvertieren?

20 Antworten

Hallo AliKorkmaz,

bevor Du weitere Schritte in Richtung Christentum unternimmst, solltest Du wissen, was gelebter Glauben im Christentum alles einschließt.

Das, was die Bibel über den echten christlichen Glauben lehrt, ist vielfältig und umfangreich, was allerdings nicht heißen soll, dass ein Christ unbedingt eine große Anzahl von Regeln zu beachten hätte. Wenn man verstehen will, was einen Christen wirklich ausmacht, dann kommt man nicht umhin, sich mit dem zu beschäftigen, was Jesus hierüber sagte.

Um die Antwort nicht zu lange werden zu lassen, möchte ich hier jedoch nur einige wesentliche Punkte herausgreifen. Das wohl herausragendste Erkennungsmerkmal für einen Christen ist zweifellos die Liebe. Jesus brachte das mit den deutlichen Worten zum Ausdruck: "Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt" (Johannes 13:35). Diese Art von Liebe auszuleben schließt natürlich vieles ein.

Wie weit diese Liebe geht und wie umfassend sie sein sollte, bracht Jesus einmal wie folgt zum Ausdruck: "Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.  Niemand hat größere Liebe als die, dass einer seine Seele zugunsten seiner Freunde hingebe" (Johannes 15:12,13). Jesus hatte seinen Jüngern vorgelebt, was wahre Liebe bedeutet, ja dass sie sogar einschließen muss, für seine Brüder zu sterben. Wenn jemandes Liebe also so groß ist, für seinen Glaubensbruder zu sterben, ist er dann nicht auch zu allem anderen bereit?

Liebe darf sich nicht allein in Worten oder in Mitleid erschöpfen. Sie zeigt sich vor allem durch selbstlose Taten. Die Bibel sagt: "Wer immer aber die Mittel dieser Welt zum Lebensunterhalt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und dennoch die Tür seiner [Gefühle] innigen Erbarmens vor ihm verschließt, wie bleibt da die Liebe Gottes in ihm? Kindlein, lasst uns lieben, nicht mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit" (1. Johannes 3:17,18). Wie dieser Text zeigt, ist die Liebe zu Gott unabdingbar mit der Liebe zu den Menschen verknüpft. Wenn also jemand behauptet, er liebe Gott und Jesus Christus, und es fehlt ihm an echter Nächstenliebe, dann sind seine Reden in Wirklichkeit hohl und leer. Demnach steht und fällt alles mit tätiger Liebe.

Außer den Liebe gibt es noch etwas, was jemanden als echten Christen kennzeichnet. Dazu möchte ich noch einmal eine wichtige Aussage Jesu zitieren, der zu seinen Jüngern sagte: "Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete" (Johannes 15:14). Ein wesentlicher Punkt ist, wie gerade besprochen, die Liebe zum Nächsten und seinen Brüdern. Doch Jesus misst jemanden, der sein Nachfolger zu sein behauptet auch daran, ob er sich auch an alle anderen Gebote hält. Eines dieser wichtigen Gebote ist das, was Jesus kurz vor seiner Himmelfahrt seinen Jüngern als eine Art Vermächtnis hinterließ, als er ihnen gebot: "Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe" (Matthäus 28:19,20).

Das christlichste am Christentum ist demnach das Verkünden des Evangeliums (oder der "guten Botschaft"). Das Predigen und Lehren war auch im Leben Jesu sehr wichtig, denn er predigte unermüdlich landauf und landab Gottes Königreich, ja selbst in den schwersten und letzten Stunden seines irdischen Lebens. Wenn jemand ein echter Nachfolger Jesu sein möchte, dann gehört auch die Verkündigung des Wortes Gottes dazu. Eifriges Predigen und Lehren ist demnach untrennbar mit dem Christentum verbunden.

Als letzten Punkt möchte ich das erwähnen, was eigentlich alles andere, auch die bereits erwähnten Dinge mit einschließt. Als man Jesus einmal fragte, welches das wichtigste Gebot im Gesetz sei, nannte er das erstes Gebot, nämlich Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Sinn und ganzer Kraft zu lieben (siehe Matthäus 22:37,38). Somit ist die bedingungslose Liebe zu Gott, die Hingabe an ihn, das, was alles andere noch überragt. Gott zu lieben schließt ein, sich an alle seine Gebote zu halten, die in seinem geschriebenen Wort, der Bibel, niedergelegt sind. Tut das jemand nicht oder ist sehr nachlässig damit, dann straft ihn seine Behauptung, Christ zu sein, Lügen.

Wie Du also siehst, schließt Christ zu sein, vieles mit ein. Dabei bin ich noch nicht einmal auf die Glaubensinhalte und Lehren wahren Christentums eingegangen. Mir ging es hier nur darum, die wichtigsten Handlungsweisen eines Christen aufzuzeigen: Liebe zu Gott, zu seinem Sohn und dem Nächsten. Um auch all die anderen Merkmale eines echten Christen zu entwickeln, kommt man nicht umhin, sich eingehend mit Gottes Wort zu beschäftigen. Dadurch erfährt man, welche Erwartungen Gott und Christus an einen stellen, und man erlangt im Laufe der Zeit die Motivation, entsprechend zu leben und zu handeln. Für weitere Informationen stehe ich Dir gern zur Verfügung.

LG Philipp

Es freut mich sehr, dass du zum Glauben an Jesus gefunden hast. Dass du deinen Glauben vor deiner Familie verbergen musst, tut mir sehr leid. Es ist traurig, dass in Mitteleuropa so etwas in dieser Zeit noch geschieht, da Religions- und Meinungsfreiheit ein wichtiges Gut unserer Verfassung ist und eigentlich jeder Mensch ein Recht darauf hat!

Vielleicht kann es interessant sei, deine Frage Open Doors zu stellen und die Berichte auf deren Homepage zu lesen. Das christliche Hilfswerk kümmert sich um verfolgte Christen weltweit und hat Kontakt zu vielen Christen in z. B. Nordkorea und muslimischen Ländern, die ihren Glauben im Verborgenen leben müssen und zum Teil von ihren Familien verfolgt werden: https://www.opendoors.de

Ein paar Tipps, wie du vielleicht deinen Glauben an Gott stärken kannst:

  • In der Bibel lesen. Besonders der Epheser-Brief könnte sehr interessant sein, da er die wunderbare Stellung beschreibt, die wir Christen in unserem Herrn Jesus haben dürfen. Für viele ist dieser Brief deshalb ein sehr aufmunterndes Buch.
  • Bibelstellen aufschreiben, die dich besonders ansprechen.
  • Christliche Literatur zur Bibel lesen oder Predigten hören. Im Internet gibt es eine große Auswahl, z. B. bei http://www.sermon-online.de
  • Mit anderen Christen über den Glauben sprechen.
  • Sehr interessant und empfehlenswert findet ich diese Seite: http://gottesbotschaft.de/?pg=3048
  • Gott im Gebet deine Gedanken mitteilen, ihm alles anvertrauen und mit ihm wie mit einem Freund und Vater sprechen. Du kannst ihn fragen, dass er dir helfen soll, sein Wort (die Bibel) zu verstehen und deinen Glauben zu stärken. 

Wichtig finde ich vor allem, ganz fest darauf zu vertrauen, dass Gottes Verheißungen, die in der Bibel aufgeschrieben sind, die absolute Wahrheit sind. Du kannst dich also fest darauf verlassen. Beispiele dafür:

"Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Johannes 3,16

"Ohne Glauben ist´s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt." Hebräer 11,6

"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen." Johannes 5,24

"Dies habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes." 1. Johannes 5,13

Hi,

wenn du dich der Religion nahe fühlst und daran glaubst, dann freue ich mich erst mal für dich. Glaube kann einem sehr viel Halt und Kraft geben.

Vor einer Taufe musst du dir erst mal überlegen, welche Konfession du annehmen möchtest. Es gibt ja nicht nur ein Christentum, sondern mehrere Strömungen. In Deutschland ist die katholische und die evangelische Kirche am verbreitetsten.

Getauft wirst du also nicht christlich, sondern evangelisch oder katholisch (Die Konfessionen erkennen allerdings gegenseitig die Taufen an, wenn sie auf den Namen des dreieinigen Gottes und durch Übergießen mit Wasser erfolgt sind). Das heißt, dass du dich auch damit auseinander setzen solltest, welcher Konfession du dich näher fühlst. Informiere dich über die Unterschiede, besuche Gottesdienste beider Konfessionen, sprich mit Pfarrern usw...

Christ wird man nicht über Nacht. Es zu werden und zu sein ist eine Berufung, die es zu entdecken gilt. Am besten zusammen mit anderen Christen und Christinnen in der Kirche. Das braucht Zeit. Der Weg bis zur Taufe ist abhängig von der Lebenssituation. Er kann mehrere Monate dauern, oft ein Jahr. Es braucht Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen: über die eigene Geschichte und die persönliche Lebenserfahrung, über die Fragen nach dem Sinn des Lebens, über Gott und die Welt, über Gemeinschaft und Kirche. Es braucht Zeit, die Kirche näher kennen zu lernen, das heißt: Christen und Christinnen vor Ort, die Gemeinde in Ihrem Umfeld, die Gemeinschaft aller Christen in Ihrer Landeskirche, in der Kirche in Deutschland, in der Ökumene. Es braucht Zeit, zu verstehen und anzunehmen, was zum Glauben gehört. Es braucht Zeit, sich zu entscheiden: für den christlichen Glauben und für die gelebte Gemeinschaft in der Kirche – und für die Taufe.

Dass es so lange dauert, ist also eine "Sicherheitsmaßnahme". Man soll sich vorher intensiv mit dem Glauben auseinandersetzen.

Nun zum zweiten Problem, der Familie. Es ist schwierig, wenn alle anderen nicht denselben Glauben haben wie man selbst und ihn nicht akzeptieren. Ich kenne dich, deine Familie und deine Lebenssituation nicht und weiß deshalb nicht, ob du die Religion im Verborgenen so leben kannst. Das musst du schon selbst für dich wissen. Wenn du es verheimlichst, dann wird es wahrscheinlich schwer und belastend sein, da du nicht ehrlich und offen zu deiner Familie sein kannst. Suche dir vielleicht am besten eine professionelle Beratung, du kannst auch mit dem Pfarrer (oder de Pfarrerin) darüber sprechen, wenn du sowieso in die Kirche gehst, um dir das anzugucken und Fragen zu stellen. Es gibt aber auch nicht-kirchliche Beratungsstellen. Vielleicht kannst du ja irgendwie mit deiner Familie darüber reden.

Auf jeden Fall wird Gott immer bei dir sein und dir Kraft schenken. Das spürst du hoffentlich. Ich wünsche dir alles Gute.

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