Prädikative - könnt Ihr mir helfen?

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8 Antworten

Ich bin auch gerade ein wenig verwirrt von Wikipedia... ich hoffe, in einigen Punkten kann ich dir trotzdem helfen.

Das meiner Meinung nach am einfachsten erkennbare Prädikativ ist ein Wort, das im Nominativ steht, aber nicht das Subjekt ist. Beispiel: "Ich bin Schüler", oder mit Adjektiv: "Ich bin gesund". (In deinem ersten Beispiel: "...weil Sie der Freund meines Bruders sind?")

Dann gibt es das Prädikativum zum Objekt; es hat die Funktion, das Objekt näher zu beschreiben. "Er beschrieb seinen Bruder als Nervensäge / als dumm." (Dein zweites Beispiel: "...halte ich es für sinnvoll,...") -> im Gegensatz zum Attribut wird das Prädikativum nicht dekliniert!

Wahrscheinlich fehlt da noch einiges... aber die wichtigsten Prädikative findest du hoffentlich mit folgenden Tipps: 
- Nominativ, aber kein Subjekt
- das Objekt beschreibend, aber nicht dekliniert

Worte, die dich hellhörig machen sollten:
- als
- für
- Verben wie nennen, finden, beschreiben

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Prädikative sind Ergänzungen des Subjekts ( dann Subjektprädikativ) bzw. des Objekts ( dann Objektprädikativ).

Du erkennst diese Prädikative, wenn Du neue Sätze bilden kannst, in denen das Subjekt oder das Objekt in eine "ist"-Beziehung gestellt werden kann.

Beispiel Subjektprädikativ:
Ich habe als Lehrer viel Urlaub.
"Ich" ist Subjekt und "als Lehrer" die Ergänzung dazu.
Sinngemäß: Ich bin Lehrer. Ich habe viel Urlaub.

Beispiel Objektprädikativ:
Ich bewerte den Einsatz einer Abrissbirne für sinnvoll.
"den Einsatz" ist Akkusativobjekt und "für sinnvoll" die Egänzung dazu.
Sinngemäß: Ich bewerte den Einsatz. Dieser ist sinnvoll.

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Prädikatsnomen

Prädikativ im 1. Satz:
als Koch                                    (als im Prädikat)
der Freund meines Bruders      (er ist der Freund meines Bruders)

prädikativ im 2. Satz: nichts

prädikativ im 3. Satz:
(recht) einfach                          (sie kam mir einfach vor)
schwierig                                  (sie war schwierig)

---
Da wir schon bei Deutsch sind. Beachte mal bei deinen Aufsätzen:
heraus, voran und voraus mit einem r.
Im Voraus natürlich groß, aber immer noch mit einem r.

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Prädikative sind verbindliche Zusätze zu Verben, die als Prädikat inhaltlich "leer" sind. Das trifft vor allem auf das Hilfsverb "sein" zu. Andere Verben werden, bleiben, scheinen u.a.

Solche Prädikative können Adjektive sein. Beispiel: Sie ist traurig, weil ihr jemand gesagt hat, dass sie alt ist. (sei) "traurig" und "alt" sind hier Prädikative. In diesem Zusammenhang habe ich schon den Begriff "reine Prädikative" gelesen, also Prädikative als Adjektive.

Sie können Ergänzungen sein (zeitlich, örtlich usw.) Beispiel: Sie ist weg. Er ist dort.  

Sie können Gleichsetzungsnominativ sein. Beispiel: Er ist ein Bösewicht.

In deinen Sätzen halte  ich für Prädikative:

1. Der Freund meines Bruders. ("sind" erfordert diesen Zusatz)

2. "schlimmer" (Subjekt ist "das", "das wird" alleine geht nicht. "sinnvoll"

3. Hier könnten es "einfach" und "schwierig " sein.

Ich habe mich lange nicht mit dem Thema befasst, nimm das also bitte etwas unter Vorbehalt.

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Kommentar von ConiCool
12.02.2016, 13:29

Da fehlen einige Prädikative,
siehe meine bereits existierenden Antworten :-)

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Ich konnte folgende Prädikative finden:

Satz 1: als Koch ist Objektprädikativ. Der Freund meines Bruders ist Subjektprädikativ

Satz 2: sinnvoll ist OP, eine allergische ... Shampoo ist SP

Satz 3: insgesamt recht einfach ist OP, schon ziemlich schwierig ist SP

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Kommentar von Blondninchen123
12.02.2016, 11:56

Danke das hilft mir sehr! Also ist bei folgendem Satz das Fett gedruckte jeweils ein Prädikativ?

Viele meiner Freunde halten Catharinus für einen guten Kerl, aber von Tag zu Tag erkenne ich immer deutlicher, dass er in Wirklichkeit ein Depp ist.

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Du musst zweierlei Prädikativa unterscheiden:

1. Subjektsprädikativa (SP). Sie heißen im Lateinischen auch Prädikatsnomen und geben stets an, was jmd. ist. D.h. sie können nur mit einer Form von "sein" stehen. Bsp: Ich bin Fisch (Sternzeichen).

2. Objektsprädikativa (OP). Ein Objektsprädikativ erkennst du immer daran, dass es ein "als" vor sich stehen hat oder dass ein "als" dort sinntreffend eingebaut werden kann, weil es manchmal in deutschen Konstruktionen auch wegfallen kann. Bsp: Als WM-Orakel kann ein Tintenfisch Wunder vollbringen.

Ich habe jetzt die Prädikativa in deinem Text fett markiert und kleinere Veränderungen vorgenommen, damit du die weggefallenen "alse" besser erkennst:


Satz 1: Obwohl Sie überhaupt nicht kochen können, soll ich Sie also
hier als Koch (OP) einstellen, nur weil Sie der Freund meines Bruders (SP) sind?


Satz 2: Wenn das mit deinem Ausschlag schlimmer wird, betrachte ich es
als sinnvoll (OP), dass du einen Arzt aufsuchst, denn es könnte sich um eine
allergische Reaktion auf das neue Shampoo handeln.


Satz 3: Die Klausur am Montag erachtete ich insgesamt als recht einfach (OP), obwohl die allererste Aufgabe schon ziemlich schwierig war, aber ich
hatte in den Semesterferien auch viel dafür gelernt.

=> Ja, es sind 4 Prädikativa. :)


LG
MCX

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Kommentar von Miraculix84
12.02.2016, 22:39

Ich muss mich ergänzen:

ziemlich schwierig = SP

Es steht ja auch eine Form von "sein" dabei - nämlich "war".

Damit kommen ich auf 5 Prädikativa.
Wenn es nur max 4 geben soll, kann ich mir das nur dadurch erklären, dass der Aufgabensteller entweder eines übersehen hat (wie ich eben auch) oder dass er die Subjektsprädikativa nicht mitzählt: In der lateinischen Grammatik werden die Subjektsprädikativa "Prädikatsnomen" genannt und nur die Objektsprädikativa zählen als "echte" Prädikativa. Unterrichtet dein Deutschlehrer zufällig auch Latein? ;)

LG
MCX

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Satz 1: Obwohl Sie überhaupt nicht kochen können, soll ich Sie also hier als Koch einstellen, nur weil Sie der Freund meines Bruders sind?

(Objektsprädikativ, Subjektsprädikativ)

___

Satz 2: Wenn das mit deinem Ausschlag schlimmer wird, halte ich es für sinnvoll, dass du einen Arzt aufsuchst, denn es könnte sich um eine allergische Reaktion auf das neue Shampoo handeln.

(Objektsprädikativ)

___

Satz 3: Die Klausur am Montag kam mir insgesamt recht einfach vor, obwohl die allererste Aufgabe schon ziemlich schwierig war, aber ich hatte in den Semesterferien auch viel dafür gelernt.

(2x Subjektsprädikativ)

___

Probier's mal mit diesem Lösungsansatz, auch wenn ich das jetzt nur nach Gefühl gemacht habe.

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Kommentar von Volens
13.02.2016, 13:48

Bei all diesen Einschätzungen von prädikativem Gebrauch sitzt man als Schüler zwischen Baum und Borke, weil sich die Linguisten gelegentlich auch nicht ganz einig sind und man doch sehr darauf angewewiesen ist, was der Lehrer aus der Universiät mitgebracht hat. Das nämlich versucht er, dann seinen Schülern auch zu vermitteln.

Zum Beispiel gibt es die Lesart, ein Infinitiv bei einem Modalverb sei auch ein Prädikativum. Das würde hier bedeuten:

auch kochen bei kochen können wäre dann prädikativ

Häufig kolldiert auch die Definition des Prädikativums mit der einer Adverbialen Bestimmung der Art und Weise. Und dann artet die Linguistik in Religion aus.

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Hei, Blindinchen123, reine Verben = Prädikative sind kochen, einstellen, aufsuchst, handeln; die anderen sind Modal- bzw. Hilfsverberben, die allein nichts aussagen: können, soll, sind, wird. Hilfsverben werden allein durch ihr Adverb aussagefähig, Modalverben wie "können" durch das zugehörige Verb, in deinem Beispiel "kochen können". Und so. Grüße!

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Kommentar von Blondninchen123
12.02.2016, 11:23

also sind nur die reinen verben Prädikative? weil bei mir in den unterlagen steht auch, dass z.B. Karl ist Schreiner --> Schreiner ein Prädikativ ist. Deshalb bin ich so verwirrt :D

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Kommentar von luteka
12.02.2016, 11:26

Achtung!! Prädikat (das Verb) ist nicht dasselbe wie Prädikativ (ein vom Prädikat abhängiges Nomen, Adjektiv oder eine Wortgruppe)!!

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Kommentar von ConiCool
12.02.2016, 11:27

Das ist falsch.

Die Definition "Reine Verben = Prädikative" ist nicht richtig.

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Kommentar von zehnvorzwei
12.02.2016, 15:18

Hei, ich entschuldige mich bei allen, denen ich die falsche Fährte gewiesen habe. Soll nie wieder vorkommen. Grüße!

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