Hund (Rüde 9Monate) makieren in der Wohnung abgewöhnen

4 Antworten

Ich habe im Tierfuttergeschäft ein Höschen für inkontinent und markierende Rüden gekauft . Die gibt's in allen Größen und sind auswaschbar . Aber wenn der Hund das Höschen anhat kann und tut er das nicht mehr . Oft steht neben s ,m ,l ,xl usw. auch eine Kiloangabe der Hunde dabei . Vielleicht kannst du so etwas für dich im Internet bestellen . L.g.

Da hilft nur eine Kastration damit der Hund das lässt.Solange bis er kastriert wird hilft dann nur : Wenn Du ihn beim Markieren erwischst , dann schimpf mit ihm: Nutze ein Wort das er kennt wie etwa "Pfui" wenn er etwas tut was er nicht tun soll. Wenn Du nur den Fleck findest kannst Du den Hund nicht bestrafen, er hat dann keinen Bezug zu seiner "Missetat" und weiß nicht, warum du schimpfst.

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ahja dem hund eine narkose zumuten anstatt ihn zu erziehen? sowas von -.-

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@Tonks21

Kastration als Allheilmittel? Sorry aber das halte ich für Blödsinn.

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Habe auch das Problem mit markieren.Habe mit verschiedenen Tierärzten und Hundetrainerin gesprochen, eine Kastration ist keine Sicherheit das es aufhört, handelt sich um eine typische Verhaltensweise.

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Hallo!

Dass ein Hund in der Pubertät, sozusagen wie jeder andere Jugendliche auch, versucht, seine Grenzen neu auszuloten, ist wohl allgemein bekannt. Dass Dein Hund in der Wohnung markiert, obwohl er vermutlich weiß, dass er sein Geschäft draußen zu verrichten hat und das Markieren unerwünscht ist, ist nicht etwa ein Zeichen für "natürliches Verhalten, er will sich den Hündinnen zeigen etc." sondern ein klares Symptom dafür, dass er Deine bzw. Eure Authorität in Frage stellt.

Das ist natürlich, ohne Zweifel. Er testet einfach aus, wie weit er gehen kann. Mit lustigen "hier-nicht-hinpieseln-Sprays" oder Verboten in Deiner Anwesenheit ist es hier jedoch nicht getan. Statt dessen musst Du an der Grundsymptomatik arbeiten - daran, dass er Dich weiterhin als Rudelführer akzeptiert.

Verschärfend kommt hinzu, dass Du ihn, wenn ich das richtig interpretiert habe aus der einen Antwort, beileibe nicht artgerecht zu halten vermagst. Denn eine Haltung in der Wohnung und in einem kleinen Garten alleine kann die natürlichen Bedürfnisse eines Hundes nicht befriedigen. Und Tiere in nicht-artgerechter Haltung neigen dazu, sich neurotische Angewohnheiten zuzulegen, um ihren Stress abzubauen.

Schritt Nr. 1 sollte also die grundsätzliche Haltung sein. Und da scheinst Du ja eine Option gefunden zu haben, wie er z. B. seinen Bewegungsdrang ausleben kann. Schritt 2 sind Übungen, die ohne Druck Deine Authorität zu stärken vermögen.

Das können Gehorsamsübungen sein, die spielerisch umgesetzt werden (mit tierisch viel Lob, damit sie ihm Spaß machen - aber zeitlich absolut exakt getimed!); ein wildes Spiel, das ihm Spaß macht und dessen Regeln DU bestimmst und das DU beendest und nicht er (bevor er die Lust verliert, deshalb immer genau beobachten! Und konsequent sein!); Du kannst mit ihm Übungen machen, bei denen er lernt, auf Dich zu achten, statt dass Du immer auf ihn achtest (als rangniedrigeres Rudelmitglied muss er sich schließlich an Euch orientieren), z. B. indem Du Dich beim Freilaufenlassen versteckst, wenn er sich zu weit entfernst, oder einfach in die andere Richtung wegläufst; Du kannst die Regel einführen, dass IMMER DU zuerst durch eine Tür gehst und er so lange warten muss bis Du ihm den Zutritt zum neuen Bereich erlaubst(vom Haus in den Garten und zurück, zum Tor raus und wieder rein...) - denn das ranghöhere Rudelmitglied muss erst einmal die Lage sondieren und die anderen dürfen erst folgen, wenn z. B. das Haus von Dir für sicher erklärt worden ist (auch hier: Konsequenz!).

Und Du bist auch Herr über die Ressourcen - Du gibst Futter und kannst es ihm jederzeit wieder abnehmen. Er darf Leckerli nicht einfordern sondern er bekommt sie von Dir großzügig überreicht - nach besonderer Leistung und dann innerhalb von Millisekunden.

Klingt alles etwas dämlich, das sind aber elementare Bestandteile des Zusammenlebens im Rudel, die dem Instinkt eines Hundes entsprechen und somit von ihm sozusagen auch unterschwellig verstanden werden.

Und was das Markieren angeht: Für eine geraume Zeit wirst Du ihn IMMER in Beobachtung halten müssen oder, wenn das nicht geht, ihn entweder in den Garten sperren, wo er hinpieseln darf, oder Du baust ihm eine Schlaf- und Aufenthaltsbox, in die er gut reinpasst, die aber nicht zu groß sein darf (mehr oder minder wie eine Transportbox). Denn seinen eigenen Schlafbereich will er nicht verunreinigen, da passiert dann also kein "Unglück". In so eine Box sollte man ihn, außer nachts, aber nicht stundenlang einsperren. Und sie sollte ihm positiv vorgestellt werden als neuer Schlaf- und Ruheplatz, in dem er z. B. auch Leckerli findet. Wenn Du ihn, der dauerhaft unter Beobachtung steht, doch im Ansatz zum Markieren erwischst - es stehen Dir nur wenige Millisekunden für eine Reaktion zur Verfügung! Du musst also schon unterbinden, wenn er sich nur ansatzweise in Position stellt. Und dann: Scharfes Wort, unangenehmes Geräusch, Disken in seine Richtung werfen (nicht auf ihn!), Klapperdose etc. - und wenn er im Ansatz stoppt: RIESENLOB!

Wenn er es doch schafft, dann darfst Du DICH bestrafen. Weil Du nicht ordentlich aufgepasst hast. Die Merkfähigkeit bzw. Fähigkeit zur Verknüpfung von Handlung und Konsequenz beträgt bei Hunden (außer es handelt sich um lange trainierte komplexe Abläufe, die absolut sicher sitzen = mehr als 2000 Wiederholungen in unterschiedlichen Kontexten!) maximal 2 Sekunden. Alles andere ist vergebene Liebesmüh, Dein Hund wird dann zwar wissen, DASS Du sauer bist, das aber nicht mehr mit seiner Handlung verknüpfen können. Und wird Deinen potentiellen Wutausbruch dann eher als inkonsequentes, unverständliches Menschen-Verhalten interpretieren - das für eine Führungsposition nicht gerade förderlich ist.

Vielleicht hat Dir die eine oder andere Anregung weitergeholfen? Ansonsten empfehle ich Eric Ziemen und Hr. Bloch als Literatur zum Thema "Wie tickt ein Hund" - das ist Grundlagenliteratur für alle Hundehalter und wirklich hoch interessant!

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Lg

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