Hündin verhält sich wie ein Welpe - was kann ich tun?

Mama Luna : ) - (Tiere, Hund, Erziehung) und Töchterchen Akima : )  - (Tiere, Hund, Erziehung)

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der Rudelchef kümmert sich ja nicht gross um die Verruecktheiten & Spielereien in einer Hundegruppe. Der liegt in der Nähe und sieht wohlwollend zu...

Aber irgendwie.... Erkennt er wenn der Nachwuchs "müde" ist und eine Ausphase brauchen sollte. Dann steht er (sie) auf geht gemütlich dort hin und die grosse Nase taucht zwischen den Spielenden auf, dann sieht man betontes Abwenden und hinsetzen mit dem Rücken zu der Szene.... Schon herrscht Ruhe. Spielaufforderungen der "Kleinen" werden von allen Grossen zu bewiesen Zeiten eisern ignoriert...

Das was du nun beschreibst von deiner "Grossen" deutet darauf hin, dass sie selbst kein angeborener Kopfhund, sondern eher eine Tante ist. Sie zeigt Junghundeverhalten dem Welpen gegenüber.

Sind Welpen und Jungspunde in einer Hundegruppe hat der Rudelchef/ Althund ein genaues Auge auf die Pubertierenden und deren Verhalten den Welpen gegenüber. Dabei geht es immer darum, dass die Welpen nicht überfordert werden.... Hier schreitet der "Alte" auch deutlich ein! Das passiert durch einfaches Erscheinen und splitten mit dem Körper in Imponierhaltung dem Jungspund gegenüber...

Also musst Du nun den Gruppenchef ersetzen. Vor allem das Wecken des Welpen (Missachten seiner Ruhe-Individualdistanz) ist strikt im Ansatz zu unterbinden. Es ist für das gesunde Aufwachsen des Welpen nicht gut, also für Bänder und Gelenkbildung.

Nachdem Hundegruppen einen deutlich erkennbaren Tagesablauf und Rituale haben würde ich Dir an erster Stelle empfehlen den beiden einen festen und strikten Tagesablauf einzuführen. Feste Ruhezeiten "Auszeiten" sind wichtiger Bestandteil, dass sich Hunde nicht zu einem Stressbündel entwickeln. Das Ganze führt man ein indem man selbst mit den Hunden Pause einlegt, mehrmals am Tag.

Empfehlenswert ist dabei - für die Grosse & die Kleine, zwecks des Durchsetzens eueres Tagesplanes ein Hundeabsperrgitter und ein ruhiges Zimmer in welchen dann einer (in dem Fall eure Grosse) seine Auszeit nehmen darf. Das immer dann, wenn sie gerade den schlafenden Welpen wecken wollte...

Wie du richtig vermutest ist das auch ein "Erziehungshilfsmittel" aber ein sehr gutes.

Du legst einen Stundenplan an, in welchem du die Ruhezeiten für deine Grosse festlegen solltest. Futtertrögen etc. alles als festen Tagesablauf einführen, das gibt Sicherheit - vor allem Deiner Grossen.

Sind Ruhezeiten beendet solltest Du ein Ritual einführen um sozusagen "Gruppenspielphase" einzuleiten. Du animierst also - einen so genannten "Spielplatz" aufzusuchen...

Denn: Im Spiel lernen Hunde. Im Spiel werden Frustrationen abgebaut und Rangfolgen aufgebaut.... Höher, schneller, weiter, besser = höher im Rang

Du solltest das Szepter darüber in den Händen behalten und nicht an deine Grosse abgeben, sie ist nämlich (wie man an ihrem Verhalten mit dem Welpen sieht) angeboren dazu nicht geeignet.

Jedenfalls musst du wirklich unterbinden - auf die beschriebene Art - dass beide Hunde in einem permanent hohen Stresspegel z.b. durch die Ausschüttung von verschiedenen Hormonen - ohne ausreichende Ruhezeiten kommen. Sonst hast du plötzlich zwei Hyperaktive Hunde, welche andere Hunde gerne auch mobben.

Zwei Fehler: bewiesen Zeiten = gewissen Zeiten, Futtertrögen = Futterzeiten

Nachtrag: "Spielplatz" bedeutet, dass die Wohnung des Menschen KEIN Spielplatz ist. Gespielt wird draussen. Erst wenn beide das Liegespielen ohne Umhersausen beherrschen kann man für diese Spielweise eine Ausnahme machen.

Das Bedeutet - dein Ziel ist es unbedingt Spielen im Haus/ Wohnung zu unterbinden und ausreichend Spielzeiten draussen zu ermöglichen & einzurichten.

Schon hast du damit das Szepter in der Hand und nicht deine überforderte "Althündin" welche irgendwann dann mit dieser Situation sonst überfordert sein wird.

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@karinnox

Toller Beitrag! Daumen ganz, ganz hoch!!!!

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@Acoma

Vielen dank für deine tolle und ausführliche Antwort. Ja eine strikten Tagesplan haben wir noch nicht, den werde ich jetzt aber auf jeden Fall einführen! Ich bin sehr zuversichtlich und hoffe, dass wir das bald unter kontrolle haben.

Danke, für die tolle Antowort !

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@Akima2803

Ich möchte mich hier nochmal für die wirklich tollen Antworten bedanken, gerade bei YarlungTsangpo und Birgitwunder. Ich muss sagen, dass ich schon ein schlechtes Gewissen habe, da sich beide den Stern wirklich verdient haben und am liebsten hätte ich euch beidenen einen gegeben, aber leider geht das ja nicht. Für mich haben aber beide ein Sternchen, auch wenn der bei GF hier nur einer zu sehen ist.

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@Akima2803

Danke & meine Anerkennung an Birgitwunder, sie hat sich das Sternchen echt verdient. Werden mal bei GF den Doppelstern vorschlagen müssen...

Du hast gute Antworten bekommen & ich hoffe dass du in kurzer Zeit zwei ganz tolle Hunde im Haus damit hinbekommst. Mehrhundehaltung ist was Schönes wenn man es mit Köpfchen macht.

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Drei Themen: - Getobt wird draussen! - Wenn einer schläft oder ruht, wird das akzeptiert, von jedem. Also, wer stört, geht in den Kennel oder in einen anderen Raum. - Sage nie Nein, wenn du nicht bereit bist/fähig bist dieses Nein durchzusetzen.

Hilfreich wird in jedem Falle sein, wenn du für alle Hunde, ganz klar und ganz eindeutig die Rangfolge in deinem Sinne klärst. Denn wenn sie beide Dein Nein nicht akzeptieren, besonders der Ältere, dann hat sie sich im Hundesinne, unverschämt gegenüber dem Rudelboss verhalten. Also gegenüber dir.

Meine Erfahrung ist, dass wenn die Rudelbossfrage klar und eindeutig geklärt ist, dann werden sich alle anderen Probleme von alleine klaren.

Wie man das ganz einfach und ohne Härte macht, habe ich hier schon oft beschrieben. Schaue meine Beiträge nach. Einfach auf meinen Button klicken und dich durchsuchen.

Hallo Akima !

Aus der Ferne ist es zwar immer etwas schwer die Situation bis ins Detail zu beurteilen, aber hier brennt es !

Ich möchte es auch dahin gestellt lassen, ob Luna etwas nachzuholen hat... Hunde handeln zwar aus Erfahrung, aber vielmehr nutzen sie die Gunst der Stunde. Huskies sind eine sehr ursprünglich gebliebene Hunderasse, welche da sehr schnell reagiert.

Folgendes ist passiert: Luna hat sich aus dem Gehorsam gestohlen und Akima hat sich bereits mehr als gut ist an ihre Mutter gebunden. Zu lange andauerndes, temperamentvolles Spielen kann Aggressionen auslösen. Die Althündin und besonders die heranwachsende Junghündin benötigen Ruhephasen, in denen sie nicht miteinander kommunizieren und agieren dürfen. Wenn möglich sollte Eure ganze Familie mit arbeiten. Entweder Ihr trennt die Hunde zeitweise räumlich oder Ihr setzt jeden Hund extra an die Hand eines Menschen (d.h.kurze Schleppleine ca. 30 cm hinter dem Hund am Boden, so daß er immer "griffbereit" ist) und er muß sich bei dem jeweiligen Führer aufhalten. Unterordnungsübungen sogar im Haus durchführen. Im Höchstfall einen gemeinsamen Spaziergang / Tag. Selbstverständlich dürfen die Hunde jedoch in freigegeben Zeiten miteinander spielen. Wichtig ist allerdings auch das Spiel der Menschen mit den Hunden. Laßt Euch nicht "rausdrängen", weil die ja so schön müde werden miteinander !

Das erfordert lange Ausdauer und Beobachten des Fortgangs Eurerseits, bleibt am Ball, es lohnt sich !

Viel Erfolg und viel Spaß noch mit den zwei Gaunertöchtern :-)

Vielen Dank für deine Antowort.

Leider wird dass nicht klappen, dass die ganze Familie mitarbeitet, da mein Bruder wenig Lust auf die Hunde hat und mein Stiefvater ist auch nicht viel besser, der hält sich aus allem raus. Jetzt wird es wohl an mir und meiner Mutter liegen. Aber ich werde alles tun, was mir geraten wurde, auch wenn wir dann nur zu 2. sind.

Vielen Danl für die lieben Grüße : )

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Vielen Dank für deine Antowort.

Leider wird dass nicht klappen, dass die ganze Familie mitarbeitet, da mein Bruder wenig Lust auf die Hunde hat und mein Stiefvater ist auch nicht viel besser, der hält sich aus allem raus. Jetzt wird es wohl an mir und meiner Mutter liegen. Aber ich werde alles tun, was mir geraten wurde, auch wenn wir dann nur zu 2. sind.

Vielen Danl für die lieben Grüße : )

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@Akima2803

Danke, daß Du die Antworten gelesen hast. Es gibt hier halt leider keine Soforthilfe... Bin aber sicher, wenn Ihr zwei Hundeladies zusammenarbeitet, das Problem in Griff zu bekommen ist :-)) Wäre schön, wieder von Dir zu hören !

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@Birgitwunder

Ich denke schon, dass wir das hinbekommen werden. Alles braucht seine Zeit schließlich sind unsere treuen Begleiter keine Maschienen und sie sollen ja auch garnicht funktionieren wie welche. Gerade mit so guten Tipps wie deine, werden wir es mit etwas Gedult schaffen - Hoffe ich doch mal ; )

Vielen Dank Birgitwunder!

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@Birgitwunder

Ich denke schon, dass wir das hinbekommen werden. Alles braucht seine Zeit schließlich sind unsere treuen Begleiter keine Maschienen und sie sollen ja auch garnicht funktionieren wie welche. Gerade mit so guten Tipps wie deine, werden wir es mit etwas Gedult schaffen - Hoffe ich doch mal ; )

Vielen Dank Birgitwunder!

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@Akima2803

Bei den kniffeligen Frage stellt sich immer wieder raus, wer hier die wahren Hundler sind.....Birgitwunder, DH!!!!

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Ich bin ganz sicher, dass dies nur eine vorübergehende Phase ist. So wie welpen alles von der Mama (und den älteren und gleichaltrigen Rudelvierbeinern) lernen und beigebracht bekommen, so steht in einer gewissen Altersklasse eben auch "kämpfen und toben" im Stundenplan. Selbst wenn die Mutter ansonsten eine ruhige, folgsame Hündin ist, die "Ausbildung" ihrer Tochter macht ihr ja anscheinend richtigen Spaß (und mag sein, dass sie dabei auch ein Defizit ihrer eigenen Kindheit nachholen "muss") und ist auch nicht so ganz unwichtig. Wenn sie dein "Nein" aus der Distanz nicht "hört", kannst du (vorübergehend) zu ihr hingehen und sie berühren. Um Körperkontakt herzustellen, lege ich meinen meistens die Hand irgendwo im Schulter-Rückenbereich auf, aber ich glaube, das WO ist dabei eher Nebensache. Es lenkt sie (oder sollte zumindest) zur Aufmerksamkeit dir geegenüber, die du nutzen solltest, um mit ernster Miene Blickkontakt zu ihr zu halten und dabei ernst und deutlich dein Verbotskommando sagen. Unmittelbar danach schickst du sie auf den Platz, wo sie dann im Idealfall auch bleiben sollte.

Auf der anderen Seite solltest du das Spielverhalten von Mutter und Tochter nicht UNNÖTIG unterbinden, das heißt, du solltest es so weit wie möglich zulassen und nur verbieten, wenn es wirklich sehr stört.

Luna wird das sicherlich nur eine relativ kurze Zeitspanne machen, ich denke, wenn die Kleine mit 7-8 Monaten durch den Zahnwechsel durch ist, sind die Spiel- und Kampfübungen wahrscheinlich weitestgehend passé.