Heisst das enlische "YOU" immer Du, oder kann es auch sie bedeuten?

8 Antworten

Wir kennen nur "you".

In Australien werden fast alle mit Vornamen, “you”, “youse” (ugs. Ihr oder Euch) oder “mate” angesprochen und es wird gar nicht als unhöflich wahrgenommen. Manchmal fragen mich die Mitarbeiterinnen bei meiner Bank “Can I call you Gary?” und ich bin eigentlich überrascht, dass sie daran denken, diese Frage stellen.

Es ist nur eine kulturelle Sache bei uns – ist halt so ;-).

In ganz extremen Fallen in England gab es z.B. in einem Restaurant von einem Kellner “Would Sir like to try this wafer thin mint?” aber diese Sprachwendung ist schon lange ausgestorben und zum Spott geworden.

Beste Grüße,

Gary

  1. Es bedeutet generell eine Ansprache - sowohl in der höflichen wie auch in der vertrauten Form. Im Deutschen verwenden wir dafür verschiedene Anreden: "Sie" bzw. "Du".

  2. Besonders Amerikaner reden sich sehr schnell (praktisch ab der ersten Begegnung) mit dem Vornamen an. Das ist nicht auf das deutsche Wertesystem übertragbar! Im Deutschen sind weitere kulturelle Inhalte im "Du" verborgen, was für das Amerikanische nicht gilt. Die haben andere Abgrenzungen, die für uns nicht ohne Weiteres sichtbar sind.

Also, wenn man einen Amerikaner (z. B. den Chef) mit Vornamen anspricht, ist das nicht dasselbe wie im Deutschen. Die Vertrautheit des Deutschen "Du" ist nicht gegeben!

  1. Komunikation: Amerikaner achten mehr auf die Beziehungsebene, Deutsche oftmals mehr auf die Sachebene. Das führt dazu, dass wir Amerikaner oft (und ungerechtfertigt) als oberflächlich bezeichnen. Wenn das mit "kommunikativer" gemeint ist, dann sind Amerikaner kommunikativer. Das liegt aber an der Kultur und nicht am Wörtchen "Du".

Shag d'Albran

Genau richtig - und viele Firmen (auch die meine) haben das "amerikanische Duzen" - sprich das Wertesystem - adaptiert und es wird zwangs-geduzt. Echt nervig, wenn man jemanden nicht mag und noch nerviger, wenn Leute ncht damit umgehen können und z.b. Autoritäten nicht akzeptiert oder Grenzen überschritten werden

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Die "native English speakers" denken nicht in der Kategorie "du", "ihr", "Sie". Für sie heißt "you" immer "you". Es ist also für angeredete Personen die einheitlich verwendete Form.

Historisch gesehen heißt 'you' eigentlich 'Ihr' (als Anrede, also 2. Person Plural), so gesehen siezen sich Sprecher des Englischen also. Die praktisch ausgestorbene Anrede, die dem vertrauten 'Du' entspricht, ist 'thou', die aber eigentlich nur noch im Kirchenenglisch vorkommt - und natürlich in historischer Literatur wie z.B. Shakespeare.

Allerdings dürfte diese Tatsache nur den wenigsten Sprechern des Englischen geläufig sein, und auf den sprachlichen Umgang miteinander wirkt sie sich wohl nicht mehr aus.

Indeed - auf das sprachliche 'Empfinden' hat 'you' keinen Einfluß mehr, es wird nicht mehr als die Höflichkeitsform angesehen ('Thou' hingegen wirkt heute gekünstelt). HOWEVER, grammatikalisch ist der Wechsel, und v.a. die Übersetzung ins Deutsche ein großer Unterschied. Im Deutschen ist die Du-Form (also 2. Person Singular) sehr verschieden vom Infinitiv eines Verbes (also der Grundform eines Tu-Wortes). Die deutsche Höflichkeitsform eines Verbes hingegen (korrespondierend mit Sie), wäre in den allermeisten Fällen mit dem Infinitiv identisch. Kurz: dadurch dass im Englischen alle 'You' zueinander sagen, brauchen sie niemals die Verb-Form ändern. Die Deutschen, durch die momentane Abschaffung des Siezens, machen es sich unnötig umständlich, indem sie für jedes Du die Grundform ändern müssen. Damit machen sie es auch anderen, die Deutsch lernen wollen, unnötig schwer: die müssen dann in einer normalen Unterhaltung das Wort an sich, in der Grundform, und die weit schwierigere Du-Form kennen. Oh well - die Germans sind aber nicht die einzigen: im Dänischen, Holländischen, und sogar im Französischen, werden derzeit überall die Höflichkeitsformen zunehmend ungebräuchlicher (im Spanischen Spanisch auch - wobei, interessanterweise, im Südamerikanischen Spanisch das genaue Gegenteil der Fall ist... dort Siezen sich die Leute mehr und mehr, so wie im Englischen).

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So wie wir dann jemand das "du" anbieten, bieten einem dann z. B. die Amerikaner an, sie mit dem Vornamen anzusprechen. Dann hast du eigentlich wieder den gleichen Unterschied wie hier...

Na, so analog ist es nicht. Amerikaner "verteilen" die Vormanen sehr viel früher und direkter, manchmal gleich beim Eintritt in ein Unternehmen.

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