hat jesus SELBER behauptet/gesagt,er sei der sohn gottes?

26 Antworten

Das ist eine schwierige Frage. Nimmst Du Bibeltexte, die ja auch hier in den Antworten zitiert werden, dann gibt es ein eindeutiges Ja. Aber alle diese Texte sind nach "Ostern" geschrieben, sie sehen Jesus als den Christus, als den Auferstandenen. Sie sehen den, mit dem sie vorher zusammen waren, und der für sie nicht eindeutig der Sohn Gottes war, jetzt endgültig als Gotts Sohn. Erst durch die Auferstehung wird klar, wer er war, und wer er als der präexistente Christus war.

Die Frage ist also, wie sich der historische Jesus gesehen hat. Ich denke, er hatte ein ganz besonders inniges und intimes Verhältnis zu seinem himmlischen Vater. Das Vater-Unser zeigt das, seine Gebetshaltung und vieles andere. Aber das ist alles nicht überwältigend eindeutig, sonst hätten ihn ja nicht so viele abgelehnt.

Man sagt heute in der Theologie (W. Härle z. B.), dass die Gottessohnschaft "implizit" im Wirken Jesu zum Ausdruck komme. Das heißt, sie liegt nicht offen zutage. Sie wird durch die Auferstehung "explizit" gemacht.

Judentum und Islam lehnen Jesus als Sohn Gottes ab. Die Frage, ob Jesus biologische Eltern hatte, kann ich für mich mit Ja beantworten, und mit guten biblischen Belegen. Er war ganz und gar Mensch und kein Halbgott. Dass er Gottes Sohn ist, und dass Gott nun mal einen sehr menschlichen Weg gewählt hat, ist kein Widerspruch. Ich bin kein antiker Grieche, der Halbgötter braucht.

(Wenn Du katholisch bist, mache ich Dir aber mit den letzten Sätzen Schwierigkeiten. Tut mir Leid!) LG

„ Mich aber hat der Vater bevollmächtigt und in die Welt gesandt. Wie könnt ihr da behaupten, ich lästere Gott, wenn ich sage, dass ich sein Sohn bin?“ – Johannes 10:36 (DIE GUTE NACHRICHT BIBEL)

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@wuerstel

Ja! Dies sagt der "johanneische Christus". Das Johannes-Evangelium sieht Jesus vor allem in seiner Göttlichkeit ("wir sahen seine Herrlichkeit"), in der Rückschau. Im Joh.-Ev. ist Jesus von vornherein der Auferstandene, der Logos, der Fleisch wurde. Im Joh.-Ev. kann Jesus alles, er kann sogar Tote auferwecken (lazarus).

Dieses Evangelium ist ein Bekenntnis, kein historsicher Tatschenbericht wie ein Polizeiprotokoll. Es sagt, wer Jesus für die Christen um 100 n.Chr. wirklich ist: Nämlich wirklich Gottes Sohn. Und dieses Bekenntnis übernehme ich sehr gerne für mich.

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@Sonnenschnauz

Johannes schrieb um 98 u. Z. sein Evangelium. Von Gottes heiligem Geist inspiriert, wählte er die Begebenheiten, die er aufzeichnete, sorgfältig aus (Joh 20:30; 21:25). Im Gedanken daran erklärte Johannes den Zweck, den er verfolgte, als er den Bericht unter Inspiration aufzeichnete, wobei er kaum etwas wiederholte, was bereits niedergeschrieben worden war: „Diese aber sind niedergeschrieben worden, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr, weil ihr glaubt, durch seinen Namen Leben habt“ (Joh 20:31). Johannes betonte, daß das, was er niedergeschrieben hatte, der Wahrheit entsprach und wirklich geschehen war (Joh 1:14; 21:24). Sein Evangelium ist eine wertvolle Ergänzung zum Bibelkanon, da es der Augenzeugenbericht des Apostels Jesu Christi ist, der am längsten lebte. Johannes erreichte ein sehr hohes Alter; er war vermutlich etwa 90 oder 100 Jahre alt, als er sein Evangelium schrieb. Ohne Zweifel kannte er die anderen drei Berichte über das irdische Leben und den Dienst Jesu sowie die Apostelgeschichte und die von Paulus, Petrus, Jakobus und Judas geschriebenen Briefe. Er hatte miterlebt, wie die christliche Lehre völlig geoffenbart wurde, und gesehen, was sie bewirkte, als sie allen Nationen gepredigt wurde.

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Das lt. Bibel von Jesus stammende Gebet trägt ja den bezeichnenden Titel "Vater unser" (lat.: pater noster, das ist gleichbedeutend). Wenn dieses Gebet tatsächlich auf Jesus zurückgeht, hat er sich demnach als einen Sohn Gottes unter vielen gesehen, nicht aber als den einzigen Sohn Gottes. Außerdem bezeichnet er sich in der Bibel auch als Menschensohn - er scheint also keine besondere Abstammung für sich beansprucht zu haben, wenn man der Bibel an dieser Stelle glauben kann.

Ja, hat er gesagt. Ja, Jude inkl. Eltern. Die anderen Religionen lehnen Jesus als "Messias" ab - für die Juden ist er nicht qualifiziert genug und für die Muslime ist er "bloß" Prophet. Auf natürlichem Weg ist ein Problem, wenn Gott das nicht okay findet und persönlich interveniert.

Jesus hat es mit großer Wahrscheinlichkeit nie gegeben, sondern die Figur wurde erfunden.

Deswegen ist die Frage danach, was er gesagt hat, nicht wirklich sinnvoll

Jesus ist besser bezeugt als alle anderen historischen Personen seiner Zeit. Wer das leugnet, weiß einfach nicht Bescheid, oder er will es nicht wissen. Das weiß ich als Historiker.

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@friendlylion

Wenn Sie Historiker wären, wüssten Sie, dass es nicht ein einziges Dokument gibt, das darauf schließen lässt, dass es eine derartige Person gegeben hat.

Alle sich mit dieser fiktiven Person beschäftigenden Texte wurden sehr lange nach der angeblichen Lebenszeit verfasst.

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Ich sage nur eins: Tacitus.

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@bueni

Wurde etwa 25 Jahre nach Jesu Tod geboren und berichtet daher nur über Hörensagen.

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Nein. Erst etwa im Jahr 400 wurde in einem Konzil beschlossen, dass Jesus der Sohn Gottes sei. Und von da ab wurden dann in den alten Texten bestimmte Worte als 'Sohn' übersetzt, so dass es damit übereinstimmt. Jesus selbst hat sich nie so bezeichnet, das sah nur später durch entsprechende Übersetzungen dann so aus.
Das ist etwas, was jeder Theologe weiß, da er das im Laufe seines Theologiestudiums lernt.

Und? Ist er wenigstens der Messias?

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@Franticek: Leider falsch. So steht es nur bei Dan Brown. Die Göttlichkeit Jesu stand nie in Frage. Auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 wurde die Auseinandersetzung zwischen der katholischen Kirche und dem Arianismus besprochen, für die Arianer war Jesus gottähnlich, nicht gottgleich. Aber dass Jesus göttlich war, galt für beide Seiten.

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Offensichtlich bist du kein wirklicher Theologe und weißt darum nicht Bescheid.

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Das war 325 in Nicäa. Später ging es um die Position des Heiligen Geistes.

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