"Wort" ist grundsätzlich richtig, denn was gibt es wohl Stärkeres als das Wort? Unter "logos" kannst du ja mal recherchieren, bei google, da gibt es eine Reihe Erklärungen.

Die letzte gute Übersetzung, die ich kenne, stammt von Walter Jens: "Im Anfang: ER".

Das Denk-Modell, das dem Johannes -Ev. mit dem logos zugrundeliegt, ist die Entwicklung der "Weisheit" im Spätjudentum. Diese Weisheit ist sozusagen eine Tochter Gottes, aber selbständig, ist von Anfang an bei ihm.

Jesus Christus wird oft im NT als diese "Weisheit" bezeichnet. Als "Sohn Gottes" spielt er eine andere Rolle, aber die Denkstruktur war vorgegeben. Alles war bereit, dass der logos, das Lebens-Prinzip hellenistischer und damit allgemeiner Wirklichkeit, erscheinen konnte.

"Als die Zeit erfüllet war, sandte Gott seinen Sohn!" (Galater 4,4)

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Die westliche Kultur ist vom Christentum beeinflusst. Dort ist der Sonntag der gesetzlich festgelegte Ruhetag. In islamischen Kulturen ist es der Freitag. Wenn dort ein christlicher Geschäftsmann lebt, muss er sich nach dem muslimischen Freitag ausrichten.

In Israel ist der Sabbat. Da haben sich auch Nicht-Juden nach zu richten.

Gemeinsam ist allen die 7-Tage-Woche mit dem siebenten Tag als Ruhetag. Dieser Rhythmus ist eine menschliche Notwendigkeit, das ist der Baum unserer Kultur, unter dem wir den nötigen Schatten finden in der Hitze des alltäglichen Lebens.

Wir dürfen dankbar sein, z. B. den Gewerkschaften, dass sie nicht zugelassen haben, diesen Baum vom Kapitalismus fällen zu lassen (kein Ladenschlussgesetzt, kein Ruhetag etc.).

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Nach der Lehre der katholischen Kirche ergibt sich aus der Feier der Eucharistie die Existenz der Kirche. Da die Kirche aber nicht eine einzige ist, sondern in Konfessionen gespalten, kann es keine Enheit bei de Eucharistie geben. Die Eucharistie setzt die Einheit voraus.

D.h., solange es keine Einheit gibt, werden Protestanten bei der Eucharistie zurückgewiesen (offiziell; inoffiziell wird hier schon lange anders gehandelt. Selbst der Papst hat schon Protestanten zur Eucharistie eingeladen.)

Eigentlich sind die Unterschiede nicht so gravierend, oder werden nicht mehr so empfunden, dass man getrennt sein müsste. Es ist ja Christus, der an seinen Tisch einlädt, nicht die Kirche.

Es gab vor etwa 40 Jahren nach dem Vatikanum II einen Versuch bei den Katholiken, dieses Problem nue zu überdenken (Rahner und Fries waren die Theologen). Sie sagren, dass von der Tischgemeinschaft doch die Einheit ausgehen könnte, oder Schritte dazu ermöglichen könnte. - Dieser neue Versuch wurde schnell aufgegeben.

Ich denke, man sollte eucharistische Gastfreundschaft gewähren. Die Protestanten tun das gerne, bei den Katholiken geschieht es auch manchmal, aber inoffiziell, was viele Katholiken, die klare Verhältnisse wünschen, als "Heuchelei" geißeln. - Ich lade ja auch Ausländer und Menschen anderer Kulturen zum Essen ein. So kommen wir uns näher.

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Das deutsche Wort Barmherzigkeit geht als Übersetzung auf gleich drei verschiedene griechische Wörter zurück. (eleos, in Kyrie Eleison - Herr, erbarme dich; oiktirmos; splanchnitzai).

Alle haben mit dem Gefühl zu tun, und der Sitz des "Gefühls ist das "Herz". Besonders kommt das Gefühl bei dem Wort "splanchnitzai" zur Geltung. Jesus "erbarmte" sich - heißt eigentlich - " es zerriss ihm das Innerste" (die "Eingeweide") - es ging ihm an die Nieren, wie wir sagen.

Barmherzigkeit ist das in Aktion, in tätiges Handeln umgesetzte Mitgefühl. Dieses Mitgefühl ist, soweit ich urteilen kann, bei allen Menschen vorhanden. (Bei Elite-Soldaten wird es oft systematisch ausgetrieben.)

Die Bibel fordert (Juden und) Christen zur Barmherzigkeit auf, denn Gott selbst ist der Vater der Barmherzigkeit (aw ha'rachamim). http://www.gott-ist-barmherzig.at/barmherziger-jesu/gottes-barmherzigkeit-im-neuentestament.html

Im Islam gibt es sicher ähnliche Belegstellen. Nur kenne ich den Islam eher als eine Religion, wo man sich schwer tut mit der Vergebung aus Barmherzigkeit.

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Mission heißt ganz einfach "Sendung", Erfüllung eines Auftrags. So gibt es die Filme "Mission impossible" (im Amerikanischen). Da wird einer ausgesandt, um einen Auftrag zu erledigen. Auf französisch ist das genau so: Il est en mission. - Er ist unterwegs zur Erledigung eines Auftrags.

Im Christentum sind die "Ausgesandten" die Apostel, von griechisch apo-stello - weg-senden. Das wurde mit dem aus dem Lateinischen kommenden Mission wiedergegeben. Der christliche Gebrauch hat dann das Wort sozusagen besetzt. Die Ausführung des Auftrages ist dann die Missionierung.

Protestantische Franzosen und Frankophone reden auch von der "Apostolischen Aktion", wenn sie die ältere christliche Mission meinen. Dieser Begriff hat sich aber nur teilweise durchgesetzt.

Dieser Begriff "Mission", "Missionar", "Missionierung" war leider eine Zeit lang negativ besetzt, sehr zu Unrecht. Heute wird er langsam positiv zurückgeholt.

Ein neutraler Begriff wäre Information. Oder Lehre. Oder Lehrauftrag. man spricht auch von Instrukteuren, Entwicklungshelfern u. ä.

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Bin zwar ein Mann, und dazu noch Nicht-Muslim, aber stimmt das denn mit der Verkleinerung nach einer Schwangerschaft? Ich kenne, allerdings aus der Literatur, nur das Gegenteil. Alles wird etwas umfangreicher. Manchmal wächst eine junge Frau auch noch ein paar Zentimeter.

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Das Johannes-Evangelium ist von allen Evangelien, das am stärksten theologisch durchreflektierte. Es ist auch sehr spät erschienen.

Nach der Auferstehung Jesu fragten sich die Christen, wer denn dieser Jesus war, der da gekreuzigt wurde, und den sie nun als lebendige geistliche Wirklichkeit erlebten.

Ihre Antwort war (auch bei Paulus ist das so beantwortet), dass derjenige, der jetzt zur "Rechten Gottes" in der "Herrlichkeit" sitzt, von Anfang an bei Gott gewesen sein muss. Jesus war also der "präexistente" Sohn Gottes.

Zu Hilfe kam den Christen eine Vorstellung, die sich vor allem im Spätjudentum entwickelte, die Vorstellung von der Weisheit. Diese Weisheit kommt von Gott, ist aber eine eigenständige Größe. Christus wird nun oft im NT als diese Weisheit verstanden. Die eigentliche Weisheit, von der man schon im AT spricht, ist in Wirklichkeit Jesus Christus.

Das Johannes-Evangelium schildert nun Jesus ganz im Lichte der Auferstehung. Er war der, der schon immer beim Vater war, der dann auf Erden wandelt, ganz als Herr, und der dann zurückgeht in die Herrlichkeit.

Insofern lässt das Johannes-Ev. ihn sagen, dass er und der Vater eins sind.

Mit der Trinität hat das (noch) nichts zu tun. Die entwickelt sich erst später. Aber alle Ansätze weisen schon darauf hin.

(Hinweis; mha hat schon den richtigen Tipp gegeben mit dem Prolog.)

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Sie sagen das, weil sie daran glauben. Und sie glauben daran, weil sie das auf die eine oder andere Art schon so erfahren haben.

Ob Menschen glauben, dass sie durch das Leben gehen, ohne etwas zu machen, dürfte eine etwas waghalsige Behauptung von dir sein. Ich kenne solche Menschen unter den Christen nicht.

Falls du zufällig solche Exemplare treffen solltest, frage sie selbst und teile es uns mit.

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Für alle Gottesbeweise gibt es auch Gegenbeweise.

Theologie ist keine "objektive" Wissenschaft wie die Technik. Theologie befasst sich damit, dass Menschen sinnvoll leben und sterben können. Sie hat durch die Botschaft von der Auferweckunng Jesu von den Toten eine Antwort auf die Todesverfallenheit der Menschheit. Sie hat eine Hoffnung bereit für die Hoffnungslosen.

Dass man damit leben und sterben kann, haben viele "bewiesen" und werden viele weiter "beweisen". Das ist genug als moderner "Gottesbeweis".

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Gute Frage!

Es gibt im Judentum die "Wüstentradition": Das Volk Gottes wandert durch die Wüste, es wird dort geläutert und gereinigt, bis es in das "Gelobte Land" kommen kann. In der Wüste erfährt das Volk Gottes in besonderer Weise den "Gott, der mitgeht", der für das Volk da ist.

Als das Christentum diese jüdische Wüstentradition übernahm (schon Johannes der Täufer predigt in der "Wüste"; dier Versuchungen Jesu geschehen in der Wüste), entstand bei einzelnen Christen der Wunsch nach Läuterung, nach Reinheit und nach der Gottesbegegnung. Sie gingen als Eremiten in die Wüste. Diese Wüste gab es vor allem im Orient und Ägypten. Es gab sie nicht im bewaldeten Europa.

Aus den SIedlungen der Eremiten/Einsiedler wurden Klöster.

Erst im 7. Jhdt. wurde von Benedikt von Nursia das Klaoster auf dem Monte Cassino gegründet, das erste im Westen. Der Klostergedanke kommt also aus dem Orient.

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Ich hatte mal im Gymnasium einen Muslim im Unterricht. Damals wurde kein "Ausgleich" angeboten, also kam er bei den Evangelischen unter. Der Junge war der Beste, die Notengebung hat ihn sogar motiviert.

Von Indoktinierung konnte weder an dieser noch an einer anderen Schule in der Stadt eine Rede sein.

Ein Jahr später fuhr er in den Ferien nach Istanbul zum Koran-Unterricht.

Wenn ihr die Kinder sowieso im Unterricht lasst, dann lasst ihnen auch die Motivation, eine Note für das erlernte Wissen zu bekommen.

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Ich würde sie nicht als Sekte bezeichnen.

Ich habe eine Reihe von guten Freunden darunter, polnischer Herkunft. Sie sind ehrlich, zuverlässig, du kannst von ihnen einen Gebrauchtwagen unbesehen kaufen.

Einen Teil ihrer Theologie teile ich nicht, z. B. das Einhalten des Sabbats und die altjüdischen Speisegebote. Da sind wir eigentlich seit der Entstehung der Kirche weiter. Aber das stört mich nicht unbedingt bei ihnen.

Manche sind sehr fundamnetalistisch, andere kritischer. Mit den Adventisten in der DDR hatte die Evangelische Kirche sehr gute Beziehungen.

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Gehören bestimmte Religionsgemeinschaften jetzt schon in den Zoo? Und von denen nur die Frauen?

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Der himmlische Hofstaat erscheint in Daniel 7,9 nicht. Dort ist die Rede vom (apokalyptischen) "Menschensohn". Ein "Hofstaat" wird in Hiob erwähnt. Er ist wahrscheinlich religionsgeschichtlich als eine Unterordnung eines gewissen Polytheismus unter den Monotheismus zu verstehen.

Ebenso ist auch Jahwe Zebaoth zu verstehen: Jahwe der "Umscharte", umschart von der Schar der Engel.

Der Plural elohim für den Singular Gott deutet ebenfalls auf den Übergang vom Polytheismus zum Monotheismus.

Die Namen, die auf el enden, sind alle Bezeichnungen Gottes: Daniel (Gott ist Richter, gerecht); Gabriel (Gott ist Held); Nathanael (Gott hat gegeben) usw.

Das ist wie im Lateinischen: Amadeus - von Gott geliebt. Oder im Deutschen: Gottlieb, Gotthilf,

Der Koran ist sprachlich eine arabische Schöpfung einer ganz bestimmten Sprachepoche. Da kommt dann eben keine hebräische Bezeichnung vor. Auch keine griechische, denn das NT und die LXX spiegelt ja auch viel Hellenismus wider: Kyrios z. B.

Dass "kyrios" im Koran für Allah fehlt bedeutet erst mal, dass der Koran eine arabische Sprachschöpfung ist. Daraus einen negativen oder positiven Schluss für Allah zu ziehen ist nicht erlaubt, sondern wäre Spekulation.

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Für einen 11jährigen ist das eine gutge Frage.

Es gibt keine "Reihenfolge". Die Zweiquellen-Theorie sagt, dass es zwei Quellen gibt. Die eine Quelle ist die Spruchquelle Q, die andere ist das Markus-Evangelium. Diese beiden Quellen speisen (zum größten Teil) sowohl das Matthäus-Evangelium als auch das Lukas-Evangelium.

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Man bemüht sich auch heute bei Kirchneubauten (obwohl es immer weniger gibt und Kirchen meist geschlossen werden), dass sie "geostet" sind: Die Kirche zeigt nach Osten. Die Kanzel steht also im Osten.

In großen Städten wie Paris finden sich Kirchen oft im Häusermeer, irgendwo ist der Kirchraum im 2. oder 3. Stock. Da kommt es nicht so drauf an.

Ich habe auch oft Kirchen gesehen, da stand die Kirche rechts an der Seite, vom Eingang aus gesehen. Also Süden. http://www.stadtkirchengemeinde-wittenberg.de/seiten/kirche.html

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Über Feuerbach wird hier oft dikutiert. Ich verweise mal auf einen früheren Beitrag von mir, auch wenn er nicht ganz auf die Frage antwortet:

http://www.gutefrage.net/frage/grosser-dienst-von-feuerbach-und-marx-fuer-die-kirche

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Die Himmelfahrt Jesu wird nur vom Evangelisten Lukas beschrieben (Ende des Lk-Evangeliums und Anfang der Apostelgeschichte). Lukas schreibt für einen hellenistischen Leser- und Gemeindekreis. Deshalb benutzt er ein Motiv, das in der hellenistischen Kultur (in besonderem Maße) verständlich war/ist. Es ist das Motiv der Entrückung.

(Zum Vergleich: Johannes benutzt das Motiv der Erhöhung. Der gekreuzigte Christus ist gleichzeitig der Erhöhte. Deshalb ist bei Joh eine Himmelfahrt nicht nötig.)

Himmelfahrt bedeutet, dass der Auferstandene in die Verborgenheit bei Gott aufgenommen ist. Verborgenheit - das ist die "Wolke". Der Auferstandene ist nicht mehr "greifbar", er ist "entrückt". Er wird aber im Geist präsent sein. Lukas stellt dies dar mit der Pfingstgeschichte. Auch dies berichtet nur Lukas allein.

Die Himmelfahrt technisch-physikalisch erklären zu wollen geht nicht. Man kann ein theologisches Motiv der Entrückung nicht einfach in eine physikalische Kategorie übersetzen.

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