Abendmahl - katholische und evangelische -nicht zusammen feiern

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Da gibt es unterschiedliche Auffassungen: Die Katholiken sprechen von Transsubstantiation und die Protestanten von Consubstantiation. Der Unterschied ist, dass für die Katholiken durch die Wandlung das Brot in Leib Jesu überführt wird während für die Protestanten zu dem Brot die Eigenschaft Leib Jesu hinzu kommt. D.h. für den Katholiken geht die Eigenschaft Brot während der Wandlung verloren, der Protestant erkennt anschließend beide Eigenschaften gleichzeitig an.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Auffassung von der Wandlung ist ein gemeinsames Abendmahl nicht möglich.

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DaS glaubt schon längst keineR mehr! Das eigentliche Problem ist das falsche Amts- und Sakramentsverständnis der katholischen Kirche - "zölibatäres Weihepriestertum"!

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@HugoGuth

Ich würde das Amts- und Sakramentenverständnis der katholischen Kirche nicht unbedingt falsch nennen, sondern einfach anders als in der evangelischen Kirchen. Ich hoffe jedoch auf, dass wir uns annähern und miteinander Mahl halten können

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Danke für den Stern.

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Ich möchte auch noch anmerken, dass Lutheraner mit der römischen katholischen Kirche im Eucharistieverständnis näher sind als Lutheraner mit den Reformierten. Was also "evangelisch" genannt wird, ist größtenteil Luthertum UND Calvinismus.

ganz einfach: weil bei beiden Konfessionen ein anderes Glaubensverständnis vorliegt. Katholiken glauben nach der Wandlung durch den Priester an die Realpräsenz Jesu Christi in den Gestalten von Brot und Wein (Transsubstantiation), die auch bestehen bleibt. Deshalb bewahren sie die heiligen Gestalten im Tabernakel auf zur immerwährenden Anbetung. Deshalb brennt in kath. Kirchen auch das "ewige Licht".

In den ev. Kirchen glauben die Lutheraner, dass Jesus Christus in Brot und Wein irgendwie gegenwärtig ist, aber nicht im Sinne der Transsubstantiation und auch nur während des Gottesdienstes. Die Reformierten Kirchen und die Freikirchen sehen im Abendmahl mehr eine Gedächtnisfeier an das letzte Abendmahl.

Weiterhin ist nach kath. Lehre die Wandlungsvollmacht an das apostolische Weihepriestertum gebunden, was es in der ev. Kirche nicht gibt. Beide Kirchen haben ein anderes Amtsverständnis. Aus diesem Grund geschieht nach kath. Auffassung beim ev. Abendmahl auch keine Wandlung in den Leib Christi, sondern es bleibt unverändert Brot und Wein.. Wenn also Katholiken das ev. Abendmahl empfangen würden, würden sie damit ihren eigenen Glauben verleugnen und das Abendmahl der Hl. Eucharistie gleichsetzen. Das kann die Kirche nicht gestatten, da die Hl. Eucharistie das höchste Sakrament der kath. Kirche ist und eine Verwässerung in der Lehre immer mehr Verwirrung unter den Gläubigen schaffen würde. Dass diese schon weitgehend fortgeschritten ist, zeigt sich darin, dass einzelne Pfarrer durch ihr eigenmächtiges Handeln im Ungehorsam dies unterschwellig vermitteln, wenn dies auch zur Beliebtheit bei den ev. Christen führen mag. Wenn also kath. Priester ein gemeinsames Abendmahl zelebrieren, um eine Einheit vorzutäuschen, die es noch gar nicht gibt, sind sie schlicht und einfach ungehorsam und ziehen sich mit Recht die Suspendierung zu.

Ev. Christen können zur Eucharistiefeier eingeladen werden, zur Eucharistie jedoch werden sie - auch vom Papst! - nur in jenen Fällen zugelassen, wenn sie bekunden und bezeugen, dass sie das gleiche Eucharistieverständnis wie die Katholiken haben, so geschehen beim verstorbenen Prior von Taize.

Noch etwas ist der Überlegung wert: Katholiken können keinesfalls grundsätzlich immer die hl. Kommunion empfangen. Sie müssen sich auch vorher prüfen und wenn nötig zuvor das Sakrament der Beichte empfangen.

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