Es geht nicht ums Sammeln an sich, sondern darum, Herausforderungen zu meistern, dafuer belohnt zu werden und danach weitere, schwerere Herausforderungen meistern zu koennen. Um den Unterschied zu veranschaulichen, stelle Dir ein Spiel vor, in dem Du zig Dinge sammeln kannst, die einfach ueberall rumliegen und zu nichts nutze sind. In dem Spiel geht es auch ums Sammeln - aber wuerde das Spass machen?

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Jein. Ich erachte eine Aufteilung in Ethik und Religionskunde fuer sinnvoll, wobei in letzterem Fach aus einer neutralen, religionswissenschaftlichen Perspektive ueber Religionen informiert wuerde. So erwerben Schueler nach wie vor Wissen ueber Religionen (und zwar ueber mehrere, was einer multi-religioesen Gesellschaft nur angemessen ist) und lernen zugleich auch, dass keine Religion ein Monopol auf Werte hat, sondern diverse religioese und saekulare Perspektiven in ethische Debatten produktiv einfliessen koennen.

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"warum die Menschen wenn sie doch so gläubig sind, sich nicht an z.B den regeln der zehn Gebote halten."

Weil kein Mensch nur Christ (oder nur Moslem, nur Jude, nur Buddhist usw.) ist. Jeder Mensch ist ein Buendel diverser Identitaeten, von denen jede mit anderen Praeferenzen verbunden ist. Deshalb kann es auch einen Arzt geben, der Kettenraucher ist, weil er zugleich auch Hedonist ist und sein Rauchverhalten staerker vom Hedonismus als von seinen medizinischen Kenntnissen gepraegt ist. Deshalb kann man niemals die Persoenlichkeit und das Handeln eines Menschen rein aus seiner Religion ableiten und z. B., ohne jemanden naeher zu kennen, behaupten: X ist Moslem, also ist er gegen die Gleichberechtigung der Frauen. .

"In der Bibel wird erwähnt , dass nichts ohne Gottes willen geschieht. Wieso verdursten Menschen in Afrika ? Ist das sein Wille ? Wieso lässt er dann Glaubenskriege zu ? Will er das sich Menschen wegen ihm umbringen ?"

Wie Du richtig erkannt hast, ist die Welt nicht so, wie sie waere, wenn sie von einem allmaechtigen, guten Gott geschaffen waere. Die beiden Argumente, die mir am haeufigsten begegnen, um diese Hypothese zu retten - Willensfreiheit und Erbsuende - kann man zurueckweisen: Das eine, Willensfreiheit, kann man anwenden, wenn es um Mord, Folter usw. geht, aber bei Naturkatastrophen, Krankheiten etc. kann man nicht sinnvoll argumentieren, dass diese mit dem freien Willen (der selbst auch nur eine unbewiesene Hypothese ist) zusammenhaengen. Das zweite, die Erbsuende, ist selbst mit einem guten Gott unvereinbar - oder ist es gut, Menschen fuer etwas zu bestrafen, das ihre Vorfahren vor Urzeiten getan haben, sodass heutige Menschen dafuer nicht verantwortlich gemacht werden koennen. Waere jemand ein guter Mensch, der dich quaelt, weil er herausgefunden hat, dass du von Steinzeit-Moerdern und -Vergewaltigern abstammst?

So, wie die Welt ist, passt sie hingegen zu vier Hypothesen: Es gibt einach keinen Gott, Gott ist die Welt voellig egal und er weiss nicht von dem Leid, Gott ist unfaehig, das Leid zu verhindern, oder Gott ist grausam. In keinem Fall hat es Gott verdient, verehrt und angebetet zu werden.

"Ich bitte um Hilfe ich bin so verwirrt und unsicher über den christlichen glauben :("

Das ist kein Grund, ungluecklich zu sein. Im Gegenteil ist Zweifel etwas Wunderbares, denn "der groesste Feind des Wissens ist nicht Unwissenheit, sondern die Illusion von Wissen" (Daniel Boorstin). Unhinterfragter Glaube liefert dich genau diesem Feind aus, wohingegen Zweifel zunaechst zu Unwissenheit, dann aber zu echtem Wissen fuehrt, das kritische Pruefung zulaesst, sogar willkommen heisst, und ihr standhaelt.

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Du findest es dann, wenn Du ueberzeugt bist, dass ein Satz Deine innerste Grundhaltung zum Leben zum Ausdruck bringt. Du musst dafuer selbstredend zuerst diese Grundhaltung entwickelt und erkannt haben, was (von schweren Faellen von Starrsinn abgesehen) ein niemals ganz und gar abgeschlossener, lebenslanger Prozess ist. Das Lebensmotto ist dann ein Nebenprodukt davon, das nurmehr wie ein aus wahrhaftig empfundener Liebe gespeistes Gedicht etwas zum Ausdruck bringt, was Du bereits dein Eigen nennst, und Dir nichts mehr gibt. Ein Lebensmotto um seiner sellbst willen anzustreben, nur um eines zu haben, halte ich hingegen nicht fuer ratsam, da Du dann den zweiten, ganz unwesentlichen Schritt vor dem ersten, zutiefst bedeutsamen gehen willst - der Erkenntnis Deiner Selbst und deiner Rolle im Leben und der Welt.

Wenn es aber um Websites wie Facebook geht, kannst Du eigentlich jeden Satz, dem Du fuer Dich und dein Leben einigermassen zustimmst, als Lebensmotto angeben, da es dort v. a. als Mittel zum Zweck weithin oberflaechlicher Selbstdarstellung dient. Nur solltest Du dir gewiss sein, dass das, was Du findest, indem Du dich dann fuer einen Satz entscheidest, mit einem echten Lebensmotto im gerade beschriebenen Sinn so wenig gemein hat wie ein Facebook-"Freund", mit dem man vielleicht mal auf einer Party ein nettes Gespraech ueber allerlei leidlich interessante, doch recht belanglose Themen gefuehrt hat, mit einer echten Freundschaft.

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Eine durchaus interessante Frage, mit der sich bereits gelehrte Koepfe befasst haben: http://de.wikipedia.org/wiki/Hilberts_Hotel

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Der Wert einer Ware ist keine objektive Eigenschaft, sondern eine Zuschreibung, die erst dann getaetigt wird, wenn mit der Ware tatsaechlich gehandelt wird. Alles, womit nicht gehandelt wird, hat keinen finanziellen Wert.

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"Wir koennen tun, was wir wollen, aber wir koennen nicht wollen, was wir wollen." (Schopenhauer).

Ein Beispiel: Du willst eine Pizza essen, und hast die Gelegenheit dazu. Du kannst also tun, was du willst. Aber du kannst nicht wollen, was du willst, denn dein Wille ist nur: Ich will eine Pizza essen. Es gibt keinen Willen der Art: Ich will, dass ich eine Pizza essen will. Und selbst, wenn es einen solchen Willen zweiter Ordnung doch gaebe, gaebe es dann denn auch den Willen dritter Ordnung: Ich will, dass ich will, dass ich eine Pizza essen will? Und was ist mit dem Willen 90788. Ordnung: Ich will, dass ich will, dass ich will, dass ich will [usw., ueber 90.000 mal] dass ich will, dass ich eine Pizza essen will? Den gibt es sicherlich nicht.

Deine Handlung basiert also auf deinem Willen zur Handlung, aber dein Wille basiert letztendlich nicht auf einem Willen zum Willen, sondern ueberkommt dich ungewollt. Du bist also handlungs-, aber nicht willensfrei.

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Ich glaube, kaum etwas hat sich geaendert, bzw. was sich geaendert hat, ist die rein oberflaechliche Erscheinungsform des Immergleichen:

  • Heute muessen Menschen essen, atmen, trinken, schlafen. Es gibt keine Epoche, wo das anders war.

  • Heute leben fast alle Menschen mit anderen zusammen. Es gibt keine Epoche, wo das anders war.

  • Heute lieben und hassen Menschen andere Menschen. Es gibt keine Epoche, wo das anders war.

  • Heute haben Menschen Sex miteinander. Es gibt keine Epoche, wo das anders war.

  • Heute wollen Menschen gluecklich sein. Es gibt keine Epoche, wo das anders war.

  • Heute sind Menschen immer mal wieder krank. Es gibt keine Epoche, wo das anders war.

  • Heute leben Menschen ein endliches Leben. Es gibt keine Epoche, wo das anders war.

  • Heute nutzen Menschen Dinge. Es gibt keine Epoche, wo das anders war.

Menschen sind also fundamental das, was sie schon immer gewesen sind. Veraendert haben sie sich nur insoweit, wie wir uns veraendern, wenn wir andere Kleidung anziehen - und das ist weit entfertn davon, aus uns neue oder substantiell andere Menschen zu machen.

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