Soll Religion zugunsten Ethiks abgeschafft werden?

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14 Antworten

Hallo mariaschneder,

bei der Diskussion wäre es wichtig, fünf Dinge begrifflich genau zu unterscheiden (in der Praxis mischt sich das aber oft):

a) Ethik: Der Unterricht vermittelt allgemein Werte, religiöse nicht ausgeschlossen

b) Ökumenischer Religionsunterricht: Der Unterricht versucht auf der Basis der Religion Sichtweisen der Religion zu vermitteln, bietet Hilfen zur Lebensbewältigung aus der Sicht des Glaubens an, macht reif zur eigenen Entscheidung, darf keine Einübung in den Glauben und keine Indoktrination sein.

c) Konfessioneller Religionsunterricht: Hierfür gilt das Gleiche, wobei der Lehrer Repräsentant einer bestimmten Religion ist. Speziell im katholischen Religionsunterricht sind Lehrer und Lerngruppe von der gleichen Konfession.

d) Religionskunde vermittelt unabhängig von der Konfession des Lehrers oder des Schülers Informationen über verschiedenste Religionen.

e) Katechetischer Unterricht: Er gehört ausschließlich in den kirchlichen Raum, ist Einführung und Einübung in den Glauben, muss aber jede Indoktrination vermeiden. Beispiele sind: Kommunionunterricht, Firmunterricht, Konfirmandenunterricht.

In der Diskussion werden die Begriffe oft verwechselt, so dass der einen Form vorgeworfen wird, was eigentlich die andere betrifft. Beispiel: Es wird ein Religionsunterricht gefordert, der eigentlich Religionskunde ist. - Oder: Der Religionsunterricht wird als katechetischer Unterricht beschrieben und dann zu recht kritisiert. Hier redet man aber jeweils an der Sache vorbei.

Mischung ergeben sich automatisch, wenn z:B. im katholischen Religionsunterricht moslemische Schüler als Gäste teilnehmen (ist möglich!), dort religionskundliche oder allgemein ethische Themen besprochen werden - was auch da hingehört. Oder: Es wird in Ethik ein Vergleich mit einer Lösung aus der Religion gezogen.

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Nein, denn jeder soll selber wählen können. Es ist ganau so falsch Leuten den Reliunterricht die ihn wollen zu verwehren wie Atheisten dazu zu zwingen.

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Ich denke wir sollten uns dem Fach Religion vielleicht mal wieder mehr zuwenden.

Unser Land (Deutschland) und auch Europa basiert auf christlichen Wertvorstellungen. Seit wir die Religion hier in Deutschland und auch in Europa in Frage stellen, ist ein Werteverfall zu beobachten.

Mir klingt dabei die Beschwerde eines gealterten Unternehmers noch in den Ohren, der sagte, früher konte man die Geschäfte per Handschlag abschließen, Heute wirst Du nur betrogen, belogen und übervorteilt.

Wo gehen wir also hin ? In eine zukünftige Gesellschaft ohne Werte mit alleiniger Kommerzorientierung ? Soll unser zukünftiges Leben von Menschen bestimmt werden, deren Wertevorstellung ihren Ausdruck in Gehaltsabrechnungen und Tantiemen finden ?

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Kommentar von hell11
10.01.2014, 16:44

sehr guter Kommentar.

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Pro abschaffen des Faches Religion: Die Religionslehrer werden von allen Steuerzahlern getragen. Trotzdem gehören fast alle Religionslehrer nur einer der in Deutschland vertretenen Religionen an. So unterrichtet dann z. B. der evangelische Religionslehrer auch Buddhismus. Hier auf gute- Frage- net merkt man, dass sich Schüler dann ein bis zu 8 Seitiges Portfolio zusammenstellen sollen z. B. zum Buddhismus. Weil der Lehrer ja keine Ahnung hat, von dem, was er unterrichtet...In Deutschland lebende Buddhistische Lehrer haben keine Chance, das, was der christliche Religionslehrer erzählt, zu korrigieren. Es wird also ÜBER andere Menschen gesprochen, statt MIT ihnen. Das gleiche betrifft natürlich alle anderen Religionen, über die der christliche Religionslehrer erzählt.

Außerdem bemerke ich, dass Minderjährige massiv reingezogen werden in eine Debatte, die es in Deutschland gibt. Es geht um die Abschaffung aller Kirchenprivilegien, die viele Menschen wollen. Dieses Problem kommt im Religionsunterricht an. Oft ist es so, dass die Frage, die der Religionslehrer gestellt hat, hier auf GF net vom Schüler gestellt wird. Die meisten Likes bei den Antworten haben dann die Atheisten. Also ist so eine Antwort ganz oben. Die Antwort ist nicht das, was der Schüler dem Lehrer präsentieren kann. Es ist eine absolut gegenteilige Meinung zur Meinung des Religionslehrers.

Die Schüler bekommen auf diese Weise sehr scharfe Debatten mit, die Erwachsene untereinander führen. Wir brauchen den einheitlichen Ethik- Unterricht! Oder vielleicht auch einfach gar nichts. Dann gibt es mehr Freizeit.

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"Laizismus" ist ein Begriff, den du in der Diskussion mal fallenlassen solltest; Trennung von Kirche und Staat.

Da der Staat für die Ausbildung der Kinder sorgt und dabei vor allem staatsbürgerliche Tugenden im Auge haben sollte, ist Ethik wesentlich besser geeignet, da eine allgemeine Beschäftigung mit Ethik und Moral(/-ität) keine Form von Religiösität präformiert.

Soweit, so kurz. Ich hoffe das konnte dir ein wenig helfen. Schreib einfach, wenn du das ganze noch mit Literatur unterfüttert brauchst.

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Nunja... Dagegen würde wohl sprechen, dass sich Deutschland vertraglich zum Anbieten von Religionsunterricht in öffentlichen Schulen verpflichtet hat (u.a. im Reichskonkordat). Aber man könnte es ja wie in Berlin weiterhin als Wahlfach neben Ethik anbieten.

Ein einheitlicher Ethikunterricht hat den Vorteil in einer religiös immer vielfältigeren Gesellschaft ein gemeinsames Lehrfach statt ein den Klassenverband trennendes zu sein, in dem man über Unterschiede und Gemeinsamkeiten lernen und diskutieren kann.

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JA! Ganz ehrlich Christen lernen die Christenlehre zu Hause und in der Kirche, Juden lernen über das Judentum in der Synagoge, Moslems lernen den Islam in der Moschee kennen. Man lernt die eigene Religion über Gottesdienste, vor den Initiationsriten gibt es eine religiöse Einweisung (vor der Konfirmation gibt es den Konfirmantenunterricht). Warum also sollte man das noch in der Schule lernen?

Viel wichtiger ist es doch, die Kulturen kennenzulernen, die einem noch nicht vertraut ist. Wissen ist der Schlüssel zum Verstehen, Akzeptieren und Tolerieren. Gerade in einer Gesellschaft, in der immer mehr fremde Kulturen einzughalten, ist es wichtig, die fremden Gewohnheiten der anderen Kulturen kennzulernen und damit verstehen zu lernen.

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Kommentar von Misrach
09.01.2014, 17:12

Damit man etwas über die anderen religion lernt, was ich finde auch sehr wichtig ist. Geh ich in die Synagoge, lerne ich nichts über das Christentum und den Islam, ich nehme am G'ttesdienst teil, dort wird gebetet und gesungen. In deutschland ist das Christentum in der überzahl, ich soll mich intiegrieren? wie denn wenn ich nichts darüber weiß?.

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Nein,Da man auf diesem Wege, etwas über andere die andere Religionen lernt und zum entschluß kommt, dass sie alle ähnlich sind, dass alle fast die selben Ziele haben.

Wie man mit den einzelnen Religione lebt, kann man mit der Ethik verbinden. Wie sieht die Morall aus, die gemeinschaft, die Führsorge in den einzelnen religionen.

Ein jeder lernt, zuhause Moral kennen, und etwas über seine Religion, aber nicht über andere, so weiß ich nicht, wie die anderen ticke, wie sie denken, was sie fühlen. Kultur und Bräuche, gehören ebendfalls zur Religion.

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Jein. Ich erachte eine Aufteilung in Ethik und Religionskunde fuer sinnvoll, wobei in letzterem Fach aus einer neutralen, religionswissenschaftlichen Perspektive ueber Religionen informiert wuerde. So erwerben Schueler nach wie vor Wissen ueber Religionen (und zwar ueber mehrere, was einer multi-religioesen Gesellschaft nur angemessen ist) und lernen zugleich auch, dass keine Religion ein Monopol auf Werte hat, sondern diverse religioese und saekulare Perspektiven in ethische Debatten produktiv einfliessen koennen.

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Mein Haupt- Contra - Argument wäre, dass, obwohl Staat und Religion in Deutschland getrennt sind, wir in einem Christlichen Land leben und Religion als Schulfach wichtig für den Erhalt unserer Kultur ist. Ich persönlich (bin sehr gläubig) und habe aus dem Religionsunterricht 1-13 Klasse sehr viel für mein Leben gelernt. Man sollte sich weiterhin entscheiden dürfen, ob man Ethik oder Religion wählt-

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Es ist nicht Ethik gegen Religion sonder Ethik mit Religion!Die Ethik befasst sich nähmlich mit vielen Themen aus der Religion(welche Religion auch immer), behandelt sie aber aus Ethischer, nicht aus Religiöser Sicht.Somit gibt es keinen Grund das man Religion zugunsten Ethiks abschaffen sollte(Ich gehe mal davon aus du meinst die Schulfächer)

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Erst einmal sei gesagt, dass Schulpolitik Aufgabe der Kultusminesterien der Länder ist. Auf Bundesebene lässt sich das glaube nicht beschließen.

Ich weiß nicht wie das in anderen Ländern ist, aber bei uns in Sachsen kann man zwischen Ethik und Religion wählen.

Das Fach Religion braucht man nicht abzuschaffen. Im Gegenteil, aber es sollte viel kritischer bahandelt werden und keine Kuschelstunde sein. Bei uns hieß es "Religion", war in Wahrheit aber ein christlicher Kuschelkurs. In Religion sollte man die Großen Weltreligionen, sowie kleinere Religionsgemeinschaften nahegeführt werden. Und zwar auch mit Geschichte und Kritik.

Werden sich aber einige bayrische Schulen nicht trauen ^^

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Gerade in einer immer bunter werdenden Gesellschaft ist es absolut wichtig, gemeinsame Werte zu vermitteln.

Religion tut das nicht. Im Gegenteil, Religion teilt. Nicht in verschiedene Religionen, auch in verschiedene Konfessionen. Denn Reli wird zum Zwecke der Mission in den meisten Bundesländern nach Konfessionen getrennt erteilt. Atheisten, bereits mehr als ein Drittel unserer Gesellschaft, werden ganz ausgeschlossen.

Ethik vermittelt unabhängig von der Religion gemeinsame Werte. Es werden keine Klassenverbände aufgerissen und so auch schulische Gemeinschaft gefördert. Also klares Ja für Ethik statt Religion.

Das einzige wirkliche Argument für Religion, denn alle dort vermitttelten Werte, Geschichts- oder Kunstkenntnisse können auch in anderem Unterricht vermittelt werden, ist, dass es das Grungesetz so vorsieht.

Aber dieses Argument ist keins, was in einer Diskussion zu Sinn und Unsinn von Religion in der Schule zu suchen hat, denn es beschreibt nur den Istzustand und ist für den Sinn bedeutungslos.

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Nein, es ist unsere Kultur ! Alles geht daraus hervor, die ganze Entwicklung etc... (Antike bis jetzt) Es gibt schon IMMER Religion und man KANN Religion NICHT abschaffen. Selbst wenn man sie unterdrückt, wird es immer irgendwo Menschen geben, die sich an irgendwas festhalten und daran glauben. Also ist es auch berechtigt dies als Schulfach zu unterrichten. Menschen die damit ein Problem haben, können ja in Ethik gehen (und froh sein, dass sie überhaupt die Möglichkeit dazu haben).

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Kommentar von 19Uhr30
09.01.2014, 16:41

Sie sollen froh sein, dass sie überhaupt die Möglichkeit haben? Froh sein, dass ihre verfassungsmäßigen Rechte beachtet werden? Interessante, wenn auch erschreckende Einstellung...

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