Hat Alexander v. Humboldt mit seinem Zitat: " Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben", recht?

10 Antworten

Ich würde dieses Zitat garnicht nur auf das Reisen beziehen, sondern vor allem auf das Schauen.

Als Beispiel: jemand, der ausländerfeindlich ist (und es bleiben möchte) wird eher nach Indizien suchen, die seine Einstellung bestätigen und alles, was seine Ausländerfeindlichkeit relativieren könnte, eher ausblenden.

Ein Mensch mit einem offeneren Geist, der mehr an der "Wirklichkeit" interessiert ist, als an der Bestätigung seiner Glaubenssätze, lässt auch Informationen bzw. Beobachtungen in sein Bewusstsein, die seiner bisherigen Einstellung nicht entsprechen, wodurch er ein differenzierteres Bild von der (seiner) Welt und demzufolge auch ein besseres Urteilsvermögen entwickelt.

Gefährlich wären demnach nicht die, die nicht hinschauen können, sondern die, die nicht hinschauen wollen.

Natürlich. Wer "die Welt nie angeschaut hat", d.h. schlicht ungebildet ist, der wird eher Vorurteile haben oder radikalen Ansichten entwickeln. z.B. Anhänger rechtspopulistischer/-radikaler Parteien(AfD, FPÖ etc.) sind in der Regel wenig gebildet. 

Im Prinzip ist das eine Verurteil von ignorantem Verhalten.

Leute, die sich aus ihrem eigenen gesellschaftlichen Kosmos niemals herausbewegen, haben tendenziell geringere Kapazitäten, sich runde Meinungen zu bilden, wenn es um Konflikte oder soziale Problemsituationen geht.

Das Ganze kann man gerade wunderbar an der politischen Situation in Deutschland sehen.

Leute, die sich aus ihrem eigenen gesellschaftlichen Kosmos niemals herausbewegen KÖNNEN, haben tendenziell geringere Kapazitäten, sich runde Meinungen zu bilden, wenn es um Konflikte oder soziale Problemsituationen geht.

Du hattest "können" nicht geschrieben. Sonst sehe ich es genau so.

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